Uhr meines Großvaters, bitte um Hilfe bei Bestimmung / Restauration

Diskutiere Uhr meines Großvaters, bitte um Hilfe bei Bestimmung / Restauration im Vintage-Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo zusammen! Ich brauche eure Hilfe. Mein Vater hat mir die Uhr meines Großvater anvertraut. Ich erhoffe mir von euch Hilfe zu zwei Fragen: -...
J.S.

J.S.

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Hallo zusammen!

Ich brauche eure Hilfe. Mein Vater hat mir die Uhr meines Großvater anvertraut. Ich erhoffe mir von euch Hilfe zu zwei Fragen:

- zum einen Erhoffe ich mir Infos zur Uhr selber, wer Ideen hat, immer raus damit.

- zum anderen fände ich es spannend, sie restaurieren zu lassen. Dafür müsste ich also wissen, ob das grundsätzlich möglich ist, was sowas kosten würde (auch was man vielleicht selbst machen kann) und ob es vielleicht jemanden hier gibt, der so etwas machen kann.

Zur Uhr selbst: Es ist eine klassische Handaufzugsuhr, die mein Großvater während seiner Kriegsgefangenschaft in Ägypten gekauft hat. Weitere Hintergrundinformationen fehlen mir bedauerlicherweise gänzlich.

Hier zunächst eine Bilder vom Ziffernblatt. Das Blatt ist schon recht stark verfärbt, aber gut ablesbar. Bei einer Restaurierung würde ich es vermutlich so lassen wie es ist, denn es hat definitiv seinen Charme.

P1170042 (Medium).JPG

Einzige Aufschrift auf dem Blatt: "waterproof"

P1170063 (Medium).JPG

P1160980 (Medium).JPG

Die Zeiger sind schon ziemlich angegriffen. Sie glänzen bläulich, ich kann aber nicht wirklich erkennen, ob sie mal gebläut waren, oder ob das mit der Korrosion zusammenhängt.

P1170037 (Medium).JPG

Das Gehäuse ist sehr stark korrodiert. Ich vermute, es ist aus Messing, an manchen Stellen hat schon Grünspan angesetzt. Die alte Beschichtung ist kaum mehr zu erkennen, es dürfte aber eher silbrig als golden gewesen sein:

P1170058 (Medium).JPG

P1170048 (Medium).JPG

P1170056 (Medium).JPG

P1170053 (Medium).JPG

P1160994 (Medium).JPG

Der Deckel ist beschriftet mit "FOND CIERINOX" und der Zahl 81215:

P1160954 (Medium).JPG

Bilder vom Werk folgen im nächsten Post. Schon jetzt allen meinen herzlichen Dank, die irgendwie helfen können. ich bin sehr gespannt!
 
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J.S.

J.S.

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Nun die Bilder vom Werk. Vorab: Mein Vater sagt, er hätte das Werk vor gut 20 Jahren mal überholen lassen. Das ist sicherlich wieder nötig, aber im Vergleich zum Äußeren sieht das Werk klasse aus. Die Uhr wurde nach der Revi nicht getragen, nachdem ich sie nun einmal aufgezogen habe läuft sie sein etwa 36 Stunden ohne nennenswerte Abweichungen :super:

Die Bilder:

P1160910 (Medium).JPG

P1160909 (Medium).JPG

P1160913 (Medium).JPG

P1160919 (Medium).JPG

P1160920 (Medium).JPG

P1160932 (Medium).JPG

P1160925 (Medium).JPG

Der "Ring" um das Werk ist an mehreren Stellen hoch gebogen. Ich weiß allerdings nicht (man sieht, ich bin absoluter Laie), ob das zum Werk gehört oder die Dichtung ist.

P1160938 (Medium).JPG

P1160944 (Medium).JPG

Im Übrigen ist es so, dass bei gezogener Krone das Werk (jedenfalls sieht man es am Ziffernblatt) lose ist, das Blatt wackelt dann hin und her. Ob das normal ist, kann ich ebenfalls nicht sagen.

So, nochmals vielen Dank, ich warte voll Spannung auf eure Antworten!
 
Uhrenfreak

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Hallo Jonathan,

die Vermutung liegt nahe, dass es sich bei der Uhr Deines Großvaters um eine englische Militäruhr handelt. Der Edelstahlrücken mit englischer Beschriftung lässt darauf schließen. Restaurierungsfachleute wirst Du hier im Forum bestimmt finden. (z.B. "Rostfrei, "Labrador", usw.)
:klatsch::klatsch: Toll, dass Ihr dieses Erinnerungsstück erhalten wollt.

Gruß Willy

P.S.: Habe jetzt erst die Bilder des Werks entdeckt. Wahrscheinlich ist das verbogene Teil eine Bleidichtung. Gut, dass die noch erhalten ist.
 
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Tomcat1960

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Hallo J.S., ich tippe auch auf irgendeine englische Militäruhr. Der "Metallring" könnte eine Bleidichtung sein, wie man sie in den Dreißiger- und Vierzigerjahren zum Abdichten "wasserdichter" Gehäuse verwendete. Offenbar erfolgreich, wenn ich den Zustand der Uhr mit dem des Werkes vergleiche.

Ich finde es auch klasse, dass Ihr die Uhr erhalten wollt. Richtet Euch aber auf eine Menge Arbeit ein :-)

Viele Grüße
Tomcat
 
Aeternitas

Aeternitas

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Bleidichtung? Das ist doch ein Werkhaltering, der das Werk mit Zifferblatt durch den Schraubboden fixiert. Ich würde die Uhr so lassen. Das hat Charakter. tragen würde ich sie vielleicht einmal im Jahr zum Familienfest. Die ist so gut für die Vitrine.
 
J.S.

J.S.

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Willy, Tomcat, Aeternitas, ich danke euch schon einmal für eure Beiträge!!

Das es sich bei dem verbogenen Ring um den Werkhaltering handeln könnte, würde ja vielleicht zumindest schon einmal das lockere Werk/ZB erklären.

Sie so zu lassen wie sie ist und nur das Werk überholen zu lassen wäre natürlich auch eine Möglichkeit. Dann müsste man aber zumindest mal das Werk ausbauen und das Gehäuse komplett reinigen. Ich glaube allerdings, ich würde eine Restaurierung bevorzugen, zumal der Zustand mit der Zeit nicht besser werden wird..

Das es sich um eine englische Militäruhr handelt, klingt plausibel. Leider fehlen mir, wie gesagt, jegliche zusätzlichen Hinweise. Ich weiß nur, dass es damals im Lager wohl zwei Uhren zu kaufen gab, eine etwas günstigere und eine etwas teurere (was auch immer das bedeutet) Version und dass mein Großvater zunächst die Günstigere gekauft hat aber später gegen die Teurere getauscht hat. So zumindest die Erinnerung meiner Großmutter, mein Großvater ist schon vor vielen Jahren verstorben. Wenn es eine Möglichkeit gäbe, mehr darüber herauszufinden woher Uhr (oder Werk) genau stammen, wäre das sehr spannend!
 
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Tomcat1960

Gast
Bleidichtung? Das ist doch ein Werkhaltering, der das Werk mit Zifferblatt durch den Schraubboden fixiert. Ich würde die Uhr so lassen. Das hat Charakter. tragen würde ich sie vielleicht einmal im Jahr zum Familienfest. Die ist so gut für die Vitrine.
Da sieht man mal, wie viele Uhren ich schon offen hatte :D

Ist der Ring wirklich "verbogen", oder erzeugen diese Aufbiegungen Federspannung, um das Werk besser zu fixieren?

Auf halb eins und halb sieben scheinen mir Schrauben zu fehlen. Könnten da Werkhalteschrauben hingehört haben?

Grüße
Tomcat
 
J.S.

J.S.

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Das wäre natürlich auch beides denkbar! Leider habe ich die Uhr gerade nicht hier, um nachzuschauen, ob in den beiden Löchern Gewinde sind..
 
Rata

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Hallo, Jonathan,

eine Uhr mit einer sehr interessanten Geschichte:-). Schön, dass sie von deiner Familie aufgehoben wurde und nicht den Weg alles Irdischen gegangen ist.

Von der Form her sieht sie den alten Smiths-Militäruhren, die du hier findest, ähnlich: SMITHSWATCHES

Das Werk sieht dagegen eher nach einem Exemplar der üblichen Verdächtigen von Unitas oder vielleicht auch Peseux aus. Allerdings ist da bei Roland Ranfft oder Christoph Lorenz nichts völlig Identisches zu finden:???:.

Das Gehäuse würde ich an deiner Stelle auch sorgfältig überarbeiten und neu verchromen, das Blatt nur sehr vorsichtig reinigen und natürlich dem Werk eine Überholung zukommen lassen.

Bin gespannt, wie es weiter geht und freue mich auf eine Fortsetzung der Geschichte:-D!

Viele Grüße, Otto

Edit: "herrschneider" hat Recht, das Lorsa 236 ist es..:klatsch:
 
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Uhrenfreak

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Tomcat1960

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War das üblich, das Werk mit Werkhaltering und -schrauben zu fixieren?

Grüße
Tomcat
 
J.S.

J.S.

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So viel Resonanz so schnell hätte ich nicht erwartet, der Ausflug in die Vintage-Abteilung des Forums hat sich schon jetzt gelohnt :klatsch:

@ Otto: Danke für deinen Tipp! Die von dir vorgeschlagenen Arbeiten sind auch in etwa das, was ich mir vorstelle!

@ herrschneider: Super, das scheint ein Volltreffer zu sein. Ich habe das Bild im Detail mit meinem Werk verglichen und das schaut wirklich sehr ähnlich aus. Vielen Dank!

@ Uhrenfreak: Danke für den Link! Gehäuse und Krone der Doxa sehen meiner im Übrigen ziemlich ähnlich!!
 
Aeternitas

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Auf halb eins und halb sieben scheinen mir Schrauben zu fehlen. Könnten da Werkhalteschrauben hingehört haben?
...das Werk ist auch in anderen Uhren zu finden. Wenn die Uhr über die Zifferblattseite raus muss, dann ist das Werk am Haltering verschraubt, so dass Zifferblatt und die Verschraubung zur Fixierung führen. Diese Uhr wird wahrscheinlich nicht über das Zifferblatt ausgeschalt und hat daherauch keine Schrauben.
 
falko

falko

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Interessante alte Uhr, die nach der Bodenbeschriftung und dem Werk wohl französischen Ursprungs ist. Den Werkhaltering kann man an den hochgebogenen Stellen wieder spreizen, dann wird auch das Werk wieder fest.
 
Uhrenfreak

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Ich würde die Uhr so lassen. Das hat Charakter. tragen würde ich sie vielleicht einmal im Jahr zum Familienfest. Die ist so gut für die Vitrine.
Hallo Jonathan,
die Uhr wird zwar schöner, wenn Du sie neu verchromen lässt, aber mit der Chromschicht löscht Du auch die sichtbaren Zeichen der Leidenszeit Deines Großvaters während der Gefangenschaft und der Nachkriegszeit.
So wie sie jetzt ist, wirkt sie wie ein Denkmal, neu verchromt ist sie eine Uhr unter vielen.
Gruß Willy
 
Uhrenfritz

Uhrenfritz

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Ich kann mich nur @Uhrenfreak und @Aeternitas anschliessen. Es ist ein Erinnerungsstück und die Spuren der Zeit würden verloren gehen. Ich würde eigentlich die Uhr nur reinigen, ev. das Glas wechseln wenn es einen Sprung hat, (dass sehe ich auf den Bildern nicht genau). Das Zifferblatt ist ja völlig in Ordnung und die Zeiger kann man auch leicht aufarbeiten. Neue Leuchtmasse kann man gut einfärben damit sie den Entsprechenden Vintage-Farbton bekommt. In diesem Fall Grün/ Bräunlich.

Gruess hampe...
 
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J.S.

J.S.

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Ich danke allen für ihre Kommentare!

Es stimmt natürlich, dass es mehr ein Museumsstück bleiben würde, wenn ich das Gehäuse oder die ganze Uhr belasse wie sie ist. Auf der anderen Seite denke ich aber, dass sie dann eben ihre Zeit im Uhrenkasten fristen würde, denn wirklich tragen würde ich sie so realistischerweise wohl ziemlich wenig. Auf der anderen Seite finde ich es als Erinnerungsstück auch gut, wenn ich sie tatsächlich tragen kann, dann lebt sie irgendwie weiter. Zumal das ZB das alter deutlich macht und ich dieses auf jeden Fall so belassen würde, wie es ist.

Trotz allem finde ich eure Meinung dazu sehr spannend. Würdet ihr das Gehäuse denn trotzdem irgendwie behandeln, um die Korrosion zu beseitigen? Und wenn ja, wie?

Lorsa als Weksherrsteller habe ich versucht zu googeln, aber wenige Ergebnisse gefunden. Kann mir dazu jemand mehr erzählen oder hat einen Link mit der Geschichte der Firma und/oder wo und in welchem Zeitraum diese Werke verbaut wurden?
 
Uhrenfritz

Uhrenfritz

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Pratteln (Schweiz)
Das Problem ist, dass das Gehäuse im Messing schon überall Tiefe Landschaften hat. Besonders um das Glas ist Vorsicht geboten dass man nicht zu viel runterschleift, damit es wieder Einigermassen Eben ist. Das Glas sollte ja auch noch Genug Führung haben das es nachher wieder hält.

Gruess hampe...
 
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Uhr meines Großvaters, bitte um Hilfe bei Bestimmung / Restauration

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