Uhrwerk Powermatic 80

Diskutiere Uhrwerk Powermatic 80 im Herrenuhren Forum im Bereich Herrenuhren; Wenn Du schon einräumst, daß es auch ein Zufall sein kann: Wie kommst Du denn darauf, daß es sich um ein irgendwie minderwertiges Werk handelt...
#41
TS70

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Bin absolut kein Fan dieses Werks, es ist für mich eine absolute Rückentwicklung richtung billig-mainstram. Der Defekt kann Zufall sein, vielleicht aber auch nicht, wer weiß...
Wenn Du schon einräumst, daß es auch ein Zufall sein kann: Wie kommst Du denn darauf, daß es sich um ein irgendwie minderwertiges Werk handelt?

Ich bin auch kein großer Fan dieser neuen ETA-Werke, aber allein deswegen, weil ich keinen Vorteil in 80h Gangreserve sehen kann (und man dafür eben die Frequenz runtergeschraubt hat). Ich besitze aber eine Hamilton mit einem solchen Werk, und ich kann da weder optisch noch auf der Zeitwaage etwas erkennen, was für eine "Rückentwicklung" sprechen würde.
 
#43
TS70

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Schon recht, aber eine Etachron-Feineinstellung o.ä. fehlt ja auch bei sehr viel besseren Werken, und ich habe mir sagen lassen, daß das technisch auch seine Vorteile haben soll.
 
#44
ticktick

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Das würde mich jetzt aber sehr interessieren was die technischen Vorteile einer fehlenden Feineinstellung sind!

Bei Seiko ist es so dass nur die hochwertigen Werke eine Feineinstellung besitzen, die günstigen nicht. Und mit denen ärgert man sich tierisch beim Regulieren. :oops:

Optischer Nachteil beim Powermatic 80 ist natürlich auch der nicht ganz so flüssige Lauf des Sekundenzeigers bedingt durch die niedrigere Frequenz.
 
#45
TS70

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Es gibt ja eine Möglichkeit der Feinjustierung, nämlich über die Schrauben an der Unruh. Die Powermatic-Werke haben ja im Gegensatz zu günstigen Seikos noch nicht mal einen Rücker.

Soweit ich weiß, soll der Verzicht auf einen Rücker die Präzision erhöhen. Warum das so ist: keine Ahnung.
 
#46
ticktick

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Ach so...jetzt hab ich es. Wusste nicht dass über die Unruhe justiert wird, ich dachte das Etachron wurde einfach eingespart und man reguliert am Rücker...
So macht es natürlich Sinn, dann kann die Unruhespirale frei schwingen.
 
#47
tempicus

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Soweit ich weiß, soll der Verzicht auf einen Rücker die Präzision erhöhen. Warum das so ist: keine Ahnung.
Ich hatte neulich ersten Kontakt mit einer Uhr mit dem Powermatic 80. Eine höhere Genauigkeit kann ich nicht bestätigen. Ja, sie läuft sehr ganggenau, aber stets 30s/Tag im Vorlauf. Das finde ich einfach viel zu viel bei einer Uhr für 1T€. Reklamieren kann man das eigentlich nicht, da es ja gerade noch innerhalb der vom Hersteller angegebenen Toleranz ist. Regulieren ist nicht. Also? Es hat mir die Freude an einer wunderschönen Uhr verdorben. Leider gibt es diese nicht mit einem schnöden 2824-2 oder dessen Klonen und Verwandten, oder einem Miyota 9015 oder STP1-11. Schade, deshalb ging die Schönheit wieder zurück.

Gruß
Reiner
 
#48
TS70

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Das war etwas voreilig, die Uhr gleich zurückzuschicken, denn die Werke sind natürlich regulierbar - nur leider nicht, indem man einfach mit einem Schraubenzieher in Richtung + oder - dreht.

Was war denn das genau für eine Uhr? Ich kann mir nicht vorstellen, daß bei der Swatchgroup +30s/d als akzeptabel gelten.
 
#49
GuidoMido

GuidoMido

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Ich kann das Zurückschicken schon verstehen.

Es wird zwar immer gesagt, dass die Uhr nach ein paar Monaten langsamer wird und einige Zeit konstanter läuft bis sie schließlich nachgeht und ein Service fällig wird. Aber wenn aus den 30 Sek/Tag nach 3 Monaten ein Vorlauf von 20 Sek/Tag geworden ist liegt das ziemlich sicher innerhalb der Toleranz und eine Regulierung kostet unweigerlich Geld. Leider ist nach der Wartezeit das Rückgaberecht abgelaufen und man hat Pech gehabt.

Ich habe es auch schon erlebt, dass eine Regulierung in genauere Grenzen als die offizielle Toleranz abgelehnt wird, das wäre den Chronometern vorbehalten. Das gilt ganz besonders für die Swatchgroup, die ihren Marken einen festen Platz in einem internen Qualitätsranking zuweist.
 
Zuletzt bearbeitet:
#50
tempicus

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Was war denn das genau für eine Uhr? Ich kann mir nicht vorstellen, daß bei der Swatchgroup +30s/d als akzeptabel gelten.
Eine Mido Ocean Star war es. Hier ein Zitat aus dem Manual:

"Präzision
Die Präzision einer Mechanikuhr hängt von den Bewegungen und
den Gewohnheiten ihres Trägers ab und kann folglich variieren.
Ein qualifizierter MIDO ® Uhrmacher kann die Präzision einer Uhr innerhalb
der MIDO ® Toleranzen regulieren. Die meisten Uhren, die nicht über ein
Chronometerzertifikat verfügen, weisen eine mittlere Präzisionstoleranz
von -10/+30 Sekunden pro Tag auf."

Ich konnte alle meine "billigen" Orient & Co. selber auf eine Präzision von max +10s/Tag regulieren können, mit etwas Geduld meist sogar besser. Alle Sellita SW200 oder 2824-2 liefen ab Werk besser. Eine neue Alpina läuft mit +15s aber das krieg ich schon noch hin ;-) Bei der Mido kann ich das aber nicht (so einfach), und es stört mich, dass dieses ach so tolle werksregulierte Kaliber nicht hält was es verspricht. Ach so, tut es ja eigentlich schon, wenn ich dem Manual vertraue ... Ausserdem ärgert es mich, wenn ich eine neue Uhr gleich wieder einschicken muss. Das bin ich dann bockig und mag gar nicht mehr. Es kommt bestimmt mal eine andere über den Weg die mir genauso gut gefällt, eine Oris Aquis, Aevig Huldra oder eine Seamaster 300 oder ...

Gruß
Reiner
 
#51
TS70

TS70

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Die meisten Uhren, die nicht über ein
Chronometerzertifikat verfügen, weisen eine mittlere Präzisionstoleranz
von -10/+30 Sekunden pro Tag auf.
Immerhin, manche Hersteller halten sich da ja vornehm mit genaueren Angaben zurück. Auffällig ist übrigens, daß da von einer mittleren Toleranz die Rede ist. Das könnte man so verstehen, daß die meisten Uhren wie aufgeführt laufen, daß man aber selbst bei Abweichungen keinen Anspruch gegenüber dem Hersteller hat.
 
#55
gm_2000

gm_2000

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Bei -10/+30 Sekunden/Tag ist es schon fast lächerlich überhaupt von Präzision zu sprechen :shock: Aber hey, ist ein Schweizer Uhrwerk. Für "normale" Leute mit nur einer Uhr kann ich verstehen warum Quartz gekauft wird. Wenn man die Uhr nur 1x im Monat inkl. Datum stellt hat man im schlimmsten Fall mal eben +15min Abweichung...
 
#56
T

TaifunDB

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Mal aus der Versenkung holen, weil einer meiner Beiträge hier gelobt wurde:

Wenn mein Auto nicht seine Werksangaben erreicht, dann stelle ich das hin und lasse es nachbessern. Auch, wenn das innerhalb der gesetzlichen Toleranz ist. Genauso bei einem Powermatic-80-Werk, welches derart schlecht läuft. Da ist auch die erlaubte Toleranz egal. Und die Swatch-Group wäre ganz sicher bereit eine derartig schlecht laufende Uhr neu zu regulieren. Ich hatte bisher mit denen (Tissot) keine Probleme. Per Email das Problem geschildert und Uhr hingeschickt.

Meine bisher einzige Powermatic-80-Uhr lief im Bereich von + 3 Sekunden. Sie verliess mich nur, weil es einfach die falsche Uhr war. Eine P80 würde ich immer wieder nehmen.
 
#57
bork

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Mein PM80 in Certina DS1 ab Werk super genau. Nach meiner Rolex ab Werk die genaueste.
War erstaut das meine Sinn556 mit 8sec. Vorlauf mit dem Top Werk relativ schnell ging.
 
#58
clocktime

clocktime

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Das Powermatic 80 ist an sich ein gutes Kaliber.
Mit der Ganggenauigkeit ist das so eine Sache. Die Powermatic 80 sind wesentlich genauer einreguliert als die älteren ETA 28xx-Kaliber. Ich habe das ETA 2824-2 in einer Certina DS-1. Die Genauigkeit lässt insofern zu wünschen übrig, dass sie an einem ruhigen Wochenende 10-12 Sekunden im Minus läuft, während sie unter der Woche auf praktisch +/-0 läuft. Ich habe sie allerdings zweimal einregulieren lassen.
Den Unterschied zwischen einem 28800 und einem 25200 sieht man zwar, aber ich schaue schnell auf die Uhr, um die Uhrzeit abzulesen. Ob der Zeiger mit 28800 oder 25200 tickt - sorry, aber das ist so etwas von egal. Natürlich sieht man den Unterschied, aber das sagt nichts über die Qualität der Kaliber aus: Ganz teure Uhren ticken oft noch langsamer - da beschwert sich comischerweise keiner...
Mido baut meist die Powermatic 80-Adaptionen ein - na und? Mido verwendet dieses sogar bei ihren Chronometern.
 
#60
Plaggy

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Afaik bauen nur Longines und Union die ETA-Werke mit 25.200 BpH (60h GR) ein, der günstigere Rest der Swatch-Group greift auf Powermatic 80 zurück (21.600).
Omega hat natürlich auch nur 25.200 BpH, aber die Werke stehen natürlich konstruktionstechnisch wieder auf ner anderen Stufe!

Was die fehlende Feinregulierung jetzt direkt in der Realität ausmacht, wer soll das beantworten? Ich halte das weglassen bzw. den Sprung auf diese Kaliber für den Standardkunden, der sich 1-2 Automatik-Uhren im Leben kauft für genau richtig:
Er muss sich weniger über die Gangreserve Gedanken machen, wenn er die Uhr am Wochenende nicht trägt, der Verschleiße ist minimal geringer und wenn die Teile gut reguliert sind (was für nen Uhrmacher weiterhin möglich ist), laufen sie auch stabil.
 
Thema:

Uhrwerk Powermatic 80

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