Uhrenbestimmung Tischuhr - wer kann sie bestimmen und gibt Repataturtipps

Diskutiere Tischuhr - wer kann sie bestimmen und gibt Repataturtipps im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo, habe eine alte Tischuhr bekommen. Wer kann ihr Alter und die Herkunft, vielleicht auch einen Wert (ich will sie aber nicht verkaufen...
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blauemaus

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Hallo,

habe eine alte Tischuhr bekommen. Wer kann ihr Alter und die Herkunft, vielleicht auch einen Wert (ich will sie aber nicht verkaufen ...) bestimmen. Das Gehäuse ist aus vergoldetem Holz - ziemlich leicht, vielleicht Lindenholz. Das Werkr funktioniert, allerdings geht die Uhr eine gute halbe Stunde pro Tag vor, wenn sie "frisch" aufgezogen ist. Gegen Ende der Laufzeit geht sie dann genau. Das Pendel schwingt nicht ganz in einer Ebene, es beschreibt eine Ellipse. (Im Gegensatz zum Foto, ist das Pendel jetz "richtig" aufgehangen, die Linse liegt in der Schwingungsebene) Wer hat hier Hinweise zur Fehlerbeseitigung/Reparatur. Schon mal im Voraus Danke für Hinweise und Hilfe,

Micha
 

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karlo

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Es scheint sich um ein recht altes, franzoesiches Werk zu handeln.
Unter dem Glocken duerfte ein Stempel sein.
Von Selbstversuchen bei der Reparatur rate ich ab. Diese Werke sind nicht ohne und das Werk sieht aus als waere es schade drum.

Karlo
 
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blauemaus

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Hallo, gibt es eine genauere Altersangabe. Die Uhr ist ein Familienerbstück und schon deshalb wüßte ich es gerne genauer, vielleicht auch genauere Angaben zur Herkunft. Die Glocken werde ich versuchen zu demontieren, vielleicht findet sich ein Stempel. Wer würde so etwas im Berliner Raum reparieren? Aber ich würde auch gerne die Technik dieser Uhr verstehen wollen...
 
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uhrenkel

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Hallo,

die Uhr ist wirklich gut und gehört in fachkundige Hände. Als Kennen-lern-Objekt ist sie wirklich zu schade.

Als grobe Einordnung: Es handelt sich um eine franz. Pendule- die Form erinnert stark an die sogenannten "Portal-Uhren", auch wenn sie nicht direkt dazugehört. Als Alter würde ich Mitte bis 3/4 des 19 Jh. ansetzen.

Wie Karlo schon gesagt hat, dürfte sich unter den Glocken ein Zeichen eines Herstellers befinden, das u.U. eine genauere Zuordnung ermöglicht.


uhrenkel
 
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blauemaus

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Hallo,

habe die Glocken abgenommen, es sind nur Zahlen zu sehen. Auf dem hinteren Holzdeckel der Uhr finden sich die selben Zahlen, nur besser zu lesen. Ich habe natürlich Achtung vor der alten Technik, will hier auch nicht drauf los basteln, würde aber gerne, daß die Uhr läuft und einigermaßen verläßlich die Zeit anzeigt. Vielleicht gibt es Möglichkeiten, den Gang der Uhr zu regeln, ohne das Werk zu zerlegen, was ich selbst nicht tun möchte. Die Uhr soll vor etwa 40 Jahren mal von einem Uhrmacher gewartet worden sein, dann aber nach einem Transport innerhalb des Hauses, kurze Zeit später, nicht mehr gelaufen sein. Das Pendel war wohl ausgebaut und nicht mehr richtig aufgehangen worden.
 

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Labrador

Labrador

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Hallo Blauemaus,

da hast du eine sehr wertvolle und alte Uhr bekommen! 3/4 19.Jh scheint mir passend, wenn nicht sogar etwas früher.

Auf deinem letzten Bild ist gut zu erkennen, dass beim Aufzug Teile fehlen. Auf den vier herausstehenden Vierkantenden (Federkernwellen, die man vom Zifferblatt her aufzieht) saßen ursprünglich sogenannte Finger drauf. Auf den Gewindelöchern (außen drunter, in der Mitte drüber) waren Zahnradscheiben (Begrenzer) festgeschraubt. (Sehen wie runde Scheiben aus mit ein paar Zähnen 3-4 Stück) Viellericht kennst du die sogenannten Malteserkreuzeinrichtungen von Taschenuhren her? Die funktionieren genau so: Sie begrenzen das mögliche Spektrum des Aufzugs auf die mittleren Umdrehungen -> also: es gibt keinen Vollaufzug und keine fast abgelaufenen Feder mehr.

Dazu passt ja auch dein Problem mit der Ganggenauigkeit, da die Zugfeder momentan (ohne Begrenzung) voll aufgezogen werden kann und bei Vollaufzug ein wesentlich höheres Drehmoment an das Räderwerk abgibt. Zum Ende (fast abgelaufen) fällt das Drehmoment weiter ab und deine Uhr müsste wieder Gangabweichungen zeigen.

Leider hat man in der Vergangenheit oft diese Einrichtungen entfernt. Teils aus Bequemlichkeit beim Reparieren, teils auch, um die Laufzeit der Uhr bei Vollaufzug zu verlängern.

Ich habe Zweifel, dass man die passenden Teile irgendwo bekommen kann. Ein GUTER!!! Uhrmacher kann sie aber anfertigen. Das ist nicht billig, würde sich bei der Uhr wertmäßig bestimmt lohnen! Zumal sie ja auch noch einen ideellen Wert hat.

Lass mal hören, wie es mit der Uhr weitergeht.

Viel Erfolg und herzlichen Glückwunsch dazu vom,

Labrador
 
B

blauemaus

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Hallo Labrador,

danke für die sehr ausführliche Antwort. Das ist alles plausibel und stimmig, hat aber für mich zur Folge, daß ich hier wohl nichts ausrichten kann. Bleibt nur der Weg zum Uhrmacher. Allerdings kann ich mir vorstellen, daß die Sache dort recht teuer werden wird, da Handwerkskunst ihren berechtigten Preis hat und so wird die Uhr zunächst öfter mal gestellt, bis ich mir eine Reparatur gönnen werde.
 
xraydrei

xraydrei

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Hallo blauemaus,

wenn Du einen guten Uhrmacher suchst kann ich Uhren Maeckert/Berlin Tempelhof empfehlen. Der Uhrmacher heißt Bernd Schwedler und ist Ausbildungsmeister der Uhrmacherinnung von Berlin.

Hatte selbst bei Ihm schon eine uralte TU wieder aufarbeiten lassen und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
Bring die Uhr doch einfach mal zu Ihm und lass Dir einen Kostenvoranschlag machen, dann weißt du wenigstens worauf Du notfalls sparen mußt.

Gruss Jörg
 
P

pet.sch

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Hallo blauemaus,
vielleicht hast Du Deine Uhr ja schon beim Uhrmacher vorgestellt und weisst mehr.
Vielleicht hast Du sie aber auch noch zu Hause. Dann hilft Dir vielleicht folgender Hinweis:
Du schreibst, dass das Pendel jetzt richtig aufgehängt ist, dass es aber eine Ellipse beschreibt. Sollte es vielleicht doch noch nicht ganz richtig aufgehängt sein ?
Die Uhr hat eine Fadenaufhängung des Pendels. Das heisst, es muss oben eine Fadenschlaufe sein. Um den Haken des Pendels darin aufzuhängen musst Du von unten durch die Gabel der Pendelgabel (das Teil, an dem auf dem Foto das Pendel hängt) hindurch und dann oben einhängen. Dabei muss das eckige Messingstück (an der Pendelstange) in die Gabel bugsiert werden und müsste sich dann (wenn das Pendel aufgehängt ist) direkt in der Gabel befinden und sie ausfüllen.
Falls das nicht so ist, ist entweder das Pendel falsch oder das Messingstück hat sich verschoben.

Wenn das Pendel richtig hängt kann man von vorne (ganz oben im Zifferblatt) die Geschwindigkeit des Ganges einstellen. Dort guckt eine kleine Welle mit einem Vierkant heraus. Daran kann man drehen und man wickelt dadurch hinten im Werk den Faden entweder auf oder ab. Wenn man ihn aufwickelt und das Pendel dadurch höherzieht, geht die Uhr schneller. Andersrum langsamer.

Etwaige Veränderungen im Gang über die Laufdauer , (ganz aufgezogen - schneller, abgelaufen - langsamer ) kann man dadurch aber nicht verbessern.

Ein paar Hinweise noch zu Alter und Herkunft Deiner schönen Uhr.
Die Uhr ist älter, nämlich ungefähr 200 Jahre oder sogar noch ein paar Jährchen älter , und sie ist Wiener Bauart (das heisst nicht zwingend, dass sie direkt in Wien gebaut wurde, aber es wäre wahrscheinlich)
Ähnliche Uhren aus Frankreich hätten kein Holzgehäuse und auch das Werk wäre in mehreren Details anders. Deine Uhr wird wahrscheinlich einen "Wiener Vierviertelschlag" haben. Das würde bedeuten, dass sie zu jeder Viertelstunde, auch zur vollen Stunde, die Viertelstunden und die Stunden schlägt.
Das mit den Aufzugsbegrenzungen, wie Labrador geschrieben hat, ist richtig. Die wurde oft bei Wiener Uhren entfernt , um eine längere Laufdauer zu erzielen, denn Wiener Uhren haben meist eine kürzere Laufdauer als französische, die mindestens 8 Tage laufen (oft auch 14 Tage, manchmal auch 4 Wochen).


Gruß
Peter
 
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