Uhrmacherausbildung - Literatur

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hey_ho

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Hallo Zusammen,

ich habe bereits die Suchfunktion des Forums genutzt und kenne auch die einschlägigen Adressen (z.B. Historische Uhrenbücher), wo man Bücher über Uhrentechnik kaufen kann. Ich würde jedoch gerne wissen, welche Literatur aktuell in den Uhrmacherschulen verwendet wird? Die Bücher von z.B. "Historische Uhrenbücher" sind super, aber leider größtenteils Reprints von Büchern aus den 20er, 30er oder 50er Jahren (bin selber im Besitz einiger dieser Bücher). Technologisch hat sich ja in der Zwischenzeit durchaus eine Menge getan. Gibt es aktuellere Literatur zu kaufen oder ist das größtenteils den Uhrmacherschulen überlassen?

Zudem würde ich mich nach Möglichkeit über Bezugsquellen freuen - ob deutsche oder englischsprachige Literatur ist mir egal, bin diesbezüglich flexibel. ;-)

Ich danke Euch sehr für Euren fachlichen Input. Genießt noch Euer Wochenende!

Viele Grüße.
hey_ho
 
hey_ho

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...hmmm... Anscheinend keine UhrmacherInnen im Uhrforum, was?! ;-) Sehr schade, hätte mich brennend interessiert.
 
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OWLer

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Ich bin selber kein Uhrmacher, habe mir die Frage aber auch schon gestellt. Was hast du denn mit der Literatur vor? Die Technik verstehen oder eine "Anleitung" um selbst mal Hand an ein Werk legen zu können?
Das waren zumindest meine Erwartungen daran. Ich hatte mir mal ein paar ältere Bücher aus den 60ern angeschaut wurde aber eher enttäuscht. Viel technisches Allgemeinwissen, dass man im Prinzip auch in der Literatur des Maschinenbaus findet. Aber unerwartet wenig Spezifiisches. Ich weiß nicht ob es Literatur gibt, die in allen Details erklärt wie Kaliber xy funktioniert. Bei der Unzahl an Kalibern mit all ihren Eigenheiten wird es vermutlich auch schwierig werden das alles in Ausbildungsliteratur zu packen.
Was mich an der Stelle interessieren würde: Werden Uhrwerke von studierten Ings. entwickelt oder machen das auch die klassisch ausgebildeten Uhrmacher?

Ansonsten ist es recht lehrreich ein paar defekte Uhren vom Flohmarkt zu holen und sie zu sezieren. Dabei kann man sich dann überlegen, was sich der Konstrukteur dabei gedacht hat.
 
F

Frogel

Gast
Aus den Gesprächen mit meinem Uhrmacher folgere ich, dass die Ausbildung/Meisterschule technische Theorie und praktisches Handwerkszeug vermittelt. Spezialwissen zu markenspezifischen Schliffen und Kalibern sind über Kurse bei den Marken selbst zu erwerben.
 
hey_ho

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Danke für Deinen Beitrag. Ich würde mir nicht anmaßen - nur durch das Lesen ein paar aktueller Uhrenbücher - dadurch Uhren zerlegen, reinigen, ölen und wieder zusammensetzen zu können. ;-) Ich bin gelernter Maschinenbauer mit einer Ausbildung im KFZ-Handwerk und mich würde einfach einmal interessieren, was den angehenden Uhrmachern heute in der Theorie beigebracht wird und was von den "alten" Lehrbüchern und den darin enthaltenen Informationen noch aktuell ist. Einiges was z.B. in den 60ern für die Reparatur für Autos galt, gilt aufgrund neuer Werkstoffe, Fertigungsmethoden, Bauteile und Arbeitsweisen heute nicht mehr. Die Darstellung des Wissens in den "alten" Büchern finde ich z.B. nicht sonderlich ansprechend. Daher interessiert es mich, ob die Auszubildenen mit dieser Art der Darstellung heute immer noch "gefoltert" werden. ;-)
Da ich Enthusiast bin, der sein Wissen auf ein höheres Level bringen möchte - am besten anhand des aktuellen technologischen Standes (z.B. wie werden Keramikgehäuse instandgesetzt oder Wartungen an aktuellen Kalibern durchgeführt (s. z.B. Spring Drive) - hatte ich mir erhofft, hier Informationen diesbezüglich zu finden. Wie bereits geschrieben habe ich einige Bücher von Historische Uhrenbücher in meinem Regal stehen, lese da auch immer mal wieder weiter - aber ich finde z.T. diese "altbackene" Darstellungsform extrem herausfordernd (um nicht zu sagen nervig). Habe hier auch zwei 7S26 rumliegen, die ich z.T. zerlegt habe.

Ich denke aber, dass Uhrwerke schon von Ingenieuren ausgelegt und konstruiert werden, da es sich bei Uhren ja auch "nur" um spezielle Formen von Getrieben handelt (diese Aussage war bewusst etwas provozierend gewählt - steinigt mich deswegen nicht!!! ;-) ).
 
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@Frogel: So in etwa habe ich es mir auch gedacht. Interessant wäre es aber trotzdem zu wissen, welche Literatur Verwendung findet.
 
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OWLer

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Als Maschinenbauer solltest du alles notwendige Basiswissen schon mitbringen.
Bei Spezialitäten wie Springdrive bist du vermutlich auf Literatur des Herstellers angewiesen - die leider nicht immer für jedermann zugänglich (auf den Ewerb bezogen) ist.
Ein alter Feinmechanikermeister dem ich gern über die Schulter geschaut habe meinte mal zu mir: Weniger lesen mehr machen.
Die Skills kommen letztlich durch Erfahrung.
Der hat sich seine Reparaturanleitungen immer selbst geschrieben und aufwendig dokumentiert (Fotos, Skizzen, Gedanken zur Technik usw.).

Uhrwerke sind, wie du schon sagst, letztlich keine Magie. Das Längengradproblem wurde auch durch einen Autodidakten im Uhrmacherhandwerk gelöst und ich denke die Informationen dazu waren seinerzeit schwieriger zu bekommen. Heute würde ich sagen: Ein modernes KFZ-Getriebe ist auch nur ein dick gemachtes Uhrwerk ;-)
 
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hey_ho

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Da haste wahrscheinlich in Summe Recht. Fände es auch gerade unter dem Aspekt der aktuell eingesetzten Fertigungstechnologien interessant. Aber wie Dein Feinmechanikermeister schon gesagt hat: mehr machen! :-)
 
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OWLer

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Die Fertigung -auch abseits der Massenproduktion - finde ich gerade spannend bei diesem Thema, auch wenn ein vollautomatisiert gefertigtes Sistem51 durchaus seinen Reiz hat!
Vielleicht findet sich hier ja noch jemand der entsprechende Literatur kennt. Mich würds ebenso interessieren :)
 
hey_ho

hey_ho

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Da gibt es so unendlich viele Aspekte... Die Mikrosystemtechnik müsste z.T. mit reinspielen, Laserschweißen, etc. Alleine die Herstellung von Keramikgehäusen stelle ich mir durchaus spannend vor.
 
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