Unterschied Gangreserve Sellita und ETA

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Yeast

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Hallo zusammen!

Was mich schon länger etwas verwundert ist die Frage nach dem Unterschied der Gangreserve bei ETA und Sellita.

Das 2824-2 hat lt. Hersteller 42 h Gangreserve, das Sellita Derivat SW200-1 hat 38 h.
Das 2801-2/2804-2 (also die Handaufzugsvariante vom den Werk) hat 50 h, die Sellita Version SW210/215 nur 46 h.
Das ETA 2892-a2 hat auf 50 h, der Klon SW300 hat sogar nur 42 h Gangreserve.

Woran liegt das? Die Sellitas sind ja alles Nachbauten. Sollte das nicht annährend gleich sein?

Die Sellita Werke haben alle mehr Steinlager (ETA 2892 21 Steine, das SW300 dagegen hat sogar 25 Steine). Alleine dadurch wäre doch weniger Reibung und eine mindestens ebenbürtige Gangreserve erreichbar?

Für mich bedeutet das entweder geht konstruktionsbedingt (warum auch immer) oder aufgrund von Passungen mehr Energie verloren als bei den ETA Werken oder aber Sellita nutzt eine andere Zugfeder (kommen die nicht alle von der gleichen Firma?), die nicht soviel Gangreserve schafft.

Weiß irgendwer hier mehr dazu?
 

ETA2824

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Die Sellitas sind ja alles Nachbauten.

Es sind längst nicht alle Teile austauschbar. Die Sellitas sind Eigenentwicklungen, die sich
allerdings sehr an ihren ETA-Vorbildern orientieren. Da sind dann schon Unterschiede möglich.

Soweit ich das mitbekommen habe, liegt der Unterschied primär in der Feder (Länge, Material).
Vielleicht weiss ja einer der Uhrmacher hier im Forum Genaueres.

Inzwischen habe ich persönlich eine leichte Präferenz für das SW200 gegenüber dem ETA 2824 entwickelt.
 

Yeast

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Darf ich fragen, warum du das SW200 präferierst? Ich habe mehrere 2824er und nur eine Uhr mit SW200-1. So merke ich keinen Unterschied, was mir nach mehreren "Messungen" (Ich trage die Uhren einen Tag zur Arbeit und lasse sie dann auslaufen) aufgefallen ist, ist dass die ETAs eine Spur besser/effizienter aufziehen. Die schaffen nach einem Tag Büroschlaf ca. 22-24 h Gangreserve während das SW200 nur auf 16-18 h kommt.

Der Unterschied bei der Feder wäre natürlich eine Erklärung, danke!
 

T-Freak

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Da ich ein reiner Chrono Fan bin, kann ich nur etwas zum SW500 sagen. Mein Eindruck ist, dass die Effizienz des automatischen Aufzugs schlechter ist, als beim ETA 7750. Ob das grundsätzlich so ist oder einem herstellerspezifischen Rotor (in meinem Falle ORIS) geschuldet ist, vermag ich nicht zu sagen. Gleichzeitig ist mir aber aufgefallen, dass eben diese ORIS Uhr mit ihrem SW500 extreme 57 Stunden durchhält, von Vollaufzug bis zum Stehenbleiben. Die ETA 7750 erreichen in der Regel nicht mehr als maximal 53 - 54 Stunden. Wobei die Angabe der Gangreserve nicht die Zeitspanne bis zum Stehenbleiben beschreibt, sondern die, in der die Uhr noch vernünftige Gangwerte aufweist.
 
G

Gast100589

Gast
Meiner Erfahrung nach sind diese Angaben zur Gangreserve Mindestangeben.
In der Realität laufen meine mechanischen Uhren länger als angegeben.
 

ETA2824

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Darf ich fragen, warum du das SW200 präferierst?

Die Sellita-Werke unterscheiden sich nach meinen bisher gemachten Erfahrungen in folgendenPunkten
von den vergleichbaren ETA-Werken:

1. Sellitas gehen "strenger" an der Krone, was ich als Produktion mit kleineren Toleranzen interpretiere
2. Neue Sellitas schwanken weniger beim Gang
3. Der Gang bei den Sellitas ist deutlich langzeitstabiler (keine Ahnung warum)
4. Die Sellitas sind leichter einzuregulieren, da der Unterschied statischem Gang und am Arm kleiner ist

Deine Beobachtung bezüglich Aufzugseffizienz konnte ich nicht machen.
Beide Werke kommen bei mir an einem normalen Bürotag aus dem Stand auf Vollaufzug.
 

clocktime

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Trägt man die Uhr dauernd, spielt die Gangreserve kaum eine Rolle. Was sich eher bemerkbar macht, ist, wenn Kaliber nur unidirektional und nicht bidirektional aufziehen, wie dies z.B. bei vielen (allen?) Miyota der Fall ist. Miyota bleibt bei mir nach dem Büroschlaf :D ab und zu stehen. Dieses Problem habe ich bei keinem bidirektional aufziehenden Kaliber (Valjoux habe ich in dem Zusammenhang noch nicht getestet).
Die Sellitas laufen bei gleicher Kaliber-Qualitat im Vergleich zu "normalen" ETA tendenziell genauer, zumindest bei mir.
Bessere Erfahrungen habe ich nur mit den neuen C07-Kalibern gemacht, die sind meist noch genauer einreguliert.
 

T-Freak

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Trägt man die Uhr dauernd, spielt die Gangreserve kaum eine Rolle. Was sich eher bemerkbar macht, ist, wenn Kaliber nur unidirektional und nicht bidirektional aufziehen, wie dies z.B. bei vielen (allen?) Miyota der Fall ist.
Zum Miyota kann ich nichts beitragen, da ich noch nie eine Uhr mit diesem Werk hatte. Die ETA Werke sind meines Wissens aber auch alles einseitig aufziehende Werke. Mit diesen hatte ich noch nie das Problem, das eine regelmäßig getragene Uhr vorzeitig stehengeblieben wäre. Beim SW 500 ist das schon vorgekommen. Meine bidirektional aufziehenden Kaliber von Omega oder Breitling wiederum brauchen wirklich nicht viel Bewegung, da reichen wenige Stunden am Arm und dann laufen sie locker zwei Tage oder mehr abgelegt weiter.
 

Yeast

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@ETA2824 : du bewegst dich im Büro wahrscheinlich deutlich mehr als ich... :-D8-) bei mir erreichen nur die Seikos an einem Tag Vollaufzug... Aber danke für deine Beobachtungen, ich werde da mal direkt drauf achten! :super:

@clocktime : da hast du recht, die Gangreserve ist eigentlich für die meisten Langzeitträger völlig irrelevant - grade wenn es um ein paar Stunden auf oder ab geht. Das C07.xxx ist von der Genauigkeit schon ein Wahnsinn. ich habe vier Uhren damit - und alle laufen in der Chronometer-Norm (ohne zertifiziert zu sein).
Bei den Miyotas habe ich eigentlich immer die Erfahrung gemacht, dass der einseitige Rotor sehr effizient aufzieht. Bei mir war die Reihenfolgen was Effizients angeht immer folgende:
Seikos/Orients - bidirektional mit Magic Lever
Miyota 8215 - einseitig
Valjoux 7750 - einseitig
ETA 2824 und Klone - bidirektional
ETA 2892 - das mit Abstand die meiste Bewegung braucht

lg

Alexander
 

T-Freak

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Nein, die ETA 28xx sind bidirektional, ebenso die Sellita- und STP-Pendants.
Ok, da hatte ich offensichtlich eine Wissenslücke, da ich ja ausschließlich Chronos habe. Die 7750er sind jedenfalls nur einseitig aufziehende Werke, mit der Aufzugseffizienz bin ich aber zufrieden, auch wenn bidirektionale Aufzüge natürlich noch effektiver arbeiten.
 

bachmanns

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Die Gangreserve der ETAs wurde erst vor einigen Jahren aufgebohrt. Vorher entsprachen die Werte wohl denen der Sellitas. Mein 2824 hat jedenfalls auch nur 38h Gangreserve, mein 2892 42h.
 

clocktime

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Bei den Miyotas habe ich eigentlich immer die Erfahrung gemacht, dass der einseitige Rotor sehr effizient aufzieht. Bei mir war die Reihenfolgen was Effizients angeht immer folgende:
Seikos/Orients - bidirektional mit Magic Lever
Miyota 8215 - einseitig
Valjoux 7750 - einseitig
ETA 2824 und Klone - bidirektional
ETA 2892 - das mit Abstand die meiste Bewegung braucht
Bei mir bleiben nur Miyotas (diverse) im Homeoffice hin und wieder stehen. Mit den ETA 28xx und den Sellita-/STP-Pendants ist mir das nie passiert. Ein Valjoux 7750-Ableger (Longines L688) habe ich nur in einer Uhr; da ich diese nicht lange genug am Stück trage, kann ich da nichts zum Thema Stehenbleiben melden.
 
G

Gast100589

Gast
Ich lag mal eine Woche krank im Bett und am Handgelenk hatte ich meine Omega Chronodiver mit 7750.
Ich war positiv überrascht dass die Uhr nicht stehen geblieben ist
 

T-Freak

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Bidirektional arbeitet nicht effizienter - es kommt stark auf die Konstruktion an, nicht in welche Richtung aufgezogen wird!
Wo bei einem 7750er viel Bewegung in nutzloses Rotieren des Rotors im Leerlauf (was die meisten von uns lieben) verloren geht, würde es bei einem bidirektionalen Aufzug entsprechend zum Aufbau von Gangreserve genutzt. Oder sehe ich da etwas falsch?
 

clocktime

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Stimmt, aber solange effizient aufgezogen wird, spielt das keine so grosse Rolle. Speziell die Valjoux 7750 gelten da als sehr gut.
 

Yeast

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Bei einseitig aufziehendem Rotor schwingt dieser locker und flockig in eine Richtung frei, aber er pendelt dann beim Stehenbleiben kurz zurück und zieht dabei auf. Das ist deshalb effizienter, weil er jede noch so kleine Bewegung in Aufzugsleistung umsetzt. Beim beidseitig aufziehender Rotor zeiht dieser zwar wie gesagt in beide Richtungen auf, muss aber immer einen gewissen Widerstand überwinden, bis er sich mal bewegt. Das fällt sehr gut auf bei Uhren mit Glasboden. Der Rotor wirkt wie "festgeklebt" bis er den Widerstand überwunden hat und dann aufzieht. Dadurch werden kleine Bewegungen oft nicht umgesetzt.

Eine Ausnahme ist hier der Magic Lever von Seiko, dieses System gilt als das effizienteste am Markt. Das ETA 2892 zieht auch beidseitig auf und gilt als eines der Werke mit der schlechtesten Aufzugsleistung. Das liegt aber dort auch an der Konstruktion.
 

Aminona

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Respect, nen Job bei dem eine Automatik sich nicht mehr ausreichend aufzieht? Was arbeitet Ihr?
Aber Spaß beiseite, mir fällt das immer auf wenn ich die Uhr nach einem Durchschnittstag abgelegt habe und die 2 Tage später doch nochmal tragen möchte. Bei meinen Citizens funktioniert das meist nicht ohne neu stellen weil stehen geblieben.
 

Yeast

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Hab nie gesagt nicht ausreichend aufzieht 8-) , am Arm blieb mir noch keine Uhr stehen - aber es reichen 8 h Büro nicht zum Vollaufzug bei mir.
 
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