...und nochmal zwei aus England: Rechenanker und Duplex

Diskutiere ...und nochmal zwei aus England: Rechenanker und Duplex im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo! Wie angedroht, noch eine Sammelvorstellung zweier, nicht so alltäglicher Britinnen: 1. Twyford /London – Rechenankerhemmung / etwa...
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moskau

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Hallo!

Wie angedroht, noch eine Sammelvorstellung zweier, nicht so alltäglicher Britinnen:

1. Twyford /London – Rechenankerhemmung / etwa 1820-35


Zuerst mal eine kleine Erklärung der Hemmung für die Nicht Spezialisten:

Peter Litherland (geb. 1756 in Warrington) hat 1791 und 1792 Patente (Nr.:1830 und Nr.:1889) für ein Hemmungskonzept beantragt, das schon damals nicht ganz neu war (Abbé Jean de Hautefeullie wird die ursprüngliche Entwicklung zugeschrieben).

Hier eine schematische Darstellung des Ankers(und des dazugehörigen Triebs an der Balancewelle):

Racklever.jpg

Der Racklever gehört nicht zu den freien (Spitzzahn-)Ankerhemmungen.
Der ständige Eingriff des Rechenankers (der übrigens oft durch einen auf der Deckplatine sichtbaren Schlitten einstellbar ist, wahrscheinlich um Abnützungserscheinungen zu kompensieren) - und die damit zusammenhängenden Nachteile - war letztlich wohl auch der Grund, warum er recht bald - zuerst durch die Entwicklungen von Massey - und letztlich durch den bis ins späte 19. Jhdt gebräuchlichen Tableroller abgelöst wurde.
Typischerweise wird diese Hemmung als die erste robuste und zuverlässige Alternative zur damals in England hauptsächlich verbreiteten Spindelhemmung bezeichnet.
(siehe u.a. M.Cutmore, The Pocket Watch Handbook. David&Charles (Newton Abbot), London 1985. S 45)

Nicht umgebaute Rechenankeruhren sind selten geworden und entsprechend gesucht.

Diese hier ist in mehrfacher Hinsicht nicht gerade alltäglich.
Zum einen wäre da der Fehler in der Signatur des Ziffernblatts - hier steht Tynford/London statt Twyford/London (am Werk graviert - und davon gibt es auch einige im 'Baillie/Loomes')....

01_RackTwyZiff.jpg

...und zum anderen ein vel zu spätes 'custom-made case' aus 1871 - geht man davon aus, dass die letzten Rechenanker so bis Mitte der 30er des 19.Jhdts. entstanden. Viele Uhren mit dieser Hemmung sind normalerweise in einem Paircase zu Hause, was zusammen mit der typischen Klobenform dafür sorgt, dass sie oft mit Spindeln verwechselt werden.

02_RackTwyBack.jpg

'Custom-made cases' sind eine in England eine nicht ungewöhnliche Erscheinung – entweder wurde ein abgenutztes silbernes oder ein in Notzeiten verscheuertes Goldgehäuse ersetzt, um das hochwertige Werk weiter zu nutzen. Die Maße passen natürlich perfekt, trotz der ungewöhnlichen Werkshöhe von mehr als 15mm (auch der Aufzugsvierkant auf der Rückeite sitzt genau mittig über dem Deckelloch).
Und es gibt keinerlei eingestempelte Gehäusenummern, die darauf deuten würden, es hätte mal zu einem anderen Werk gehört.
Der für britische Uhren so typische Staubschutzdeckel ist natürlich erhalten:

03_RacktwyDust.jpg

Und das Werk selbst gehört eher zum Feineren der Gattung:
Großer Diamantdeckstein, 3 Räderwellen in Lochsteinchen mit Chatons (bei Rack-Levers außerordentlich rar) - und der Schlitten zur Justage des Rechenankers ist auch vorhanden (auch nicht immer eine Selbstverständlicheit).
Als Draufgabe gibts noch eine wundervolle Gravur auf dem typisch geformten Unruhkloben.

04_RackTwyMove.jpg

05_RackTynLever.jpg


Trotz der Signatur ist das Frame(Rohwerk) mit Sicherheit in Lancashire und nicht in London entstanden (und wohl auch finisiert worden – wie die tiefen klassischen Liverpool-Gravuren nahelegen), wo es lediglich von Tynford (oder Twyford) verkauft wurde.

Eine kleine Unterbrechung der Bilder wegen...dann geht’s weiter mit der Duplex...
 
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spqromanus

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Und zum zweitenmal Danke, für die Informationen und die Bilder!
 
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moskau

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2. Präzisions Taschenuhr - Duplexhemmung:mit Rubinrolle Smith/Chatham ~1815/20

Zuerst wieder ein wenig Vorabinformation:

Bei Taschenuhren findet man mehr als 10 verschiedene Formen dieser ursprünglich von Baptiste Dutertre um 1730-34 erfundenen und von Pierre Le Roy um 1759 zur entgültigen Brauchbarkeit in tragbaren Uhren weiterentwickelten Hemmung.
Bei den in frühen britischen Uhren hauptsächlich verwendeten, ist das ursprünglich zweiteilige(deshalb 'Duplex') Hemmrad mit langen spitzen Ruhe – und senkrecht aufgesetzten Stoßzähnen versehen.

DuplexSchema.jpg

Die Notwendigkeit der sehr präszisen Fertigung und Einstellung dieser ruhenden Hemmung hatte zur Folge, dass sie bald von anderen abgelösst wurde.(Obwohl Dent – einer der bedeutendsten britischen Uhrenproduzenten - bis zur Mitte des 19. Jahrundert diese Hemmung verbaut hat).

Natürlich sind die späten amerikanischen 'Billig'-Duplexhemmungen von z.B. Waterbury mit den in britischen Uhren verwendeten qualitativ nicht vergleichbar
(Auch nicht die sehr spezielle und interessante 'crabtooth' Duplexhemmung nach E.Jacot).

Nun zur Uhr:
Nummeriertes Blatt (Werksnummer) mit großer Sekunde

11_ZiffLittle.jpg

Auch hier ein späteres 'custom made'-Konsulargehäuse aus Sterling mit Hallmarks aus 1855/56. Gehäuseherstellung wahrscheinlich von Elizabeth Dyer, Clerkenwell (Marke 'ED' ohne Rahmen).
Geometrisch perfekte Passung.

12_BackLittlepsd.jpg

13_InnerLittle.jpg

Vermutlich wesentlich früheres Präzisionswerk (etwa1815/20) von Smith/Chatham mit grossem Diamantdeckstein an der Unruhwelle (ca 3,5 mm Durchmesser) und riesigen (Saphir) Lager- und Decksteinen.
Schwerer Rotgoldunruhreif und aussergewöhnliche Rückerfunktion durch einen Ausschnitt am reich dekorierten ungewöhnlich geformten Balancekloben.
(Die Rubinrolle der Hemmung ist leider nicht darstellbar ohne die Balancewelle auszubauen.)

14_WerkLittle.jpg

15_Kloben2Little.jpg


Seitlicher Werkseinblick mit sichtbarer Schnecke und Gangrad.

16_SeiteLittle.jpg

Gangrad in der Vergrösserung:

17_gangradLittle.jpg

So als kleine abschliessende Ergänzung:
Der Fehlgang dieses mehr als 180 Jahre alten Werks lag getragen nach der Revision deutlichst unter einer Minute in 24h....

So. Das wars einstweilen.

Ich hoffe Euch nicht allzusehr gelangweilt zu haben - vor allem jene unter Euch, die diese Hemmungsarten (oder gar die Uhren aus dem PW-Forum) längst kannten.

Nette Grüße,
Harald
 
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Spindel

Spindel

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Hallo Harald,
ja wenn man auf den jeweiligen Märkten eine TU mit angeblicher Duplexhemmung zu sehen bekommt,dann wird gesteigert was das Zeug hält.
Deine sieht wieder aus wie gestern hergestellt.

Ich habe da auch mal so eine Uhr zu zeigen wenn du gestattest.Die sieht man ziemlich oft.
Gruß Roland
 

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moskau

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Hallo Roland!

Die sieht zwar oberflächlich besehen so aus wie eine 'chinesiche Duplex' also eine 'Crab Tooth' nach Jacot (wegen der vergleichbaren Platinengestaltung) - ist aber keine.
Diese Uhr hat eine gewöhnliche Lateralanker Hemmung
.
(Man kann den Ausgleichsanker und das Gangrad wunderbar sehen).

Und selbst wenn es eine wäre (ich schrieb ja schon im duplexbeitrag) - mit den bedeutend hochwertigeren englischen Exemplaren hat das ausser dem Hemmungsnamen wenig zu tun.

Die englischen Duplexhemmungen sind völlig anders konstruiert wie die Jacot Patente und wurden fast ausschliesslich in sehr hochtwertigen Taschenuhren mit bedeutend höherem Präzisionsanspruch verbaut.
Sie sind erheblich seltener - während die Fleurier-'Chinesen' eherein, wenn auch hübsches, Massenprodukt waren.

Diese Uhren sind zweifellos interessant - (ich hab ja auch hier in einem Thread etwas weiter unten schon meine vorgestellt) - spielen aber in einer vollkommen anderen Liga (normalerweise auch preislich).

Harald
 
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Uhrenfreak

Uhrenfreak

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Hallo Harald,
bei so vielerlei Hemmungen bin ich schon fast gehemmt einen Beitrag dazu abzugeben. Da braucht man ja einen Maschinenbaugrundkurs um da durchzusteigen. Ich betrachte halt alles wie ein wunderbares Buch mit tollen Illustrationen.
Wie bringst Du das fertig, die Uhren in diesen super Zustand zu bringen und zu halten. Hast Du einen englischen Uhrmacher in Deinem Keller festgesetzt? Kennt sich ein durchschnittlicher deutscher Uhrmacher mit diesen Spindeluhren aus?

Gruß Willy
 
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moskau

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Hallo!

bei so vielerlei Hemmungen bin ich schon fast gehemmt einen Beitrag dazu abzugeben. Da braucht man ja einen Maschinenbaugrundkurs um da durchzusteigen.
Tut mir leid, wenn es zu technisch geworden ist - aber soo viele Hemmungen sind die zwei ja nicht...

Ich betrachte halt alles wie ein wunderbares Buch mit tollen Illustrationen.
So wars ja auch gedacht. Danke für das nette Kompliment.

Wie bringst Du das fertig, die Uhren in diesen super Zustand zu bringen und zu halten.
Der Zustand ist für mich eines der Hauptkriterien für einen Kauf.
Und dann werden sie üblicherweise von meinem begnadetem Uhrmacher (ein Freund, der sich auf die Restauration antiker Uhren spezialisiert hat und für seine ständige Weiterbildung sorgt) sorgfältig und ausserordentlich sachkundig revidiert bzw. restauriert. Der Mann ist Gold wert - und er weiss das bedaduerlicherweise....

Kennt sich ein durchschnittlicher deutscher Uhrmacher mit diesen Spindeluhren aus?
Abgesehen davon, dass meine zwei hier vorgestellten ja keine Spindeluhren sind, ist die Betreuung historischer Uhren sicher nicht Alltagsanforderung an einen durchschnitlichen Uhrmacher. Weder in England noch Deutschland noch wie in meinem Fall Österreich.
Ich hab da schon Erstaunliches erlebt...
Aber ich glaube definitiv, dass z.B. auch in diesem Forum Uhrmacher sind, denen man so eine Uhr getrost anvertauen kann.
Nur sollte man dann vielleicht akzeptieren, dass die Revision einer solchen Uhr etwas mehr kosten kann, als das Waschen, Föhnen und Legen eines ETA-Stanzblechs fürs Handgelenk (besonders wenn dann noch einzelne Teile agefertigt werden müssen).

Was ich so mitbekomme, arbeiten viele wirklich hervorragende Uhrmacher sowieso mit Preisen, von denen ich mich frage, wie sie damit über die Runden kommen...(und ich bin ehrlich dankbar dafür).

Harald
 
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pretium intus

pretium intus

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Wasgau
Hai,
schöne Sache, so eine Duplex-Hemmung.:klatsch:
Aber wie ich gesehen habe, seeehr teuer.
Aber: wat nix kost´ist och nix ;-)
Und Waterbury ist mir zu billig.........
Warte noch auf einen Glücksfall.
Aber in der Bucht wissen andere auch Bescheid.:oops:

Grüßle

Hans
 
Spindel

Spindel

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Hallo Harald,
hatte ich auch so geschrieben.Ich zitiere mich mal selber
eine TU mit angeblicher Duplexhemmung
Deshalb habe ich sie ja abgebildet,weil die fast immer fälchlicher Weise als Duplex angeboten werden.
Gruß Roland
 
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moskau

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Hallo nochmals!

Weil's beinahe in einem Rutsch geht, ein kurzer Nachtrag zu den außergewöhnlicheren Briten - Hemmungen:

Doch noch eine Duplex, ebenfalls wie die obige mit feinstem Werk (Rubinrolle), allerdings wesentlich sparsamer graviert. Überhaupt ist sie im Auftrritt um Klassen sachlicher - was mich gar nicht stört...

Sie ist mir kurze Zeit nachdem ich diesen Thread gestartet hatte, über den Weg gelaufen...

3. Britische Duplex mit Rubinrolle – Werk ca 1820 / Gehäuse London 1877/78:
(signiert Brown&Wilkinson – Piccadilly)


Die Uhr hat einen etwas inkonsistenten Zeigersatz – vor allem der Sekundenzeiger ist zu kurz.
(Ich hab ausreichend passenden Ersatz – aber so schlimm finde ich das nicht, also stell ich sie mal so vor, wie ich sie gekauft hab).
Aber das wunderschöne Blatt mit zeittypischer, nicht vertiefter Sekunde ist erstklassig erhalten:

01_Dial.jpg

Auch hier ein späteres Gehäuse (vermutlich von Charles Hatchman 39 Lower Street, Goswell Road, London.)wie (fast alles) in perfektem Zustand:

02_Back.jpg

Am Staubdeckel gibt es erstaunlicherweise Feilspuren, aber jedenfalls ist er vorhanden (und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit original):

03_Dust.jpg

Das Werk ist, wie die meisten dieser Uhren wirklich fein ausgestattet und gemacht:
Der für diese Klasse schon fast verpflichtende, grosse Diamantdeckstein auf der Unruhwelle, Decksteine auf der Gangradwelle und steingelagertes Sekundenrad (für etwa 1820 eine überaus opulente Steinausstattung – die Bearbeitung der Saphire war zu dieser Zeit ein teurer Spass).

04_Move..jpg

(Was hier wie eine Delle im Gehäuse aussieht ist lediglich ein ungünstiger Reflex. Man kann das am Staubdeckelbild gut sehen. Mir ist das zu spät aufgefallen – ich entschuldige mich für diese photographische Schlamperei).
Hier noch ein etwas informativerer Blick auf die Vollplatine. Der schwere Unruhreif mit quadratischem Querschnitt ist angeblich aus Gold – könnte aber auch vergoldetes Messing sein:

05_Move2.jpg

Auch bei dieser eine kleine Ansicht der Werksseite, um das Duplex Gangrad mit seinen langen Ruhezähnen und kurzen, vertikal aufgesetzten Stoßzähnen abzubilden.:

06_MoveSide.jpg

Eigentlich sind britische Duplexuhren sehr viel schwerer aufzutreiben als Spindeln – und wie ich finde, oft wesentlich interessanter. Vor allem ist die Gangleistung von Uhren wie diesen, wie ich weiteer oben schon erwähnte, sehr guten (meist sehr viel späteren) Ankeruhren zumindest gleichzusetzen.

Wenn Euch der Britenausflug nicht schon restlos anödet, kann ich ja mal ein paar aus der späteren Topliga der englischen Ankerhemmung vorstellen...das wird aber etwas dauern.

Vielen dank für Eure Geduld,
Harald
 
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Spindel

Spindel

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Hallo Harald,
wunderschöne sehr gut erhaltene Engländerin.Und super Bilder.
Aber das wunderschöne Blatt mit zeittypischer, nicht vertiefter Sekunde ist erstklassig erhalten:
Kannst Du mir bzw. uns das zeittypische erläutern.Bis wann oder ab wann wurden vertiefte Sekunden verwendet.
Der zu kleine Sekunden Zeiger würde mich nicht unbedingt stören.
Hat der Stundenzeiger eine besondere Bezeichnung ?
Und natürlich Vielen Dank fürs zeigen.
Gruß Roland
 
Uhrenfreak

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Hallo Harald,

schön, dass Du mit Deinem Lehrbuch weitermachst.
Dass der Unruhreif aus Gold sein könnte, wäre sicher auch vorteilhaft für die Ganggenauigkeit der Uhr. Oder ist das nur dazu da, um mehr herzumachen?
Du bringst uns nicht nur das Uhrmacherhandwerk näher, sondern erweiterst mit Deinen Beiträgen auch unseren Wortschatz. "Inkontinente" Forumsmitglieder kannte ich schon, aber "inkonsistente" Zeiger sind ganz was Neues.

Gruß Willy
 
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moskau

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Hallo!

@Roland
Kannst Du mir bzw. uns das zeittypische erläutern.Bis wann oder ab wann wurden vertiefte Sekunden verwendet.
Die vertiefte Sekunde auf Emailleblättern (also das zweiteilige Blatt) verbreitet sich in England grob so ab etwa 1850 (obwohl auch nachher noch vereinzelt Uhren mit nicht vert. Sekunde auftauchen. Und einige wenige vertiefte kurz vorher (scheinbar oft auf Halbplatinenwerken)
Daran kann man (neben dem Schreibfehler) auch erkennen, dass das Blatt des Rechenankers oben (die 'Tynford/Twyford') später angefertigt wurde als das Werk. Wahrscheinlich zeitgleich mit dem Gehäuse.

Es gibt auch sogenannte Übergangsblätter - die zwar eine Vertiefung für den Zeiger haben, aber die Ziffernindikation der Sekunde auf dem umgebenden Hauptblatt).

Ab ungefähr 1870 tauchen dann auch 3-Teilige Blätter auf (mit zusätzlich vertieftem Mittenkreis).

Als weiteren Indikator für das Alter des Blattes kann man bei Engländern u.U. auch den Weisston heranziehen - Ab ca. 1830 bis vereinzelt spätestens 60/70 gibt es recht oft elfenbeinfarbene Blätter. Allerdings hab ich weit spätere 3-teilige in Elfenbeinton (1898).

Hat der Stundenzeiger eine besondere Bezeichnung ?
Ist mir nicht bekannt. Der dazugehörige Minutenzeiger hätte die gleiche skelletierte Form (mit Birnenspitze) in langgestreckt.

@Willy

Dass der Unruhreif aus Gold sein könnte, wäre sicher auch vorteilhaft für die Ganggenauigkeit der Uhr. Oder ist das nur dazu da, um mehr herzumachen?
Er ist wohl eher aus Messing. (Auf die Gangenauigkeit hätte Gold keinen Einfluss. Man hat eher aus Gründen des Gewichts und vor allem der Korrosionsbeständigkeit niederkarätige Goldunruhen verbaut)

Gruß,
Harald
 
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Uhrenfreak

Uhrenfreak

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Hallo!



Er ist wohl eher aus Messing. (Auf die Gangenauigkeit hätte Gold keinen Einfluss. Man hat eher aus Gründen des Gewichts und vor allem der Korrosionsbeständigkeit niederkarätige Goldunruhen verbaut)

Gruß,
Harald
Hallo Harald,

hat das spez. Gewicht des Unruhreifs auf die Gleichmäßigkeit der Schwingung keinen Einfluß? Je schwerer, desto beständiger und weniger beeinflußbar?

Du bist meine laienhaften Fragen schon gewohnt, also wundere Dich nicht!

Gruß Willy
 
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moskau

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Hallo Willy!

In gewissem Maße kann eine schwere Unruh sicher für stabile Schwingungen sorgen. Man kann das ja gut an den massiven Chronometerbalancen sehen - allerdings muss der gesamte Rest der Ganpartie entsprechend dimensioniert sein.
Und die obige ist auch aus Messing schwer genug .

Und der letzte Schluss der Weisheit sind schwere Unruhen sicher nicht - sieht man sich z.B. die federleichte, im Umfang recht grosse Balance (Invararme und Palladiumspirale) der Hamilton 22 an. Und die gilt vielen als die präziseste, je in Massenfertigung hergestellte, tragbare Uhr.

H.
 
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Ursus

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Hallo Willy!

Und der letzte Schluss der Weisheit sind schwere Unruhen sicher nicht - sieht man sich z.B. die federleichte, im Umfang recht grosse Balance (Invararme und Palladiumspirale) der Hamilton 22 an. Und die gilt vielen als die präziseste, je in Massenfertigung hergestellte, tragbare Uhr.

H.
Siehe auch den "großen" Marinechronometer von Hamilton, der M21.

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Thema:

...und nochmal zwei aus England: Rechenanker und Duplex

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