Uhrenfreunde im uniformierten Staatsdienst (grün / blau / rot / San / aktiv / Reserve)

Diskutiere Uhrenfreunde im uniformierten Staatsdienst (grün / blau / rot / San / aktiv / Reserve) im UhrForum Clubs Forum im Bereich Small Talk; Liebe Uhrenfreunde, ich frage mich, ob es noch andere Uniformträger hier im UFO gibt. Beweggrund für Themenstart: Aus meiner Sicht ist die...

unruhkloben

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Liebe Uhrenfreunde,

ich frage mich, ob es noch andere Uniformträger hier im UFO gibt.

Beweggrund für Themenstart:
Aus meiner Sicht ist die öffentliche Wahrnehmung der Uhren die im Dienst getragen werden (G-Shock / Garmin / Suunto etc.) zwar repräsentativ für die Mehrheit der Angehörigen der verschiedenen Organisationen, aber es gibt (aus meiner Erfahrung) trotzdem eine signifikante Minderheit, die ihre Individualität in Uniform per Uhr zum Ausdruck bringt.

Es würde mich sehr interessieren, welche Uhren ihr im Dienst trägt. Wahrung von OPSEC und PERSEC ist selbstverständlich und jeder gibt nur das Preis, was ins Internet darf.

Ich freue mich auf Euren Input und Grüsse Euch kameradschaftlich,

Unruhkloben.
 

unruhkloben

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Vielleicht mache ich einfach selbst den ersten Schritt:

Meine Uhrenkarriere in Uniform begann mit einer Suunto, die Batterien frass, wie warme Semmeln. Diese ersetzte ich durch eine Casio Protek mit Solarmodul, welche zuverlässig funktionierte, bis nach ein Paar Jahren der Energiespeicher seinen Geist aufgab.

Zu diesem Zeitpunkt sah ich viele Kameraden mit der Tissot TTouch arbeiten und leistete mir das Modell mit Titanarmband.
Diese tat ihren Dienst über zwei Batterien gut, gab aber zum dümmsten Zeitpunkt (während der Offiziersschule) ebenfalls auf (Batterie leer). Ersatz fand ich im Weihnachtsurlaub in der damals brandneuen Tissot TTouch Solar. Eigentlich eine ziemlich perfekte Uhr für den militärischen Einsatz. Diese Uhr begleitete mich als einzige Uhr über einige Jahre und auch im Auslandseinsatz problemlos.

Im Einsatz und im Dialog mit ausländischen Kameraden sah ich immer wieder Menschen, die ausschliesslich eine automatische Uhr trugen.
Omega SMP 300, Rolex Submariner, Rolex Seadweller, Breitling Aerospace, um nur einige zu nennen.

Im Gespräch ergaben sich diese drei Erklärungsansätze:
1. Ich will nicht abhängig von einer Batterie sein. (Dies oft von Leuten mit entsprechenden militärischen Funktionen wie Späher);
2. Ich habe die Uhr im Rahmen von einem Lehrgang- / Staffel- / Teamkauf erworben. (Oft bei der Luftwaffe der Fall);
3. Ich habe mir EINE richtige Uhr gekauft, mit der ich durch dick und dünn gehe. (Quer durchs Band).

Ich verstand insbesondere das Argument der Unabhängigkeit von Batterien aus eigener Erfahrung und kaufte mir meine erste mechanische Uhr.
Die Oris Aquis Staghorn begleitete mich für 2 Jahre als einzige Uhr, bevor es dann endgültig um mich geschehen war und die Sammelleidenschaft anfing.

Ich möchte betonen, dass ich alle meine Uhren bei allen Tätigkeiten meines Berufes und ohne Rücksicht trage. (Im Stich gelassen hat mich bisher keine).
Weiter ist mir wichtig zu betonen, dass meine Erfahrungen und Beobachtungen aktuell sind (letzte 10 Jahre) und sich nicht auf die entfernte Vergangenheit beziehen.

Selbstverständlich sehe ich viel öfter GShocks, Garmin, Suunto und so weiter, als mechanische Uhren, aber wenn man genau schaut, dann findet man mehr, als man sich denken würde.

Ich hoffe einen interessanten Beitrag verfasst zu haben und bin gespannt auf andere Beobachtungen und Erfahrungen.

Kameradschaftliche Grüsse,

Unruhkloben.
 

Mike_1961

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Moin @unruhkloben,

da sich immer noch nichts tut, mache ich den 2.Schritt.
Ich war von 1981 bis 1983 auf verschiedenen Zerstörern der Klasse 101A als Navi tätig. Damals trug ich einen Citizen Ana-Digi Chronographen.
Citizen.jpg
Der Digitalteil der Uhr lief auf Bordzeit UTC und die analoge Uhr wurde immer wieder auf die aktuelle Uhrzeit in den Häfen oder auf die Heimatzeit gestellt. Als Navi war man auch für die Schiffschronometer zuständig. Die wurden einmal am Tag aufgezogen und sekundengenau gestellt. Dafür lies ich mir damals ein Zeitzeichen von den "Pustern" (Funkern) auf meinen Kopfhörer geben, damit habe ich dann meine Uhr abgeglichen. Danach ging es dann durchs ganze Schiff auf Uhrenronde...
Später auf diversen Fahrten als Reservist war eine Junghans Mega1 am Arm. Hat in der Nordsee immer gut funktioniert.
Vorletztes Jahr ergab sich für mich die Gelegenheit, als Zivilist eine Verlegungsfahrt auf der neuen Fregatte Baden-Württemberg mit zu machen. Es ging von Schlicktown (Wilhelmshaven) nach Kiel, aber den langen Weg um Dänemark herum. Da hat mich meine bronzene Aevig Valkyr mit ordentlich Patina begleitet.

Mike
 

unruhkloben

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Lieber Mike,
vielen Dank für Deinen Beitrag!

Als "grüner" Infanterist gibst Du mir da einen tollen Einblick in eine sehr faszinierende Welt. Ich bin privat grosser Fan der Marine. Insbesondere U-Boote haben es mir angetan und jedes Mal, wenn es einen Freiwilligen braucht, der bei Übungen den Verbindungsoffizier zur Marine macht schreie ich "hier".

Auch Dein Gebiet der Navigation ist natürlich für uns Uhrenfreunde speziell interessant. Ich bewundere die "alten" Methoden der Navigation. Schliesslich verdanken wir ihnen zu einem Stück unsere heutigen Armbanduhren. In der Marine vereinigen sich generell mehrere Fähigkeiten alter Schule, wie die Seefahrt, die Navigation und die Artillerie. Es macht hier natürlich sehr viel Sinn eine Uhr zu verwenden, die zwei Zeitzonen anzeigt.

Wie stehst Du dem Thema Leuchtmittel gegenüber. Auf der einen Seite kann man sagen, dass es auf einem Schiff immer Licht hat, was Lume unnötig macht (sieht man ja auch bei den Marineuhren und Schiffschronometern). Auf der anderen Seite ist es dann schon sehr dunkel, wenn mal kein Licht, respektive Rotlicht, an ist.

Wäre gespannt Deine Sichtweise aus der Erfahrung zu hören.

Stets eine handbreit Wasser unter dem Kiel!

Unruhkloben.
 

Armleuchter

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Interessanter Faden!

In meiner aktiven Dienstzeit als Panzergrenadier Stabsunteroffizier hat mich damals auch eine hochwertige G Shock treu und zuverlässig begleitet und von der Grundausbildung über diverse Lehrgänge, Übungen bis zu Einsätzen alles mitgemacht... Über 20 Jahre ist das jetzt schon her... Damals hatte ich noch keine Ahnung von Uhren und mir ging es in erster Linie um robustheit... Denn die Uhr musste so einiges aushalten...
Später sah ich bei Kameraden und Offizieren immer mehr mechanische Uhren, meistens von Sinn und Tutima... Und so began ich mich auch für Uhren zu interessieren... So fing alles an

Mittlerweile zählt meine Sammlung auch ca. 60 Uhren... Viele Diver, Flieger, ich mag einfach tool watches und das Gefühl ein Werkzeug am Arm zu haben das wie damals alles mitmachen könnte...

Aus heutiger Sicht wären wohl als Dienstuhren Modelle von Sinn beispielsweise der EZM oder U1, U2 meine erste Wahl.

In diesem Sinne

Dran, drauf, drüber!
 

einwiener

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ich bin zwar kein Kammrade, möchte aber darauf hinweisen, eine Breitling Aerospace ist batteriebetrieben, keine Automatikuhr.

spannende Zeilen, werde ich regelmäßig still und heimlich mitlesen :super:
 

unruhkloben

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Dran, drauf, drüber!
Lieber Tobias,

vielen Dank für Deinen Beitrag.

Die GShock ist und bleibt natürlich ein Klassiker der Militäruhren. Sie gehören vermutlich auch zu den letzten Uhren, die von einem Zeughaus noch offiziell abgegeben werden (an Taucher zB.).
Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es im Raupenfahrzeug schnell für Uhren gefährlich werden kann und dort ist die GShock wie gemacht für.
Ich habe als neuesten Zugang eine Tutima in meiner Sammlung und bin gespannt auf meine Eindrücke im täglichen Einsatz.
Für meine kleine Sammlung an Toolwatches ist das einzige Sammlungscredo, dass ich mit jeder von ihnen als "Exit-Watch" zufrieden sein muss. Das heisst implizit, dass ich sie für meine Arbeit verwenden kann.
Auf die Gelegenheit eine Sinn zu kaufen, warte ich noch, aber ich bin mit Deiner Wahl absolut einig.

Ich wünsche Dir einen schönen Tag und grüsse Dich,

Unruhkloben.
 

unruhkloben

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Breitling Aerospace ist batteriebetrieben
Natürlich! Danke für den Hinweis, leider kann ich das nicht mehr bearbeiten.
Ich selber verwende eine Aerospace und bin mir der Batterie bewusst. :lol:
Das war ein klassischer Flüchtigkeitsfehler.

Fühle Dich willkommen zum mitlesen und beitragen.

Liebe Grüsse,

Unruhkloben.
 

Mike_1961

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Da wo guter Wein wächst..
Moin zusammen,

ob Lume oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Nachts wird im Einsatz natürlich verdunkelt gefahren. Rotlicht gab und gibt es in der Operationszentrale oder manchmal (selten) auf der Brücke. Bei den aktuellen Schiffen/Booten sind genügend Zeitangaben in den digitalen Monitoren. Da hat heute die moderne Technik Einzug gehalten. Kein klassisches Ruder mehr, nur noch Joystick. Elektronische Seekarten mit militärischem Sat-Nav, Schiffstechnik mit speziell gehärtetem Leitsystem usw. Die Schiffschronometer werden natürlich zentral gesteuert.
Die Kameraden an Bord tragen zum großen Teil die modernen Fitnesstracker oder G-Shocks. Selten mechanische Uhren, auch in der Offiziersmesse habe ich nicht nicht viele gesehen.
Ich war leider nie mit dabei, wenn die Jungs vom Seebataillon eingeschifft waren, das wäre uhrentechnisch noch interessant gewesen.
Fair Winds and following Seas
Mike
P.S. Falls jemand Interesse an gut gemachter Werbung für die Marine hat, hier ein interessanter YouTube Kanal:
Der offizielle Trailer zur neuen #Bundeswehr Exclusive Serie #BesatzungBravo! Wir nehmen euch mit auf die Fregatte „Baden-Württemberg“ F125 und zeigen euch Kameradschaft auf hoher See!
Hier geht's zur 1. Folge: https://youtu.be/bXJ0Cwgs1cQ
 
Zuletzt bearbeitet:

Ellwood

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Also zu Beginn meiner Dienstzeit vor jetzt nun 29 Jahren fanden diverse Swatch-Uhren ihren Weg an mein Handgelenk, von denen alle immer noch vorhanden und funktionsfaehig sind.
Diese wurden dann von einer G-Shock abgeloest welche ich sehr lange getragen habe, diese aber mittlerweile bei einem meiner Umzuege verloren gegangen ist.
Eine Freundin hat mir dann eine Quarzuhr von Festina geschenkt, welche heute immer noch als Beater genutzt wird und von einer Apple-Watch abgeloest wurde.

Vorschriftenbedingt musste ich mich dann tagsueber letztes Jahr von ihr verabschieden und meine erste Automatik-Uhr, eine PADI Mini Turtle, zog bei mir ein. Seitdem interessiere
ich mehr fuer Uhren und mittlerweile ist es eine kleine Sammlung geworden. Ich mag es, zu meiner Uniform im Innendienst etwas Farbe zu zeigen, auch zum Fleckentarn.

Im Geleande findet man mich eher weniger, aber dafuer liegen auch noch zwei einfache Casios rum :)
 

unruhkloben

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Fair Winds and following Seas
Lieber Mike,
Danke für die vertieften Infos! Heute ersetzt die Technik, wie Du sehr richtig schreibst, bei vielen Truppengattungen die klassische Uhr.

Meiner Erfahrung nach sind es heute eher die Fusstruppen, die noch einen portablen Zeitstandard mittragen und ihn effektiv brauchen sowie die fliegenden Kameraden, die aus nostalgischen Gründen und aus Tradition noch „hochwertige“ Uhren tragen.

Es wäre in der Tat interessant die Sicht der Marineinfanterie zu hören.

Ich synchronisiere Funknetze nach meiner Uhr und es kam schon vor, dass das ganze Regiment nach meiner Zeit lief.

Danke fürs teilen. Ich schau mir gleich das Video an.

Kameradschaftliche Grüsse,

Unruhkloben
 

unruhkloben

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Vorschriftenbedingt
Lieber Ellwood,

vielen Dank für Deinen Beitrag.

Vor kurzem berichtete mir ein Freund über folgendes Ereignis:

Assessment für angehende Generalstabsoffiziere.
Gleich bei der Ankunft wurden alle Handys und Smartwatches eingesammelt und versiegelt gegen Quittung eingelagert.
Danach musste man die Notfallkontakte angeben und keiner wusste irgendeine Telefonnummer auswendig.
Anschliessend wurde der nächste Termin bekanntgegeben und die meisten schauten auf ihr leeres Handgelenk.

Besagter Freund ist heute im Generalstab und besitzt eine stattliche Sammlung an mechanischen Uhren.

Ich wünsche Dir einen guten Start ins Wochenende und sende Dir kameradschaftliche Grüsse,

Unruhkloben.
 

unruhkloben

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Liebe Uhrenfreunde,

in letzter Zeit habe ich in den Mittagspausen ein paar gut versteckte Infanteriestützpunkte besucht und fotografiert.
Ich füge Euch meine Beiträge hier mal ein und wünsche viel Spass.

Kameradschaftliche Grüsse,

Unruhkloben.



Hier der letzte Infanteriestützpunkt für die nächste Zeit, dafür aber der längste und schönste.
Ich sende Euch lost greetings, Unruhkloben.
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