Uhrmacherpfusch bitte um Rat

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bmwr12

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Hallo
Ich habe mir vor einiger Zeit eine gebrauchte Uhr aus Glashütte mit einem Werk ETA 2892, hergestellt 1993, zugelegt. Wenn man sie aufgezogen und getragen hat, blieb sie nach ca. 5 Tagen stehen. Dies wollte ich jetzt ändern lassen und brachte sie Anfang Juni zu einem 35 km entfernten Uhrmacher. Ich teilte ihm mit, dass sie nur 5 Tage läuft und er sie wieder zu einer normalen Aufzugsverhalten verhelfen möchte.
Anfang Juli habe ich sie abgeholt. Jetzt musste ich feststellen, dass sie nicht mehr nach 5 Tagen stehen blieb sondern schon nach 2 Tagen. Der automatische Aufzug dürfte jetzt gar nicht mehr funktioniert habe.
Darauf brachte ich sie wieder in die Werkstatt mit der Aufforderung sie in Ordnung zu bringen.
Als ich sie wieder abholen wollte, war auf der Uhr statt des Saphirglases ein gewölbtes Plasteglas eingesetzt. Begründet wurde dies mit den knappen Platzverhältnissen in der Uhr. Ich ließ sie dort und verlangte den Einbau des Saphirglases.
Mitte Oktober habe ich die Uhr wieder abgeholt. Diesmal wurde mir noch ein Beutel mit einem Zahnrad (bestehend aus zwei Teilen- dem Ritzel und dem Zahnrad) mitgegeben, was angeblich defekt war. Dies soll den Fehler verursacht haben. Soweit ich es erkennen kann, dürfte es sich um das Mitnehmerrad für das Sperrrad handeln. Der Handaufzug geht auch recht schwer und so wurde vom Uhrmacher die 3,5 mm Krone gegen eine 4mm Krone ausgetauscht.
Jetzt läuft nach dem Aufziehen die Uhr wieder jeweils 3Tage was ja schon ein Fortschritt ist.
Die Uhr wieder zu dem Uhrmacher bringen macht denke ich keinen Sinn. Ich möchte ihn mit so einem Pfusch aber auch nicht davonkommen lassen. Zu einem anderen Uhrmacher zu gehen und von dem Pfusch seines Berufskollegen zu berichten, habe ich Bedenken. Vor allem, wo finde ich einen, bei dem mir nicht das Gleiche passiert.
Vielleicht kann mir jemand einen Rat geben, der mir bei meiner weiteren Entscheidung hilft.
Mit freundlichen Grüßen
 
fantomaz

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5 Tage? Ein 2892? Wahnsinn, habe ich noch nie gesehen.
Kannst Du mal Bilder und Referenz der Uhr schreiben?
 
jubifahrer

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Aufgezogen und getragen steht da...wenn sie aufgezogen wird und dann mit normaler Aktivität getragen wird, sollte sie doch gar nicht stehen bleiben?
 
falko

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Gerade die früheren ETA 2892 Versionen leiden gern unter schwachem Aufzug. Es handelt sich um ein Klinkenrad-Problem. Auch der schwergängige Handaufzug Deiner Uhr deutet in diese Richtung. Der Uhrmacher soll diese reinigen oder besser erneuern.
 
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Na ja, das 2892 ist bekanntlich nicht gerade berühmt für eine gute Aufzugsleistung.
@bmwr12
Du trägst die Uhr schon regelmäßig und bewegst Dich auch mit ihr?

Edit: und ein Foto von der Uhr wäre gut. Die Aussage bezüglich des Glases macht mich etwas stutzig.

Edit: es ist wohl die hier, oder? 🙂
Uhr

So, das ist die Referenz 89-64-40-40 in 585er Gold, oder? Die ist im Gegensatz zu anderen Modellen von Glashütte aus der Zeit ab Werk tatsächlich mit Saphirglas ausgeliefert worden. Wieso man da ein Plexi rein dengelt, ist mir ein Rätsel.
 
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watchhans

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Für Büromenschen z.b. ist ein 2892 jedenfalls völlig ungeeignet. Es sei denn ein modifiziertes IWC-2892, die haben ein etwas größeres Rotorgewicht.
Das mit dem Plexi statt Saphir ist mir auch völlig schleierhaft.
(Ist ihm vielleicht das Saphir beim Einpresssen zerbrochen? Und er hatte kein passendes da? Ich weiß, böser Gedanke....:hmm:)
 
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habring

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Für Büromenschen z.b. ist ein 2892 jedenfalls völlig ungeeignet. Es sei denn ein modifiziertes IWC-2892, die haben ein etwas größeres Rotorgewicht.
Das mit dem Plexi statt Saphir ist mir auch völlig schleierhaft.
(Ist ihm vielleicht das Saphir beim Einpresssen zerbrochen? Und er hatte kein passendes da? Ich weiß, böser Gedanke....:hmm:)
Die Frage ist: hat die Uhr ein 2892 (28mm) oder ein 2892-2 (25,6mm)? Das IWC-2892-2 aka 3752x wäre einem 2892-A2 gleich zu setzen. Das hat Anfang der 90er die von IWC propagierte schwerere Schwungmasse übernommen.
Gruss
Richard
 
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bmwr12

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Hallo
Vielen Dank für eure Antworten. Bei der Uhr handelt es sich wie bei -Der Motor- aufgezeigt um die Glashütte 89-64-40-40-00 mit dem ETA 2892-2. Die Uhr wurde von mir voll aufgezogen und bei bewegungsintensiven Tätigkeiten getragen. Wieso ein Uhrmacher ein Werk, was noch hergestellt wird, nicht zum Laufen bringt ist mir ein Rätsel. Dazu kommen noch die Nebenerscheinungen wie das ausgetauschte Glas oder die größere Krone. Es entstehen etliche Fragen, aber einen Rat wie ich mich weiter verhalten kann, hat auch keiner. Wenn es ein Ergebnis gibt, werde ich informieren.
Viele Grüße
bmwr12
 
Harpye

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Zurücktragen und fragen ober die falsche Uhr rausgegeben hat :)
 
watchhans

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Die größere Krone kann ich mir nur dadurch erklären, daß er gerade keine andere zur Hand hatte.
Ist aber nicht o.k.

Das von Dir beschriebene Ergebnis sollte auf jeden Fall reklamiert werden. Davon kommen lassen würde ich ihn damit nicht.

Ich weiß das dies vielleicht für Dich keine sehr befriedigende Antwort sein könnte. Aber was wäre die Alternative?
Da bliebe nur der Gang zu einem anderen Uhrmacher und den Verursacher davonkommen zu lassen.
 
Der Motor

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Es entstehen etliche Fragen, aber einen Rat wie ich mich weiter verhalten kann, hat auch keiner.
Sorry, aber ich habe Dich um Bilder von der Uhr gebeten. Es kamen keine. Das Bild von Deiner Uhr habe ich selbst in Deinen alten Beiträgen gefunden und die Referenz habe ich selbst anhand von dem von mir gefundenen Foto identifiziert/erraten. Deine Mithilfe ist also eher so mittelprächtig. Schicke bitte detaillierte Bilder von der geöffneten Uhr mit Großaufnahmen vom Werk oder reklamiere einfach die Reparatur. Ich bezweifle eh, dass wir Dir aus der Entfernung irgendwie weiterhelfen können.
 
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higginsd

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Jemand, der an einem 2892 scheitert, darf sich tatsächlich Uhrmacher nennen? Das ist eines der einfachsten Automatikwerke, das service ich als Laie sogar selber.

Klar würde ich damit zu einem anderen Uhrmacher gehen, um den Pfusch nachweisen zu können. Oder gleich zu Innung. Gelegenheit zur Nachbesserung hatte dieser "Uhrmacher" ja nun genug.
 
hermannH

hermannH

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Hallo

Das 2892er war meiner Ansicht nach das erste Werk mit geplanter Obsoleszenz. Noch dazu ein Rückschritt die Technik betreffend.
Es gibt aber noch immer Uhrmacher, die nach der traditionellen Vorgangsweise arbeiten, welche die früheren hochwertigen Uhrwerke bedingt haben.
Heute muss man bei vielen Werken auf Teufel komm raus Teile tauschen, damit sie wieder voll funktionsfähig werden. Teilweise kommt da ein kompletter Werktausch für den Kunden günstiger.
Man muss sich als Techniker heute von der Doktrin verabschieden, die für den Kunden günstigste Variante zu wählen, in dem man nur die abgenutzten Teile tauscht.
Einfach den KV erhöhen, und dann die komplette Gruppe tauschen. Ist leider heute auch im Sinne der Hersteller.

Das mit dem Glas würde ich gerne sehen.

Jemand, der an einem 2892 scheitert, darf sich tatsächlich Uhrmacher nennen? Das ist eines der einfachsten Automatikwerke, das service ich als Laie sogar selber.
Wie viele 2892er machst du denn so im Jahr?
Ich hatte dieses Jahr genau 28 davon am Werktisch, ohne die mit Chronomodul dazu zu zählen. Bei 7 davon musste ich teilweise mehrmals nacharbeiten. Und selbst wenn mir eine Uhr durch gerutscht wäre und als Reklamation zurück gekommen wäre, würde das noch lange keine Rückschlüsse auf die Qualität meiner Arbeit liefern.

Gruß hermann
 
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omega511

omega511

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PjK>MUC>W>OL>?
Plexiglas statt Saphir und falsche Krone erklären sich wohl selbst, aktive Mithilfe des TS ist auch nicht vorhanden, damit ist eigentlich alles klar, allerdings möchte ich hier doch für das arme kleine 2892 und ein kleines bisschen für @hermannH eintreten.

Ja, auch ich finde es stark verwunderlich, dass man bei einem 28xx Klinkenräder tauschen muss, während 27xx oder sogar 24xx einfach gereinigt werden h d nach dem Zusammenbau perfekt weiterlaufen, obwohl sie deutlich älter sind.

Allerdings muss ich auch feststellen, dass mein 2892 in Form des Omega 1109 seit 1994 mit insgesamt 3 Revisionen perfekt läuft, chrjnometergenau die Zeit anzeigt und ich eher in die Normalo-Fraktion gehöre. Das ist schon ein gutes Werk.
 
hermannH

hermannH

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Hallo

Die geplanten(?) Schwachstellen liegen in der Lagerung. So sieht das dann aus, wenn die Räder groß teils auf Stiften und nicht mehr mit Zapfen in Steinlager laufen:

2725426

2725428

2725432

Gruß hermann
 
watchhans

watchhans

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Als fortgeschrittener Amateur muss ich hermann zustimmen. Als ich das erste Mal ein 2892 revidierte, bemerkte ich auch ein kleines Manko an traditionellen Steinlagern. Und bei intensivem Tragen ist die Abnutzung der Stifte vorprogrammiert. Da darf man dann gleich die ganze Baugruppe austauschen.
 
dr.-hasenbein

dr.-hasenbein

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Hat das 2892 denn weniger Steine / Rubins / Jewels als die Vorgänger ?
 
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habring

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Die weniger Steine sind nicht das Problem bei allen 2892-Versionen sondern die zu leichte Schwungmasse bein 2892-2 und das relativ grosse Kugellager. Letzteres kann - schlecht gereinigt oder geölt - schon alleine für Aufzugsprobleme verantwortlich sein.

Nachtrag: Die Lagerung einzelner Räder auf Stiften ist wenig problematisch, solange sichergestellt ist, dass diese durch die zu übertragende Kraft nicht kippen. Das war bei den ersten beiden Versionen beim Übertragungsrad 1490 der Fall. Dieses war zudem geprägt und hat sich bei Überschreitung des empfohlenen Servicetermins mitunter stark in die Brücke eingearbeitet. ETA hat diese Lagerung beim Umbau auf die letzte Version A2 - nebst der schwereren Schwungmasse - verändert. Dieses Rad und den dazugehörigen Stift gibt es (gab's) im Fachgroßhandel zu kaufen um ältere Versionen umzurüsten. Und hier zeigt sich der Vorteil solcher Lagerungen auf Stift: Ist dieser verschlissen lässt er sich leicht von jedem Uhrmacher mit Drehbank replizieren. Bei einer Rad/Welle-Combo wird das schon schwieriger.
 
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RS990

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Hallo ,
gebe jetzt auch meien Senf dazu:
Bei 2892/2892-2 ist es aus unserer Sicht wichtig das Rotorlager zu kontrollieren. Es läuft zwar optisch gut, wenn man es aber mit einer Glättahle testet spürt man oftmals ein ecken.
Diese Uhr funktioniert am Uhrenbeweger einwandfrei, aber an der Hand nicht.
Weiters sollte das Klinkenrad zu viel Luft in sich haben ist das gleiche Ergebnis.
Das letzte was uns noch aufgefallen ist (hatten wir bis jetzt 3x) alles neu alles Ok, Uhr zieht beim Tragen nicht auf : Die Automatikbrücke war leicht verbogen, ist fast nicht zu sehen.
Ist durch abhebeln Zustande gekommen. Brücke getauscht Fehler weg.
LG RS990
 
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