Unglaubliche Gangwerte

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Yann

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Hallo zusammen,

ich habe mir vor fast genau einem Jahr meine erste Automatikuhr gekauft, eine Junghans Max Bill (027/3501.00).

Ich bin heute noch ganz begeistert von dieser Uhr und freue mich jedes mal, wenn ich sie trage... und das ist inzwischen täglich ;-)

Jetzt zum eigentlichen Thema: Ich habe in diversen Foren gelesen, dass Gangwerte bei Automatikuhren mit einer Abweichung von unter + - 10 Sekunden/Tag als gut bezeichnet werden.

Ich möchte mich ja nicht beschweren, aber meine Max Bill geht nach zehn (!) Tagen gerade einmal 8 Sekunden vor, und das ohne Chronometerzertifizierung etc.

Hatte ich einfach Glück beim Werk oder wie ist das möglich?

Viele Grüße Yann
 

BSBV

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Bei den meisten ETA-Werke ist ein Vorlauf von 10 Sek/Tag normal. Mein Uhrmachermeister hatte mir das mal gesagt, das diese Werke mit dem Vorlauf so ausgeliefert werden. Nach einer Einlaufzeit können bessere Werte erreicht werden, und mit viel Muse und Können kann man diese Werke auf ein minimal Vor-oder Nachgang einreguliert werden.
 

santiago

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Hallo!
Ich würde es einfach als "Glücksfall" sehen.

Auch eine ganz billige Quarzuhren kann eine auch für viel teuere Quarzuhren ungewöhnliche Genauigkeit zeigen. Trotzdem ist diese Genauigkeit halt nicht wie bei aufwendig gebauten und justierten Uhren beliebig reproduzierbar und von Hersteller einforderbar.

Gruß
santiago
 

Yann

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Danke für eure Antworten. Dann freue ich mich über meinen "Glücksgriff" und hoffe weiterhin auf viele positive vibrations :lol:
 

Andreas1976

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:shock:
Wow! Da kannst du aber echt Zufrieden sein.
Meine alte Submariner die gerade von der Revi zurückkam macht gerade mal +4 in 24/h und das als Chronometer :???: .
Ist hald immer auch ein bissel Glückssache.
Gruß, und gute Gangwerte ;-)
 

Tourbi

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Bei den meisten ETA-Werke ist ein Vorlauf von 10 Sek/Tag normal. Mein Uhrmachermeister hatte mir das mal gesagt, das diese Werke mit dem Vorlauf so ausgeliefert werden. Nach einer Einlaufzeit können bessere Werte erreicht werden, und mit viel Muse und Können kann man diese Werke auf ein minimal Vor-oder Nachgang einreguliert werden.

Da hat jetzt dein Uhrmachermeister nicht ganz recht.
Eta liefert die Werke nicht einfach mit +10s/d aus.
Die Eta garantiert für jedes Kaliber in der jeweiligen Qualitätsstufe einen mittleren Gang in bestimmten Grenzen.
Werden diese Grenzen überschritten, hat der Kunde ein Recht auf Reklamation.

Beim 2824-2 sieht das folgendermaßen aus:
Standard: +/- 12s/d
Elaboré: +/- 7s/d
Top: +/- 4s/d

2892A2 und 77xx:
Elaboré: +/- 5s/d
Top: +/- 4s/d

In der Regel sind die Werke aber schon ab Eta deutlich besser reguliert.
Man will ja Reklamationen vermeiden.
Wenn dann der Hersteller nach dem Einschalen nochmal nachreguliert, können hier tatsächlich hervorragende Werte entstehen.

Beispiele aus meinem Fundus:
Certina Podium Valjoux: + 0,6s/d
Certina Podium Valgranges: + 0,4s/d
Junkers 6656-1 (2826-2): +1,1s/d

@Andreas1976

Beobachte deine Sub mal eine Weile.
Wenn sie Tag für Tag +4s macht, egal in welcher Lage, ob sie auf dem Nachttisch ruht, in der Box, oder wenn du sie trägst.
Dann ist das ein Chronometer!
Nicht der Mittlere Tägliche Gang macht ein Chronometer, sondern die Konstanz des Ganges über die Lagen.
 

Andreas1976

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Danke für die Info Tourbi, das wußte ich noch nicht mit dem Konstant in allen Lagen.
Aber sieht garnicht schlecht aus. In 3 Lagen habe ich sie schon getestet.
1.) Auf Boden +4
2.) In Vitrine fast Senkrechte Lage +4
3.) Auf dem Glas +4
Nachts beim Schlafen, lage Variiert +4
Ich war Anfangs ein bissel Enttäuscht weil ich ausging von vielleicht +1 aber mittlerweile ist es Ok. Trage sie ja auch nur an besonderen Tagen.

Gruß Andreas
 

Tourbi

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Na siehst du, ist doch perfekt!
Mit etwas Nachregulieren kann sie auch +/-0
Die Uhr wurde nach der Revi auf der Zeitwaage reguliert.
Die kennt aber deine Speziellen Tragegewohnheiten nicht, so sind eben jetzt konstante +4 heraus gekommen.
Auf der Zeitwaage waren es wohl +/-0.
Sollte eigentlich ein guter Rolex-Konzi nachregulieren können, wenn du ihm deine Gewohnheiten schilderst.
Falls er keinen passenden Öffner, oder kein Gerät zum Regulieren hat, soll er sich melden. ;-)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

santiago

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Hallo!
Bei den "billigen" Uhren mit ETA 2824-2 würde ich mich nicht unbedingt darauf verlassen das ETA oder der Hersteller sie genau einreguliert. Da hat dann IMHO so manche Uhr schon ordentlich mit den +/- 12s/d zu kämpfen 8-)

Gruß
santiago
 
S

SteveMcQueen

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Die ETA reguliert Elaboré in drei Lagen, Top und Chronomètre in fünf. Und zwar maschinell. Die Werke sind daher "ab Werk" recht sauber unterwegs - was nach dem Einschalen dabei herauskommt, ist eine andere Frage. Zur Frage Regulierung vs. mittlerer Gang bzw. mittlere Gangabweichung und zum Thema Genauigkeit allgemein siehe ab hier und noch ein paar Postings weiter runter in dem Faden.
 

Tourbi

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Hallo!
Bei den "billigen" Uhren mit ETA 2824-2 würde ich mich nicht unbedingt darauf verlassen das ETA oder der Hersteller sie genau einreguliert. Da hat dann IMHO so manche Uhr schon ordentlich mit den +/- 12s/d zu kämpfen 8-)

Gruß
santiago

Schlechte Gangwerte einer "billigen" Uhr mit 2824-2 haben nichts mit Eta zu tun.
Je schlechter (billiger) ein Gehäuse gearbeitet ist, umso größer ist die Gefahr, dass das Werk beim Einschalen verspannt wird.
Je mehr ein Werk verspannt wird, umso größer die Auswirkungen auf die Gangeigenschaften.
Der Hersteller wird auch nicht mehr nachregulieren; soll ja billig sein.
Macht er das doch, und stellt einen Gang von vielleicht +20s/d fest, nützt eine Reklamation auch nichts.
Bei Eta will man die komplette Uhr sehen. Schon war´s Essig mit Reklamation.

Steffen sagt es kurz und bündig:
"was nach dem Einschalen dabei herauskommt, ist eine andere Frage"
 
S

SteveMcQueen

Gast
Zusammenfassend: Der einzig sinnvolle Urteilsmaßstab über die Genauigkeit eines Werks bzw. einer Uhr ist die Veränderung des Gangverhaltens bei Lage- und Temperaturwechseln. Die Feststellung von wenig Vor- oder Nachlauf im "Alltagsbetrieb" ist kein zwingender Hinweis auf tolle Ganggenauigkeit. Ich fände es toll, wenn sich diese einfache, aber wichtige Einsicht hier endlich mal durchsetzen würde. ;)
 

Aeternitas

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Varianz...ja...eine meiner Mido aus Thailand kann auch bei 0 Sekunden im Monat laufen...bei Kronenlage -16, bei Deckel +20...ein ETA 2836-2...aus Thailand...mehr Infos braucht es nicht.
 

BSBV

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Das mit den Gangwerten kann schon stimmen. Meine Uhren mit ETA-Werken hatten meisten einen Vorlauf von ca 10 Sek/Tag. Ob Mido, ML, Tutima, RT, Hamilton u.s.w. keine hatte einen Nachlauf. Nach einer Eintragezeit war der Vorlauf besser. Also weniger als 10 Sek/Tag.

Hinzu kommer sicher, wo, wie und wann die Uhren getragen werden und was sie aushalten müssen. Äußere Einflüsse müssen Berücksichtigung finden.
 
S

SteveMcQueen

Gast
Das mit den Gangwerten kann schon stimmen.

Das kann nicht nur stimmen, das ist in ISO 3158 (allgemein) und ISO 3159 (Chronometer) sogar aufgeschrieben. Und zwar bereits seit 1973.

Die COSC nutzt den letztgenannten Standard übrigens ebenso wie Wempe in Glashütte (DIN 8319) und Grand Seiko in Japan. Und wenn sich sowohl die Schweizer als auch die Deutschen und die Japaner mal einig sind, dann muss die Sache schon irgendwie Hand und Fuß haben. ;)
 

BSBV

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Ich wollte damit nur sagen, das man den Gang gut einregulieren kann. Meine zurück gekaufte Air-King hatte eine Revi in 2008 und einen Nachgang von 5 Sek/Tag. Mich stört sowas. Also zum Konzi und nachregulieren lassen. 2 Tage später konnte ich abholen und nun läuft sie mit + 1 Sek/Tag.
 

hasenmann

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Hallo.

Zu dem Thema sollte nicht unerwähnt bleiben, dass sich der Gang im Laufe der Zeit natürlich auch verändert. Wie stark, hängt natürlich auch von der Qualitätsstufe des jeweiligen Werkes ab. Das sind meine Erfahrungen dazu. Aber da ich nur "Beobachter" und kein "Techniker" bin, würde ich für eine Erläuterung da mal lieber Tourbi bitten. !

Gruss hasenmann
 
S

SteveMcQueen

Gast
Ich wollte damit nur sagen, das man den Gang gut einregulieren kann.

Immer in Abhängigkeit vom Werk.

Meine zurück gekaufte Air-King hatte eine Revi in 2008 und einen Nachgang von 5 Sek/Tag. [...] 2 Tage später konnte ich abholen und nun läuft sie mit + 1 Sek/Tag.

Was noch immer nicht auf eine gute Regulierung hinweisen muss. Vielleicht hat der Uhrmacher auch einfach mit "Zifferblatt oben" ein bißchen an den Regulierschrauben gedreht, so dass der im Alltagsbetrieb beobachtete Wert passt und der Kunde endlich Ruhe gibt... ;) Der tägliche Vor- oder Nachgang hat nur mittelbar etwas mit der Regulierung zu tun. Herrgottnochmal, wird hier eigentlich nur aus der Hüfte gepostet oder auch mal das gelesen, was andere schreiben und verlinken?
 

hasenmann

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Was noch immer nicht auf eine gute Regulierung hinweisen muss. Vielleicht hat der Uhrmacher auch einfach mit "Zifferblatt oben" ein bißchen an den Regulierschrauben gedreht, so dass der im Alltagsbetrieb beobachtete Wert passt und der Kunde endlich Ruhe gibt... ;) Der tägliche Vor- oder Nachgang hat nur mittelbar etwas mit der Regulierung zu tun.

Genauso ist es !!
 
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