Unsachgemäß restauriertes Armband - Mordsärger

Diskutiere Unsachgemäß restauriertes Armband - Mordsärger im Vintage-Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo allerseits, ich möchte heute mal die Armbandspezialisten unter Euch fragen, ob solche Fälle wie meiner öfter vorkommen und was man dagegen...
strazzi1965

strazzi1965

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Hallo allerseits,

ich möchte heute mal die Armbandspezialisten unter Euch fragen, ob solche Fälle wie meiner öfter vorkommen und was man dagegen tun soll.

Der Sachverhalt:

Ich habe kürzlich eine Vintage Rolex Day-Date 18038 gekauft mit dem originalen President-Armband. Zu jener Zeit (1988) wurden auch noch die Bänder der 7-er Referenz mit sichtbarer Faltschließe gefertigt, was für mich neben dem guten Erhaltungsgrad von Uhr und Band ein wichtiges Kaufkriterium war wegen der besseren Justierbarkeit der alten Bänder. Doch schon nach wenigen Tagen war der Spaß vorbei, denn die Uhr wurde immer kopflastiger. Ich habe daraufhin einen Goldschmied, der mir bereits mehrfach Bänder angepasst hat und auf Rolex-Armbänder spezialisiert ist, um eine Teilrestaurierung des Bandes gebeten. Dieser hat mit der Arbeit angefangen, aber schon nach wenigen Tagen eine Mail geschrieben, dass Ungereimtheiten bestehen. Grund: Das Armband war bereits einmal "in Behandlung", wobei der vorherige Goldschmied oder Restaurator einige der originalen Stege entfernt und durch viel zu dünne hohle Stege ersetzt hat. Diese verbiegen sich nicht nur sehr schnell, sondern brechen auch gern, und dann kann es eben passieren, dass die Uhr vom Arm fällt. Wenn man das dann nicht bemerkt... Da nicht klar ist, wer diesen Murks verbrochen hat und selbst mit der Lupe von außen nichts davon zu sehen ist, kann ich keine Schadensersatzansprüche geltend machen. Ein neues Band kommt auch nicht infrage, denn die alten 7-er Referenzen werden nicht mehr angeboten; ich bekäme also ein neues Band mit der verdeckten Schließe. Ich habe die Uhr jetzt nach der Restaurierung einiger Glieder ein paar Tage getragen, aber sie wird schon wieder kopflastig. Es sind also offenbar noch mehr dieser Murks-Stege verbaut.

Hier ein Vergleichsbild der Stege:

18038-glieder.jpg


Meine Fragen:

a) Ist es irgendwie möglich, festzustellen, wo noch solche dünnen Stege eingesetzt wurden?
b) Kennt hier im Forum jemand einen -- zuverlässigen -- Goldschmied, der u.U. eine Komplettrestaurierung vornimmt, ohne dass es Monate dauert? Das Band sollte natürlich danach auch keine schief justierten Glieder haben o.ä.

Besten Dank einstweilen für Vorschläge und Hinweise!

Gruß
strazzi1965
 
neset530d

neset530d

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Such mal nach Rolexband Rep.
Wir haben 1 in Holland, wenn ich richtig liege jemanden in DE und einen Spezi in Asien.
Alle 3 kommen im UF vor, einer sogar als Mitglied.
 
strazzi1965

strazzi1965

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Ich danke Dir! Michael Young in Hong Kong war mir schon ein Begriff. Ich will aber die Uhr nicht so weit schicken. Die beiden anderen suche ich noch.

Gruß
strazzi1965
 
Osmin

Osmin

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Einfach mal im Werkstatt UnterforuM suchen nach „Jubilee Reparatur“
 
strazzi1965

strazzi1965

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Ich danke für die Hinweise! Habe jetzt mal die Quellen angesehen und im Netz recherchiert: Klokkeland aus Norwegen richtet Jubilee-Bänder aus Stahl wieder her, was für mich mit dem President-Band im Moment keine Hilfe ist, aber zukünftig vielleicht für eine Stahl-Datejust o.ä. In Deutschland habe ich jetzt die Goldschmiede Beste aus Winterberg im Sauerland (NRW) gefunden. Dort kostet die Sanierung des President-Bandes allerdings laut diversen Reviews im Netz bis zu 3000,00 Euro. So viel wird es bei mir wohl nicht sein, aber um eine komplette Restauration werde ich wohl nicht herumkommen. Ähnlich teuer kommt die Komplettsanierung hier bei uns in UK, wobei die Reviews hier nicht ganz so positiv aussehen wie bei Beste. Hat jemand mit dieser Goldschmiede Erfahrung?

Gruß
strazzi1965
 
MarkusGoldschmied

MarkusGoldschmied

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Liebe Leute,
diese Halbwissenaussagen sind immer wieder amüsant.
Rolex verbaut 1,7mm hohle Stege im Präsidentband !!!!
Beieiner Restaurierung werden, zumindest von mir 1,3mm massive Goldstifte verbaut.
Ebenfalls wird die Materialstärke von original 0,3mm auf 0,4mm verstärkt.
Was bedeutet das etwa 500 Euro (derzeit) mehr Material in so ein Band verbaut wird als angeliefert wird.

und wenn dann eine Aufarbeitung etwa 15-20 std. Arbeit bedeutet seit Ihr mit 2-2,3k dabei !

Wer Fragen hat darf sich gerne melden.
 

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gerdson

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Ich muss gestehen, so ein Jubel- oder Präsi-Goldband ist so ziemlich das letzte, wonach es mir gelüstet, aber ich frage trotzdem nach, weil ich Deine Aussage nicht ganz verstanden habe:
Die Original-Bänder haben diese hohlen Stege mit 1,7mm Durchmesser? Und bei der Restaurierung tauschst Du sie gegen 1,3mm massive Stifte? Das erscheint mir nicht stabiler, jedenfalls nicht mit Hinblick auf das Biegemoment. Was wird dann von 0,3 auf 0,4mm verstaerkt? Und wie?
Warum ist denn da ueberhaupt ein "Hohlraum" in dem Glied, das wirkt ja nun etwas "billig"... :D Fragen ueber Fragen (und bitte entschuldige die Frotzelei).
 
MarkusGoldschmied

MarkusGoldschmied

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:D1,7mm mit einem loch von etwa 1mm bedeutet du hast 0,35mm wandung also gesamt 0,7mm Material gesamt, da ist 1,3mm eben 0,6mm stabiler ;) das aufgetrennte Band ist originalzustand ROLEX ;)
 
Dukie

Dukie

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Ich würde Klokkeland in Norwegen anfragen. Die machen Two-Tone-Bänder für ca. 300 Euro wieder fit. Vielleicht gibt's ja auch eine Möglichkeit für Vollgold.
 
MarkusGoldschmied

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Ich würde Klokkeland in Norwegen anfragen. Die machen Two-Tone-Bänder für ca. 300 Euro wieder fit. Vielleicht gibt's ja auch eine Möglichkeit für Vollgold.
jupp dann guckst dir das mal genauer an ;) die Goldglieder werden wie sie sind wieder eingesetzt und das sieht man ;) weil das Band unterschiedlichste Abstände hat. Nur Stiften mach ich auch für 300/350 Euro das ergebnis ist allerdings nicht so toll ;)
 
omega511

omega511

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PjK>MUC>W>OL>?
Hallo @MarkusGoldschmied ,
als Interessierter danke ich Dir einfach für Deiner Fach- und Sachkompetenz, die Du hier einbringst.

Hallo @strazzi1965 ,
Man sollte nur Porsche fahren, wenn man sich Porsche leisten kann, genau so ist das wohl auch mit Gold-Präsi-Armbändern...

Hallo alle anderen Leser,
erscheint mir logisch, bei dem Maerialwert und Gewicht hohle Stege zu nutzen, sonst wird das Ensemble aus Uhr und Band nachher noch Band- statt Kopflastig. oder einfach nur "scheissenschwer", dann doch lieber eine PloProf am Mesh-Band....
 
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gerdson

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:D1,7mm mit einem loch von etwa 1mm bedeutet du hast 0,35mm wandung also gesamt 0,7mm Material gesamt, da ist 1,3mm eben 0,6mm stabiler ;) das aufgetrennte Band ist originalzustand ROLEX ;)
Hmnaja. Ich will nicht klugscheißen, aber so stehen lassen kann man das auch nicht. Das Rohr mit 1,7mm Außen- und 1mm Innendurchmesser hat eine Fläche von (0,85² - 0,5²)*3,1415 = 1,48 mm². Der massive Stift mit 1,3mm Durchmesser hingegen nur 0,65²*3,1415 = 1,33 mm². Die hohlen Stege haben also mehr Material in der Fläche, aber was noch viel mehr ins Gewicht fällt ist tatsächlich der größere Durchmesser, weil der Radius bei der dem Biegewiderstandsmoment zugrunde liegenden Berechnung mit Potenz 4 eingeht. Das Biegewiderstandsmoment des o.a. Hohlsteges ist damit mehr als doppelt so hoch wie das des massiven Stifts. Allerdings... alle Theorie ist grau. Der Hohlsteg, wenn das Biegemoment erreicht ist, knickt einfach ab. Der Stift verbiegt sich nur ein wenig (oder viel), bricht aber später.

Glaube ich jedenfalls, liegt auch schon alles lang zurück für mich.
 
MarkusGoldschmied

MarkusGoldschmied

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ich finde die Preisvorstellungen mancher Rolexträger auch sehr amüsant, wenn Sie Ihren SQ7 zu Audi stellen werden mal ohne mit der Wimper zu zucken 110-150 Euro die Std. rausgelegt. Wenns um ne Uhr geht gehts ab nach China 🙊 frag mich warum Sie dann keine Chinesischen Autos fahren oder sich gleich die Replikas zulegen ?
Ich muss nur schmunzeln, ich glaube ich mach mir den Spaß und schick ein Band nach China, lass es vorher auf die Bestandteile analysieren, nicht das da was ausm Aftermarket dazwischen gehängt wird 😂
 
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gerdson

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Ja, da gebe ich Dir prinzipiell recht (meine Frau ist selbstaendige Handwerkerin, die schlaegt sich auch damit rum). Aber was hilft's - von nichts wird man ja nicht reich, jedenfalls nicht vom Geld ausgeben. :D
 
strazzi1965

strazzi1965

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Nachdem der Thread jetzt überraschend wieder aufgelebt ist und seit meiner ursprünglichen Anfrage gut ein halbes Jahr ins Land gegangen ist, ist mal ein Update zur Sache fällig.

Inzwischen habe ich von allen möglichen Restauratoren Angebote eingeholt, inklusive in Hong Kong und den USA. In Hong Kong habe ich selbst im März vorgesprochen mit dem Band. In Deutschland habe ich neben Herrn Goldberg drei Restauratoren konsultiert. Alle haben geantwortet. Ich habe auch bei allen deutlich gemacht, dass ich mir für ein Vollgold-Jubilee und ein Vollgold-Nieten-Oyster ebenfalls sukzessive eine Restauration wünsche. Soll heißen, der Goldschmied sollte schwerpunktseitige Erfahrung damit haben. Die Preisvorstellungen rund um 2-2,5k Euro beim President-Band halte ich angesichts des Fakts, dass die Restauration sehr aufwendig ist und obendrein hochwertiges Edelmetall verbaut wird, für völlig in Ordnung. Nicht in Ordnung waren jedoch bei zwei Goldschmieden in Deutschland - vorsichtig ausgedrückt - etwas ungewöhnliche Angebote aufgrund meiner Herkunft aus dem Ausland. Den kompetentesten Eindruck haben bei mir Michael Young und Herr Goldberg hinterlassen, der auch den Auftrag erhalten hat. Ich werde dann, wenn das Band aus der Restauration zurück ist, hier wieder aktualisieren mit ein paar Bildern.

Ich würde Klokkeland in Norwegen anfragen.
Habe ich auch gemacht. Die machen schwerpunktmäßig Rolesor und SS und sind bei Nieten-Oyster und Vollgold-Jubilee ähnlich wie der hier in UK konsultierte Goldschmied äußerst reserviert. Von daher habe ich die nicht weiter berücksichtigt, denn ich will nicht bei jeder Bandrestauration einen neuen Goldschmied suchen müssen.

Und nur mal so zur Info " Ein Präsiband" Tausch liegt bei Rolex etwa bei 15000 Euronen :super:
Und dann ist das auch kein 7-er Referenz-Band mehr, wie ich es habe, sondern eine 8-er Referenz.

Gruß
strazzi1965
 
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