Uhrenbestimmung unbekanntes Familienstück

Diskutiere Uhrenbestimmung unbekanntes Familienstück im Damenuhren Forum im Bereich Uhrentypen; Hallo liebe Uhrenfreunde, dies ist meine erste Themenerstellung in einem Forum überhaupt. Ich hoffe, das hier ist der richtige Ort im Forum...

Masti

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Hallo liebe Uhrenfreunde,

dies ist meine erste Themenerstellung in einem Forum überhaupt. Ich hoffe, das hier ist der richtige Ort im Forum dafür, es entspricht den Forenregeln und der Link zu den Bildern funktioniert.

Mein Name ist Martin und ich bin bisher unbewandert im Reich der Uhren. Nachdem mir mein Vater vor ein paar Wochen die Taschenuhr seines Opas überreicht hat, habe ich mittels dieses Forums, Mikrolisk und anderer Seiten versucht sie zu bestimmen und habe einiges gelernt. Anschließend buddelte meine Frau eine Uhr aus ihrer Familie aus und ich habe es da ebenfalls versucht. Über diese konnte ich bisher allerdings weniger viel herausfinden und möchte deshalb um eure Hilfe bitten.

Was ich bisher weis oder zumindest zu wissen glaube:

  • Remontoir ist eine bestimmte Bauart ab ca. 1842
  • "Cylindre" deutet auf Zylinderhemmung hin, "10 Rubis" auf zehn verwendete Rubine als Lagersteine
  • "M" zeigt an, dass der innere Deckel aus unedlem Metall ist, vermutlich Messing
  • das Eichhörnchen und der Reichsgoldstempel auf dem äußeren Deckel lassen Fertigung in der Schweiz und Verkauf in Deutschland schließen
  • Gehäuse aus 585er Gold
  • Unruhe: Rad ohne Schrauben

Nun zu meinen Fragen:

  • sind meine Merkmale oben korrekt oder sind da Fehler dabei? Ich bin schließlich Laie...
  • wenn man auf Mikrolisk bei Altersbestimmung "Reif ohne Schrauben (übrige Hemmungen)" und "Zylinderhemmung" eingibt, erhält man Bauzeitraum 1790 - 1830, was jedoch nicht mit Remontoir (ab 1842 laut Uhrwiki) zusammenpasst. Könnt ihr mir hier weiterhelfen, was das Alter der Uhr betrifft?
  • Das Uhrwerk weist keinen sichtbaren Herstellerstempel auf, lediglich eine nackte "36" ohne Logo, Verzierung oder ähnliches. Dazu konnte ich auf Mikrolisk jedoch nichts finden. Kennt das jemand von euch?
  • Was bedeutet die Blüte/Blume im äußeren Deckel?
  • Im äußeren und inneren Deckel befinden sich dieselben Nummern, vermutlich die Seriennummer. Kann ich somit davon ausgehen, dass die Uhr sich in ihrem ursprünglichen Originalgehäuse befindet?

Hier nun der Link zur Bildergalerie:

Album — Postimages

Viele Grüße und schonmal Danke für eure Hilfe
Martin
 

Masti

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Hallo Uhrenbastler,
danke für Deine Einschätzung und den Link. Ein guter Anfang, vielleicht kann mir noch jemand die anderen Fragen beantworten.
 

jubifahrer

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Weinfranken
@Masti

sei doch so gut und lade die Bilder hier ins Forum.
So bleiben sie auch späteren Ratsuchenden erhalten.
Auch gibt es viele User die externe Links ungern anklicken, was davon abhält dir zu helfen.

LG jubifahrer
 

Masti

Themenstarter
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Danke für den Hinweis, Jubifahrer.

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Dille

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11.10.2014
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5.843
Wenn man Remontoir und "um 1900" bei google eingibt, erhält man auch viele Ergebnisse. Das Gehäuse ist ganz sicher aus dieser Zeit oder etwas später und wenn ich mir das Werk so anschaue, dann ist das auch auf keinen Fall 1. Hälfte 19. Jh.
 

Ruebennase

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Hallo Martin und herzlich willkommen. Ich freue mich sehr, dass Du schon so viel Vorarbeit geleistet hast. Es stimmt alles.

Also Remontoir heißt nichts anderes als "Aufzug der Uhr mittels Krone" und ist die Weiterentwicklung des Schlüsselaufzuges. Der Kronenaufzug wie wir ihn kennen, wurde 1847 von Phillipe erfunden und sofort patentiert wo es ging d.h. es ging zu der Zeit nicht in de Schweiz :D. Insbesondere um 1870/80 gab es einige interessante Ansätze und Varianten. Das ist auch der Zeitraum indem der Kronenaufzug so langsam seinen Siegeszug in den Auslagen begann und noch einige Jahrzehnte schrieb man stolz: Remontoir auf den Staubdeckel. So verhält es sich auch mit der Zylinderhemmung. Die Ankerhemmung war Stand der Technik, aber im preiswerteren Segment konnte man sogar 1940 noch Herrenzylinderuhren kaufen. Bei den Damenuhren wurde generell die Zylinderhemmung deutlich länger verwendet weil sie auch einen etwas geingeren Platzbedarf hat. Kleine Werke mit Ankerhemmung konnten um 1900 nicht Alle bauen und die waren recht teuer. Somit ist die Datierung schwierig. Klar ist, dass diese Uhr mal eine kleine Taschenuhr war, die später (zumeißt um 1920 herum) umgebaut wurde (Wie die Damenuhr an das Handgelenk wanderte). Das Goldgehäuse mit dem floralen Muster und den Emailleinlagen paßt gut um 1900 herum. Das gilt auch für das dick lackierte Emaillblatt mit eden eingelegten silbernen und goldenen Minutenindexen.
Bei Mikrolisk bin ich bisher auch noch nicht fündig geworden. Da sind allerdings außen auf der Uhr Initialien der ursprünglichen Besitzerin in dem Schild eingraviert. Wenn Ihr die zuordnen könnt dann seit ihr schon ein ganzes Stück weiter mit Eurer Familienhistorie :-).

Grüße Rübe
 
Zuletzt bearbeitet:

Masti

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Super, vielen Dank an alle für die hilfreichen Antworten, Links und Hintergrundinfos. Außerdem ist da nun genug Potential vorhanden, daß wir uns dazu auch weiterführend belesen können :-) . Hat noch jemand eine Idee zu der Blume/Blüte im Gehäusedeckel?
 

Bremsenix

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24
Servus Martin,
Hat einen asiatischen Touch.

Quelle: Google...
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Eventuell eine Lotusblume?


Edit: Im Deckel die Blüte... Keine Ahnung. Dachte es geht um die auf der Unterseite ;-)
 
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