Sammelthread Uraltfraktion von Ruhla

Diskutiere Uraltfraktion von Ruhla im Vintage-Uhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Wolfram, Du hast mich durchschaut. Und ich bin kurz vor Stillstand. Nicht der Uhr als Sache, Sammlerobjekt, Objekt der Begierde wegen, sondern...
KraftWerker

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Wolfram, Du hast mich durchschaut. Und ich bin kurz vor Stillstand. Nicht der Uhr als Sache, Sammlerobjekt, Objekt der Begierde wegen, sondern, weil ich die Thematik tiefer durchleuchten will. Ich bin der Meinung, das die Entwicklung des Chronografen, die Kategoriesierung der Modelle weniger von der technischen Seite betrachtet werden müsste, sondern eher nach der Nachfrage im RGW und NSW. Der 24-35 war schon - ich lehne mich da mal weit aus dem Fenster - schon spätestens 1973 technisch ausgelutscht. Wofür er aber immer noch herhalten konnte, war das „Schnäppchen“ im Westkatalog. Zu Dumpingpreisen eingekauft, für Westverhältnisse billig aber noch mit ordentlich Gewinn weiterverkauft. Was nicht im Westen und im RGW verkauft wurde, kam in den DDR Einzelhandel. Da war die Nachfrage riesig, die Qualität litt darunter. Die Werke ab 1977 sind meiner Meinung nach irgendwie mies, während die Werke bis 1974 auch heute noch super Werte liefern. Was ich sagen will, der Stopp-Meister hat die Richtung vorgegeben, der Waterproof folgte einem Trend mit Versprechen, die er nicht halten konnte, KR, KH waren lukrativ in der Gewinnspanne und sind, was ich noch nicht beweisen kann, wohl wieder in den RGW zurück exportiert worden. Quelle gab mit den blauen Zifferblätter, sicher mit Vorschlag vom Kombinat die Richtung erneut für die Chronografen vor. Der Rest wieder zum Konsum. Und die Tonnengehäuse, naja, eigentlich nicht meins. Ich komme bei vielen Sachen nicht weiter, ich will Belege, Paier sehen und nicht nur aus dem Kombinat. Aber mittlerweile frage ich mich wozu.

Und zum Thema Armband sag ich nur Jugendweihe :-D
Übrigens das längste Band am Chronograf war dies unten. Da ist mir was aufgefallen. Fast alle Modelle mit diesem Band, die ich in die Finger bekam, waren übel verdreckt. Bohrspäne, Kohlestaub, Industriedreck halt. Also da, wo der dicke Arm auch hingehörte.

Gruß Thorsten
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fuchsgiro

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... Darüber zu "streiten" macht nur Sinn, wenn man seine Meinung verteidigen muss. Man kann auch müde drüber Lächeln oder Staunen. Staunen ist cool...
Rigo, keiner muss sich streiten oder seine Meinung verteidigen. Ich, und ich denke die meisten hier sehen das auch so, kann gut mit anderen Sammelschwerpunkten oder -strategien leben. Der eine mag Uhren mit Spuren des Lebens, der andere will sie NOS, einer will alle Kaliber einer Marke zusammen bekommen, ein anderer alle Varianten eines Modells, einer sammelt nur die Uhren von Mauerbau bis -fall und der nächste nur die Uhren die ihn gefallen. Jeder wie er mag. Ich finde diese Vielfalt interessant.
 
oncefan

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Ich glaube wir sind da alle so ziemlich einer Meinung. Deswegen gefällt es mir ja auch so gut hier. In anderen Fäden finde ich den Umgang miteinander oft grenzwertig. Ich denke man darf auch ruhig streiten. Nur darf es weder beleidigend noch persönlich werden. Die Streit"kultur" lässt leider oft zu wünschen übrig.
 
fuchsgiro

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Genau Jörg, und der Kultur zuträglich ist auch, dass sich viele hier schon bei einem Glas Bier in die Augen geschaut haben.
Und hoffentlich auch bald wieder werden. :prost:
 
watchfox

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der Uhr als Sache, Sammlerobjekt, Objekt der Begierde wegen, sondern, weil ich die Thematik tiefer durchleuchten will. Ich bin der Meinung, das die Entwicklung des Chronografen, die Kategoriesierung der Modelle weniger von der technischen Seite betrachtet werden müsste, sondern eher nach der Nachfrage im RGW und NSW.
Da haste Dir aber was vorgenommen, Thorsten! Bisher dachte ich immer, es geht hier vornehmlich um technische- und Design-Varianten. Aber das Ausleuchten der Randbedingungen, warum was wann und wie produziert wurde und wer da alles mitgespielt hat, ist aus meiner Sicht ein hoffnungsloses Unterfangen. Das geht los mit der Uhrenmode in den 70iger Jahren des vorigen Jahrhunderts (und überhaupt), den Wünschen des Marktes, der technischen Machbarkeit usw. Natürlich entsprach der Chronograph sehr stark dem damaligen Zeitgeist und den Wünschen der Kunden und natürlich entwickelte er sich auch zum Exportschlager weil er einfach und preiswert war. Klar das Quelle schnell ein Großkunde wurde. Dieses westdeutsche Versandhaus war ein unverzichtbarer Vertriebsweg für die DDR-Uhrenindustrie, Preis hin, Preis her. Und wenn Frau Schickedanz persönlich in Ruhla vorfuhr und ihre Wünsche äußerte, war die ganze Führungsriege in Aufruhr! Da wurde mancher Wunsch erfüllt um im Geschäft zu bleiben. Und da gab es ja noch die zahlreichen Sonderwünsche aus dem Inland (und dem RGW-Raum). Und über allem stand immer die Frage, wo das Material herkommen soll. Da spielte dann die Firma Karex eine gewisse Rolle, die sowohl Zifferblätter als auch Gehäuse lieferte und gleichzeitig als Generalvertretung für DDR-Uhren fungierte. Es gab auch einen Lieferanten in Antwerpen für ZB, Zeiger und Gehäuse, die damals schon als Auftragsproduktion in der 3. Welt hergestellt wurden. Dieses Geflecht zu durchschauen und auch die Rolle des zentralen Außenhandels dabei nicht zu vergessen... na viel Spaß dabei. Ich weiß nicht, ob man im Zentralen Landesarchiv in Erfurt aus den Ruhla-Akten entscheidende Erkenntnisse gewinnen könnte. Über allem die Frage-WOFÜR? Wir haben ja die Frage auch schon oft diskutiert um mehr über Friedrich Schildt und seine Rolle als Chefkonstrukteur in Ruhla zu erfahren. Letztlich ist keiner von uns bereit und in der Lage, tiefer in die Materie einzusteigen, wieder WOFÜR.
Zum Schluß noch eine kurze Bemerkung zu der aus Deiner Sicht schlechter werdenden Qualität des Chronos. Die Geschichte der Uhrenproduktion der DDR ist permanent mit der sog. Störfreimachung der Produktion verbunden was nichts anderes heißt, Bauteile, die für knappe Devisen im NSW beschafft werden mußten, durch einheimische Produkte oder Zulieferungen aus dem RGW-Raum zu ersetzen. Fakt ist, dass diese Bauteile oft nicht den technischen Anforderungen entsprachen. Bestes Beispiel war der verwendete Stahl für die Bauteile, weswegen mehr als einmal die gesamte automatische Produktionslinie für das Kal. 24 still stand. Erst der Einkauf von Qualitätsstahl aus Schweden löste das Problem.
Den wenigen noch greifbaren Leuten aus der Produktion in Ruhla zuzuhören ist sehr spannend, glaubt mir. Aber wie ich schon weiter vorne geschrieben habe, es bringt uns der Wahrheit und absoluten Erkenntnis kaum näher!
Ich wünsche Euch ein schönes 2. Adventswochenende.
 
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fuchsgiro

fuchsgiro

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Hartmut, die Frage WOFÜR stellt sich meiner Meinung nach gar nicht.
Dann müsstest du auch fragen ...
Wofür häufen wir die ganzen alten Ticker überhaupt an? Wofür hast du die Lebensgeschichte von Friedrich Schildt erforscht? und Wofür habe ich versucht die Bauzeiträume der alten Thieluhren genauer festzulegen? und ...
Das ist Hobby! Sammler sind immer ein bisschen verrückt.
Ist doch toll wenn sich jemand in eine Sache verbeißt und uns dann an seinen Ergebnissen teilhaben lässt und diese dann noch für die Nachwelt festhält.
 
Rigo

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... ich finde es gut, hier etwas zu sehen zu "bekommen", was es eigentlich so gar nicht (mehr) gibt. So ähnlich wie damals im Intershop - man sah etwas von der "anderen Seite"
Hier & Heute ist es genau anders rum - man sieht hier das, was man damals gesehen hat oder hätte sehen können, aber was es heute so nicht mehr gibt.
Und dahinter stecken Diejenigen, die ihre "Schätze" hier zeigen oder beschreiben. Und Jeder zeigt ES ein bisschen anders...

Damit wir mal wieder zurück zu den Uhren kommen, will ich hier mal 2 meiner ruhla zeigen, die völlig verschieden & doch ziemlich gleich sind.
Eine eigenwillige blaue Space Age Jump Hour Scheibenuhr & den sagenumwobenen Stoppmeister, der es rein optisch, auch von der Größe her, mit einer 72'er Autavia aufnehmen könnte... :D

... ich denke der Stoppmeister/Chronograf hätte es vom Design her ins MoMA schaffen können - vielleicht zeigt man ihn dort drin ja schon lange der Welt, genau wie das berühmte und heute unbezahlbare Jute-Nashorn mit den rot/blauen Lederapplikationen aus der Werkstatt von Renate Müller oder die FREIA, die weltweit erste Freiarm-Reise-Nähmaschine vom Suhler Ingenieur und Erfinder Ernst Fischer...

Hurra, es ist Wochenende!

p.s. weiß Jemand aus welchen Jahr die Beiden sind?

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Rigo

Rigo

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Bitte um Aufnahme im Ruhla Club :)
Wenn Du ohne Probezeit direkt in den ruhla Club eintreten möchtest, dann musst Du über 50 sein!
Und wenn Dir dann mal eine alte guterhaltene GUB über den Weg läuft, dann müsstest Du Dich zuvor mit den Ältestenrat abstimmen,
ob Du diese Fremdmarke dann öffentlich präsentieren darfst.
 
fuchsgiro

fuchsgiro

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Rigo, den Stoff aus dem die Renate-Müller-Tieren bestehen nennt man Rupfen.

Eine von 125 hergestellten Uhren im vergoldeten Gehäuse.
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Angetrieben wird die Uhr von eine UMF 13-33. Ich befürchte, dass das Armband nicht original ist. :???:
Das Weihnachtsgeschenk meiner Holden für mich. Ich kann es gut haben. :-D
 
detlef

detlef

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Hallo Mario!
Da hast du ein schönes und seltenes Geschenk meinen Glückwunsch.
Gruß Detlef!
 
LupusSDT

LupusSDT

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Auch wenn ich nicht weiß, wo „Jungspund“? Rigo seine Weisheiten so hernimmt, will ich mal als Fast-50iger ein herzliches Willkommen rufen, mrkay. Falls ich irgendwo die Ironiemarken übersehen habe, schiebe ich dass mal auf mein fortschreitendes Sichtum.
Die Höflichkeit bewahr ich mir noch 8-)
Das Ganze ist hier natürlich kein Club, sondern eine nette Gemeinschaft Uhrenverrückter, die sich nebenbei gern mit richtigem Namen anreden ;-)
Und ne GUB ist hier schon oft gezeigt worden, allerdings gilt, wie in allen anderen Fäden auch, der gepostete Inhalt sollte schon irgendwie zum Fadenthema passen. Es gibt ja auch entsprechende GUB-Themen.
 
LupusSDT

LupusSDT

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Heh, Mario, na herzlichen Glückwunsch zum tollen Geschenk und zur tollen Holden :klatsch:

Hast du eine Quelle zu den Stückzahlen für die 125 iger? Gibts auch Aussagen zu der silbernen Version?
 
mrkay

mrkay

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Thx Lupus.
Eine alte GUB vom Vater hab ich natürlich auch noch. :D
Aber das hier ist der Ruhla Thread.
Kann mir jemand bitte etwas zu dem Zifferblatt meiner Ruhla Weltzeituhr schreiben?
Hab das so an einer Weltzeituhr noch nicht gesehen, oder hat der Vorbesitzer das Blatt mal getauscht?
 
oncefan

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Willkommen. Ich habe diese Zusammenstellung so noch nicht gesehen. Ich finde auch, dass sich das Blau des ZBs mit dem Türkis der Lünette beißt. Ich befürchte, die Uhr ist Marke Eigenbau. Aber wissen tue ich es natürlich nicht.
 
Rigo

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Ich hatte vorhin bewusste auf smilies & Anführungszeichen verzichtet & stattdessen den Vorstellungsbeitrag mit der blau-blauen Weltzeituhr mit "Gefällt mir" markiert.
Und warum? Weil.. das war meine Begrüßung :D
Ja Rupfentiere sind aus Rupfen oder Jute (natürlich nicht mit d). Oft bekannter als Sackleinen.
Ich hab als Jungspund Mitte der 70'er bei uns im Kinderkaufhaus auf genauso einen Nilpferd aus Sackleinen & Kunstleder gesessen, während meine Mutter nach Schuhen für mich Ausschau gehalten hat... Das Ding hatte etwas "magisches" aber das es mal 40 Jahre später für ein paar Tausend € eine neureichen privaten Besitzer bekommt, das konnte ich mir damals nicht denken. Nur gut, dass Wir Alle nicht genau wissen, wohin die Reise geht... 8-)
Aus was sind eigentlich die großen "Kunstharzwürfel" aus der DDR, die irgendwann so teuer "gehandelt" wurden, das es mittweile vielleicht schon mehr Fälschungen davon gibt als die alten Originale. Orange-transparente Würfel hat es angeblich nie gegeben & die Echten sollen angeblich wie Zunder brennen... :D
Falls die blau in blau - Weltzeit Uhr nicht mehr das 1. Zifferblatt besitzt, dann müsste es ja mindestens 1 ruhla Uhr geben, zu der dieses bläuliche Blatt hergestellt wurde... Eine Tropical oder die Großen ohne Lünette im verchromten Gehäuse? Eigentlich ist es doch völlig egal, aber falls das Blatt mal getauscht wurde, so macht es diese Uhr viel seltener als das Original...
 
lennox

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So ein Blatt hab ich in dem Gehäuse noch nicht gesehen ich glaub auch nicht das es da rein gehört.
Viel Spaß
& Schönen 2 Advent
Andreas
 
fuchsgiro

fuchsgiro

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Vielen Dank für die Glückwünsche.
Die Uhr soll laut Artur Kamp 125 mal im vergoldeten und 125 mal im verchromten Gehäuse hergestellt worden sein.
 
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