Unsachgemäß restauriertes Armband - Mordsärger

Diskutiere Unsachgemäß restauriertes Armband - Mordsärger im Vintage-Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Ja ich habs mir schon fast gedacht das das IHR Band ist 😂 Die Kosten die am meisten zu buche schlagen sind allerdings die Nebenkosten...
MarkusGoldschmied

MarkusGoldschmied

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Ja ich habs mir schon fast gedacht das das IHR Band ist 😂
Die Kosten die am meisten zu buche schlagen sind allerdings die Nebenkosten (Materialbereitstellung, Materialrecycling und die Verarbeitungskosten der Zulieferer) Die man für ein ordentliches Ergebnis ganz einfach benötigt.
Um es anständig zu machen benötigt man auch spezielle Werkzeuge die extra hierfür angefertigt wurden und die auch locker mit den Kosten eines Mittelklasseneuwagens mithalten können.

Die Preisgestaltungen der Kollegen in Deutschland basieren manchmal auch nur mit Aufschlägen.

Schwerpunktmässig würde ich jetzt mal von mir behaupten, das ich seit 4 Jahren nichts anderes mache, als Rolexbänder zu restaurieren, und das sieht man eben auch in den Ergebnissen, die von Band zu Band besser werden.
 
strazzi1965

strazzi1965

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Ja ich habs mir schon fast gedacht das das IHR Band ist 😂
Ja, so viele Uhrenfreunde gibt es nicht, die sich ein Band so verhunzen lassen... Deshalb war es wichtig, dass das jetzt professionell in Ordnung gebracht wird, und ich kann dabei eben keinen Restaurator gebrauchen, der nur mit Stahl arbeitet.
 
CFG

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Ja ich habs mir schon fast gedacht das das IHR Band ist 😂
Die Kosten die am meisten zu buche schlagen sind allerdings die Nebenkosten (Materialbereitstellung, Materialrecycling und die Verarbeitungskosten der Zulieferer) Die man für ein ordentliches Ergebnis ganz einfach benötigt.
Um es anständig zu machen benötigt man auch spezielle Werkzeuge die extra hierfür angefertigt wurden und die auch locker mit den Kosten eines Mittelklasseneuwagens mithalten können.

Die Preisgestaltungen der Kollegen in Deutschland basieren manchmal auch nur mit Aufschlägen.

Schwerpunktmässig würde ich jetzt mal von mir behaupten, das ich seit 4 Jahren nichts anderes mache, als Rolexbänder zu restaurieren, und das sieht man eben auch in den Ergebnissen, die von Band zu Band besser werden.
Was muss da denn recycelt werden, würde mich interessieren, danke?
 
MarkusGoldschmied

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Was muss da denn recycelt werden, würde mich interessieren, danke?
Na logisch das Gold was denn sonst ? die Mittelglieder werden ja aufgetrennt und ersetzt Maßhaltig ! Und dabei auf die Krümel zu achten macht schon Sinn, bei einem Grammpreis von über 50,00 Euro verarbeitet .
 
MarkusGoldschmied

MarkusGoldschmied

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Das Gold ? Normalerweise lassen ich das meine Juweliere auch wegschmeissen, wer trägt schon Alt-Gold, aber augenscheinlich schaut @strazzi1965 auch aufs Kleingeld, da achtet @MarkusGoldschmied auf jeden Krümel und schmilzt den wieder ein.....

:hammer::prost:
Wenn du Altgold hast, ich schmeiß Dir das auch sehr gerne weg ich lass es sogar abholen bei Dir 😂 kostet auch nichts versprochen
 
CFG

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Na logisch das Gold was denn sonst ? die Mittelglieder werden ja aufgetrennt und ersetzt Maßhaltig ! Und dabei auf die Krümel zu achten macht schon Sinn, bei einem Grammpreis von über 50,00 Euro verarbeitet .
@omega511 Ich dachte, die Edelmetallspäne werden einfach zusammengekehrt und vom Goldschmied eingeschmolzen, unter „Recycling“ habe ich mir mehr als das vorgestellt 😉
 
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Fontainebleau

Fontainebleau

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:D1,7mm mit einem loch von etwa 1mm bedeutet du hast 0,35mm wandung also gesamt 0,7mm Material gesamt, da ist 1,3mm eben 0,6mm stabiler ;) das aufgetrennte Band ist originalzustand ROLEX ;)
Nur zum Verständnis, d.h. aber auch, jedes Glied hat 4/10tel mehr Spiel.
Oder sehe ich da was falsch?
Gruß.
Fontainebleau
 
Fontainebleau

Fontainebleau

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Ich meine ja auch nicht zur ausgelutschten Variante, sondern im Verhältnis zum Ursprünglichen, Jungfräulichen.
Ok, ok, ich hab's glaub ich.
Ihr stellt neue Mittelteile her... Von daher ist auch das Durchtrennen wurscht.
Alles klar.
Danke.
Gruß.
Fontainebleau
 
strazzi1965

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aber augenscheinlich schaut @strazzi1965 auch aufs Kleingeld, da achtet @MarkusGoldschmied auf jeden Krümel und schmilzt den wieder ein.....
"De nihilo quoniam fieri nihil posse videmus." Lukrez (99-55 v.Chr.)

Normalerweise lassen ich das meine Juweliere auch wegschmeissen
Da besteht auch orthographisch und grammatikalisch noch Verbesserungsbedarf.;-)

Gruß
strazzi1965
 
CFG

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Kurze Zwischenfragen:
Grund für das Ausleiern sind verbogene Stifte und ausgefranzte Löcher!?
Das kommt nicht nur bei Rolex vor, fällt da aber besonders auf, weil die alten Uhren anders als bei andern Herstellern noch die alten Armbänder haben !?
 
strazzi1965

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@CFG:
Es sind die Stifte, die durch Reibung mit der Zeit abrasiv unwiderruflich beschädigt werden (siehe Foto Post 16). Wenn Metall auf Metall reibt beim Tragen der Uhr, hat das die Wirkung von Schmirgelpapier. In meinem speziellen Fall kommen noch die fälschlicherweise eingesetzten viel zu dünnen Stifte hinzu, die das Gewicht der Uhr und des Bandes nicht tragen können und dann bei entsprechender Abrasion auch schnell brechen können.

Je mehrgliedrig aufgebaut das Band ist, also je mehr bewegliche Teile vorhanden sind, desto schneller geht das. Deshalb sind Jubilee-Bänder und Nieten-Oyster stärker betroffen als President. Es hängt auch vom Metall ab. Gold ist im Vergleich zu 904L-Stahl viel weicher und somit stärker betroffen.

Bei den alten Rolex fällt es deshalb besonders auf, weil bei Rolex die Bänder - v.a. die Vollgold-Bänder - sehr teuer sind. Der Konzi und ein Wald- und Wiesen-Juwelier ohne Erfahrung sanieren die Bänder nicht, Rolex selbst auch nicht. Der Tausch war aber den meisten Kunden zu teuer, so dass sie auf ein Lederband mit Rolex-Goldschließe gewechselt sind. Das kann sogar noch als authentisch gewertet werden, denn anders als viele behaupten wurden auch alte Day-Date und Datejust auf Wunsch mit jeweils zwei Lederbändern ab Werk geliefert. Festgesetzt hat sich aber bei vielen, dass eine alte DD oder DJ mit Lederband nicht authentisch sei, weil sich der Träger ein Austauschband nicht leisten konnte. Das stimmt aber so nicht, denn in den offiziellen Katalogen der 60-er- und 70-er-Jahre wurde überall die Option mit Lederband statt President oder Jubilee bei den Goldmodellen angeboten.

Hoffe, das hilft Dir etwas weiter.

Gruß
strazzi1965
 
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Kurzes Update:

Nachdem das Band nun fachmännisch unter die Lupe genommen wurde (wörtlich zu nehmen) und dabei auch noch bei 30-facher Vergrößerung dilettantisch aufgelötete Plättchen entdeckt worden sind an einigen Gliedern, habe ich mich entschlossen, das Band komplett neu schmieden zu lassen (außer der Schließe natürlich). Sobald die Ergebnisse vorliegen, gibt es wieder ein Update mit Bildern.

Gruß
strazzi1965
 
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@CFG:
Es sind die Stifte, die durch Reibung mit der Zeit abrasiv unwiderruflich beschädigt werden (siehe Foto Post 16). Wenn Metall auf Metall reibt beim Tragen der Uhr, hat das die Wirkung von Schmirgelpapier. In meinem speziellen Fall kommen noch die fälschlicherweise eingesetzten viel zu dünnen Stifte hinzu, die das Gewicht der Uhr und des Bandes nicht tragen können und dann bei entsprechender Abrasion auch schnell brechen können.

Je mehrgliedrig aufgebaut das Band ist, also je mehr bewegliche Teile vorhanden sind, desto schneller geht das. Deshalb sind Jubilee-Bänder und Nieten-Oyster stärker betroffen als President. Es hängt auch vom Metall ab. Gold ist im Vergleich zu 904L-Stahl viel weicher und somit stärker betroffen.

Bei den alten Rolex fällt es deshalb besonders auf, weil bei Rolex die Bänder - v.a. die Vollgold-Bänder - sehr teuer sind. Der Konzi und ein Wald- und Wiesen-Juwelier ohne Erfahrung sanieren die Bänder nicht, Rolex selbst auch nicht. Der Tausch war aber den meisten Kunden zu teuer, so dass sie auf ein Lederband mit Rolex-Goldschließe gewechselt sind. Das kann sogar noch als authentisch gewertet werden, denn anders als viele behaupten wurden auch alte Day-Date und Datejust auf Wunsch mit jeweils zwei Lederbändern ab Werk geliefert. Festgesetzt hat sich aber bei vielen, dass eine alte DD oder DJ mit Lederband nicht authentisch sei, weil sich der Träger ein Austauschband nicht leisten konnte. Das stimmt aber so nicht, denn in den offiziellen Katalogen der 60-er- und 70-er-Jahre wurde überall die Option mit Lederband statt President oder Jubilee bei den Goldmodellen angeboten.

Hoffe, das hilft Dir etwas weiter.

Gruß
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Vielen Dank für die informative Erklärung.
 
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So, ich hole den Thread mal wieder aus der Versenkung. Heute am späten Nachmittag ist eine Mail von Goldschmied Goldberg bei mir eingetroffen mit ein paar schönen Fotos, die ich Euch nicht vorenthalten will:

2760077

2760079

So sieht jetzt das neue President-Armband aus, das Herr Goldberg angefertigt hat. Lediglich die Schließe und die Endglieder sind noch die originalen. Nun muss ich mich nur noch darum kümmern, dass die dazugehörige Day-Date, die ich inzwischen in Revision gegeben habe, fertig wird. Dann ist das Ensemble wieder taufrisch.:-)

Gruß
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MarkusGoldschmied

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Wenn ich gewusst hätte das die Bilder im Forum landen, hätte ich die Spiegelreflex Kamera benutzt 😂 werde noch ein paar machen um es etwas ansehnlicher zu machen, das sind Schnellschüße vom Handy 🙊
 
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@MarkusGoldschmied

Sie wissen doch, dass Sie hier im Forum unter verschärfter Beobachtung stehen.;-) Ich bin ja nicht der einzige Interessent, der seine Armbänder restaurieren lassen will, und nachdem es leider auch in Ihrer Branche ganz offensichtlich einige Aufschneider gibt, die ihren Kunden Luftnummern verkaufen, ist es gerade hier im Forum als Anlaufstelle wichtig, mal Ergebnisse aus der Praxis zu sehen. Denn auch die Aufschneider sind bekanntlich in diversen Foren empfohlen worden, ohne dass Hintergründe bekannt waren. Deshalb zeige ich das hier gern.

Gruß
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Nachdem nun wieder einige Monate ins Land gegangen sind und es in Sachen Armbandrestaurierung Neuigkeiten gibt, hole ich den Thread erneut aus der Versenkung.

Das neue Armband hat inzwischen den Weg an die Day-Date gefunden und ist nun im Einsatz. Dank der alten Faltschließe konnte es auch justiert werden, so dass sich die Uhr jetzt angenehm tragen lässt, ohne dass sie kopflastig wirkt. Das Band selbst hat natürlich keinerlei Stretch und ist selbst bei genauem Hinsehen nicht von einem originalen President-Band zu unterscheiden:

2898071

2898073

Goldschmied Goldberg hat jetzt auch ein neues Schweißlasergerät, mit dem sich solche filigranen Arbeiten noch präziser als bisher ausführen lassen.

Was für den einen oder anderen Uhrenfreund wichtig sein dürfte: Ich habe in gleicher Qualität vor Ort auch Rolesor-Jubilee-Bänder gesehen und Stahl-Oysterbänder, die Herr Goldberg restauriert. Er ist also nicht auf Vollgold-Bänder beschränkt, sondern bringt auch Stahl- und Stahl-/Gold-Bänder wieder in einen guten Zustand. Allerdings muss man mit Bearbeitungszeiten von etwa sechs bis zehn Wochen rechnen, denn auch verschiedene Juweliere lassen bei ihm ihre Kundenbänder aufarbeiten oder neu anfertigen. Bei einem Zeitaufwand von etwa 50 Stunden für ein President-Band mittlerer Länge ist klar, dass die Bänder nicht im Fließband-Verfahren innerhalb weniger Tage fertig werden. Das Ergebnis rechtfertigt daher auf jeden Fall den Zeitaufwand.

Gruß
strazzi1965
 
Thema:

Unsachgemäß restauriertes Armband - Mordsärger

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