Tischuhr

Diskutiere Tischuhr im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Liebe Freunde! Zerlegt habe ich sie für den Transport zum Doktor schon. Das einzige was ich fand war C.H. Und mehrmals die 644 Nun zu den...
Westminster

Westminster

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Nun bin ich kein Experte, aber egal. Ich schätze von ca. 1850 bis 1900, Marmorsockel oder Alabaster.
Französisch vermutlich. Seriennummer 644.
Zum Pendel habe ich folgendes gefunden:

"Bei vielen Pendulen schwingt ein Sonnenpendel mit.
Der Sonnenkönig hat damit allerdings nichts zu tun.
Zum einen ist das Pendel sichtbar, es sollte auch dekorativ wirken. Zum anderen kommt der Sonnenkopf aus der Mythologie, wie man sie auch bei Comtoise-Uhren beobachten kann.
Vermutlich ist es der Kopf des Phöbus, das Attribut des Lichts oder des Glänzenden, das auf den griechischen Gott Apollo gemünzt war.
Nach einer Sage aus dem französischen Jura sollte dieser Phöbuskopf übrigens die Geister aus einem Haus fernhalten, wenn die Hausherren auf dem Feld bei der Arbeit waren."
 
Westminster

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Lieber domaß,
Weder Rembrandt noch Ägypten. Isle of Man wäre richtig gewesen. :prost:
Einen angenehmen Abend wünsche ich!
 
D

Dille

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Wenn ich mir das Gehäuse anschaue, würde ich eher sagen um 1900/1910.
 
Der Stromer

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Na, dann also von mir auch noch ein paar Anmerkungen:
Zum Material: Eher Alabaster. Denn Alabaster wurde gegossen, Marmor musste aus "dem Vollen" gearbeitet werden. Wobei Alabaster natürlich auch Kalkstein der feinsten Sorte, halt eben nur zu Pulver verarbeitet - war.
Zum Uhrwerk: Zu 99% eine Französisches Einsteckwerk von Jappy.
Zur 644: Das wird eine "Kommissions-Nummer" sein, um die Werkteile bei der Montage ohne größeres Suchen wieder zu finden. Denn wahrscheinlich war das Werk ein sog. "Roh-Werk" ohne Herstellermarken, das in Einzelteilen aus Zollgründen ins Ausland verkauft wurde und dort wieder zusammen gebaut. Aber WO das Werk dann ins Gehäuse kam????
Herstellungszeit: 1850 ist sehr wahrscheinlich, 1900 - 1910 eher unwahrscheinlich. Denn das Werk hat eine - noch intakte und nicht umgebaute - Fadenaufhängung. Und damit war eigentlich schon um 1880 Schluss. Auch gab es die glatte Staffelscheibe wohl nur bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Danach wurden nur noch abgestufte Scheiben verwendet. Waren einfacher in der Herstellung und genauer in der Schlagzahl.
Sonnenpendel: Sehr schöne Beschreibung. Danke dafür.

@domaß : Wenn Du schon Insprugg schreibst, muss es auch "Minga" heißen :D
 
D

Dille

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Der Neoklassizismus bildete den (historistischen) Gegenentwurf zum Jugendstil. Und genau dort gehört die Uhr für mich hin.
 
Der Stromer

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Der Neoklassizismus bildete den (historistischen) Gegenentwurf zum Jugendstil. Und genau dort gehört die Uhr für mich hin.
Zitat aus "Lern Helfer":
Neoklassizismus
Neoklassizistische Tendenzen brachten die Moderne in den 1930er-Jahren in Bedrängnis. Diktatorische Systeme in Europa (Deutschland, Italien, Sowjetunion) verlangten eine Machtarchitektur. Geeignet erschien die Rückgriffe auf bewährte historische Stile – die Architekturströmung des Neoklassizismus entstand.
Zu den Architekten des Neoklassizismus gehörten u. a.
  • ALBERT SPEER (1905–1981),
  • ERNST SAGEBIEL (1892–1970),
  • HERMANN HENSELMANN (1905–1995).
Anfang bis Mitte des 20. Jh. ließen die Nationalsozialisten Deutschlands und die Faschisten Italiens klassizistische Kompositionen und Elemente wieder aufleben.
Zitat Ende.

Neoklassizismus wäre für diese Uhr also noch später, so um 1930 herum. Und dann wäre es eher unter "Art Deco" zu sehen.
 
D

Dille

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Ab 1930 bezeichnet man nicht als Neoklassizismus, sondern als modernistischen Klassizismus.
 
Der Stromer

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Was möchtest Du denn noch wissen? Wie oder was Alabaster ist? Ich habe aus meiner Sicht doch schon alles wesentlich geschrieben. Das Dille in Punkto Stil und Zeit von Uhren schon fast generell gegen meine Annahmen ist, weiß hier schon jeder :ok:.
Vielleicht noch folgendes: Das Werk macht eine Uhr aus. Die Gehäuse war in fast allen Fällen Zukäufe der "Komplettierer" und konnten manchmal auch je nach Geschmack des Uhrenkäufers ausgesucht werden (Ja, auch schon vor 150 Jahren!). Es kann in Deinem Fall natürlich möglich sein, dass ein altes Werk in einem neuen Gehäuse steckt. Aber speziell bei dieser Uhr glaube (Glauben heißt ja nicht Wissen) ich das nicht. Denn das Werk - das, was davon sichtbar ist und eine Beurteilung zulässt - ist definitiv Mitte bis 2. Drittel des 19. Jahrhunderts entstanden und so alt wird auch das Gehäuse sein. Jugendstil oder gar Neoklassizismus ist ein Schmarrn. Da bleibt mir nur: Setzen, 6, Dille:lol:
 
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pet.sch

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Naja, da gibts schon noch etwas zu der Uhr zu sagen, besser gesagt zu korrigieren.

Dille hat schon Recht, der Stil der Uhr (auch die Ausführung) ist eine Wiederholung des Klassizismus und kein spätes Empire und nicht von 1850, als der echte Klassizismus auch schon lange vorbei war, sondern eher um 1900.
Allerdings kann man den Zeitraum nicht auf 10 Jahre genau sagen, weil je nach Region und Klientel die Modestile sich um Jahrzehnte überlagerten. Ich würde die Uhr zwischen 1880 und 1910 einschätzen. Wohl wegen der Zifferblattgestaltung nicht viel später.

Großuhren sind Möbeln gleichzusetzen und da ist schon das Gehäuse mindestens ebenso wie das Werk zum Einordnen der Zeit wichtig und maßgebend. Das Werk konnten die Käufer meist nicht bewerten, ob das Aussehen ihrem und oft eben dem Zeiutgeschmack entsprachen , schon.
Allerdings haben sich, wie ich oben schon geschrieben habe, die Stile je nach Region oder Käuferschaft oft um etliche Jahre überschnitten.

Insofern taugen sehr hochwertige Uhren oft besser zur Zeitbestimmung als Massenware, weil die begüterten Käufer eher dem neuesten Modetrend folgten (und wegen ihrem Umgang überhaupt erst folgen konnten) als die bürgerliche oder Arbeiterkäuferschicht aus den ländlichen Regionen. Fernsehen , mit dem jeder sehen konnte wie die Leute in den Zentren eingerichtet waren, gab es ja noch nicht.

Bei dieser Uhr passt das Werk aber auch zur Zeit des Gehäuses und ist nicht älter.

Gruß
Peter
 
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Der Stromer

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...ist es aber leider nicht. Guckst Du hier: Portaluhr
Tja, Pet.sch, nicht immer stimmt das, was man glauben will. Und "Massenware" ist diese Uhr ganz sicher nicht. Weder das Gehäuse hat was mit Euer beiden (Deine und die vom Dille) kruden Gedanken zu tun, und das Werk schon ganz und gar nicht.
Es mag ja sein, dass solche Uhren an der Oder auf der anderen Seite als "Neoklassizismus" und "Jugendstil" oder so ähnlich angeboten werden. Aber diese Uhr - bis das jemand mit stichhaltigen Argumenten - widerlegt, ist und bleibt Louis Seize/Directoire Antiquitäten - antiques - PLACE D'EGLISE Aschau/Chiemsee - Salzburg
 
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pet.sch

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...ist es aber leider nicht. Guckst Du hier: Portaluhr
Tja, Pet.sch, nicht immer stimmt das, was man glauben will. Und "Massenware" ist diese Uhr ganz sicher nicht. Weder das Gehäuse hat was mit Euer beiden (Deine und die vom Dille) kruden Gedanken zu tun, und das Werk schon ganz und gar nicht.
Es mag ja sein, dass solche Uhren an der Oder auf der anderen Seite als "Neoklassizismus" und "Jugendstil" oder so ähnlich angeboten werden. Aber diese Uhr - bis das jemand mit stichhaltigen Argumenten - widerlegt, ist und bleibt Louis Seize/Directoire Antiquitäten - antiques - PLACE D'EGLISE Aschau/Chiemsee - Salzburg

Tja, Rolf-Dieter, genau auf die Antwort habe ich gewartet. ;-)

Was willst Du denn mit dem Vergleich mit der Uhr von ebay sagen ? Die ist nun wirklich eindeutig älter und nur für Laien wegen der optischen Ähnlichkeit mit dieser Uhr zu verwechseln. Die ist auch mit großer Sicherheit älter als 1870, wie es der Verkäufer angibt . Feuervergoldete Bronzeapplikationen, Front ohne Tür, etc. spricht für älter. Die ist sozusagen ein Vorbild für die Uhr hier im Thread.

Vielleicht solltest Du noch etwas praktische Erfahrung mit Uhren und ihrer Geschichte sammeln, bevor Du immer wieder Deine unumstößlichen Urteile über das Alter von Uhren abgibst und andere Aussagen, von Leuten, die sich anscheinend besser damit auskennen, öffentlich als "krude Gedanken" verurteilst.

Deine Aussagen über die Fadenaufhängung stimmen im übrigen auch nicht :
Denn das Werk hat eine - noch intakte und nicht umgebaute - Fadenaufhängung. Und damit war eigentlich schon um 1880 Schluss.
Erstens hat es 1880 schon lange keine Fadenaufhängung des Pendels mehr gegeben, damit war nämlich weitestgehend schon um 1850 Schluss , und zweitens schau Dir das Werk dieser Uhr von Domaß noch einmal genau an. Dann wirst Du sehen, das die Uhr gar keine Fadenaufhängung hat und auch nie gehabt hat :shock: . Die hat eine Federaufhängung des Pendels , bei der allerdings die Feder im jetztigen Zustand auf dem Foto fehlt. Die ist auch nicht umgebaut auf eine andere Aufhängung, denn eine Brocothemmung wie sie diese Uhr hat (auch eine Neuigkeit für domaß, denn das hat bisher glaube ich noch niemand geschrieben) gab es nur sehr selten in Verbindung mit einer Fadenaufhängung.


Ich sage nur "Schuster bleib bei Deinen Leisten" . In Deinem Fall, bleib bei den Reparaturen Deiner Jahresuhren und gib keine Vorträge über Stilrichtungen und damit verbundene zeitliche Zuordnung von Uhren. Oder schreib wenigstens dazu, dass es Deine Vermutungen sind, damit sich keine fehlerhaften Angaben manifestieren. Da gebe ich die "kruden Gedanken" gerne zurück, denn da hast Du schon so oft versagt, trittst aber immer auf wie das Wissen in Person. Lustig, dass Du immer wieder Leser findest, die Dir unwissender Weise dazu applaudieren und Dich für den großen Meister halten.

So, das wars aber, ich möchte den Streit von anderer Stelle nicht weiter hier ins Forum tragen. Es ist nur lustig, dass es Dir auch nach Jahren immer noch passiert, dass Du Dich irrst und dass Du auf diesem Irrtum dann Deine ganze Argumentation aufbaust um die Aussagen als richtig hinzubiegen.

Tja, Pet.sch, nicht immer stimmt das, was man glauben will.
...wie wahr, wie wahr !


Gruß
Peter

PS: Nur, falls Du es noch nicht weisst : Das Forumsmitglied "Uhrenkel" mit dem Du über viele Dinge gestritten hast, die Du angeblich besser wusstest und den Du sogar manchesmal beleidigt hast :

Ich habe wirklich keine Lust, mich bei Diskussionen mit Dir, mich auf Dein kleines Niveau herab zu begeben
,
und dem Du öfter die Lektüre des Lexikons der deutschen Uhrenindustrie empfohlen hast, um Deine Behauptungen zu untermauern, kommt nicht mehr ins Forum, denn sein richtiger Name war Hans-Heinrich Schmid, der Autor eben dieses Uhrenlexikons und der ist im November letzten Jahres leider verstorben. Ich weiß nicht wieso, aber er war lieber inkognito unterwegs und hat wohl so manches Mal kräftig schlucken müssen, wenn Du etwas "besser" wusstest. Ich auch, wenn ich denn mal hier davon gelesen habe, aber ich konnte ihn ja nicht verraten.
 
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pet.sch

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Nachdem ich mir die Uhr aus der ebayauktion selbst noch einmal genauer angesehen habe, muss ich mit meinen Aussagen über sie ein klein wenig zurückfahren. Von der Ausführung des Gehäuses her älter als die von domaß hier vorgestellte, aber nicht , oder jedenfalls nicht wesentlich älter als 1870 . Auf jeden Fall aber auch kein Louis-Seize wie es der Verkäufer in der Überschrift andeutet, sondern auch schon "zweite Zeit" .

Gruß
Peter
 
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domaß

domaß

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Ort
Sehr gerne in Mitteleuropa: München und Insprugg
Hallo!

Zu Allererst Danke!

Dann eine Bitte: ohne Streit, bitte.

Es ist absolut richtig, dass die Pendaufhängung fehlt.

Bitte - ohne negative Emotionen - gerne mit Humor und Fachwissen weitere Informationen.

Herzlichen Dank,
domaß.

Hemmung?
Die Uhr ist derzeit in professionellen Händen.
Für mich ist es eine Ankerhemmung....
 
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