Uhrenpflege im Sommer

Diskutiere Uhrenpflege im Sommer im Uhrencafé Forum im Bereich Uhrencafé; Bekanntlich setzen Schweiss, Mikrorganismen und andere Wiedersacher unseren stählernen Lieblingen einges zu und im Sommer ganz besonders. In...
#1
striehl

striehl

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Bekanntlich setzen Schweiss, Mikrorganismen und andere Wiedersacher unseren stählernen Lieblingen einges zu und im Sommer ganz besonders. In meiner Region kommt auch gelegentlicher Kontakt mit Salzwasser, bzw. salz- und jodhaltiger Luft dazu, wie bei manch anderem evtl. am Urlaubsort.

Also heisst es putzen, putzen, putzen: bei mir meistens mit einem Mikrofasertuch. Aber Salzwasser und Schweissverunreinigungen möchte ich lieber mit Wasser und etwas Spüli weg bekommen. Das ist bei einer Uhr ab 10 ATM Wadi je nun kein Problem: einfach mit in die Badewanne, oder ab unter den Wasserhahn (ggf. vorher Lederband entfernen). Aber was ist, wenn das gute Stück nur 5 ATM, 3 ATM, oder gar weniger Wadi hat, wie bekomme ich da am besten die aggressiven Korrosivpartikel wieder runter, um den gefürchteten Bürgli-Lochfrass zu vermeiden?
 
#2
raxon

raxon

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tach,
Destilliertes Wasser wäre doch eine Lösung, vllt. sogar mit wenigen Tropfen Zitronensaft/-säure.

Habt ihr Erfahrung mit diesen Ultraschallreinigungs-Geräten, welche es öfters beim Discounter gibt? Ist der Ultraschall gesund für das empfindliche Werk? Ich denke eher nicht?!
Aber das wäre doch die einfachste und sauberste Methode seine guten Stücke wieder blitzeblank zu bekommen.

Gruß
 
#3
S

Standlinie

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Hallo Striehl,

eigentlich würde ich meine besten und empfindlichsten Uhren bei diesem Wetter allenfalls in der Hosentasche tragen, wo weder feuchte Luft noch Schweiß einwirken. Noch besser wäre es, anstelle dieser Uhren auf eine unempfindlichere aber immer noch ansehnliche Uhr auszuweichen. Ich nehme dazu meine Tutima-Pazifik. Die kann ich abends mit Wasser und Seife waschen, mit dem Handtuch trocknen und das Metallarmband mit dem Föhn erhitzen, damit kein Restwasser zwischen und in den Gliedern den schwarzen Metallabrieb hervorruft.
Lederarmbänder tausche ich gegen Metall- oder Kunststoffbänder aus, wenn das zu der betreffenden Uhr paßt. Meine Nomos Ludwig macht dagegen jetzt Urlaub, da kein anderes Band zum Stil dieser Uhr paßt.
"Wasser- oder feuchtigkeitsempfindliche" Uhren würde ich mit einem weichen Autoleder reinigen, das vorher in warmes Spüliwasser eingetaucht und danach ausgewrungen wurde. Mit diesem angefeuchteten Tuch kann man Metallflächen schnell und gut reinigen. Anschließend mit einem Geschirr- oder Mikrofasertuch nachreinigen.
Dann kenne ich noch einen Tip, wie man früher Korrosion an Messingteilen verhindert hat. In der Seefahrt wurde und wird mit einem Sextanten navigiert. Dazu waren regelmäßige Höhenmessungen erforderlich. Die Meßwerte wurde auf einem Teilkreis abgelesen. Die Winkelteilung dieses Teilkreises war sehr empfindlich gegen äußere Einflüsse und mußte regelmäßig gereinigt und der Korrosion vorgebeugt werden. Hierzu wurde früher Salmiakgeist !!! (richtig gelesen) verwendet. Ich habe das selber ausprobiert und gute Erfolge erzielt. Wegen des äußerst intensiven Geruches habe ich das aber noch nicht bei meinen Uhren ausprobiert.
Meine Lederbänder habe ich bisher immer vorausschauend gefettet (z.B. mit Vaseline, pH-neutral) bzw. mit Balistol-Öl gepflegt. Trotz dieser Pflegemaßnahmen fingen die Lederbänder dann doch irgendwann an zu riechen. Ein ideales Mittel kenne ich noch nicht. Vielleicht kannst Du mir ja da weiterhelfen.

Mit freundlichem Gruß, Standlinie.
 
#4
striehl

striehl

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Hallo, willkommen und ebenfalls freundliche Grüsse Standlinie,

besten Dank für den Tipp, ähnlich habe ich mir das schon gedacht mit dem feuchten Lappen. Für durchgemüffeltes Leder habe ich auch kein Geheimrezept, ich nutze gerne eintretende Verschleisserscheinungen bei Bändern dafür, der jeweiligen Uhr mal wieder ein neues Lederröckchen zu gönnen.

:shock: RAXXON!!!!!!!

Bist Du wahnsinnig? Ein Ultraschallgerät kannst Du evtl. zur Reinigung von Stahlarmbändern nehmen und auch das besser nicht! bei guten Stahlbändern sind die verbindungsstifer der Bandglieder mit Graphitpulver eingesetzt, um die Bandglieder beweglicher zu machen und das Armband geschmeidiger zu machen. Wenn Die Uhr neu ist, hat man manchmal graue Spuren am Arm, wenn man schwitzt, das ist dieses Graphit. Der Ultraschall löst dieses Graphitpulver heraus, die Bandgieder werden schwergängig und das Band wird steifer und damit am Arm unangehemer. Das lässt sich zwar leicht wieder beheben, aber von dieser tortur würde ich grundsätzlich abraten.

Aber bloss keine kompletten Uhren in den Ultraschallreiniger legen! Im verblichenen WBF gab es mal einen Thread mit Bildern dazu: der Ultraschall hatte das Öl in den Uhren gelöst und das Werk hatte keine Schmierung mehr, was einem mechanischen Werk bekanntermassen nicht gut bekommt! Ausserdem wurden die Dichtungen porös, da die Weichmacher der Kuststoffe sich verflüchtigten.

Also bloss das nicht!
 
#5
raxon

raxon

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Willkommen Standlinie! Danke für den ausführlichen Beitrag.

@striehl: Uppsss :oops: Da hab ich wohl voll danebengegriffen. Aber das Werk sollte doch nicht beschädigt werden, wenn man es nicht übertreibt.
Aber im Grunde wäre mir das Ganze zu unsicher. Wäre ja schade, wenn das Werk dadurch beschädigt wird oder die Uhr an sich Schaden nimmt.

Da bleib ich lieber bei meinem Destillierten Wasser mit Zitronensaft ;)

Danke für die Aufklärung. :)
 
#6
Marv

Marv

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Erst mal Moin zusammen - ich bin der neue und werde wohl jetzt öfters kommen :wink:

Und um gleich ins Fettnäpfchen zu fallen:

Da in den Sommermonaten auch meine Uhren gerne das Riechen beginnen, nutze ich zur Reinigung von meinem Vater geklaute Kukident 3 Phasen-Tabletten.

Allerdings: bis jetzt habe ich sie nur für das eigentlich Band benutzt (nur Stahl oder Titan, alles andere reagiert allergisch auf mich), aber immer beste Ergebnisse erzielt.

Vorgehensweise: ich schnappe mir ein passendes Glas und entwende meiner Frau zwei Spiesse aus der Küchenschublade (mit denen man normalerweise Ruladen zusammenpinnt). Dann fülle ich das Glas bis knapp unter den Rand mit Wasser, schmeisse ein Kukident rein und hänge die Uhr dazu, wobei ich darauf achte, dass die beiden Spiesse die eigentliche Uhr in der Waage knapp über der (jetzt schäumenden) Wasseroberfläche halten. Am nächsten Morgen nehme ich die Uhr dann raus, spüle sie unter fliessendem Wasser ab und trockne sie mit einem alten, sauberen Geschirrtuch ab.

Gestern habe ich auch zum ersten Mal eine komplette Uhr reingeschmissen (Junghans Mega Solar mit Keramik-Band) und werde jetzt mal sehen, was passiert. Wasser scheint keines eingetreten zu sein, ich werde das jetzt mal die nächsten Tage beobachten. Das werde ich allerdings nur mit den weniger edlen Modellen tun... :)

Das war den auch der Grund, wie ich auf dieses Forum gestoßen bin - hat von Euch einer mit dieser Vorgehensweise schon mal Probleme gehabt?

Viele Grüße

Marv
 
#7
raxon

raxon

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Hallo und Willkommen Marv! ;)

Mit den Tabletten habe ich auch schon Erfahrungen gemacht. Jedoch nicht in Sachen Uhren, sondern Münzen.
Ich habe damit einige älter (wirklich sehr verschmutzte) DM-Münzen auf Vordermann gebracht und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Sogar der härteste Schmutz und Belag wurde nach wenigen Stunden gelöst.

Grüsse
Luke
 
#8
striehl

striehl

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Moin Moin!

Dem Metall der Uhr dürfte das Kuki-Zeugs nichts anhaben können, ich weiss jedoch nicht, wie die Geäusedichtungen (Krone, Drücker, Boden) auf Dauer damit zurecht kommen, könnte sein, dass die angefressen werden und ihren Dienst vorzeitig aufgeben. Bin mir da aber nicht so sicher, probiere es aber vorsichtshalber besser NICHT aus. Ich denke mal, dass ich bei den Methoden bleibe: Uhren ab 10 ATM Wadi einfach mit in die Badewanne und hinterher mit einem weichen Tuch blank putzen, Uhren unter 100 ATM Wadi mit feuchtem Mikrofasertuch säubern und mit truckenem Tuch polieren.
 
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