Tipps zu Nachbearbeitung von Photos - insbs. Uhren

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TomS2

TomS2

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Wer kennt das nicht? Man hat einen an sich schönen Schnappschuss, stellt dann aber Fehler fest, die zu korrigieren wären, da man dieses Photo nicht einfach nochmal aufnehmen kann. Mein Anliegen wäre, hier Tipps erhalten, wie man bestimmte Fehler möglichst einfach und ohne große Artefakte korrigiert. Insbs. soll es dabei natürlich um Photos von Uhren gehen.

Ich fang mal an: Im ersten Bild stört natürlich der Faden, im zweiten sind es die Wasserspuren (die Photos sind nicht als Makros gedacht, ich habe lediglich die relevanten Ausschnitte vergrößert).

Die Frage ist, welche Werkzeuge am besten geeignet wären; aufgrund des spiegelnden Hintergrundes liefert jeder der bisher verwendete Filter leider deutlich sichtbaren Artefakte.

Zum Tooling: Verfügbar wäre GIMP und Paint.NET; etwas Erfahrung habe ich bzgl. Farbkorrekturen u.ä., nicht jedoch zu diesen Korrekturen von Fehler in den Details.


1.jpg2.jpg
 
jjb

jjb

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Kenne mich mit den genannten Programmen nicht aus. Aber in Photoshop wäre es die Funktion "Kopierstempel" in Verbindung mit "Weiche Kante" und "Deckkraft".

Ich denke, das ist bei Paint und Gimp ähnlich, heisst evtl. anders.
 
MROH

MROH

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Ich arbeite mit Affinity Photo. Dort benutze ich meistens die Funktionen Klonen und Flecken entfernen.
Damit kann man auch mal auf die Schnelle arbeiten, aber auf die Schnelle ist halt meistens auch nur oberflächlich.
Wenn es schön werden soll, empfehle ich Geduld und präzises Arbeiten.

Hier mal ein schnelles Ergebnis:
1.jpeg

2-2.jpg

Aber das ist wirklich nur auf die Schnelle gemacht.
 
Vernomeno

Vernomeno

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Also ganz ohne Artefakte ist das echt schwierig und vermutlich nur mit professioneller Software bestmöglich machbar.

Ich nutzte die Standard-Software meines Google Pixel 6 Pro. Die ist schon ziemlich clever und braucht nur paar Klicks.

1~3.jpg
2~4.jpg
 
TomS2

TomS2

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Vielen Dank.

Das Clonen funktioniert gut, allerdings muss ich noch etwas rumprobieren, um die Artefakte zu minimieren. Für meine Zwecke reicht es, Vergrößern führt bei Handyschnappschüssen letztlich immer zu Katastrophen :-)
 
Mueller27

Mueller27

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Das ist der Einsatzzweck für eine ganz normale Photo Retouching Software oder App.
Gibt's hunderte, und hier würde die aller einfachste reichen.
 
OHV_44

OHV_44

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Vergrößern führt bei Handyschnappschüssen letztlich immer zu Katastrophen :-)
Das liegt (noch) in der Natur der Sache.
Semiprof. Aufbauten mit viel Licht, Stativ und einer guten Kamera mit einem vorzugsweise Makro Objektiv bringen natürlich bessere Ergebnisse. Sind aber nun mal keine Schnappschüsse. Der RIESEN Vorteil des Smartphones.

BTT: mit GIMP geht bekanntlich einiges. Da hilft nur ausprobieren und üben. Viel Spaß dabei. ;-)
 
Sunlion

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Es geht schneller, die Uhr zu putzen, den Faden zu entfernen und das Bild noch einmal zu machen. Wenn das nicht möglich ist, hilft das Stempelwerkzeug, eventuell mit einer Maske, welche die Auswahl eingrenzt, damit nur die gewünschten Bereiche verändert werden. Bei Photoshop gibt es noch den Reparaturpinsel, der kann Strukturen von einer Stelle auf eine andere kopieren und Verläufe reparieren. Besser kann ich das jetzt nicht erklären. Einfach ausprobieren. Erst den Stempel, danach die Feinheiten mit dem Reparaturpinsel.
 
febrika3

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… Aufbauten mit viel Licht, Stativ und einer guten Kamera mit einem vorzugsweise Makro Objektiv bringen natürlich bessere Ergebnisse. …

Und vor allem den unsichtbaren Dreck, weil die Auflösung dermaßen gut wird :D;)

Hier mal ein Beispiel, wenn man ganz kritisch rangeht und die Auflösung groß ist. Einmal Originalbild und dann ein 100% Ausschnitt. Die Uhr war eigentlich geputzt, allerdings nicht unter dem Mikroskop ;).

In der professionellen Uhrenfortografie wird das allerdings kaum noch ein Fotograf in Europa selber machen. Dafür kann man Retuscharbeiten in Asien zu günstig einkaufen. Da bekommt man eine sauber gestempelte Uhr dann für wenige Euro, manchmal sogar unter einem Euro.

JLC Polaris WEB.jpg
Bildschirmfoto 2021-12-06 um 15.13.26.png
 
TomS2

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Es geht schneller, die Uhr zu putzen, den Faden zu entfernen und das Bild noch einmal zu machen. Wenn das nicht möglich ist ...
... das sieht man dem Ausschnitt nicht an, aber ich habe hier in Nürnberg tatsächlich keinen Hintergrund mit Nordsee :-(

..., hilft das Stempelwerkzeug, eventuell mit einer Maske, welche die Auswahl eingrenzt, damit nur die gewünschten Bereiche verändert werden. Bei Photoshop gibt es noch den Reparaturpinsel, der kann Strukturen von einer Stelle auf eine andere kopieren und Verläufe reparieren. Besser kann ich das jetzt nicht erklären. Einfach ausprobieren. Erst den Stempel, danach die Feinheiten mit dem Reparaturpinsel.
Perfekt, danke, ich werde mal weiter rumprobieren.
 
Sunlion

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In der professionellen Uhrenfortografie wird das allerdings kaum noch ein Fotograf in Europa selber machen.
Mehr noch, die meisten Werbebilder für Technik werden heute in 3D-Programmen erzeugt. Merke: Wenn es zu perfekt aussieht, ist es nicht echt. ;-)
 
febrika3

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Das erinnert mich an den Professor der Uni Pforzheim, der mich vor etwa 10 Jahren auf einer Photokina ansprach, als ich vor zwei quadratmetergroßen Bildern stand: „Welches ist das echte Foto?” Zwei augenscheinlich gleiche Bilder, auf denen ein Mini in einer Industriehalle steht, einmal aufgenommen mit dem damaligen größten Digitalback (45 MP), einmal gerendert. Na, das mit dem Sensorstaub, war meine Antwort ;)
 
Sunlion

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Staub und andere Unreinheiten werden heute manchmal mit dazugerendert, damit es nicht all zu klinisch perfekt aussieht. Man kann heute alles so täuschend echt erzeugen, dass man den Schwindel nicht bemerkt. Tote Objekte sind heute kein Problem mehr. Lebewesen sind schon schwieriger, aber selbst da verwischen die Grenzen immer mehr. Selbst bei Menschen.
 
febrika3

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Um etwas virtuell zu erzeugen, benötige ich auch zuerst mal Daten. Wenn ich die von meiner Uhr nicht habe, muss ich die fotografieren. Das wird wohl auch noch eine ganze Zeit so bleiben ;)

Was dahinter geschieht finde ich durch KI aber durchaus interessant. So sind die Auswahlalgorithmen in den letzten Monaten erheblich verbessert worden. Da kann man schon mal schludern und einfach mal einen Kreis ziehen, flupp = ausgewählt :D
 
Golden Gate

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Ich habe gerade mal 3, 4 Minuten mit der aktuellsten Photoshop Version gesäubert, ausschließlich mit dem „Bereichsreparatur Pinsel”

Anhang anzeigen 4153741
So hätte ich es auch gemacht.
Oder: lockere Auswahl um den Faden, muss überhaupt nicht genau sein, dann "Bearbeiten", "Fläche füllen" und zack hat man ein vergleichbares Ergebnis wie mit dem Bereichsreparaturpinsel. Ich gehe mal davon aus, dass ein ähnlicher oder sogar der gleiche Algorithmus dahinter steckt.
Fläche füllen eignet sich auch sehr gut, wenn ich größere Pfosten, oder andere Hindernisse in Sekundenschnelle wegretuschieren möchte. Klappt nicht immer, aber in 90% der Fälle.
 
Sunlion

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Um etwas virtuell zu erzeugen, benötige ich auch zuerst mal Daten. Wenn ich die von meiner Uhr nicht habe, muss ich die fotografieren. Das wird wohl auch noch eine ganze Zeit so bleiben ;)
Ich bin mir nicht sicher, ob ich Deinen Satz missverstehe, aber die meisten Produkte entstehen heute komplett am Computer. Die technischen Zeichnungen für jedes Auto, jeden Toaster, jede Kamera und auch jede Uhr müssen sowieso digital angefertigt werden, das macht niemand mehr an einer Zeichentafel, da kann man auch gleich Nägel mit Köpfen machen und die fertigen Daten in Form von gerenderten Fotos fürs Marketing verwenden. Schau Dir dieses Video von JLC an, nie im Leben war da auch nur eine einzige Kamera dran beteiligt. 😲

Edit: Jetzt verstehe ich den Satz, er war auf Deine persönliche Situation bezogen, richtig? Ist klar, so ein Programm muss man ja auch erst mal bedienen können. Ich beschäftige mich seit zwei Jahren mit Cinema4D und bin trotzdem noch auf Einsteigerniveau. Es ist die komplizierteste Software, die ich je bedienen musste. 🤮
 
T. Freelancer

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Eigentlich führt diese Diskussion weg vom Thema. Der TS hat nicht im Mindesten angedeutet, dass er die Kamera weglassen will. Im Gegenteil: er benutzt sie und fragt nach Möglichkeiten der Nachbearbeitung.
 
febrika3

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So ist das. Bis ich mal ein Uhrenfoto ausschließlich im Rechner mache… ach, da muss ich im Job zum Glück nicht mehr drüber nachdenken. Noch gut 10 Jahre bis zum Ruhestand und so schnell wird das automatisierte Rechnerfoto dann nicht kommen (hoffentlich;))

Die automatisierten Fehlerbebkämpfungen kommen aber immer schneller. Manchmal merkt man das nicht einmal. Vor 2-3 Jahren bei einem Potraitschooting z.B.: Den Damen war langweilig, also haben sie Snapchat Bilder gemacht. Schau mal Karsten, wie schlank wir hier sind, bei dir… mmh, na ja was soll ich sagen… :D

Wir hatten dann den Test gemacht. KB DSLR und Snapchat Handybild, gleiche Perspektive, gleicher Ausschnitt. Tatsächlich waren die Bäckchen der Mädels dünner. Irre was uns da die Software die Jugend versaut, ohne dass man es sofort mitbekommt.

Der Vorteil ist aber, dass die Software für Bildfehler auch immer besser wird. Die Fluse oben im Bild war in nicht einmal einer Minute weg. Der Rest der Zeit ging für die Textur der Lünette drauf, die sieht jetzt auch cleaner aus. Das dauert alles nicht mehr wirklich lange. Im aktuellsten RAW Konverter von Lightroom/PS gibt es einen automatischen Maskierungsmodus, der in Sekunden Personen maskiert, deren Haut man dann ganz einfach etwas „säuubern” kann.
 
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