Uhrwerk ETA 2804-2 vs. ETA Unitas 6498-1 - Ganggenauigkeit, Langlebigkeit

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Tommchen

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Hallo liebe alle,

ich hoffe ihr könnt mir ein wenig mit eurem Wissen weiterhelfen.
Demnächst möchte ich mir ein klassische Armbanduhr mit Handaufzug zulegen. Nun habe ich die Qual der Wahl zwischen einem ETA 2804-2 und einem ETA Unitas 6498-1 Elabore Uhrwerk.
Optisch ist glaube ich unbestritten, dass das Unitas Werk einfach schöner zum Ansehen ist und von der Haltbarkeit, solltes auch langlebiger sein, da es ja auch wesentlich weniger Schwingungen macht.

Wie sieht es aber eigentlich mit der Ganggenauigkeit aus? Theoretisch sollte ja das das 2804-2 Werk weniger Abweichung aufweisen, da es ja Schwingfrequenz von 28 800 hat und das Unitaswerk "nur" mit 18 800 schwingt und höherfrequente Uhrwerke sollten eigentlich weniger Gangabweichung aufweisen und daher eine höhere "Genauigkeit" haben.

Ist meine Annahme daher grundsätzlich richtig? Habt ihr eventuell Erfahrungen damit? Wie sieht die Praxis aus?

Welches der beiden Uhrwerke würdet ihr denn den Vorzug geben und warum?

Wäre es für euch störend weil das Unitaswerk keinen Sekundenstopp hat?

Ich wäre euch überaus dankbar, wenn ihr mir mit euer Expertise weiterhelfen könntet!

P.S.: Und bitte nicht böse sein, sollte ich mich nicht immer fachlich korrekt ausgedrückt habe ;-)

LG Th
 
bachmanns

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Das Werk kann man ja im Zweifel einregulieren (lassen), so daß es da von der Ganggenauigkeit gar keine großen Differenzen geben sollte. Ich habe hier ein 2804-2, das mit plus 17 Sekunden am Tag läuft.

Wichtig ist noch die Größe: da das 6498 über 36 mm Durchmesser hat, sind die meisten Uhren damit 42+ mm groß. Wenn Du das tragen kannst, kein Problem. Mit schmalen Handgelenken wird das schnell zu groß. Immerhin gibt es inzwischen Hersteller, die ein solches Werk in eine Uhr mit 40 mm Durchmesser packen können.

Weiterer Unterschied: Zentralsekunde vs. Kleine Sekunde. Was gefällt Dir besser? Eine Kleine Sekunde im kleineren Format liefert das ETA 7001 (Peseux), aber ebenfalls ohne Sekundenstop.
 
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Tommchen

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Hallo Rene,

vielen Dank für deine Infos. 42+ Durchmesser wäre mir eigentlich auch zu groß. Für mich ist 40mm perfekt und ich habe auch eine Uhr gefunden die das Unitaswerk in 40mm verbaut hat. Wenn ich ehrlich bin gefällt mir die zentrale Sekunde ein wenig besser, aber mich würde wirklich interessieren, ob das Unitaswerk wesentlich bei der Ganggenauigkeit dem 2804-2 Werk hinterherhinkt, oder ob vielleicht doch beide Werke eine ähnliche Gangabweichung aufweisen.
 
BergsteigerLeo

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Stowa baut das Unitas in ein 41mm Gehäuse (Flieger Klassik 6498)
 
bachmanns

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Tourby hat 40,5 mm und Dekla neuerdings 40 mm.

Ich glaube nicht, daß es gravierende Unterschiede bei der Ganggenauigkeit gibt. Wie gesagt, man kann jedes Werk einregulieren.
 
BergsteigerLeo

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So ist es.
Gerade bei einem Handaufzug fummelt man ja eh täglich dran rum. Da kann man auch die paar Sekunden nachstellen. Es sei denn man ist ein Ganggenauigkeitsfanatiker...
 
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zeekaa

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Galt früher nicht: größere Uhruh = größere Gangstabilität? Spräche für das Unitas.
 
BSBV

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Auch der Hersteller Panerai hat Unitas-Werke für einige ihrer Uhren verwendet. Warum wohl ? ;-)
 
BergsteigerLeo

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Bei mir tickert ein Unitas in einer Zeno Flieger von ca. 2007/8.
Bisher keine Revision, keine Nachregulierung; trotzdem max 10-15s/24h
Ist sicher nichts Filigranes, eher ein Traktor, aber ein zuverlässiger, robuster Klassiker
 
Plaggy

Plaggy

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Naja, Panerai hat auch umgebaute Valjoux-Chronos ohne Chrono-Einheit als Automatik-Dreizeiger verwendet ;-)
Zudem wurden bei Panerai afaik nur die technisch versierteren 649x-2 Werke verbaut, die mehr GR haben und bessere Komponenten.
Die findet man übrigens heute kaum noch, wenn dann meistens als Chronometer
 
tba7

tba7

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Hier noch ein paar "weiche" Fakten von mir (habe Uhren mit beiden Werken): ich finde, das Unitas ist das schönere Werk (für den Fall, dass Du einen Sichtboden willst) und es klingt mit den langsameren Schwingungen für mich besser - wahnsinnig beruhigend gegenüber dem hektischen 2804.
 
clocktime

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Demnächst möchte ich mir ein klassische Armbanduhr mit Handaufzug zulegen. Nun habe ich die Qual der Wahl zwischen einem ETA 2804-2 und einem ETA Unitas 6498-1 Elabore Uhrwerk.
Optisch ist glaube ich unbestritten, dass das Unitas Werk einfach schöner zum Ansehen ist und von der Haltbarkeit, solltes auch . langlebiger sein, da es ja auch wesentlich weniger Schwingungen macht.

Wie sieht es aber eigentlich mit der Ganggenauigkeit aus? Theoretisch sollte ja das das 2804-2 Werk weniger Abweichung aufweisen, da es ja Schwingfrequenz von 28 800 hat und das Unitaswerk "nur" mit 18 800 schwingt und höherfrequente Uhrwerke sollten eigentlich weniger Gangabweichung aufweisen und daher eine höhere "Genauigkeit" haben.

Ist meine Annahme daher grundsätzlich richtig? Habt ihr eventuell Erfahrungen damit? Wie sieht die Praxis aus?

Welches der beiden Uhrwerke würdet ihr denn den Vorzug geben und warum?

Wäre es für euch störend weil das Unitaswerk keinen Sekundenstopp hat?
Schaue Dir die Uhren an und nimm die, die Dir besser gefällt. Mir würde der fehlende Sekundenstop fehlen. Vermutich stoppt die Sekunde durchaus, wenn man beim Einstellen leicht rückwärts dreht (wie bei Miyota).
Die Taktrate sagt nichts über die Ganggenauigkeit einer Uhr aus. Eine langsamer getaktete Uhr ist theoretisch schwieriger einzuregulieren, aber das war's dann. Man hat eine Zeitlang die Taktraten höher setzen müssen, um das Einregulieren besser hinzubekommen; Zenith hat deshalb 5Hz-Kaliber (36000 Halbschwingungen) herausgebracht. Die Idee war zwar gut, aber die Wartungsproblematik verschärfte sich mit der höheren Taktung zunehmend. Inzwischen wird elektronisch gemessen, und dann wird die Taktrate weniger wichtig für das genaue Einregulieren. Heute werden auch Kaliber mit 3Hz (21600) auf COSC einreguliert - problemlos. Viele neue Kaliber werden mit deutlich weniger als 28800 gebaut (Omega, Longines, ETA C07...), bei gleichbleibend hoher Ganggenauigkeit, notabene.
Sofern mechanische Kaliber sich auf Dauer halten, könnte ich mir auch vorstellen, dass diese irgendwann auf 7200 (1Hz) kommen. Es wirkt bei einer Automatik durchaus toll, wenn der Sekundenzeiger immer bei der vollen Sekunde "stehen" bleibt. Andererseits lieben viele Leute bei der Automatik den mehr oder minder gleitenden Sekundenzeiger, was wiederum eine etwas höhere Taktrate von 3Hz (21600) und mehr voraussetzt.
 
Uhrbene

Uhrbene

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Das Unitas durch Zurückdrehen der Krone zu stoppen, ist fast aussichtslos. Nicht wie bei einem 8er Miyota oder Seiko 7S.

Die höhere Frequenz hat sehr wohl mit der Ganggenauigkeit zu tun. Ob das in der Praxis eine Rolle spielt, ist eine andere Frage.
 
ETA2824

ETA2824

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Optisch ist glaube ich unbestritten, dass das Unitas Werk einfach schöner zum Ansehen ist und von der Haltbarkeit, solltes auch langlebiger sein, da es ja auch wesentlich weniger Schwingungen macht.
Es werden Dich bei entsprechender Pflege und Service beide bei weitem überleben.
Das 6498 ist mit Sicherheit exklusiver.
 
martin-a-51

martin-a-51

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Obwohl ich ein grosser Freund der Unitas-Werke bin, soll dem TS nicht verheimlicht sein, dass meine 28xx allesamt genauer laufen. Und nein, nicht nur die Automaten (da ist es klar, weil die hier eher konstante Federspannung hilft), auch das 2804 bzw. das H-50. Eine Ausnahme bildet das 6497-2 in der Chronometerausführung, das ist sehr mittig in der Norm.
 
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Tommchen

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Vielen lieben Dank für eure wertvollen Rückmeldungen und Erfahrungen bezüglich beiden Werken. Ich gib mir noch ein paar Tage Bedenkzeit und werde dann entscheiden, welches Uhrwerk ich dann nehme. Toll sind sie beide. Und vielleicht leg ich mir ja mal beide Uhrwerke zu, denn wie ich bereits in diesem Forum gelesen habe, haben viele von euch mehr als eine mechanische Uhr.
 
Sedi

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Kommt halt immer drauf an, wie genau man es will. Beide Werke sind auf jeden Fall spielend in der Lage mit weniger als 10 Sekunden Abweichung am Tag zu laufen und mir genügt das. Das Unitas zieht auf jeden Fall sehr angenehm auf und tickt auch schön laut. Das 2804 muss man je nach Uhr schon direkt ans Ohr halten, damit man was hört. Ich würde es ein wenig vom Uhrtyp abhängig machen. Uhren im Stil von Marineuhren etwa (vielleicht noch mit römischen Ziffern) sind schöner mit dezentraler Sekunde. Uhren im Stil der Beobachteruhren aus dem Zweiten Weltkrieg hatten zB, soweit ich weiß, laut Lastenheft im Original immer Zentralsekunde und Sekundestopp. Da passt das 2801/04 besser dazu, auch wenn es in einer großen Uhr ein wenig verloren ist (macht bei einem Stahlboden aber dann auch nichts aus). Am allerschönsten ist natürlich der Unitas-Umbau auf Zentralsekunde mit Sekunden-Arret auf der 12, der mal von einigen Marken verwendet wurde. Aber der Umbau wird aktuell, glaube ich, von niemandem mehr gemacht leider.
 
martin-a-51

martin-a-51

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Doch, Steinhart bietet einen solchen Umbau an und Tourby auch (wieder).
Ist nicht ganz billig, aber sehr schön, so eine grosses Unitas mit Zentralsekunde!
 
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Uhrwerk ETA 2804-2 vs. ETA Unitas 6498-1 - Ganggenauigkeit, Langlebigkeit

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