Uhr schlägt nicht 12

Diskutiere Uhr schlägt nicht 12 im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo, ich habe 2 1/2 Fragen: :-) 1.) Seit ich eine Wanduhr mit Gewichtsaufzug geölt habe (ganz wenig synthetisches Großuhrenöl in die...
Gorbi!

Gorbi!

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Hallo,
ich habe 2 1/2 Fragen: :-)
1.) Seit ich eine Wanduhr mit Gewichtsaufzug geölt habe (ganz wenig synthetisches Großuhrenöl in die Vertiefungen, kein Herauslaufen des Öls), schlägt sie nicht mehr die Zwölf. Alle anderen vollen Stunden (Anzahl der "Pings" entspricht der Uhrzeit) und die halben Stunden (nur ein "Ping") werden richtig geschlagen. Ich hatte das Werk ausgebaut und das Zifferblatt demontiert, um auch an die vorderen Lagerstellen zu kommen.
Jetzt finde ich den Fehler nicht. Was könnte die Ursache sein?
2 a + b) Woran kann es liegen, wenn Uhren stehenbleiben, nachdem man sie voll aufgezogen hat? Dies passiert mir bei einem alten Wecker, aber auch bei einer Wanduhr, deren Werk ich zerlegt und geölt habe. Ich habe sogar die Federn der Wanduhr (eine für das Gangwerk und eine für das Schlagwerk) aus den Federhäusern geholt und leicht mit Hochleistungsfett versehen. Am Wecker habe ich nicht viel gemacht (nur ein wenig geölt), bei ihm genügt es, einmal draufzuhauen, dann läuft er wieder (ca. 20 Stunden). Bei der Wanduhr muß ich jedoch immer wieder mit dem Aufzugschlüssel den Vierkant leicht drehen und das Pendel anwerfen, bis sich die Feder ein wenig entspannt hat. Ab dann läuft die Uhr eine ganze Woche durch. Aber wehe, man zieht sie :shock:dann wieder zu stark auf.
Vielleicht habt Ihr einen Tip? Vielen Dank!
Gruß
Gorbi
 
Schraubendreher

Schraubendreher

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Hallo Gorbi;

Zu 1): da ist was in der Auslösung des Schlagwerks verstellt. Da gibt es reichlich Möglichkeiten, am wahrscheinlichsten etwas mit dem Hebel, der auf die Stundenstaffel fällt. Oder der Schöpfer hat einen mitbekommen. Oder reden wir von einem Schlossscheibenschlagwerk?

Zu 2): Da klemmt oder klebt was im Federhaus. Hast Du die Federn auch sauber gemacht, bevor Du sie geschmiert hast? Hast Du sie vielleicht verbogen, als Du sie wieder eingewunden hast? Und „Hochleistungsfett“ kann auch alles mögliche sein. Normalerweise nimmt man graphitiertes Zugfedernöl.

Viel mehr kann man aufgrund deiner spärlichen Angaben nicht sagen. Wenn man eine Großuhr fachgerecht repariert, treten die von Dir beschriebenen Probleme eigenlich nicht auf.

Bis dann:
der Schraubendreher
 
Gorbi!

Gorbi!

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Hallo, Schraubendreher,
Vielen Dank für Deine freundliche Antwort!
Entschuldige die spärlichen Angaben, ich hätte Bilder machen sollen, als ich das Werk ausgebaut hatte. Da ich noch mal ran muß, werde ich das nachholen. Bei der Uhr, die seit der Ölung nicht mehr die Zwölf schlägt, handelt es sich um eine Replik einer historischen Uhr, mit zwei Gewichten, die wie "Cochones" aussehen, oben hat sie ein "Geländer" in dem sich die Glocke befindet, sowie eine Figur, die eine eine Kugel über ihren Kopf hält.
Ich bin zwar technisch geschickt, sammle und repariere technische Antiquitäten (Plattenspieler, Dual HiFi, Meßgeräte, Rechenmaschinen), aber von "fachgerechter Reparatur" würde ich nicht sprechen. Ich versuche, was mir mit meinem Werkzeug und Teilen möglich ist, lerne aber gerne dazu.
Bei der anderen Wanduhr (Bilder folgen) sprang die Feder über. Also habe ich es erstmalig gewagt, die Platinen zu lösen, um die Federhäuser herausnehmen zu können (es war hinterher ein Akt, alle Wellen wieder in die Lager zu fädeln). Bei der Gangfeder war das Gehäuseseitige Ende abgebrochen. Ich habe 1 cm daneben ein neues Loch gebohrt und die Feder wieder eingehängt. Wo hätte ich auch eine passende neue Feder herbekommen sollen, bin ja kein Uhrmacher. ;-) Die Feder durch die Finger mit Graphitfett zu ziehen, bot sich an.
Nach dem Zusammenbau ließ sie sich aufziehen, ohne überzuspringen, es ist auch ordentlich Spannung drauf.
Jetzt muß ich vermutlich alles wieder auseinandernehmen, die Feder ausmessen und hoffen, bei Selva eine passende zu finden?
Viele Grüße
Gorbi
 
Schraubendreher

Schraubendreher

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Hallo Gorbi,

Uhrmacherei ist kein Buch mit sieben Siegeln und es gibt auch frei verfügbare Fachliteratur. Aber es macht dann halt doch einen Unterschied, ob man eine Reparaturanleitung liest oder ob der Lehrmeister neben einem steht und erklärt, was man machen muss und warum. ;-)
Du hast das Uhrwerk zerlegt, ein neues Federloch gemacht und alles wieder zusammen gebaut. Dabei kannst Du schon eine ganze Reihe Sachen falsch gemacht haben.

1. Hast Du das defekte Federende abgetrennt und den Bereich der Feder mit dem neuen Loch ausgeglüht? Wenn nicht, kann die Feder ganz schnell wieder brechen, weil sie dort stark gebogen wird und halt federhart ist. Ansonsten muss die Feder nicht neu, nur weil ein paar cm am Ende fehlen.

2. Wenn Du die alte Feder nicht gereinigt hast, befindet sich zwischen den Umgängen noch jede Menge Siff (altes Graphit, verharztes Öl, Abrieb). Bei Vollaufzug liegt die Feder als eng gewickeltes Paket um den Federkern. Der Schmier kann dazu führen, dass die Umgänge zusammenkleben und dadurch Federkraft verloren geht.
Resultat: die Uhr bleibt bei Vollaufzug stehen.
Abhilfe: alles noch mal auseinander, Zugfeder sauber machen und wieder zusammen. Sorry.

3. Hast Du das Schlagwerk eingestellt? Die Zahnräder müssen in bestimmten Positionen zueinander stehen, damit es richtig und zuverlässig schlägt.
Der Hammer darf auf dem Hebnägelrad auch nach dem Vorlauf nicht auf Hebung fallen, der Vorlauf sollte etwa 1/2 Umdrehung betragen, der Nachlauf muss ausreichend sein, der Rechen muss richtig auf die Staffel fallen, der Schöpfer muss richtig positioniert sein um den Rechen zuverlässig zu heben.
Viele Fachbegriffe, ich weiß. Und nicht so einfach wie es klingt. :roll:

4. Hast Du die Hemmung richtig eingestellt? Der Fall muss bei einer Hakenhemmung innen und außen gleich sein, sonst stimmt der Achsabstand Anker-Ankerrad nicht.

Das fällt mir so spontan ein, wenn ich Deine Beschreibung lese. Das alles wäre Teil einer fachgerechten Montage, praktisch käme natürlich noch die Beseitigung von Verschleiß (Zapfen & Lager) dazu. Alles kein Hexenwerk, aber halt doch etwas mehr zu beachten, als viele Heimwerken meinen, wenn sie erstmals an eine Großuhr gehen.
Ich will Dich nicht entmutigen, das bekommst Du schon hin. Aber es hat halt seinen Grund, dass man drei Jahre lernen muss um Uhrmacher zu werden... ;-)

Viel Erfolg:
der Schraubendreher
 
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Hallo, Schraubendreher,
tolle Hilfestellung, vielen Dank! :super: Du hast recht, Uhrmacherei ist etwas absolut Großartiges, für mich, als Liebhaber historischer (analoger) Technik faszinierend. Leider kann man in einem Erdenleben nur einer begrenzte Anzahl von Interessen (Hobbies) intensiver nachgehen. Deswegen würde ich mir nie anmaßen, mich mit einem gelernten Uhrmacher zu vergleichen. Dennoch lerne ich gerne dazu und mache selbst, was mir meine Möglichkeiten erlauben. Außerdem bin ich auch ein wenig dazu gezwungen, denn im weiten Umkreis kenne ich keinen guten, motivierten Uhrmacher mehr, dem man ein Werk guten Gewissens anvertrauen könnte oder bei dem man z. B. Federn oder andere Kleinteile an der Ladentheke kaufen könnte. Ich habe ja kein Ersatzteillager, weil ich nur sieben Wanduhren, sechs Wecker, zwei Taschenuhren und eine mechanische Armbanduhr besitze, die meist klaglos funktionieren. Andererseits ist ist es lästig, wenn man alle Jubeljahre eine Uhr warten möchte, alles auseinander hat und dann nicht weiterkommt, weil man eine Aufzugsfeder oder einen Zeigersplint online bestellen muß. Von Kleinuhren aber auch Zapfen und Lagern von Großuhren lasse ich realistischerweise die Finger. Irgend jemand hier im Forum hat mal gesagt: "Löten, buchsen, punzen, kann jede Uhr verhunzen". ;-)
Anbei ein paar Bilder von der Wanduhr, die um 12 Uhr nur einmal schlägt (entschuldige die teilweise mäßige Qualität). Es handelt sich um eine in Jahre 1973 gebaute Replik einer Zaan'schen Stuhluhr mit Schloßscheibenschlagwerk. Es genügt, sie einmal pro Woche aufzuziehen.
Mit Deinen wertvollen Hinweisen und nach der Lektüre des Wikipedia-Artikels über Schlagwerke werde ich dieser Uhr noch einmal zu Leibe rücken. Mir fällt ein, daß ich nach dem Wiedereinbau des Werkes den Draht, der den Hammer trägt, wieder zurechtbiegen mußte (das verbiegt sich zwangsläufig, wenn man den Hammer durch den Schlitz im Gehäuse fäden muß), aber das dürfte ja keinen Einfluß auf das Anlaufrad und das Hebnägelrad haben.

Den Wecker, der vollaufgezogen immer stehenbleibt, habe ich im Weckerfaden eingestellt. Den lasse ich aber vorerst in Ruhe. ;-)

Bilder von der anderen Wanduhr, die ich gemäß Deinem Ratschlag noch einmal zerlegen werde, um die Feder zu reinigen und das Federloch weichzuglühen, folgen noch.

Mit besten Grüßen
Gorbi
 

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Hallo, Gorbi.

So, jetzt sieht man etwas klarer. Sind die Bilder vor oder nach Deiner "Reinigung" gemacht worden? Wenn nachher, hast Du den Schmutz der letzten 30 Jahre nur im Werk gleichmäßiger verteilt!
Das Schlagwerk sitzt bei diesem Werk (Franz Hermle & Sohn, Hergestellt in 1978, Kaliber 241-080, Made in Germany) hinter dem Ziffernblatt. Für einen Laien fast unmöglich zu erreichen, wenn er das nicht schon mal gemacht hat.

Ganz ehrlich? Mein Tipp wäre es, die Uhr einem Uhrmacher (bitte kein Juwelier oder etwa einem Uhrendoktor) zur Revision übergeben. Wird nicht die Welt kosten und die Uhr dankt es ganz sicher mit prima Funktion für die nächsten 30 Jahre.

Bleib gesund und munter!

Ähm, bevor ich es vergesse: Bei dieser Uhr brauchst Du weder die Federn reinigen noch etwas weich glühen. Diese Uhr hat einen Gewichtsaufzug!

Ach so! Das ist gar nicht die Uhr um die es hier geht!? Du bist vielleicht ein Geheimniskrämer! Suchst Antworten für eine Uhrenreparatur und verheimlichst uns, um welche Uhr es dabei geht?
 
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Ja, es war vielleicht unklug, drei Uhren in einen Beitrag zu packen. Ich konnte ja nicht ahnen, daß sich das so auswächst. :-))
Den Wecker, der vollaufgezogen stehenbleibt, lasse ich ab jetzt außen vor.
Die Replika mit dem Hermle-Werk von 1973 werde ich mit den Tips von Schraubendreher noch einmal unter die Lupe nehmen, das Schlagwerk hat ja vorher einwandfrei funktioniert. Ich habe das Werk nur vorsichtig geölt. Natürlich nimmt man einen Pinsel und einen Staubsauer, aber professionelles Reinigen war nicht mein Anspruch.
Für Uhr Nr. 3, die runde Wanduhr mit Kurzpendel und Tonfeder liefere ich noch Bilder nach. Bei der werde ich, wie von Schraubendreher empfohlen, die Aufzugsfeder des Gehwerks noch einmal ausbauen, reinigen und mit Graphitfett versehen. Gibt es Erfahrungswerte, wie lange man ein Federloch mit einem Feuerzeug weichglühen sollte? Muß die Feder an der Stelle des Federlochs leicht nach außen gewölbt sein (damit sie sicher im Zapfen hängt) oder sollte sie auch am Ende perfekt "glatt" spiralförmig sein?
Mit besten Grüßen
Gorbi
P.S.: Ich habe im Umkreis von 100 km ein halbes Dutzend Uhrmacher ausprobiert. Der eine (ein alter Traditions-Einmannbetrieb) hatte eine Taschenuhr (ein Erbstück) ein dreiviertel Jahr lang, aber als ich bei der Abholung monierte, daß der (runde) Bügel immer noch lose in den viel zu weiten Buchsen schlackert, hat er kurzerhand, vor meinen entsetzten Augen, den Bügel mit einer Zange zu einem Oval plattgequetscht. Ab da schleifte die Kronenwelle daran, der Bügel war immer noch lose, und es sah zum K..... aus. Erst Holger Blumensath in Berlin hat professionell Buchsen und einen neuen Bügel eingesetzt. Den kann ich aber nicht mit Wanduhren und Weckern von ideellem Wert behelligen. :-)
Bei einem anderen Uhrmacher hatte ich zwei Uhren (Taschenuhr plus Armband-Automatik) sage und schreibe 2 1/2 Jahre. Sie wurden, trotz Anrufe im 3-Monatsintervall, einfach nicht fertig. Als ich erbost hinfuhr (100 km eine Strecke), um sie unrepariert abzuholen, ließ ich eine Frau vor, mit der Bemerkung. "Bei Ihnen geht es sicher schneller". Lustigerweise holte auch sie eine unreparierte Uhr nach 1 1/2 Jahren zurück. Meine wurde dann, nach langem Suchen in einer großen Kiste voller Papiertüten mit Uhren, gefunden. Es tat mir schon fast leid, solche Überlastung oder Verpeilung mit anzusehen. Ich zahle gerne etwas mehr und habe Geduld für gute Qualität. Aber das Ergebnis würde ich gerne noch erleben. Auf einen dritten Uhrmacher, wieder in einer anderen Stadt, bin ich durch einen lobenden Zeitungsartikel gestoßen. Das "Original" zeigte sich dann aber als muffelig und dermaßen uninteressiert, daß ich das Geschäft unverrichteter Dinge wieder verlassen habe. Die restlichen "Uhrenfachgeschäfte" verkaufen Neuware, wechseln Batterien und Armbänder und "schicken ein". Z. T. gaben sie offen zu, ihre Ersatzteile verkauft oder weggeworfen zu haben, weil sich Reparieren "nicht mehr lohnt".
Also macht man selber, was man kann. :-)
 
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Gorbi!

Gorbi!

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So, hier ein paar Bilder der runden Wanduhr. Auch wenn die Tonfeder und ein paar Schrauben nicht mehr original zu sein scheinen, ist sie wohl alt, und kein Nachbau. Das fehlende Glas über dem Zifferblatt habe ich ersetzt. Sicher kein Sammlerstück, aber wahrscheinlich behalte ich sie. :-)
Wenn ich das Werk auseinandernehme, mache noch noch ein paar Bilder. Drückt mir die Daumen, daß das gute Stück nach der Federreinigung endlich läuft.
Ist jemandem das Werk und der ungefähre Produktionszeitraum bekannt?
Gruß
Gorbi
 

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Hallo Gorbi,

zu Deinen Uhren kann ich nichts sagen. Aber von dem Holzgehäuse haben sich anscheinend schon Generationen von Holzwürmern ernährt.

Viele Grüße aus dem Spessart
Wolf (Bonanza)
 
Rainer Nienaber

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Dieses "Bullenauge" würde ich in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts datieren. Bist Du sicher, dass Du die auch wieder richtig zusammenkriegst? So ein Schlagwerk mit Schlossscheibe ist nicht einfach. Zumal das Hebnägelrad keine abnehmbare Brücke hat.
 
Der Stromer

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Hallo Gorbi.

So, welche Uhr ist das nun aus Deinem Fragenkatalog? Sollen wir alle Raten und wers herausgefunden hat bekommt nen Dauerlutscher???

Zur Uhr folgendes: Wie Bonanza schon bemerkt hat, gibt es in der Uhr Untermieter, die Du im eigenen Interesse zur Schonung Deiner Einrichtung erstmal los werden solltest. Dazu gibt es hier im Forum diverse Anleitungen. Einfach die Suchfunktion benutzen.
Diese Uhr ist in Schulen, Büros, Fabriken, etc. verwendet worden und hing nur selten in Wohnungen. Ihr Spitzname ist "Ochsenauge" - englisch Bull Ey und französisch
Oeil de boeuf. An diesen drei Begriffen kann man schon sehen, dass diese Uhrenart weit verbreitet war. Dein Ochsenauge ist wahrscheinlich von dieser Firma hergestellt worden:



(Mann mit geflügelter Kappe im Schild / Hermes)​
(Mann mit geflügelter Kappe im Schild / Hermes) | kopf
Schwenningen, Deutschland​

Übernommen aus "MIKROLISK", danke.

So um 1880 - 1910. Das Werk war ein Standard der damaligen Zeit: 8 Tage Gangreserve, Hakenhemmung, Schlagwerk auf Tonspirale mit Schlossscheibe. Zur Tonspirale: Da hast Du Recht, die Befestigung ist nicht mehr original. Wahrscheinlich haben da die "Untermieter" den Untergrund einfach weg gefressen.

Und Rainer hat es schon geschrieben: Zum Üben ist diese Uhr eigentlich zu schade. Wenn Du die als Laie zerlegst - das ist ohne Weiteres machbar - wirst Du sie anschließen bestimmt nicht mehr funktionsfähig zusammen bekommen. Und eine Revision hat diese Uhr sehr dringend nötig, der Zustand ist erbarmungswürdig und zu 100% der Grund für ihr Versagen!
 
Schraubendreher

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Hallo Gorbi,

jetzt wird einiges klarer.
Bei der Hermle hast Du bei deiner Reinigung vermutlich das Stundenrad relativ zum Minutenrohr verdreht. Dadurch fällt der Rechen, wenn der 12-Uhr-Schlag ausgelöst wird, schon auf die 1-Uhr-Stufe der Stundenstaffel auf dem Stundenrohr. Das ganze Stundenrad muss aus dem Eingriff im Wechselrad ausgehoben und um ein oder zwei Zähne verdreht wieder reingesetzt werden.
Vergiss nicht den korrekten Schlag zu prüfen, bevor Du das Zifferblatt wieder aussetzt.

Bei der Lauffer gilt das was Rainer und Rolf-Dieter gesagt haben. Ein Werk mit Schlossscheibe ist nichts für einen Einsteiger, weil die Einstellung des Schlagwerks sehr anspruchsvoll ist. Siehe das, was ich oben unter Punkt 3) geschrieben hatte. Nur dass es hier keinen Rechen gibt und der Unterbrecher richtig in die Aussparungen der Schlossscheibe eingreifen muss.
Wie gesagt: die gehört zum Uhrmacher oder zumindest mit angemessenem Respekt behandelt.

Und sie zu, dass Du die Untermieter los wirst, wenn Dir die Holzmöbel in Deiner Wohnung lieb sind.

Bis dann:
derSchraubendreher
 
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Uhr schlägt nicht 12

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