Uhraufzieh-Frage

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logotron

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Jetzt habe ich mittlerweile mehrere mechanische Armbanduhren. Nun stellt sich mir die Frage, wie oft ich die am besten aufziehe.

Ich habe etwas von Verharzung des Öls in der Uhr gelesen, d.h. es ist im Prinzip für das Schmier-Öl am besten, wenn die Uhr immer läuft.

Andererseits nutzt sich die Uhr ja auch ab wenn sie immer läuft. Und dann muss man ja die Uhr zur Revision bringen alle 5 Jahre oder so.

Und so dachte ich mir, wenn ich die Uhren vielleicht 1mal die Woche aufziehe, dann verharzt das Schmiermittel nicht und gleichzeitig wird der Verschleiss minimiert.

Denn tragen tue ich meistens nur 1 Uhr, alle paar Wochen ziehe ich mal eine andere an. Aber es kann auch sein, dass ich eine Uhr monatelang nicht anziehe.

Ich möchte gerne das Thema "Uhrenbeweger" hier raus halten, da es mir hier um die Sachlage geht und nicht um konkrete Lösungs-Techniken.

Um es zusammenzufassen, ist das eine gute Idee, die Uhren nur 1mal die Woche aufzuziehen? Wird dadurch der Verharzung effektiv vorgebeugt? Und lässt sich damit die Zeit bis zur nächsten Revision verlängern und der Verschleiss minimieren?
 
RiGa

RiGa

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Hallo,

das ist ein klassisches Jojo-Thema im Forum, wenn auch meist im Zusammenhang mit Uhrenbewegern aufgebracht. Die überwiegende Meinung dazu ist meines Wissens:
- Moderne Öle verharzen nicht
- Was sich nicht bewegt, verschleißt nicht

Das ändert sich wohl auch nicht, wenn noch hundert Leute fragen...

Gruß
Badener
 
Seikovnik

Seikovnik

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Verharzen = Oxidation und Polymerisation ungesättigter Fettsäuren. Polymerisation ist Verkettung von Molekülen, Oxidation ist die Reaktion mit Sauerstoff.

Wird das Öl nicht bewegt, so hat nur die sichtbare Oberfläche Kontakt zu Sauerstoff. Wird das Öl ständig bewegt, so haben wesentlich mehr Moleküle die Möglichkeit mit Sauerstoff in Kontakt zu kommen.

Moderne Schmieröle, wie sie in der Feinmechanik verwendet werden enthalten so gut wie überhaupt keine ungesättigten, d.h. reaktiven Fettsäuren, so dass eine Verharzung wie oben beschrieben einen so geringen Prozentsatz (besser: pro Million-Satz) des Öls betreffen würde, dass die Schmiereigenschaften (Viskosität) sich nicht messbar verändern würden.

Was beim Uhrwerk schon mal als "Verharzung" bezeichnet wird ist die Vermengung des Öles mit feinstem Abrieb aus den Lagerstellen, wodurch im schlimmsten Falle eine breiartige Substanz entsteht, die keinerlei gewünschte Schmiereigenschaft mehr besitzt.

All dieses vorausgeschickt ergibt sich, dass eine Uhr (theoretisch zumindest) besser dran ist, wenn sie nicht läuft und wenig bewegt wird. Einziger Nachteil dieser Lagerung: Sehr dünnflüssiges Öl "fließt" mit äußerst geringer Geschwindigkeit in Richtung Erdmittelpunkt. Dabei können bei jahrelanger gleichbleibender Lagerung auch schon einmal Lager "austrocknen" und sich Öl dort sammeln, wo es nicht hingehört.

Wenn die Uhr also alle paar Wochen umgelagert wird sollten (immer noch theoretisch natürlich) diese Schäden nicht auftreten. In der Praxis gehen die Meinungen hierzu allerdings konträr auseinander. Ich meine, mit einem "gesunden Mischbetrieb" geht es der Uhr am besten, d.h. ruhig mal ein paar Wochen liegen lassen, dann wieder tragen oder bewegen. Außerdem denke ich, dass zumindest aktuelle Uhrwerke und Öle weniger empfindlich sind als gemeinhin angenommen wird.

Gruß

Seikovnik
 
Aeternitas

Aeternitas

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Danke, guter Bericht, Seikovnik. Ich achte noch drauf, dass die Uhren mit Boden nach unten verweilen, so dass nichts ins Zifferblatt fließen kann. Ein paar Jahre sind schnell vorüber und das Zifferblatt sollte doch verschont bleiben. Das Werk kann man ja leicht reinigen, das Zifferblatt nicht.
 
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Uhraufzieh-Frage

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