Uhren-Sammel-Fehler

Diskutiere Uhren-Sammel-Fehler im Uhrencafé Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo allerseits, auf HODINKEE ist derzeit wieder mal ein Artikel zum Thema “Anfängerfehler beim Uhrensammeln”: In-Depth: Twelve More Mistakes...

watch_essence

Themenstarter
Dabei seit
21.07.2019
Beiträge
27
Hallo allerseits,

auf HODINKEE ist derzeit wieder mal ein Artikel zum Thema “Anfängerfehler beim Uhrensammeln”:

In-Depth: Twelve More Mistakes New Watch Enthusiasts Make (And How To Avoid Them) - HODINKEE

Der Artikel hat mir sehr gut gefallen und mich zum Nachdenken gebracht.
Daher würde ich gerne an dieser Stelle ein paar Fehler ergänzen, die ich von mir kenne.
Aber der eigentliche Grund für diesen Thread ist, dass es mich interessieren würde, welche Fehler ihr so gemacht habt oder macht, in der Hoffnung vielleicht von den Fehlern anderer etwas zu lernen :)

Ich mach mal den Anfang:

Fehler 1: Den Prozess des Uhrensammelns durch eine fixe Idee oder eine Regel zu stark einschränken
Dieser Fehler ist mir ganz am Anfang häufig passiert. Ich war so begeistert von der Tag-Datums-Funktion meiner ersten Seiko SKX Automatikuhr, dass ich kurze Zeit die fixe Idee verfolgte, nur noch Uhren mit Tag-Datums-Funktionen sammeln zu wollen. Etwas später bin ich dann auf den Geschmack von reinen Datumsfunktionen gekommen, weshalb ich glaubte ein Datum auf der Uhr wäre unbedingt essentiell für mich. Und so absurd mir diese Ideen im Nachhinein auch vorkommen, merke ich, dass sich bei mir immer wieder gerne solch eine Tendenz zur Fixierung einschleicht.

Fehler 2: Zu sehr an die vorhandene Sammlung anstatt an die Uhr denken
Dieser Fehler gehört bei mir zu den aktuelleren. Seit ich eine kleine, überschaubare Sammlung besitze, mit der ich sehr zufrieden bin, merke ich, wie die Sammlung meinen Uhrengeschmack beeinflusst. Aufeinmal kommen Gedanken wie: “Die Uhr musst du dir noch unbedingt zulegen, die würde gut die Sammlung ergänzen:” Oder, “die Uhr solltest du nicht kaufen, die passt überhaupt nicht in die Sammlung.” “Schon wieder ein schwarzes Zifferblatt?” “Du brauchst noch unbedingt ein blaues Zifferblatt.” So sehr es Sinn macht unterschiedliche Stile und Funktionen auszubalancieren, kann dieser Fokus auf die Sammlung in die Irre führen. Dann geht es nicht mehr darum, was mir einfach gefällt, sondern ich beginne über rationale und vernünftige Kriterien nachzudenken, welche den Spass und die Freude am neue Uhrenentdecken schnell verderben.

Fehler 3: Eine Uhr auf Pump kaufen.
Wohl einer der größten Fehler, den ich gemacht habe. Eine Uhr mit der Kreditkarte, mit Geld bezahlen, das ich noch nicht habe. Werde ich nie wieder machen. Hat mich unter Druck gesetzt, viel Stress bereitet und mir ein nagendes schlechtes Gewissen beschert. Und eine plötzlich kaputt gegangene Waschmaschine zu ersetzen ist einfach wichtiger, als noch eine Uhr in der Sammlung zu haben.

Fehler 4: Mir einreden wollen, dass ich nur mehr die eine Uhr brauche und dann mit dem Sammeln aufhören werde. :D

Das wars mal für den Anfang.
Würde mich über eure Erfahrungsberichte freuen.

LG Sebastian
 

ulli81

Dabei seit
04.06.2017
Beiträge
2.152
Ort
SAW in sachsen-anhalt
Moin
Wenn du dich so unter Druck setzt mit den ganzen Regeln,ist das der Sammelleidenschaft eher abträglich.
Bei mir sieht es so aus,gekauft wird was gefällt! Dabei ist Zustand, Herkunft eher Nebensache.Da ich gerne schraube,kommen auch defekte Uhren in Frage.Einzig der Preis sollte stimmen!
Eine einzige Einschränkung gibts dann doch.Ich kaufe nur mechanische Uhren. So kann ich ganz entspannt über einen Flohmarkt schlendern und einsammeln was mir gefällt. Das funktioniert auch beim Konzi,sofern das Budget mitspielt!
Dabei nehm ich in kauf, das meine Sammlung kein klares Konzept hat! Das ist mir aber egal.
LG Ulli
 

Kronenfan

Dabei seit
25.02.2018
Beiträge
13.862
Ort
Barbacena/MG - Brasilien
Ich sammle seit 40 Jahren Uhren, die mir gefallen und mich spontan ansprechen. Ein Konzept gibt es daher auch nicht. Prinzipiell alle namhaften Marken mit Preisen zwischen wenigen hundert bis hin zu höheren fünfstelligen Euro-Beträgen. Darüber hinaus sind über die Jahre meine Rolex-, Heuer-, Breitling- Militäruhren und andere Vintage Modelle mit hohen Wertzuwächsen gesegnet.

Da ich mich vor einem Uhrenkauf umfassend informiere, mir den Kauf dann gründlich überlege und erst danach zur Tat schreite, gibt es so gut wie keine Fehlkäufe. Da ich Uhren auch nicht flippere, sind es über die Jahre so viele Uhren geworden, wie das Kalenderjahr Tage hat.

Ich kenne sie nach wie vor alle, es gibt eine größere Zahl von Lieblingen und ein Großteil sieht nach wie vor regelmäßige Tragezeiten.

Einfach ein schönes Hobby, wenn man weiß was man will und genug Selbstbewußtsein hat, dies dann auch umzusetzen.
 

bachmanns

Dabei seit
01.03.2017
Beiträge
17.637
Ort
Mittelhessen
Fehler 1: Den Prozess des Uhrensammelns durch eine fixe Idee oder eine Regel zu stark einschränken

Gerade diese fixen Regeln haben mich davor bewahrt, noch mehr Uhren anzuhäufen. Es gibt ein paar feste "Gesetze" für meine Sammlung, an die ich mich bis heute strikt gehalten habe. Und darüber bin ich wirklich sehr froh!
 

CFG

Dabei seit
09.02.2019
Beiträge
5.743
Fehler 2 habe ich in leichter Ausprägung, wobei dies keine Fehlkäufe bewirkte.
Ein weitere Fehler ist für mich das schnelle Kaufen mehrerer Uhren, da dies die Wertschätzung des einzelnen Stückes mindern kann und die Gefahr von Fehlkäufen erhöht.
Der hier bekannteste Fehler ist sicherlich das Um-Eine-Uhr-Herum-Kaufen. Das ist mir zum Glück noch nicht passiert.
 

Spitfire73

Dabei seit
04.08.2009
Beiträge
20.030
Ort
Bayern
Mir haben sogenannte "ernsthafte Sammler und ihre Sammelthemen" häufig den Beigeschmack der Wichtigtuerei und übertriebenen Ernsthaftigkeit. Da wird dann monologisiert in der Sprache der Wissenschaft als ginge es um Doktorarbeiten in Quantenphysik. Einschließlich kleinteiligster Fehden zwischen den Päpsten ihres Spartenthemas um Auslegungs- und Deutungshoheit. Manche lassen im Gespräch auch deutlich oder durch die Blume erkennen, dass sie etwas von oben herab oder gar verächtlich auf die "Ansammler" blicken. Das trifft freilich längst nicht auf alle zu. Ich respektiere Leute, die sich konsequent nur ein Thema erschließen und sammlerisch abarbeiten aber habe selbst noch kein einziges Thema entdecken können, dass mich dazu bewegen könnte, mich aus freien Stücken darauf verengen zu wollen.

Und Fehler? Die macht doch jeder. Wer hat schon nach längerer Zeit der Beschäftigung mit Uhren noch den gleichen Geschmack oder die gleichen Vorstellungen wie zu Beginn? Es wäre ja schlimm, wenn sich durch Erfahrungen mit Fehlkäufen nichts verändern würde. Wer also Fehler vermeiden will, wird dadurch auch die daraus resultierenden Lerneffekte verhindern. Begeht also im Grunde genauso einen Fehler. Mal habe ich mich in Minderwertiges verrannt, mal in hochpreisige Exoten, mal ins kostspielige Drumherumkaufen, mal ins übertrieben Rationale. Ich habe zu Beginn viele Fehler gemacht und mache immer noch welche. Allerdings deutlich weniger. Jeder war wichtig und viele teuer erkauft.

Gruß
Helmut
 
Zuletzt bearbeitet:

wiesi1989

Dabei seit
21.01.2019
Beiträge
2.600
Ort
AT
Meine Sammlung hat auch keine klare "Richtung" - Ich hab zwar hauptsächlich Diver aber manche Uhren auch doppelt oder dreifach. Ich muss mich nicht selbst limitieren und sollte ich mal dringend Geld benötigen, werd ich die Dinger auch schnell wieder los - bis dahin erfreue ich mich einfach an der Sammlung.
 

aspera

Gesperrt
Dabei seit
24.09.2015
Beiträge
583
Ort
Saarland
Nachdem ich erst in 2015 wirklich angefangen habe, mich für Uhren zu interessieren und in den ersten 3 Jahren ca. 27 Mal meine Philosophie geändert habe, mich jetzt aber "angekommen fühle", würde ich sagen wollen:

Wenn man kein Geld verbrennen will, sollte man halt so ungefähr wissen, was man will. Ich habe dankbarerweise ohne große monetäre Verluste festgestellt, dass z.B. eine Sammlung aus 40 Uhren á 150€ im Mittel nichts für mich ist. Das hat nichts damit zu tun, dass diese Uhren schlechter sind als teure Uhren (im Gegenteil, das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ja oft viel, viel besser), aber für mich zum Beispiel ist Prestige ein Faktor. Das darf man blöd finden, ist für mich aber halt so. Und entsprechend habe ich dann meine Sammlung ausgerichtet. Eine Damasko DK11 mit Stahlband ist dann halt doch nur eine Damasko (Wer? Was?) auch wenn sie preislich über vielen Modellen von Omega oder Breitling lag.

Wenn ich mich für eine Uhr entschieden habe, dann mache ich mir schon meine Gedanken darüber und habe dann auch beim Kauf nicht unbedingt die große Unruhe. Ich schaue mir den Markt an und warte auf das passend Angebot. Wenn ich mir anschaue, wie schnell hier Uhren im Marktplatz landen (das Kaufdatum wird ja oft genannt) und dann wochen- oder monatelang mit immer niedrigeren Preisen gepusht werden, bin ich froh, das passende Modell für mich gefunden zu haben. Wenn man für den letztlich (höchst) verlustreichen Verkauf einer Uhr länger braucht, als man sie besessen hat, sollte man seine Strategie meiner Meinung nach überdenken.
 

luckycop

Dabei seit
27.02.2020
Beiträge
478
Ort
Baddeckenstedt
Hallo,

da ich (wie bei all meinen Hobbies) eher auf "Altmetall" stehe, sind die Verluste (wie oft bei Neukäufen) bei Fehlkäufen eher gering.
Auch verschieben sich die Prioritäten manchmal (früher wollte ich NIE ne Rolex... :D).

Aber: da ich nicht mit "wissenschaftlichem Anspruch" sammele, sondern was mir gefällt (kann ich nur jedem Sammler raten!) kann/wird die Sammlung nur mit meinem Ableben beendet sein.

Ergo: der (für mich) größte Sammelfehler ist, NICHTS zu sammeln. Dann hat man nämlich auch den Spaß und die Freude am Sammelgut nicht.

Gruß
 

Obeliks

Dabei seit
29.02.2020
Beiträge
868
Ort
TH
Das sind sehr interessante Gedankengänge.
Deine Punkte (3) und (4) würde ich sofort unterschreiben.
mein Ziel war es nie, eine strukturierte Sammlung zu besitzen.
Als Jugendlicher, zu DDR Zeiten habe ich mir zur Leipziger Messe die Nase an den Vitrinen von Omega und Glashütte plattgedrückt. Bei Glashütte wurden Uhren ausgestellt, die es im Laden niemals zu kaufen gab. Und die standen denen von Omega in nichts nach. Praktisch gekauft habe ich mir in dieser Zeit gefühlt alle 2 Jahre EINE neue Uhr. Immer der aktuell geilste Scheiss - die Alte wurde jeweils verkauft oder entsorgt, je nach Zustand.
Nach der Wende war plötzlich die Möglichkeit da, alles haben zu können, aber für wirklich gute Uhren hat das Geld nicht gereicht. Habe einige Quartz-Käufe getätigt, die ich nach 2 Jahren bereut habe, weil die Dinger zwar schön aussahen, zweckmäßig waren, aber nicht wirklich nachhaltig funktionierten.
Ab der Jahrtausendwende konnte ich dann Uhren kaufen, die ich wirklich alle heute noch funktionsfähig besitze und - wenn auch unregelmäßig - trage. Zu Beginn Citizen Solar Quartz, zu meinem 40. Geburtstag dann die erste mechanische aus Glashütte. Ich kaufe Uhren immer nach praktischen Erwägungen, nie habe ich über eine Sammlungs-Strategie nachgedacht. Die erste mechanische Uhr hatte eine Kalenderwochenanzeige, die für meine Projektplanungen sehr nützlich war. Das Lederband erwies sich im Sommer als unzweckmäßiger Begleiter, so dass ich im Laufe der Jahre nach Alternativen geschaut habe und irgendwann bei einer wunderschönen Keramik Rado hängengeblieben bin. Dann kamen im Laufe der Jahre diverse Sport-, Taucher- und Funk-Weltzeituhr dazu. Inzwischen ist auch eine wunderschöne und seltene Uhr mit Mondphase dabei, an der ich bei einer Hausmesse des Juweliers nicht vorbei kam. Aktuell schmiede ich Pläne für einen mechanischen Diver oder / und Chronographen.
Ich habe definitiv keine wirkliche Strategie, sondern kann mich an schönen und technisch und optisch eindrucksvollen Uhren erfreuen - auch wenn ich sie mir manchmal nur von Weitem anschauen kann.
Wenn Geld übrig ist und eine sich eine passende Gelegenheit mit der obigen Aussage verbinden lässt, schlage ich spontan zu. Verkauft habe ich bisher noch nie eine mechanische Uhr meiner kleinen Sammlung.

ciao,
Dirk
 
Zuletzt bearbeitet:

mrbike

Dabei seit
13.09.2019
Beiträge
514
Ort
136.000/2020
Fehler 5 (oder was auch immer): Regeln aufstellen und einhalten wollen für ein Hobby, was Spaß machen soll.

Meine wichtigste "Regel": Spaß haben, keinen Druck aufbauen.

Druck entsteht oft bspw.durch "muss ich unbedingt haben" oder "muss verkauft werden".

Wenn ich eines in unzähligen Jahren Hobby (egal welches) gelernt habe: sobald es am Budget für wichtige Dinge nagt, muss das Hobby in der Priorität nach hinten! Bspw. ein Notverkauf einer Uhr, womöglich mit hohem Verlust, weil die Waschmaschine kaputt geht sollte allenfalls ein einmaliges, aber lehrreiches Ereignis sein!

Professionelle Uhrensammler, für die die Sammlung vordergründige Wertanlage ist, müssen natürlich wirklich Regeln aufstellen.
 

watch_essence

Themenstarter
Dabei seit
21.07.2019
Beiträge
27
Als Jugendlicher, zu DDR Zeiten habe ich mir zur Leipziger Messe die Nase an den Vitrinen von Omega und Glashütte plattgedrückt. Bei Glashütte wurden Uhren ausgestellt, die es im Laden niemals zu kaufen gab. Und die standen denen von Omega in nichts nach. Praktisch gekauft habe ich mir in dieser Zeit gefühlt alle 2 Jahre EINE neue Uhr. Immer der aktuell geilste Scheiss - die Alte wurde jeweils verkauft oder entsorgt, je nach Zustand.
Nach der Wende war plötzlich die Möglichkeit da, alles haben zu können, aber für wirklich gute Uhren hat das Geld nicht gereicht.

Danke für deinen Bericht! Sehr spannend :) Ich wusste gar nicht, dass Omega und Glashütte Uhren in der DDR zu haben waren.

Lg Sebastian
 

Obeliks

Dabei seit
29.02.2020
Beiträge
868
Ort
TH
Danke für deinen Bericht! Sehr spannend :) Ich wusste gar nicht, dass Omega und Glashütte Uhren in der DDR zu haben waren.

Lg Sebastian
Glashütte war in der DDR zu haben. Nur nicht alle Modelle, die für den Export produziert wurden.
Omega war nur als Aussteller zur Leipziger Messe sichtbar. Die Leipziger Messe war so etwas wie ein Schaufenster in den „Goldenen Westen“. Als DDR Bürger konnte man sich vieles anschauen, was man jedoch nie kaufen konnte.
ciao,
Dirk
 

clocktime

Dabei seit
18.05.2018
Beiträge
6.076
auf HODINKEE ist derzeit wieder mal ein Artikel zum Thema “Anfängerfehler beim Uhrensammeln”:

In-Depth: Twelve More Mistakes New Watch Enthusiasts Make (And How To Avoid Them) - HODINKEE

Der Artikel hat mir sehr gut gefallen und mich zum Nachdenken gebracht.
Daher würde ich gerne an dieser Stelle ein paar Fehler ergänzen, die ich von mir kenne.
[...]

Ich mach mal den Anfang:

Fehler 1: Den Prozess des Uhrensammelns durch eine fixe Idee oder eine Regel zu stark einschränken
[...]
Der Artikel auf Hodinkee ist interessant.
Noch zu Deinem Fehler 1:
Das sehe ich nicht unbedingt als Fehler an, im Gegenteil: Ich habe mir anfangs zum Glück ein paar Regeln aufgestellt, die eine Uhr zu mindestens 80% erfüllen muss. Dabei unterscheide ich zwischen "muss dabeisein" und "kann-Option".
Später kamen hier Ergänzungen, aber im Wesentlichen bin ich dieser Linie treu geblieben, was sicher auch viel Geld gespart hat. Ausserdem habe ich bis auf ein oder zwei Uhren an allen nach wie vor viel Freude.
Zu den Regeln gehörte z.B., dass (von Ausnahmen abgesehen) eine Uhr entweder ein blaues ZB haben muss oder wenigstens blaue Zeiger. Bei der Alternative, wenn dies nicht möglich war, konnte es zwischendurch auch passieren, dass ich Uhren mit silbernem ZB gewählt habe, und erst wenn es das gar nicht gab, auch mal eine Uhr mit schwarzem ZB gekauft habe. Die letzteren beiden Punkte sind und waren die grosse Ausnahme, aber dann musste alles andere stimmen.
Durch die Regeln hatte ich mich anfangs vielleicht zu stark eingeschränkt, aber andererseits führte das dazu, dass ich zunächst einmal nur ein paar Uhren gekauft habe. Erst als ich dann feststellte, dass das ein schönes und spannendes Hobby ist, habe ich die Regeln etwas (!) angepasst, sodass ab da z.B. vereinzelt auch Miyota-Kaliber in die Sammlung durften, oder dass auch mal Rolex den Weg in die Sammlung fand.

Fehler 2 habe ich in leichter Ausprägung, wobei dies keine Fehlkäufe bewirkte.
Ein weitere Fehler ist für mich das schnelle Kaufen mehrerer Uhren, da dies die Wertschätzung des einzelnen Stückes mindern kann und die Gefahr von Fehlkäufen erhöht.
Der hier bekannteste Fehler ist sicherlich das Um-Eine-Uhr-Herum-Kaufen. Das ist mir zum Glück noch nicht passiert.
Wenn man wirklich "um eine Uhr herumkauft". Das ist mir nicht passiert. Anfangs wäre Rolex in keiner Art und Weise ein Thema gewesen. Erst im Lauf der Zeit fanden zwei Rolex den Weg in die Sammlung, aber nicht als "die" Uhr, sondern als eine schöne Uhr unter vielen.

Nachdem ich erst in 2015 wirklich angefangen habe, mich für Uhren zu interessieren und in den ersten 3 Jahren ca. 27 Mal meine Philosophie geändert habe, mich jetzt aber "angekommen fühle", würde ich sagen wollen:

Wenn man kein Geld verbrennen will, sollte man halt so ungefähr wissen, was man will.
Deshalb bin ich froh, dass ich mir am Anfang relativ rigide Regeln aufgestellt habe und dazu die 80%-Muss-Regel eingebaut hatte. Mir gefallen nach wie vor alle meine Uhren bis auf eine Uhr. Diese eine wiederum erfüllt zwar die 80%-Regel, aber eine Kleinigkeit hatte ich vergessen. Das betrifft das Armband nebst der bei Dressern meist fehlenden Lume, und dass das ZB zwar blau, aber mit Verlauf ist. Deshalb habe ich die Regeln etwas angepasst. Diese eine Uhr hat mich aber nur wenig Lehrgeld gekostet (ca. 200€). Weil ich diese Uhr ohne Sonderangebot nicht gekauft hätte, bin ich allerdings vorsichtiger mit Sonderangeboten geworden.
Eine zweite Uhr gefällt mir zwar, aber die hat eigentlich den falschen Kaliber. Beim Kauf wusste ich noch nicht, dass genau dieser Kaliber (STP) mir Ärger bereiten würde; aktuell ist diese Uhr das zweite Mal in (Garantie-)Reparatue. Aber auch hier hielt sich der monetäre Schaden in Grenzen.
 

Funbiker

Dabei seit
19.09.2008
Beiträge
2.868
Ort
LC100
Ich sammle seit 40 Jahren Uhren, die mir gefallen und mich spontan ansprechen. Ein Konzept gibt es daher auch nicht. Prinzipiell alle namhaften Marken mit Preisen zwischen wenigen hundert bis hin zu höheren fünfstelligen Euro-Beträgen. Darüber hinaus sind über die Jahre meine Rolex-, Heuer-, Breitling- Militäruhren und andere Vintage Modelle mit hohen Wertzuwächsen gesegnet.

Da ich mich vor einem Uhrenkauf umfassend informiere, mir den Kauf dann gründlich überlege und erst danach zur Tat schreite, gibt es so gut wie keine Fehlkäufe. Da ich Uhren auch nicht flippere, sind es über die Jahre so viele Uhren geworden, wie das Kalenderjahr Tage hat.

Ich kenne sie nach wie vor alle, es gibt eine größere Zahl von Lieblingen und ein Großteil sieht nach wie vor regelmäßige Tragezeiten.

Einfach ein schönes Hobby, wenn man weiß was man will und genug Selbstbewußtsein hat, dies dann auch umzusetzen.
Und das nötige Kleingeld. :lol:
 

schluppe

Dabei seit
22.02.2020
Beiträge
436
Ort
Berlin
Bei mir sind leider meist die Wünsche größer als das Budget. Uhren über Kredite etc. zu kaufen finde ich auch falsch. Mein größter Fehler waren immer Spontankäufe. Jetzt lasse ich es erstmal sacken, wenn ich eine tolle Uhr sehe. Je höher der Preis, desto länger überlege ich. Im Gebrauchtsegment immer mit dem Risiko, dass die Uhr dann anderweitig verkauft wird, dann ärgere ich mich manchmal auch
 
Thema:

Uhren-Sammel-Fehler

Uhren-Sammel-Fehler - Ähnliche Themen

Komplikationen und Funktionen- welche werden wirklich sinnvoll im Alltag genutzt?: Hier soll es kein Richtig und kein Falsch geben. Geht um persönlichen Geschmack bei Uhren, die man alltäglich trägt. Viele Funktionen bietet ja...
Sind Quarz-Uhren wirklich Wegwerfware?: Hallo zusammen Im Zusammenhang mit mechanischen und Quarz-Uhren hört man oft das Argument, dass Quarzuhren nicht langlebig sind und man sie nach...
Kaufberatung Sammlung vervollständigen - GMT mit hellem Blatt gesucht: Moin Zusammen, ich würde gerne auf euren Rat zurückgreifen. Zuletzt hatte ich in "Zeigt eure kleinen Sammlungen" meine kleine und neu angefangene...
Welche Uhr ist denn eigentlich DIE Seiko?: Hallo liebe Foristi! In letzter Zeit versuche ich meine Sammlung ein wenig zu "optimieren" und möchte darin auch ein paar ikonische Uhrenmodelle...
Stellung des Stundenzeigers Omega Kaliber 3603: Hallo werte Gemeinde, ich habe Fragen zu meinem heißgeliebten Omega Seamaster GMT Chronographen (Referenz 212.30.44.52.01.001) mit dem Kaliber...
Oben