Uhren der Fa. German Sickinger: Gersi, GS und SiPA

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DRGM

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Liebhaber bestimmter Uhrenmarken haben es schwer, das überbürdende Angebot an Uhren ihrer Lieblingsmarke zu überblicken. Interessiert man sich beispielsweise für Zeitmesser aus dem Hause Omega, sieht man sich bei ebay mit ca. 3000 Uhren jener Marke konfrontiert – und das nur in Deutschland! Erweitert man die Suche auf eine weltweite, dann müsste man sich durch bummelig 32.000 Angebote quälen. Ich weiß so halbwegs wovon ich rede, denn täglich suche ich nach Hamiltons - und da sind es „nur“ ca. 9000 weltweit.

Vor einer derartigen Reizüberflutung ist man gefeit, sollte man sich für Uhren aus dem Hause German Sickinger interessieren.

Sickinger-Still-02_1600x1200.jpg

Nicht nur, dass es nur dürftige Informationen zu jener Pforzheimer Firma gibt, nein, auch das Angebot an konkreten Uhren erschöpft sich bei ebay derzeit auf ganze zwei Stück. Zwei. Weltweit. In Deutschland wird in der Bucht derzeit nur eine einzige angeboten.

Zunächst ein wenig Informationen zu der kaum bekannten Firma. Watch-Wiki

Uhrenfabrik German Sickinger – Watch-Wiki

weiß fast nur zu vermelden, dass die Firma 1887 gegründet wurde und wohl bis in die 1960er Jahre bestand. Nun, was die Nachkriegszeit betrifft, konnte ich auch nicht mehr herausfinden, aber zu der Zeit vor 1945 gibt es durchaus ein paar mehr Informationen, was vor allem der Tatsache geschuldet ist, dass die Fa. German Sickinger im Jahre 1937 ihr 50jähriges Firmenjubiläum feiern konnte. Ein Anlass, der in der Fachpresse entsprechend gewürdigt wurde, beispielsweise in der „Uhrmacher-Zeitung“ Jahrgang 1937, Seiten 405/06:

Uhrmacher-Zeitung-1937-S405-406_Sickinger_1600.jpg

Zusammenfassung: Gründung am 1. August 1887 als „Schönthaler & Sickinger“, ab 1892 als „German Sickinger“. Anfang 1922 Beginn der Gehäusefertigung für Armbanduhren; 1923 Aufgabe der bisherigen Schmuckfertigung und Konzentration auf Uhren. Zahl der Beschäftigten im Jahre 1937: 100.

Also zwar eine nicht große, aber dann doch auch keine ganz kleine Firma, so dass es erstaunt, dass so wenige Uhren aus dem Hause Sickinger überlebt zu haben scheinen. Und immerhin war die Firma so solvent, dass sie sich Ausgaben für Werbeannoncen leisten konnte, worüber ich natürlich sehr dankbar bin:

Uhrmacherkunst_1931-Gersi-Annonce_1600.jpg

Uhrmacherkunst_1935-Gersi-Annonce02_1600.jpg

Eine kleine Auswahl an Sickinger-Uhren ist dann – ziemlich zusammenhanglos - in der „Uhrmacher-Zeitung“ 1934 abgebildet:

Uhrmacher-Zeitung-1934_S144-Sickinger-Uhren_1600.jpg

Hierdurch erfährt man bereits, dass es Qualitätsabstufungen gab: Werke mit Zylinder- oder Ankerhemmung, Anzahl der Lagersteine zwischen 6 und 15. Noch mehr über die Produktpalette von Sickinger erfährt man aber durch eine äußerst erhellende Anzeige von 1935:

Uhrmacherkunst_Nr32-1935_Gersi-Annonce_1600.jpg

Dankeswerterweise ist hier recht gut erklärt, wofür die drei Marken „Gersi“, „GS“ und „SiPA“ von Sickinger eingesetzt wurden:


1. GS: die „gute Zylinder-Armbanduhr“

2. Gersi: die „massive ganggenaue Garantie-Ankeruhr“

3. SiPA: die „Pfeiler-Ankeruhr gehobener Qualität“


Eine heutzutage recht modern wirkende Marketingstrategie: je nach Qualitätsniveau wurden die Uhren unter einer eigenen Marke veräußert. Seinerzeit ein ungewöhnlicher Ansatz – Junghans beispielsweise vertrieb sämtliche, qualitativ höchst unterschiedlichen Armbanduhren unter der einzigen Marke Junghans, so das man nie so recht weiß, was denn da wohl drin stecken könnte (besonders krasses Beispiel: die Modelle 60/88RZ und 85/97RZ sehen in den Abbildungen des 1938er Kataloges absolut identisch aus – aber einmal ist ein sieben-steiniges J59 und einmal ein 15-steiniges J80 in Meisterausführung drin). Was Sickinger allerding bzgl. „SiPA“ mit „Pfeiler-Ankeruhr“ meinte, ist mir unklar und es will mir scheinen, als hätte Sickinger diesen Ausdruck exklusiv gebraucht – ich finde ihn jedenfalls sonst nirgends; möglicherweise eine recht eigenwillige Bezeichnung für Paletten-Anker? Immerhin kann man aber durch die Annonce schlussfolgern, wofür „SiPA“ steht: Sickinger Pfeiler-Ankeruhr.


Die drei Marken Gersi – GS – SiPA der Annonce sind auch die drei Marken, welche die Firma Sickinger zur Eintragung als Warenzeichen gebracht hat – mehr als diese drei Warenzeicheneintragungen gab es bis 1945 nicht:

Sickinger-Warenzeichen_1600.jpg

Man beachte bei der 1923 angemeldeten Marke „Gersi“ als Geschäftsbetrieb der Firma: „Bijouterie- und Uhrenfabrik“, während der Geschäftsbetrieb bei den 1934 und 1935 angemeldeten Zeichen „GS“ und „SiPA“ bereits auf „Uhrenfabrik“ reduziert ist.

Bevor wir zu was Konkretem kommen noch ein paar Bemerkungen zu den erfinderischen Tätigkeiten der Firma German Sickinger. Denn erfinderisch war man dort durchaus, was sich in sechs Gebrauchsmustern in der Zeit 1935 bis 1940 wiederspiegelt. Es sind dies die Gebrauchsmuster Nummern 1339133, 1366143 („Blockuhrgehäuse“), 1366672 („Uhrgehäuse für Formwerke“ – ebenfalls eine Blockuhr betreffend), 1392825 („Wasserdichtes Uhrgehäuse“), 1392826 und 1523476. Nach 1945 gab es noch ein weiteres Gebrauchsmuster Nr. 1614180 „Wasserdichtes Uhrgehäuse“ welches Ende Juli 1950 angemeldet wurde. Danach gibt es keine erfinderischen Tätigkeiten zu vermelden.

Sickinger beschränkte sich beim Schutz seiner Erfindungen ausschließlich auf deutsche Gebrauchsmuster – mit einer Ausnahme: der Gegenstand des 1940 angemeldeten Gebrauchsmusters Nr. 1523476 wurde tatsächlich parallel in den USA im März 1941 zum Patent angemeldet – Pech, denn die Erwartungen, die man wohl an dieses Patent in den USA geknüpft hatte, wurden durch den Kriegseintritt der USA in den 2. Weltkrieg zunichte gemacht. Zwar wurde das Patent im März 1944 erteilt, jedoch sogleich als Feindvermögen vom „Alien Property Custodian“ beschlagnahmt. Doppeltes Pech, denn gemäß Watch-Wiki wurde das Betriebsgelände von Sickinger in der Karolingerstraße 23 in Pforzheim ebenfalls von der Besatzungsmacht beschlagnahmt, um dessen Rückgabe Sickinger jahrelang kämpfen musste. Eine Adresse übrigens, die Sickinger erst am 8. Mai 1939 bezogen hatte.

Nun, der Verlust des US-Patentes dürfte verschmerzbar gewesen sein. Denn die geschützte Konstruktion des Uhrengehäuses war vielleicht dann doch zu ausgefallen: die Gehäusehälften (1, 2) werden hier durch aufgeschobene Klammern (5, 6) zusammengehalten, wobei die Klammern auch der Bandbefestigung dienen:

US2344422_1600.jpg

Was die deutschen Gebrauchsmuster betrifft, so hat Sickinger leider größtenteils von der seinerzeit bestehenden Möglichkeit Gebrauch gemacht, reale Muster einzureichen (daher auch Gebrauchsmuster), d. h., es wurden Musterstücke nebst einer recht kargen Beschreibung eingereicht, wobei die Musterstücke 10 Jahre nach Ablauf des DRGM vernichtet wurden, also verloren sind. Die Beschreibung reicht in solchen Fällen oftmals nicht aus, um sich Vorstellungen über die Erfindung zu machen. Immerhin erfährt man, dass man sich größtenteils um die Verbesserung wasserdichter Blockuhren bemüht hat. Nur in zwei Fällen hat Sickinger statt Muster Zeichnungen eingereicht. Glücklicherweise, denn diese Gebrauchsmuster scheinen mir bei meiner noch zu beschreibenden Gersi verwirklicht zu sein.


Gebrauchsmuster Nr. 1339133, Anmeldung vom 27. 4. 1935: Dieses DRGM betrifft ein wasserdichtes Uhrgehäuse, welches aus einem vollen Block hergestellt ist und durch einen Deckel verschraubbar ist. Kern der Erfindung ist ein Dichtungsring (d) aus Blei oder einer Bleilegierung, wobei der Dichtungsring einen viereckigen Querschnitt aufweisen kann:

DE1339133U_Sickinger-Bleidichtung.jpg

Das zweite bebilderte Gebrauchsmuster ist die Nummer 1392826 (Anmeldung 9. November 1936) und betrifft eine abgedichtete Krone:

DE1392826U_Sickinger-dichte-Krone.jpg


So, nun aber zu was Handfestem, also Uhren. Ich muss gestehen, dass ich vor zwei Wochen den bei ebay zur Verfügung stehenden Weltbestand an Uhren aus dem Hause Sickinger um die Hälfte reduziert habe. Denn ich konnte zwei Sickinger-Uhren ergattern: eine Gersi und eine GS. Eine SiPA konnte ich bislang noch nicht erwerben. Überhaupt: bei meinen Recherchen habe ich eine einzige SiPA gefunden, nämlich diese hier:

Sipa, Germany – wristwatch – Circa 1930. Sipa, Germany – wristwatch – Circa 1930. - Catawiki

Hier bitte ich einmal die Uhrwerkskenner, sich das Werk anzusehen. Sieht für mich wie ein gutes Ankerwerk aus, dass mich ein wenig an das Bifora 2025 oder 2030 erinnert.

Ach, was SiPA betrifft: es scheint eine französische Marke SIPA (mit großem „i“) gegeben zu haben, denn die eine oder andere SIPA aus den 60ern kann man schon mal finden. Wie gesagt: kommt mir französisch vor.


So, nun endlich zu den Realstücken:



Gersi Ideal



Es handelt sich hier um eine Blockuhr im zeittypischen Design, wie man es von der Alpina Tresor, ZentRa Granit, Laco Sport, Para Prominent und anderen Vertretern der seinerzeit äußerst beliebten Sportuhr mit Gehäuse aus einem Block kennt. Mit einer Gehäuselänge von 33 mm und einer Gehäusebreite von 24,5 mm gehört sie zu den eher kleinen Uhren. Das Band macht sich mit 16 mm dazu geradezu breit aus.

Gersi-Ideal_01_1600x1200.jpg

Gersi-Ideal_03_1600x1200.jpg

Neben der Markenbezeichnung „Gersi Ideal“ befinden sich noch die Begriffe „wasserdicht“ und „bruchsicher“ auf dem ZB. Das ist insofern erwähnenswert, als dass es auch „Gersi Ideal“ gibt, bei denen die Angabe „bruchsicher“ nicht vorhanden ist. Jene kommen (alle?) mit kleiner Sekunde daher, während die wasserdichten UND bruchsicheren Exemplare mit Zentralsekunde ausgestattet sind, was ja bei Uhren aus der Zeit alles andere als selbstverständlich ist.


Die Rückseite offenbart den verschraubten Boden – für eine wasserdichte Uhr aus der Epoche ebenfalls nicht trivial.

Gersi-Ideal_04_1600x1200.jpg

Der Boden ist völlig unmarkiert, wobei ich davon ausgehe, dass er (wie das Gehäuse auch) aus Edelstahl besteht (der „messingfarbene Streifen“ der Vorderansicht ist nur eine Reflexion, keine Gehäuseabnutzung). Innen ist er – so will es mir scheinen – aus dem Vollen gefräst:

Gersi-Ideal_06_1600x1200.jpg

Gersi-Ideal_07_1600x1200.jpg

Nach dem Abnehmen wird der Blick auf das Werk frei….. na, Pustekuchen! Da ist doch noch ein Schutzdeckel drauf:

Gersi-Ideal_08_1600x1200.jpg

Möglicherweise ist dieser Schutzdeckel mit dafür verantwortlich, dass die Uhr völlig lautlos ist. Wirklich! Mit verschraubtem Deckel sieht man den Sekundenzeiger munter seine Runden drehen, hört aber absolut nichts, selbst wenn man die Uhr ans Ohr hält. Erst mit abgenommenen Deckeln ist ein sehr leises Ticken vernehmbar.


So, jetzt aber runter mit dem Schutzdeckel:

Gersi-Ideal_09_1600x1200.jpg

Gersi-Ideal_10_1600x1199.jpg

Innen ist ein mir unbekanntes 8 ¾“‘-Kaliber verbaut, dass mich an ein ETA 790 erinnert, allerdings mit indirekter Zentralsekunde:

bidfun-db Archiv: Uhrwerke: ETA 790


Ein ETA 804 hätte eine Zentralsekunde, allerdings eine direkte. Scheint mir irgendwas zwischen 790 und 804 zu sein. Oder?

Wie ich schon oben schrieb, so erscheint es mir, als seinen die „bebilderten“ Gebrauchsmuster bei der Gersi-Ideal verwirklicht. Die Bleidichtung konnte ich zwar nicht direkt ausmachen, aber auffällig ist der dicke Kronen-Tubus. Schein mir eine abgedichtete Krone zu sein:

Gersi-Ideal_12_1600x1200.jpg

Zu guter Letzt noch ein Vergleich mit der Alpina Tresor. Die Formensprache ist die Gleiche, jedenfalls im Wesentlichen:

Vergl_Tresor-Gersi_02_1600x1199.jpg
 

DRGM

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GS


Die GS, welche ohne Sekundenzeiger daherkommt, gehört ebenfalls zu den kleineren Vertretern von Herrenuhren und weist einen Durchmesser von gerade einmal 25,5 mm und eine Höhe von 27,5 mm mm auf.

GS_01_1600x1200.jpg

Das Gehäuse entspricht der Kunst der Zeit und ist nicht weiter erwähnenswert – es ist lediglich auf der Rückseite mit „Walzgolddoublé 20 Mikron“ und innen mit einer Zahl „67“ gestempelt.

GS_07_1600x1200.jpg

GS_05_1600x1200.jpg

GS_06_1600x1199.jpg

Nimmt das Werk aus dem Gehäuse, kommt unter dem vergilbtem und mit Rissen übersätem Glas ein praktisch makelloses ZB mit ebenso makellosen gebläuten Zeigern zum Vorschein:

GS_08_1600x1200.jpg

GS_09.jpg

Interessant wird es nun beim Werk. Wie oben bereits ausgeführt, darf man bei einer GS ein Werk mit Zylinderhemmung erwarten und wird auch nicht enttäuscht:

GS_10_1600x1199.jpg

Beim Kaliber handelt es sich um ein AM 453 der Schweizer Firma A. Michel S.A. Ich weiß das aber auch nur, weil ein AM 453 hier schon mal vorgestellt wurde:

Nomica: Eine wunderschöne, uralte Einfachstuhr Kal. AM 453

Das 15mm-Band, mit dem die Uhr kam, ist ein Genuss für sich: ein typisches „Atempo“-Band aus der Zeit, allerdings mit Schuppenmuster, was ich so auch noch nicht gesehen habe.

GS_14_1600x1200.jpg

GS_11_1600x1200.jpg

GS_12_1600x1200.jpg

Bei der Bezeichnung „Oresto“ dachte ich an eine Marke, konnte dann aber herausfinden, dass „Oresto (..) eine alte Bezeichnung für eine bestimmte Double-Goldsorte (ist) und sagt aus, dass in einem Kilogramm Doubleware 5 Gramm Feingold als Auflage vorhanden ist (5/1000).“

ORESTO


Natürlich würde ich mich freuen, wenn weitere Uhren aus dem Hause German Sickinger hier gezeigt werden würden.
 

Badener

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Großartig, ganz herzlichen Dank für diese wunderbare Recherche und die Vorstellung der Uhren!

Das Werk oben ist übrigens ein ETA 804, also ein 790 als Basis mit indirekter Sekunde. Das bei Ranfft beim 804 abgebildete Werk ist kein 804, sondern ein 790.
 
Zuletzt bearbeitet:

Faisaval

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Hallo Martin, wieder einmal eine absolut beeindruckende Vorstellung von Dir. Minutiös recherchiert und mit tollen Bildern versehen. Besser kann man es nicht machen. Herzlichen Dank für diese Reise in die Welt der Firma German Sickinger.
 

monza

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Eine mir völlig unbekannte Marke, danke für deine Recherche und deinen interessanten Beitrag.

Mfg Frank
 

pearl.harbour

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Eine tolle und interessante Vorstellung! Herzlichen Dank!

Viele Grüße Markus
 

DRGM

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Das Werk oben ist übrigens ein ETA 804, also ein 790 als Basis mit indirekter Sekunde. Das bei Ranfft beim 804 abgebildete Werk ist kein 804, sondern ein 790.


Hallo Badener,

herzlichen Dank für die Bestimmung des Werkes! Aha, also doch ein ETA 804 - gut zu wissen!

Könntest Du bitte mal einen Blick auf die SiPA werfen? Würde mich interessieren, was für ein Werk das ist:

https://veiling.catawiki.nl/kavels/...circa-1930-sipa-germany-wristwatch-circa-1930

Direktlink zum Foto des Werkes:

https://assets.catawiki.nl/assets/2017/4/5/0/0/a/00ac5f8e-19fe-11e7-8d15-891eb8cae88d.jpg


Hallo Valentin, Timo, Frank und Markus: Danke für Eure freundlichen Worte! Schön zu hören, dass mein Beitrag gefällt.


@lennox: Danke für das Zeigen Deiner Unbekannten mit Gersi 762 (Urofa 58)! Derlei namenlose Zifferblätter können ein Grund dafür sein, dass so wenig Uhren von German Sickinger auftauchen, denn möglicherweise hat die Firma die meisten ihrer Uhren ohne Marke auf den Zifferblättern an Großhändler verkauft - wer weiß?
 

Uhrenfreak

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Hallo Marin,

tolle Arbeit, wunderbare Sammlung und Zusammenstellung!!

Gersi war mir bekannt als Abnehmer des Urofa 58 Uhrwerkes.
Vor zwei Jahren habe ich auch eine Gersi Ideal gezeigt mit einem Urofa 55 - Werk:
...der Flohmarkt-Thread...

Gruß Willy
 

DRGM

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Hallo Badener,

Spitze! Danke, das sollte hinkommen!
 

ulli81

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Moin
Gerne stell ich meine Gersi auch hier rein!Die Marke war mir bis zum letzten WE völlig unbekannt.
Zu dem "Säulenankerwerk" kann ich nur soviel sagen,das sich das auf die Bauart bezieht. Mit Bifora warst du schon auf der richtigen Fährte.Nehmen wir mal ein Bifora 91/1.Ein Typisches Säulenwerk.Zum Vergleich nimm mal ein beliebiges 60-70erj Werk,DuRoWe,Förster,Junghans etc.Der Werkaufbau ist komplett anders.Die Platinen liegen direkt aufeinander, verbunden über die Zahnräder. Beim Säulenwerk gibt es zwei Platinen,meistens,die über Distanzrohre(Säulen)miteinander verbunden sind.Alle Radsätze liegen dazwischen. Ein gutes Beispiel für eine Mischbauweise ist das Osco42,eine Seite Säule,andere Seite"normal".
Wenn es hilft,lege ich noch ein Bild vom Förster2075 bei.Fast hab ichs vergessen,in meiner Gersi tickt ein ETA735.
LG Ulli
 

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DRGM

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Hallo Ulli,

Danke für das Zeigen Deiner Gersi und für die Erläuterungen zu Säulenankerwerken - war mir so nicht bekannt. Sickinger hat das Ganze ja „Pfeiler-Ankeruhr“ genannt - ich gehe (wie Du auch) davon aus, dass eigentlich Säulen-Ankerwerk gemeint ist.
 

ulli81

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@DRGM
Davon kann man mal ausgehen. Viele Hersteller hatten eigene Bezeichnungen, die aber alle dasselbe meinten.
Diese Säulen oder Pfeiler Werke ließen sich einfach billiger herstellen,ohne auf den genaueren Gang der schweizer Ankerhemmung verzichten zu müssen.
LG Ulli
 

MaJoLa

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Hallo Martin,

sehr interessante, informative und durchweg gelungene Ausarbeitung.

Ja, es gibt immer noch viele Hersteller, deren Name im laufe der Jahrzehnte untergegangen ist, obwohl sie damals von Bedeutung waren und durchaus vielen, heute noch präsenten Marken das Wasser reichen konnten.

Ich bin noch auf diese Seite mit Sickinger Modellen gestoßen, die Du wahrscheinlich übersehen hast:

37122999wb.png


Auch die von Dir gezeigten Uhren treffen meinen Nerv und sind, wie von Dir gewohnt, ausgezeichnet präsentiert. Vielen Dank.
 

tiktak66

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... da, wo's schön ist
Was für eine Vorstellung

hervorragend recherchiert, eine unglaubliche Fülle an Informationen und mit hervorragenden Bildern illustirert.

Eine Sternstunde.

:klatsch: :klatsch: :klatsch:
 

DRGM

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Hallo Markus,

Danke für die schöne Ergänzung aus der Uhrmacher-Woche von 1932! Hatte ich tatsächlich übersehen.

Was ich interessant finde: keine Marke(n) auf dem ZB, genau wie in der Präsentation in der Uhrmacher-Zeitung von 1934. Dam keimt der Verdacht auf, dass die meisten Uhren aus dem Hause Sickinger womöglich als No-Names und seltener unter einer der Sickinger-Marken verkauft wurden. Was erklärten könnte, dass so wenige Gersi/SiPA/GS auftauchen.
 

DRGM

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Mittlerweile konnte ich eine Uhr der dritten, hier bislang fehlenden Sickinger-Marke auftreiben, nämlich eine

SiPA

SiPA_Still_01_1600.jpg

Nicht der beste Zustand, aber in diesem Fall nimmt man, was man kriegen kann. Gehäusemaße 23 x 31 mm, 16 mm Bandanstöße (feste Stege).

SiPA_02_1600.jpg

SiPA_03_1600.jpg

SiPA_04_1600.jpg

Nach Öffnen des Gehäuses, dessen Boden mit „Walzgolddoublé 20 Mikrons“ gestempelt ist,

SiPA_07_1600.jpg

kam eine kleine Überraschung ans Tageslicht, nämlich eine Staubschutzkappe, welche mit „STAUBSCHUTZ GERSi“ gestempelt ist:

SiPA_05_1600.jpg

SiPA_06_1600.jpg

Das ZB ist von außen mit Schräubchen am Werk befestigt:

SiPA_08_1600.jpg

Das Werk:

SiPA_09_1600.jpg

Hierbei scheint es sich um ein Förster 2075 zu handeln:

Förster 2075

Ungewöhnlich (?), dass sich keinerlei Markierungen außen finden, welche beim Förster ja sonst vorhanden sind. Andererseits ist das bei der einzigen mir sonst bekannten SiPA ebenfalls der Fall:

Sipa, Germany – wristwatch – Circa 1930. Sipa, Germany – wristwatch – Circa 1930.

Oder hat jemand eine Idee, was das für ein Werk sein könnte, wenn es kein Förster ist?
 
Thema:

Uhren der Fa. German Sickinger: Gersi, GS und SiPA

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