Vacheron Constantin Overseas–4500V/110A-B126: Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss

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Liebe Uhrenfreunde und –freundinnen da draußen an euren Computern und Computerinnen,

nachdem ich die ersten Bilder meines Neuerwerbs in diversen Threads bereits gezeigt habe, folgt hier nun die ausführliche Vorstellung (und sie ist ausführlich :shock: ;-)) dieser für mich wunderbaren Uhr, meiner Traumuhr, mit der ich mir einen langersehnten Wunsch nun endlich erfüllen konnte.

Bis zur eigentlichen Vorstellung meines Neuzugangs wird es aber nun eine kleine Weile dauern. Zunächst möchte ich euch nämlich gerne mitnehmen auf eine kleine Zeitreise von dem Punkt ab, wo alles begann. Das ist mir irgendwie wichtig, weil dieser Kauf bei Leibe keine Selbstverständlichkeit für mich war. Damit ihr aber nicht zu Beginn schon die Lust verliert, weiter zu lesen, zeige ich an dieser Stelle gleich ein erstes Bild,

Ihr wollt die Geschichte doch von Anfang an hören? Also seid jetzt bitte etwas geduldig. Es wird alles kommen: Schonungslos, ungeschminkt und ungefiltert und so wie die Götter in der Schweiz die Uhr schufen.

Hier die Uhr, um die es dann irgendwann gehen wird.

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Teil 1: Der Anfang (weil alles im Leben einen Anfang hat)

Es begann wie bei Vielen unserer Generation, uns Kindern der 60-er Jahre. Das Wirtschaftswunder hatte zwar in mehreren Wellen Wohlstand über die deutsche Bevölkerung gespült, aber leider wurden nicht alle erwischt. So auch meine Familie und ich. Ich will ja nicht behaupten, dass wir wirklich arm waren, aber so richtig im Geld schwammen wir halt auch nicht. Wir Kinder mussten auf Vieles verzichten (oooooooh, ooooooch jeee ….). Die erste Jeans hat Mama noch selber genäht, statt Fußballschuhe von adidas gab es die hässliche Hausmarke vom Quelle-Katalog, die den Begriff Kick-Stiefel perfekt interpretierte, statt richtiger Limonade bekamen wir Leitungswasser mit einem Schuss Tritop, naja ... immerhin. Die gelbe Farbe der Orangenlimo hätte man ja auch anders hinbekommen können. Ja und Uhren waren reiner Luxus. Zu was gab es schließlich die Kirchturmuhr? Da war eine eigene Armbanduhr völlige Verschwendung. Das Geld konnte man sinnvoller ausgeben. Und bei dem damals üblichen Brauch (ist das heute eigentlich noch so?), zur Erstkommunion seine erste richtige Uhr zu bekommen, ging ich abermals leer aus. Mein Patenonkel hatte da wohl nix von mitbekommen. Andererseits, wir brauchten auch keine Uhr. Wir spielten den ganzen Tag draußen und kehrten heim, wenn es dunkel wurde oder wenn wir Hunger hatten. Das Leben war einfach herrlich einfach und unbeschwert.

Trotzdem, ihr versteht nun sicherlich, dass die logische Konsequenz, dieses Trauma irgendwann zu bewältigen, nur die sein konnte, das Übel bei der Wurzel zu packen und eine Vision und ein Ziel zu formulieren.

Die Vision war: Irgendwann kauf ich die für mich schönste Uhr der Welt und ihr guckt dann immer noch auf die Kirchturmuhr.

Das Ziel war: Erst mal für lange Zeit vergessen, nachdem die Tränen der Enttäuschung getrocknet waren. Weil, man musste sich ja nun den wichtigen Dingen des Lebens zuwenden, die da waren, Mädels, Musik und Mopeds, dazu Fußball spielen und Partys feiern.

Uhren waren da so was von nebensächlich. Ich bin erst dann wieder drauf aufmerksam geworden, als ein Mannschaftskollege mit so einer coolen Quarzzwiebel aufgetaucht ist. Ihr kennt die Dinger. Die waren schwarz, man sah nix und erst, wenn man einen Knopf drückte, leuchtete wie von Geisterhand die Uhrzeit auf. Das war ne sensationelle Uhr, kein Vergleich zu dem ollen, altmodischen Wecker vom Opa, der jeden Morgen noch umständlich per Hand aufgezogen werden musste. Mensch waren das noch Zeiten. So was kommt nie wieder.

Zeitsprung

Viele Jahre später, es musste so Mitte/Ende der 80-er Jahre gewesen sein, die ersten digitalen Kameras tauchten auf, der Video-Recorder stand nahezu in jeder Wohnung, CD´s verdrängten die gute alte Schallplatte und die G-Shock von Casio war die Uhr, die man haben musste.

In besonders nostalgischen Phasen flackerten sporadisch Gedanken auf, dass es doch mal Dinge gab, die nicht am Fließband hergestellt, sondern von handwerklich begnadeten Menschen in echter Handarbeit zusammengebaut wurden. Dinge, die noch für die Ewigkeit geschaffen waren, weil sie rein mechanisch funktionierten und nicht auf Platinen gelötete Elektroden und Widerstände enthielten, die irgendwann und unreparierbar in den Elektroschrott wanderten. Leider waren diese in der heutigen Nachbetrachtung fast schon als genial zu bezeichnenden Geistesblitze schnell wieder erloschen. Ich kann nicht mehr sagen warum. Ich finde es heute nur furchtbar, dass ich bereits damals schon so vergesslich und so sprunghaft war. Mitte der 90-er kehrten die Erinnerungen zum Glück wieder zurück. Da war doch was. Ja richtig. Uhren, mechanische Uhren. Ach, musste das was Tolles sein, eine Uhr zu haben, die nicht von Batterien abhängig ist, sondern von Federn und Zahnrädchen und Hebelchen angetrieben wird.

Just zu dieser Zeit traf ich zufällig einen alten Schulkameraden wieder, der berufsbedingt in unsere Stadt zurückkehrte und der Kerl hatte eine Explorer II am Arm. Er, dem ich Nachhilfe in Mathe gab, der ungefähr so intelligent war wie drei Meter Feldweg, der trotzdem die geilsten Weiber abschleppte, der hatte eine Rolex am Arm. Ich war wieder fassungslos. Immerhin kamen wir darüber ins Gespräch und ich erzählte ihm von meinem phasenweise auftretenden Uhren-Fimmel. Die ExII und noch eine Omega Constellation hatte er durch die Freundschaft zu einem Uhrmacher einer großen deutschen Uhrenkette günstig erwerben können. Und er könne mal versuchen, ob dieser Uhrmacher auch für mich was besorgen würde. Natürlich konnte der nichts mehr besorgen, weil er schon in Rente war. Aber ich war jetzt angefixt, ich war heiß, ich habe gebrannt wie die Sonne am Äquator. Eine Uhr musste jetzt endlich her, aber subito. Zunächst ist aber nur die Verlagsbranche an mir reich geworden, denn ich habe mir jede verfügbare Uhrenzeitschrift gekauft und gelesen und verglichen und gelesen und verglichen.

In den Gebrauchtmarkt-Anzeigen fiel mir wiederholt auf, dass eine Uhr namens Daytona unglaubliche unverschämte 10.000 DM kosten soll. Viel mehr als man beim Juwelier zahlen musste, für eine Uhr wohlgemerkt – ZehntausendDeutscheMark – also noch in richtigem Geld! Ich war abermals fassungslos und fragte mich, warum kaufen die Leute die Uhr nicht im Geschäft? Da isse doch viel günstiger. Freunde, jaaaaaaaa ... heute weiß ich es auch.

Ende der 90-er schien endlich die Zeit reif zu sein, denn ich hatte durch eine komplett ausgefuchste Anlagestrategie etwas Geld an der Börse verdient (Man könnte auch sagen, ein blindes Huhn ...) Ich überlegte ernsthaft, mir dafür eine Uhr zu kaufen oder gar zwei. Die andere Alternative war gewesen, in den Neuen Markt zu investieren und noch mehr Geld zu verdienen. Ich traf also die einzig richtige Entscheidung in diesem Moment und investierte in den Neuen Markt.

Zeitsprung (ich musste erst wieder sparen – echt blöd, das war)

Teil 2: Wie der Traum begann (weil auch Träume einen Anfang haben)

Wir schreiben mittlerweile das Jahr 2002. Nach meinem ausführlichen Studium des Uhrenmarktes, der Hersteller und deren Produkte mit paralleler Beobachtung meines Kontostandes war es endlich so weit. Ich hatte mich entschieden, mir meine erste Uhr zu kaufen. Vorzugsweise habe ich dieses einschneidende Ereignis in meinen Urlaub gelegt. Da ist man ja etwas entspannter, was spontane Geldausgaben angeht und so habe ich mir an einem launigen Tag meine erste Uhr gegönnt. Es war übrigens eine Omega Aqua Terra, die für mich alles vereinte, was ich mir für eine einzige Uhr wünschte (mehr braucht ja eh kein Mensch, dachte ich Naivling – wer gibt schon mehrmals soviel Geld aus und wer hat mehr als eine soooo teure Uhr?). Sie war sportiv - passt zu legerer Kleidung, geht aber auch zum Anzug – tolle Marke – Manufakturkaliber – Chronometer - gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Alles perfekt, ich hatte meine Uhr, ich war stolz wie Oskar.

Nur merkte ich danach schnell, dass das mit der Ein-Uhr-Strategie wohl doch ein Trugschluss war. Ich war ständig am Gucken, was andere am Handgelenk trugen, kam an keinen Konzi-Schaufenster mehr vorbei und entdeckte die Uhren-Foren im Internet. Nun ja, was dann folgte, kann sich ja jetzt jeder denken und sich vielleicht auch selbst wiedererkennen.

Tief beeindruckt von tollen Fotos und spannenden Geschichten über Uhren, deren Träger (ich lernte, dass es immens wichtig war, wenn berühmte Sportler, Schauspieler, Rennfahrer oder Geheimagenten eine bestimmte Uhr getragen haben) oder weltbewegende Ereignisse, die erst und ausschließlich mit der richtigen Uhr möglich waren (z.B. Mount Everest-Besteigungen, Antarktis- und Tiefsee-Expeditionen, Mondlandungen oder die Rettung der Welt durch angelsächsische Frauen-flach-Leger), saugte ich alles auf, was ich kriegen konnte. Das wiederum hatte unweigerlich zur Folge, dass ich mich einlullen ließ von dem magischen Zauber, den diese Geschichten auslösten. Die Marketing-Experten verstanden ihren Job und leisteten bei mir ganze Arbeit. Was sie nicht schafften, erledigten die Uhrenforen.

Ich kaufte Uhr um Uhr, lernte aber auch viel darüber und lernte vor allem auch Uhren und Marken kennen, die mich faszinierten, aber ob der aufgerufenen Preise auf ewig unerreichbar schienen. Trotzdem oder gerade deswegen verlor ich mich immer öfters in diesen Träumen, einmal eine dieser besonderen Uhren abseits der üblichen Hersteller und Modelle zu besitzen, stellte mir in wachen Augenblicken aber gleichzeitig die Frage: Bist du auch bereit, so viel Geld dafür auszugeben? Einfach aus dem Grund, es war nicht die Welt, aus der ich kam und deshalb schon fast unanständig oder unmoralisch, irgendwie nicht richtig. Ihr versteht, was ich meine?

Mein Traum war noch nicht einmal eine Uhr mit vielen Komplikationen. Es musste auch kein richtiges Metall sein, Stahl genügte mir vollkommen. Ich schwärmte eher für dezente Uhren im Stile einer Calatrava oder JLC Master, nach außen eher schlicht und unscheinbar mit den wahren Werten im Innern. Das war für mich der Inbegriff einer guten Uhr. Diese Werte waren für mich ein Uhrwerk, welches noch möglichst komplett in Handarbeit gefertigt wurde und schön bearbeitet war, zumindest ein Großteil davon. Dieser Gedanke, solch ein durch Handwerkskunst und Handarbeit entstandenes Kleinod, welches Perfektion und Präzision gleichermaßen vereinte, am Arm zu tragen, faszinierte mich fast mehr als irgendeine dieser legendären Geschichten berühmter Uhren.

Ich stellte mir eine Uhr vor, die niemand auf den ersten Blick als wertvoll oder etwas Besonderes identifizieren konnte, sondern wo nur ich wusste, was für einen Schatz ich am Handgelenk trug. Natürlich sollte es schon eine Uhr aus berufenem Hause sein. Von Patek Philippe, von JaegerLeCoultre, von Audemars Piquet, ... also diese Liga sollte es schon sein. Ein wenig war ich von der Aura wohl schon infiziert, die diese Marken umgaben. Im Grunde ging es mir aber um diese Präzision und die perfekte Handwerkslseistung, die in diesen kleinen „Maschinen“ steckte.

Bei meinen meist nächtlichen Recherchen in Uhrenmagazinen und dem WWW begegneten mir zwangsläufig auch Uhren wie die Royal Oak oder die Nautilus, nur die wollten mir anfangs so rein gar nicht gefallen. Ich weiß noch, als ich erstmals Bilder dieser Modelle sah, wie ich sofort dachte: Oh mein Gott, sind die hässlich. Wer hat sich denn dieses Design ausgedacht? Und ich verstand überhaupt nicht, warum diese in meinen Augen hässlichen Dinger mit solchen Attributen wie „Design-Ikone“ oder „Meilensteine der Uhrengeschichte“ versehen wurden. Nun gut, man verzeihe mir in reiner Unkenntnis der Materie meine geschmacklichen Irritationen. Im Laufe der Jahre wurde dieses Defizit durch konsequentes Verfolgen und Verinnerlichen der Expertenmeinungen behoben. Man ist ja schließlich lern- und anpassungsfähig und außerdem .... gutes Marketing schult auch irgendwann den persönlichen Uhrengeschmack. Wie auch immer. Seit dem Kauf meiner ersten Uhr und mit fortgeschrittenem Kenntnissen der Materie war dieser Wunsch nach einer „schönen“ Uhr stets präsent. Mal mehr, mal weniger ausgeprägt (ihr kennt ja diese Phasen), aber niemals ganz weg.

Seit dieser Zeit wurde ich allerdings auch ständig von einem Engelchen auf der linken Schulter und einem Teufelchen auf der rechten Schulter begleitet. Das Engelchen links flüsterte mir ins Ohr: „Mach es, erfüll dir den Wunsch, du willst es doch“, während das Teufelchen rechts mir zurief: „Bist du bescheuert? Du hast genügend Uhren! Was brauchst du noch eine? Und dann noch für so viel Geld? Depp du, sind wir vielleicht hier bei den Reichen, heee? Überlege dir das gut!

Tja, so sehr ich auf das nette Engelchen hören wollte, das Teufelchen war irgendwie doch dominanter und behielt jedes Mal die Oberhand. Das war auch gut so, denn finanziell war es einfach auch nicht drin. Und mich deshalb in Schulden zu stürzen? Nein, auf keinen Fall. Meine anderen Uhren dafür ziehen zu lassen? Auch das war keine Alternative. Dennoch hielt sich der Gedanke hartnäckig. Wenn du einmal das Geld dafür hast, dann erfüllst du dir diesen Wunsch.

Zeitsprung

Teil 3: Die Entscheidungsphase

Ab etwa Mitte des letzten Jahres war es plötzlich absehbar, dass sich mein Wunsch, mir endlich meine Traumuhr leisten zu können, als realisierbar erweisen könnte. Somit begann zusammen mit meinen beiden Begleitern auf den Schultern (links das Engelchen, rechts das Teufelchen) die alles andere als einfache Suche nach D E R U H R. Nicht einfach auch deshalb, weil dieses permanente Dazwischengequatsche meiner beiden Souffleusen gewaltig nervtötend war.

Die abendliche Lektüre bestand wieder im Studium der Foren, vorzugsweise der Threads mit höherwertigen Uhren sowie der Neuerscheinungen und Neuvorstellungen. Leider bewahrheitete sich dabei auch, was ich schon länger beobachtete. Im Bereich zwischen 10- und 20k, meinem absoluten Limit, war die Luft recht dünn und so richtige Brüller waren auch selten dabei. Und die, welche mein Interesse besonders weckten, waren dann deutlich teurer und somit aus dem Rennen. Teilweise verlor ich deshalb fast schon die Lust und war nahe dran, dem Teufelchen zur Wiedererlangung meiner inneren Ruhe und Ausgeglichenheit nach zu geben.

Die üblichen Marken (Rolex & Co.) und Modelle (Submariner & Co.) schieden von vornherein aus. Wenn ich schon soviel Geld investiere, dann sollte es keine der Mainstream-Marken sein. Die Goldvariante einer „normalen“ Stahluhr war mir zu wenig Uhr und Gold, nur damit es teuer wird, nicht mein Ding.

Die Nautilus, die mir ja Dank meiner geistigen Flexibilität doch irgendwann gefiel, auf Bildern zwar oft langweilig wirkte, am Arm aber der Knaller war, rutschte gleich aus dem Preisrahmen, davon abgesehen, dass sie nur schwer zu bekommen war. Die Aquanaut gefiel mir nicht und eine 1815 oder Richard Lange, die meinen damaligen Traumvorstellungen sehr nahe kamen, passten gar nicht ins Budget bzw. wie ich mir nach einer Anprobe eingestehen musste, auch nicht zu mir. Diesem Kriterium wäre übrigens auch die Nautilus zum Opfer gefallen. Ich fand, dass sie zu auffällig für mich ist und einen Lebensstil suggerierte, dem ich nicht entsprach.

Somit schaffte es nur eine relativ kleine und überschaubare Auswahl in die Endausscheidung. Es gab zwar noch andere Marken und Modelle, z. B. von JLC, Girard Perregaux oder Blancpain, die kurzzeitig in den Fokus gerieten, aber letztendlich konzentrierte sich mein Verlangen recht schnell und ausschließlich auf die Royal Oak von Audemars Piquet, vorzugsweise mit weiß-silbernem, idealerweise mit blauem Blatt. Diese Uhr, die mir früher ja nie gefallen hatte (der aufmerksame Leser erinnert sich), zementierte sich Dank schlüssiger und nicht von der Hand zu weisender Argumente der Experten wie das Fundament des Kölner Doms in meinem Gehirn fest.

Es war so sicher wie Bayern München jedes Jahr Meister, die Oktoberfest-Maß jedes Jahr teuer und die Oberweite von (Name nach Belieben einsetzen) jedes Jahr größer wird, dass die Royal Oak meine Traumuhr ist und zu mir finden wird. Tja, wären da nicht wieder meine beiden Freunde links und rechts auf meinen Schultern aufgetaucht. Ein Elend ist das, kann ich euch sagen. Aber jetzt ernsthaft. Es sind schon zweierlei Dinge, nämlich sich etwas über Jahre sehr zu wünschen und es dann auch umzusetzen, zumal wenn es um solche Beträge geht. Und so ein Betrag, und dann „nur“ für eine Uhr, war und ist für mich sehr viel Geld. Diese Entscheidung triffst du nicht einfach so, zumindest ich nicht.

In diesem Wechselbad der Gefühle (ja, das war es wahrhaftig) kippte die Entscheidung fast täglich. Von - „komm, spar das Geld, so eine teure Uhr muss nun wirklich nicht sein“ bis zu - „komm, mach es, wenn nicht jetzt, wann dann?“ gingen mir über Wochen sämtliche Pro´s und Contra´s durch den Kopf, die man sich nur vorstellen kann. Ihr kennt das ja auch. Man sucht für beide Seiten Argumente, um einen Kauf oder Nicht-Kauf zu begründen. Und Gott sei Dank war das so. Denn über die ganze Grübelei stieß ich auf die Neuvorstellung der Vacheron Constantin Overseas, die 2016 in einer überarbeiteten Version und endlich mit Manufakturwerk lanciert wurde. Ich las den Thread wieder und immer wieder und googelte das Internet rauf und runter nach Informationen zu dieser Uhr. Und sie überzeugte mich immer mehr.

Scheiße, dachte ich, jetzt hast du auf einmal drei Probleme. Jeweils eines auf deinen Schultern und nun noch die Entscheidung zwischen der AP und der VC. Na prima. Die Royal Oak macht dich Jahre lang an und jetzt so kurz vor dem Ziel, wo doch schon alles klar schien, kommt aus dem Nichts und von der Seite eine Gegenspielerin und macht dir schöne Augen. Aber .... mit jedem Tag, an dem ich Bilder und Informationen zu beiden Uhren aufsaugte, schlug das Pendel mehr in Richtung der Overseas aus, bis ich der Überzeugung war, die und sonst keine.

Jetzt musste die Uhr aber noch an meinen Arm. Was tun, wenn weit und breit kein Konzi ist, der Vacheron führt? Man nutzt halt wieder den Urlaub. Während eines Kurztrips im Frühjahr nach Südtirol stattete ich dem örtlichen Juwelier dort einen Besuch ab und fragte höflich, ob ich die Overseas einmal ansehen dürfte. Aus dieser kleinen Bitte entwickelte sich ein ca. einstündiges tolles Gespräch mit dem Inhaber über Uhren und die Uhrenbranche und das obwohl ich zu verstehen gab, nur schauen zu wollen und ein Kauf derzeit noch nicht entschieden ist (Engelchen/Teufelchen/Royal Oak). Ich verließ mit dem größten Verständnis des Konzis, dass so eine Entscheidung reifen müsse und gut überlegt sein wolle sowie seiner maßgeblichen Meinung, dass ich, mit egal welcher dieser beiden Uhren, eine sehr gute und genau die richtige Wahl treffen würde, glänzend gelaunt das Geschäft und zog mich mit meinen beiden Begleitern zur Beratung bei einem Glas Wein zurück.

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passt doch

Teil 4: Mentale Stärke ist wichtig - Die seelische und körperliche Vorbereitung

Ich mach´s jetzt wirklich kurz, weil ich euch nun endlich die Overseas vorstellen möchte. Dennoch ... auch die Wochen vor der endgültigen Entscheidung waren nicht ohne und damit ich nicht doch noch umkippte, musste eine Strategie her. Diese Strategie sah wie folgt aus. Zunächst schrieb ich dem Konzi eine E-Mail, um mich für seine Zeit und das tolle Gespräch zu bedanken. Daraus resultierte ein kurzer, netter Schriftverkehr, der zu einem noch netteren Telefonat führte. In diesem Telefonat avisierte ich meinen Besuch für ca. Mitte Juli und damit das auch klappte, vereinbarte ich ein Meeting mit unserer Vertretung in Italien. Somit war ein Zeitpunkt fixiert und weil man in Italien ja noch besser leben als arbeiten kann, hängte ich noch einen Tag Urlaub und das Wochenende dran, buchte ein schönes Hotel und sorgte so für ein angenehmes und stilvolles Ambiente, um für den anstehenden Kauf auch den richtigen Rahmen zu schaffen. Ich dachte mir einfach, bei der bevorstehenden Erfüllung deines Traumes muss auch der mentalen Vorbereitung die nötige Aufmerksamkeit geschenkt werden. Das geht am besten in einem angenehmen Umfeld, in dem du Körper und Geist in Einklang bringen kannst.

Und das sah dann so aus

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Sodelele und jetzt geht´s endlich los mit Bildern

Teil 5: Box und Zubehör – Uhr – Kaliber – Bänder und Bandwechselsystem

Nun meine Freunde der hohen Uhrmacherkunst, die ihr bis jetzt durchgehalten habt (ich weiß, ich brauche immer viele Worte, um dann doch nicht auf den Punkt zu kommen). Hier kommt nun endlich die Vorstellung der Vacheron Constantin Overseas. Schonungslos, ungeschminkt und ungefiltert und so wie die Götter in der Schweiz die Uhr schufen.

Box und Zubehör

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Die Overseas wird in einer folienbeschichteten Box geliefert. Die Uhr selbst ist oben im Deckel in einem kleinen Schaukasten untergebracht.

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In einer zweiten Box, besser Schachtel, ist das Zubehör, die beiden Bänder, die Faltschließe, ein USB-Stick mit Informationen zu VC, das Genfer Siegel sowie der Uhrenpass in der Aufmachung eines Reisepasses, in den alle Servicearbeiten eingegangen werden. Quasi das Scheckheft.

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In der großen Box ist dann nochmals eine kleine Box ...,

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... die als Reiseschatulle für eine Uhr, Bänder und Kleinkram genutzt werden kann.

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Insgesamt ein schönes Set und vor allem handlich.

So, meine verehrten Damen und Herren. Jetzt kommt Die Uhr - Vacheron Constantin Overseas

Zunächst mal die Daten:

  • Referenz: 4500V/110A-B126
  • Durchmesser (mm): 41.00
  • Höhe (mm): 11.00
  • Material des Gehäuses: Edelstahl
  • Material der Lünette: Edelstahl
  • Material der Krone: Edelstahl
  • Material des Zifferblatts: Metall, Sonnenschliff
  • Boden: transparenter Boden aus Saphirglas
  • Wasserdichtigkeit (bar): *15
  • Anzahl der gelieferten Armbänder: 3
  • Material der Armbänder: Kautschuk, Alligator, Edelstahl
  • Schließentyp: separate Edelstahl-Faltschließe für Leder- und Kautschukband, integrierte
  • Faltschließe im Stahlband mit Längenverstellung
  • Besonderheit: *Anti-Magnetisierungsschutz bis 25.000 A/m
  • Anzeigen: gerahmtes Datum bei 3 Uhr

Und dann natürlich auch die Bilder dazu.

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Das Blatt mit dem Sonnenschliff ist der Burner und begeistert mich jeden Tag. Schön anzusehen wie es im Tageslicht schöne Lichtspiele und Kontraste zaubert.

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Die Krone. Die Overseas ist mit 11 mm Bauhöhe recht flach. Mehr will ich gar nicht mehr.

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Die Zeiger haben die perfekte Länge. Der Sekundenzeiger reicht in den Rehaut und streicht über die Sekundenskala.

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Auch im Dunkeln ist das Blatt gut erkennen.

Nach einer kleinen Pause geht es sofort weiter. Bleibt bitte dran. Ich bin sofort wieder zurück und dann geht es weiter mit weiteren Bildern.
 
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YOON

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Danke für die tolle Vorstellung, die hervorragenden Bilder und die Inspiration. Ich denke auch gerade in diese Richtung...
 
MRBIG

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Die Uhr ist für mich eher Mainstream, aber deine Vorstellung gleicht das locker aus. :super:
 
YOON

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Ich will hier nicht vom Thema ablenken.... aber Mainstream? Echt jetzt :hmm:
 
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Großes Kino, Uhr und Vorstellung :klatsch:
 
Big 29

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Klasse Vorstellung :super:

Hast du ein Script verfasst oder frei geschrieben?...Wahnsinn;-)
 
Doppelbeg

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Lieber Günter, habe wirklich vielen vielen Dank für deine wunderbare und kurzweilige Vorstellung dieses wunderschönen Chronometers.
Deine Gedankengänge kann ich absolut nachvollziehen und es hat mir viel Spaß gemacht dich zu deinem Traum zu begleiten. Meinen herzlichen Dank.

N.

P.S. nachdem Du nun auch noch ein wenig beigefügt hast: Wahnsinn, ich bin geflashed.
 
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... und weiter geht´s mit der Faltschließe und Wristshots mit den 3 unterschiedlichen Bändern.

Die Faltschließe mit dem Malteserkreuz (ist für das Rubberband und das Lederband verwendbar). Wenn das Teil mit dem Malteserkreuz aus der gelochten Bandhälfte entfernt wurde, dreht man die gesamte Schließe um 180 Grad und kann sie aus dem Dorn der anderen Bandhälfte entnehmen und in zweite Band einsetzen. Sehr praktisch. Ich stelle die Funktion des Schnellwechselsystems später noch einmal vor.

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Wristshots

am Lederband, das super weich und angenehm zu tragen ist.

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am Stahlband, da braucht man nix mehr sagen. Ein Traum und perfekt verarbeitet. Eine Besonderheit ist die Feinverstellung in der Schließe, die man auf jeder Bandhälfte einfach ausziehen kann.

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und am Kautschukband gleich in seinem Element. Ebenfalls sehr angenehm zu tragen. Nicht zu starr und steif, fühlt sich super an und aktuell mein Standardband. Ach ja, es drang kein Wasser in die Uhr ;-)

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Dann kommen wir zum Kaliber. Und wie es sich gehört, zuerst die Daten.


Das Manufaktur-Kaliber 5100

  • Referenz:*5100
  • Aufzug:*Automatik
  • Rotor: Massiv Gold
  • Höhe (mm):*4.70
  • Durchmesser (mm):*30.60*(13''' ¼)
  • Anzahl der Einzelteile:*172
  • Anzahl der Federhäuser: 2
  • Anzahl der Lagersteine:*37
  • Frequenz:*4*Hz (*28800*v.p.h*)
  • Gangreserve (Stunden):**ca. 60 *
  • Anzeige:*zentrale Sekunde, Minuten, Datumsfenster, Stunden
  • kein Sekundenstopp!
  • Zertifikat:*Genfer Punze

Ein schöner Rücken kann auch entzücken

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Teil 6: Mein Fazit

fällt natürlich sehr positiv aus, wobei ich versuche, meine aktuell anhaltende Euphorie auszublenden und meine Eindrücke so objektiv als möglich zu schildern.

Das Trageverhalten nach nun knapp 2 Wochen ist für meine Begriffe perfekt. Ich trage sie derzeit ausschließlich am bequemen Rubberband, das sich sehr angenehm anfühlt. Die Overseas liegt dadurch sehr gut am Arm und ist kaum spürbar. Die Größe mit 41 mm Durchmesser ist für mein 19 cm-Handgelenk ideal, aber auch die Grenze für diese Art von Uhr. 39 oder 40 mm würden der Uhr auch gut stehen und wären ausreichend. Die Höhe mit 11 mm bewirkt, dass die gesamten Proportionen der Uhr sehr ausgewogen erscheinen. Unterstützt wird dies durch den Wechsel von mattierten Flächen (Gehäuseoberseite) und den polierten Seitenflächen mit den polierten, facettierten Kanten sowie der polierten Lünette mit ihrem typischen Design. Die Lünette ist in meinen Augen real auch wesentlich dezenter als es auf Bildern rüberkommt. Ein Aspekt, der mir wegen des Gesamtbildes und der Wirkung am Arm wichtig war.

Das Zifferblatt in silber und dem schön ausgeführten Sonnenschliff ist eh der Hammer. Sonnenlicht lässt es ständig etwas anders aussehen und sorgt für interessante Kontraste und Effekte. Obwohl ich lange an dem nicht minder schönen blauen Blatt festhing, bin ich doch froh, mich letztendlich für das klassischere, silberfarbene entschieden zu haben. Einfach aus dem Grund, weil ich es für universeller und auch interessanter halte. Die Gefahr, sich an der Trendfarbe blau irgendwann satt zu sehen, ist durchaus gegeben. Zudem ist die Ablesbarkeit der silbernen Variante phänomenal und besser als beim blauen Blatt. Nicht unwichtig bei nachlassender Sehschärfe. Aus nahezu jeder Perspektive ist das Ablesen perfekt möglich, was zum einen an den Kontrasten von Zifferblatt, Zeiger und Indices liegt, zum anderen wohl auch an der perfekten Entspiegelung des Glases. Bislang ist mir das bei keiner meiner Uhren so bewusst geworden.

Weitere Elemente des Blattes sind das gerahmte Datum, das ruhig eine Idee größer hätte ausfallen können und der Rehaut mir der Sekunderie und den in 5-Sekundenschritten aufgedruckten Zahlen. Das belebt das ansonsten cleane Zifferblatt – außer Logo und Herstellername kein Text - und verleiht der Overseas eine gewisse Sportlichkeit. Schön ist auch die perfekte Länge der Zeiger. Der etwas längere Sekundenzeiger reicht bis in die Sekundenskala des Rehauts hinein.

Das fein dekorierte Manufaktur-Werk, versehen mit dem Genfer Siegel, macht die Uhr zu der Uhr, die ich mir immer wünschte. Inwieweit der Magnetfeldschutz wirksam ist (Glasboden!!!), konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen. Aber gut zu wissen, dass es ihn gibt und das Werk vor unliebsamer Strahlung schützen soll. Der Glasboden liefert freie Sicht auf das In-House-Kaliber mit dem Goldrotor. Die Gangwerte sind bislang gut und bewegen sich im Rahmen von - 3 Sekunden, wobei ich das nicht kontinuierlich kontrolliere. Aber bislang läuft die Uhr zu meiner Referenzzeit in diesem Bereich. Klar, umgekehrt wär´s mir lieber. Mal sehen, was sich da noch tut.

Abgerundet wird das positive Bild durch die Möglichkeit aus 3 Bändern, Stahl – Leder – Kautschuk, zu wählen, womit sie sehr vielseitig wird und ich für alle Gelegenheiten gerüstet bin. Stahl und Rubber für Büro, Sport und Freizeit oder Leder bzw. Stahl für die offiziellen Anlässe mit Anzug. Das Rubber- bzw. das Lederband gibt der Uhr zudem ein völlig anderes Aussehen und lässt sie „leichter“ erscheinen. Zu den beiden Bändern gehört die Doppelfaltschließe mit dem Malteserkreuz. Mit dem genialen, einfachen Schnellwechsel-system ist der Bandwechsel ein Kinderspiel und in sekundenschnelle erledigt. Das Stahlband bietet zudem noch eine beidseitig ausziehbare Feinverstellung von gut 1 cm – genial.

Insgesamt ist die Overseas in der Summe ihrer Eigenschaften die für mich ideale Uhr. Mit der Wadi von 15 bar, dem Magnetfeldschutz und zusammen mit den oben beschriebenen Merkmalen, vor allem das Gehäuse betreffend, bietet sie aus meiner Sicht eine höhere Alltagstauglichkeit gegenüber der Royal Oak. Das bitte jetzt aber nicht falsch verstehen. Die RO ist ein Klassiker, über jeden Zweifel erhaben und sie gefällt mir mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser was die Optik betrifft. Aber in Punkto Alltagstauglichkeit, Vielseitigkeit und Robustheit (Kratzermagnet) halte ich die Overseas bezogen auf meine Anforderungen einfach für die bessere Wahl. Schön beschrieben hat das auch Mitinsasse Raimondo hier in diesem Thread. Ich gebe heute auch gerne zu, dass mich seine durchaus nachvollziehbaren Begründungen nicht unerheblich in meiner Entscheidung beeinflussten. Danke von hieraus nochmals dafür.

Als Schlusswort bleibt mir somit nur zu sagen. Wenn ihr die Möglichkeit habt, diese Uhr einmal live zu befingern, macht es. Wenn ihr eine Uhr für alle Gelegenheiten sucht, bezieht die Overseas in eure Entscheidung mit ein .... und, wenn ihr auch einem ähnlichen Traum nachhängt, erfüllt ihn euch. Es lohnt sich garantiert.

Denn, ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss.

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Teil 7: Ein paar Worte zum Konzi

Als bekennender Konzi-Käufer möchte ich hier auch noch ein paar Worte zu meinem Kauferlebnis bei dem vorzüglichen Konzi im Aldo Adige schreiben. Angefangen vom Erstkontakt bei meinem „Ich-will-nur-kurz-mal-schauen-Besuch“ über den Schriftwechsel und dem Tag, an dem ich die Uhr kaufte, war es unterm Strich wirklich ein tolles Erlebnis. Die Beratung war in meinen Augen erstklassig. Einen vergleichbaren Service habe ich hier in D noch nicht erlebt. Fragen, die er nicht beantworten konnte, wurden (unaufgefordert) telefonisch abgeklärt. Beim Gespräch über eine andere Uhr, die bereits nicht mehr hergestellt wird, wurde ohne mein Zutun im Hintergrund telefoniert, um zu checken, ob sie doch noch irgendwo verfügbar ist. Das Gespräch insgesamt dauerte gut 3h und wurde in einer Art und Weise geführt, als ob wir uns schon Jahre kennen. Sehr vertraulich, sehr persönlich, fast schon privat. Wir hatten nicht nur Uhren als Gesprächsthema. Meine mehrmaligen Hinweise, ich wolle aber nicht unnötig seine Zeit beanspruchen, wurden abgetan mit der Bemerkung: Das passt schon, das Gespräch ist doch interessant und die Chemie stimmt doch zwischen uns. Dementsprechend war auch die Preisverhandlung mehr als angenehm und das Entgegenkommen ebenso. Wir trafen uns auf einem Niveau, das für mich mehr als akzeptabel war. Und das, obwohl ich dort Neukunde und Erstkäufer war. Den für mich nachvollziehbaren Mehrpreis zum Graumarkt habe ich ob des Gebotenen gerne bezahlt mit dem Wissen, dort neben sehr gutem Kundenservice auch einen exzellenten Ansprechpartner zu haben. Und wenn man dann noch erfährt, welchen Aufwand so ein Juwelier betreibt, ja betreiben muss (Schulungen, Sicherheitsvorkehrungen, Technik, Organisation, etc.) kann man durchaus verstehen, wenn nicht immer die höchsten Rabatte gewährt werden können. Das wollte ich an der Stelle einfach auch Mal erwähnen. Ich kann mir vorstellen, die nächste Uhr wieder dort zu kaufen (falls es nochmals eine gibt). Diesen freundlichen und kompetenten Konzi kann ich uneingeschränkt und guten Gewissens empfehlen. Es hat großen Spaß, die Ausgaben etwas erträglicher gemacht und die Freude an der Uhr nochmals gesteigert. Der Espresso ist übrigens auch erstklassig.

Grazie mille

Puuuuh …. geschafft (Schweiß abwisch …)

Danke für´s Reinschauen und sorry, dass es so viel Text wurde. Hat sich beim Schreiben so ergeben ;-)
 
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fagi1977

fagi1977

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Lieber Günter,

wie soll man so eine Vorstellung kommentieren?

Sie ist von Anfang bis Ende ein Genuss.
Trotz des umfangreichen Textes ist sie kurzweilig, amüsant, sympathisch erzählt, voller Begeisterung, innerer Zerrissenheit, garniert mit einer kleinen Portion Demut und Stolz ob dieser fabelhaften Uhr.
Fantastische Fotos, die der Uhr gerecht werden, runden diese Sternstunde des Uhrforums ab.

Gratulation und meinen aufrichtigen Dank für diese bestechende Vorstellung. Besser gehts nicht.

Ich wünsche Dir viele schöne Momente mit dieser absolut begehrenswerten Uhr und möchte mit folgenden, weisen Worten schließen:

„Da basst jetzt aber wirklich ois.“ :klatsch:

Gruß, Fabian.
 
Ruhigeunruh

Ruhigeunruh

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Hey Günter!

Du machst das doch beruflich, oder? Wenn nicht, dann wird sich VC bestimmt demnächst mit dir in Verbindung setzen!

Wahnsinns Text, super Fotos und eine zauberhafte Uhr.

Vielen Dank dafür!

Schönes Wochenende.

VG
Jan
 
Lebel

Lebel

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Lieber Günter,

wie soll man so eine Vorstellung kommentieren?

Sie ist von Anfang bis Ende ein Genuss.
Trotz des umfangreichen Textes ist sie kurzweilig, amüsant, sympathisch erzählt, voller Begeisterung, innerer Zerrissenheit, garniert mit einer kleinen Portion Demut und Stolz ob dieser fabelhaften Uhr.
Fantastische Fotos, die der Uhr gerecht werden, runden diese Sternstunde des Uhrforums ab.

Gratulation und meinen aufrichtigen Dank für diese bestechende Vorstellung. Besser gehts nicht.

Ich wünsche Dir viele schöne Momente mit dieser absolut begehrenswerten Uhr und möchte mit folgenden, weisen Worten schließen:

„Da basst jetzt aber wirklich ois.“ :klatsch:

Gruß, Fabian.
Ja, Vollzitat, sorry.
Aber Fabian hat diese fantastische Vorstellung entgegen der leichten Ratlosigkeit aus seiner Eingangsfrage so trefflich kommentiert, daß ich mich einfach mal ganz frech anschließen möchte.

Günter, viel viel Freude mit DER UHR und vielen Dank für die Mühe die du dir gemacht hast, uns daran teilhaben zu lassen :klatsch:.
 
datograph

datograph

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Wirklich grandiose Vorstellung einer grandiosen Uhr! Ich wünsche dir sehr viel Freude an der Overseas! :klatsch:
 
George

George

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Welch Traumuhr. Habe ich dir ja bereits geschrieben.
Eine wirkliche perfekte Vorstellung. Sehr schöne Geschichte. Solltest Bücher schreiben.
Viel Freude wünsche ich weiterhin mit der Schönheit. :super:
 
rafic

rafic

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Super schöne Uhr. Mal was anderes als was manständig zu sehen bekommt. Gefällt mir richtig richtig gut
 
bUHRsche

bUHRsche

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Phänomenale Vorstellung Günter! :klatsch:

Diese zu lesen ist mein perfekter Start ins Wochenende :super:

Fabian hat es so gut ausgedrückt, wie ich es besser nicht könnte. Deshalb +1!

Viel Freude mit dem Sahnestück und viele Grüße
Christoph
 
elzAberino

elzAberino

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Wow! Was für eine Vorstellung die ich hier in der früh lesen darf - einfach großartig!
Endlich sehe und lese ich auch mal wieder etwas von VC. Die Marke ist für mich Understatement pur und die Overseas Kollektion einfach schöne Uhrenkunst. In Weiß wirklich ein Traum, möge Sie dir stetig Freude bereiten :super::klatsch:
 
Andi

Andi

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Eine super toller Klassiker, nebst einer tollen Vorstellung.
Sehr schön, Glückwunsch und viel Spaß damit:super:
 
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