Uhrgehäuse/ Glas reinigen und trocknen

Diskutiere Uhrgehäuse/ Glas reinigen und trocknen im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo, bei einem Neuzugang Uhren waren hässliche Fingerabdrücke an der Unterseite des Glases. An dem Gehäuse war auch Dreck etc. Daher habe ich...
Uhrang-Titan

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Hallo,

bei einem Neuzugang Uhren waren hässliche Fingerabdrücke an der Unterseite des Glases. An dem Gehäuse war auch Dreck etc.
Daher habe ich das Uhrwerk herausgenommen, um das Gehäuse zu reinigen. Also: Gehäusedeckel und Gehäuse in ein Ultraschall Bad mit ein wenig Spülmittel und danach klar gespült, alles mit destilliertem Wasser.
Danach habe ich die Teile ca. 5 Minuten lang mit Mikrofasertüchern getrocknet und Fasern entfernt und 10 Minuten in die Sonne auf die Fensterbank gelegt. Dann die Uhr wieder zusammengebaut und in die Box um das Lederband bisschen zu spannen.

Nun wollte ich die Uhr umlegen und sobald ich ins elektrische Licht trat, kam Dunst unter die Haube (wahrscheinlich hat die Wärme des Handgelenks das begünstigt?). Mist! Feuchtigkeit. Also wieder auseinander gebaut und die leichte Feuchtigkeitsschicht im Glas verdunstete sichtbar schnell.

Daher meine Frage (ich habe erstaunlicherweise nichts im Forum gefunden). Wie geht ihr bei so einer Reinigung und vor allem bei der Trockung vor? Wie lange müssen die Teile trotz Tüchern trocknen?

Kam der Dunst eher von der Wärme meiner Hand oder von dem Licht? Denn in der dunklen Box gab es weder noch.

Ich habe das Uhrwerk jetzt unter eine Schüssel gelegt, um es vor Staub zu schützen und die zwei Gehäuseteile unter eine Glasschüssel, mit der Innenseite nach oben, und so dass die bald von der Sonne getrocknet werden. Meine Theorie ist, dass die Flüssigkeit durch Wärme verdampft und nach oben steigt, und dann an dem Schüsselglas kondesiert, um dann an den Rand wieder herunterläuft. Besteht jedch das Risiko, dass Tröpfchen eventuell wieder zurück in das Uhrenglas gelangen?

Gruß, Uhrang
 

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Ozankan

Ozankan

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Hallo
Ich schraube oft an Armbanduhren,
du hast es eigentlich richtig gemacht.
Aber dennoch ist es möglich wenn während wieder Zusammenbauen Wärme zwischen Glas und Uhrwerk gestaut ist , dies verursacht kurze Zeit Später Dunstbildung in der Uhr. Tip; im normalen Zimmertemperatur zusammenbauen
 
Schraubendreher

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Moin,

in der Werkstatt reinige ich Uhren im heißen Ultraschall, danach puste ich das Gehäuse mit Druckluft aus bis kein sichtbares Wasser mehr vorhanden ist. Dann reinige ich das Glas innen mit einem Mikrofasertuch. Abschließend kommt das Gehäuse eine Zeitlang auf ein Warmluftgebläse.

Ohne Druckluft und nur mit Tüchern würde ich das Gehäuse mindestens 10 Minuten auf höchster Stufe mit einem Fön trocknen. Bastle Dir ein Gestell aus Draht, damit Du den Fön nicht die ganze Zeit festhalten musst und das Gehäuse im Luftstrom liegt.

EDIT: wenn Dir das mit dem Fön zu aufwendig ist, leg das Gehäuse ein paar Stunden auf die Heizung oder einen ganzen Tag in die pralle Sonne, am besten draußen und auf einer dunklen Unterlage.

Bis dann:
der Schraubendreher
 
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Uhrang-Titan

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Moin,

in der Werkstatt reinige ich Uhren im heißen Ultraschall, danach puste ich das Gehäuse mit Druckluft aus bis kein sichtbares Wasser mehr vorhanden ist. Dann reinige ich das Glas innen mit einem Mikrofasertuch. Abschließend kommt das Gehäuse eine Zeitlang auf ein Warmluftgebläse.

Ohne Druckluft und nur mit Tüchern würde ich das Gehäuse mindestens 10 Minuten auf höchster Stufe mit einem Fön trocknen. Bastle Dir ein Gestell aus Draht, damit Du den Fön nicht die ganze Zeit festhalten musst und das Gehäuse im Luftstrom liegt.

EDIT: wenn Dir das mit dem Fön zu aufwendig ist, leg das Gehäuse ein paar Stunden auf die Heizung oder einen ganzen Tag in die pralle Sonne, am besten draußen und auf einer dunklen Unterlage.

Bis dann:
der Schraubendreher
Hallo Schraubendreher danke für deine Ausführungen,

Besteht nicht die Gefahr mit dem Fön evtl. Kleber zu lösen, der das Glas extra sichert? Oder werden Gläser nur in seltenen Fällen verklebt?

Und das mit dem in die Sonne/ Heizung legen: Ist das mit der Glasschüssel zum Staubschutz eine gute Idee?
 
Rainer Nienaber

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Besteht nicht die Gefahr mit dem Fön evtl. Kleber zu lösen, der das Glas extra sichert? Oder werden Gläser nur in seltenen Fällen verklebt?
In der Regel sind Uhrgläser gepresst, nicht geklebt.

Und das mit dem in die Sonne/ Heizung legen: Ist das mit der Glasschüssel zum Staubschutz eine gute Idee?
Nein, die Feuchtigkeit kann ja nicht entweichen. Zur Not leg Reiskörner drumrum, die die Feuchtigkeit binden.
 
Uhrang-Titan

Uhrang-Titan

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@Schraubendreher Wieviel Grad hat dein Warmluftgebläse und wie lange ist es da drauf? Ich habe noch ein Heißluftgebläse, aber befürchte, dass die Hitze das Glas sprengen könnte.

Und gehst du nach dem Fönen nochmal mit dem Tuch drüber?

@Rainer Nienaber Wie gehst du bei so einer Reinigung vor?

Ist das eigentlich wuppe, ob destilliertes / Leitungswasser?

Ich trockne das Gehäuse jetzt mit dem Haar-Fön.
 
Kunzelmann

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Nach dem Waschen mit entmineralisiertem Wasser übers Wochenende in einen Exsikkator (Tupperdose tut es auch) über Kieselgel (Trockenperlen) legen. Danach flott zusammenbauen.
 
Schraubendreher

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Hallo Titan,

ich weiß nicht wie heiß das Gebläse ist. Heiß halt. Es ist von Elma und für Uhren gedacht und tut was es soll. Mir ist darauf auch noch nie ein Glas gerissen oder ein Plexiglas geschmolzen. Auch Anlassfarben auf Kohlenstoffstahl habe ich nur selten. ;)
Wenn nach dem Föhn noch Schmutz innen auf dem Glas ist, mache ich ihn natürlich weg. Ein Mikrofasertuch und etwas Druckluft leisten gute Dienste. Zur Not tut es auch so ein kleiner Pusteball gegen den Staub. Meine Werkstatt ist schließlich kein Reinraum.

Moderne Uhren haben meist Glasdichtungen und die Gläser sind eingepresst. Bei eingeklebten Gläsern kann der Kleber schon mal durch den 70° heißen Ultraschall leiden, dann klebt man das Glas halt neu ein und gut. Und Glasdichtungen halten auch nicht ewig, wenn sich das Glas mit den Fingern rausdrücken lässt, muss sie ohnehin neu.
Uhren aus den 30er bis 60er Jahren haben meist Plexigläser, die sind eingesprengt oder eingepresst. Die dürfen nur kurz in den heißen Ultraschall, sonst werden sie unansehnlich. Also vor der Reinigung rausnehmen. Und dann polieren oder neu und nach der Reinigung wieder rein.

Bis dann:
der Schraubendreher
 
Rainer Nienaber

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Auf meinem Abheizer werden die Uhren etwa 60 Grad warm. Und ich habe dabei noch nie ein Glas oder eine Dichtung beschädigt.
 
Uhrang-Titan

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Hallo Titan,

ich weiß nicht wie heiß das Gebläse ist. Heiß halt. Es ist von Elma und für Uhren gedacht und tut was es soll. Mir ist darauf auch noch nie ein Glas gerissen oder ein Plexiglas geschmolzen. Auch Anlassfarben auf Kohlenstoffstahl habe ich nur selten. ;)
Wenn nach dem Föhn noch Schmutz innen auf dem Glas ist, mache ich ihn natürlich weg. Ein Mikrofasertuch und etwas Druckluft leisten gute Dienste. Zur Not tut es auch so ein kleiner Pusteball gegen den Staub. Meine Werkstatt ist schließlich kein Reinraum.

Moderne Uhren haben meist Glasdichtungen und die Gläser sind eingepresst. Bei eingeklebten Gläsern kann der Kleber schon mal durch den 70° heißen Ultraschall leiden, dann klebt man das Glas halt neu ein und gut. Und Glasdichtungen halten auch nicht ewig, wenn sich das Glas mit den Fingern rausdrücken lässt, muss sie ohnehin neu.
Uhren aus den 30er bis 60er Jahren haben meist Plexigläser, die sind eingesprengt oder eingepresst. Die dürfen nur kurz in den heißen Ultraschall, sonst werden sie unansehnlich. Also vor der Reinigung rausnehmen. Und dann polieren oder neu und nach der Reinigung wieder rein.

Bis dann:
der Schraubendreher
Moin,

also das trocknen hat sehr gut geklappt mit dem Fön, bin danach mit dem Mikrofasertuch nochmal drüber um wirklich alle Fusseln etc. zu entfernen. Leider waren dann doch noch ein zwei kleine Staubpartikel sichtbar. Einmal gesehen, lässt einen sowas leider kaum los bis es beseitigt ist :-)

Daher die Frage, was für ein Druckluftgerät benutzt du?

Der Föhn hat ja einen eher schwachen Druck um kleine Partikel aus dem Glas über den Gehäuserand zu befördern.
 
Schraubendreher

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Hallo Titan,

ich habe einen Jun-Air Kompressor und eine Druckluftleitung mit Handstück zum Werktisch. Auf der Leitung habe ich fünf Bar.
Aber so ein Uhrmacher-Pusteball sollte für Deine Zwecke völlig ausreichen. Was anderes hatte ich in der Lehre auch nicht zur Verfügung. :D

Bis dann:
der Schraubendreher
 
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