Thiel-Fearless Erkennungstest

Diskutiere Thiel-Fearless Erkennungstest im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; An der französischen Bucht ist mir eine TU aufgefallen, bei der nur Bilder von der Vorder- und Rückseite zu sehen waren. Es könnte eine...
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An der französischen Bucht ist mir eine TU aufgefallen, bei der nur Bilder von der Vorder- und Rückseite zu sehen waren.

Thiel 1.jpg

Thiel 2.jpg

Es könnte eine Thiel-Fearless sein, dachte ich mir und habe ein Sofortkaufgebot abgegeben, auf das der Verkäufer eingegangen ist.

Als die Uhr bei mir ankam und ich den Rückdeckel öffnete, war meine Freude groß, denn es war tatsächlich eine anonyme Thiel-Fearless.

DSC08931.JPG

Der Zustand der Uhr ist ganz odentlich. Sie lässt sich schwergängig stellen, doch die Aufzugsfeder scheint gebrochen oder ausgehakt zu sein.

Kann man als Laie bei solch einer Uhr das Werk ausbauen? Wahrscheinlich eher nicht.

DSC08916.JPG

Gruß Willy
 
detlef

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Hallo Willy!
Glückwunsch zum Fund.Zuerst einmal muss ich fragen ob du die Uhr auch wirklich richtig aufgezogen hast das sind ungefähr 120 Kronenumdrehungen bis Vollaufzug.Wenn dann kein Ende erreicht ist kann es wirklich sein das die Feder gerissen ist.Das zerlegen ist auch kein Hexenwerk und wenn die Feder draußen ist kann man sehen ob da noch was zu machen ist.Also zuerst Glas ab dann musst du den Minuten und Sekundenzeiger entfernen.Dann kannst du das Zifferblatt abheben jetzt muss die Stellwelle nach hinten herausgedrückt werden.Die Krone mit Welle bleibt normalerweise drin es sei denn sie ist mit einer Klammer auf pos.12 gesichert.Nun kannst du die hinteren 3 Schrauben entfernen und das Werk vorsichtig bei 6 Uhr anheben und von der Aufzugswelle abziehen es kann sein das die Feder aus dem Federhaus springt ist aber auch nicht so tragisch die lässt sich sehr leicht wieder einwinden.Wenn du dir das zutraust und dann noch Fragen hast melde dich.
Gruß Detlef!
 
monozelle

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Die ist niedlich! Gefällt mir!
 
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Hallo Detlef,

vielen Dank für deine Bastelanleitungen. Das klingt ja gar nicht so schwierig.

DSC08943.JPG

DSC08947.JPG

Das Zifferblatt ist ab, doch das mit der Stellwelle habe ich nicht ganz verstanden. Vermutlich befindet sich bei meiner Uhr bei der Zwölf diese Sicherung. Wie muss ich da weiter vorgehen?
Kannst Du erkennen, um welchen Fearless Typen es sich handelt? A, B oder C?

Gruß Willy
 
detlef

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Hallo Willy!
Das ging doch schon mal gut.Jetzt muss als nächstes die Welle raus wo der Minutenzeiger drauf war das ist bei diesen Uhren die Stellwelle mit dem hinteren Knopf dabei musst du hinten etwas unterlegen oder du versuchst erstmal das Virtelrohr ab zu ziehen dann geht die Welle leicht nach hinten heraus zu ziehen.Bei deiner Uhr bleibt die Aufzugswelle im Gehäuse die ist mit einem Metallring gesichert den du siehst wenn das Werk draußen ist.Die Stellwelle muss zuerst raus weil der hintere Stellknopf nicht durch das Gehäuse passt.Pass aber bei allen Arbeiten auf das die vorderen Blechkeile nicht herausrutschen denn die halten die Werkplatinen zusammen.
Gruß Detlef!
 
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Vielen Dank Detlef

Auf der Stellwelle sitzt das kleine Zahnrad im Zentrum? Wie lässt sich das lösen?

Gruß Willy
 
detlef

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Hallo Willy!
Ich mache das immer mit einem Seitenschneider oder aber mit einer kleinen Zange aber nicht zu fest zudrücken und wenn nötig etwas unterlegen.Ich habe mal ein schnelles Bild davon gemacht ist eigentlich selbst erklärend
DSCF8632.jpg
Noch ein Hinweis versuch nicht den Stundenzeiger ab zu ziehen der ist Original mit dem Rad vernietet.Ich sehe auf dem Bild auch jetzt das das Futter des Sekundenzeigers noch auf der Welle steckt dann musst du das gegebenen Falls auch wieder vernieten.Das ist mir auch schon öfter passiert wenn der Zeiger sehr fest auf der Welle sitzt.
Gruß Detlef!
 
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Vielen Dank Detlef,

das Futter des Sekundenzeigers lässt sich von der Welle gut abziehen. Das Vernieten kann ich mir nicht richtig vorstellen. Ist da ein Sekundenkleber auch geeignet? Das Viertelrohr abzuziehen, geht wohl nicht so leicht, das probiere ich frühestens morgen.

Es müsste die Version A sein, da dreieckiger Unruhkloben.

Gruß Willy
 
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detlef

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Hallo Willy!
Das mit dem Sekundenzeiger kann man mit der Triebnietmaschine machen aber dein Vorschlag geht zur Not auch weil die Zeiger nicht so leicht zu bekommen sind wegen dem langen Futter.Das Virtelrohr sitzt in der Regel auch nicht so fest du musst bloß schön gerade nach oben hebeln.Versuch aber nicht mit irgendwelchen Sachen unter das Zahnrad zu hebeln die Zähne brechen dann sehr schnell ab.Wie ich das auf dem Bild zeige habe ich es schon etliche male gemacht und es ist immer gut gegangen wie gesagt mit dem Seitenschneider zufassen nicht zu doll drücken dann den Seitenschneider nur hinten runterdrücken.
Gruß Detlef!
 
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Hallo Detlef,

bei dem schönen Sonnenscheinwetter habe ich mich getraut, deine Anweisungen weiter zu befolgen. Es hat wunderbar geklappt!

DSC08950.JPG

DSC08952.JPG

DSC08956.JPG

Mir scheint, dass die Feder gebrochen ist. Aber sonst befindet sich die Uhr in einem guten Zustand.
Nochmals vielen Dank!

Gruß Willy
 
detlef

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Hallo Willy!
Das hat ja nun gut geklappt.Die Feder ist natürlich an ungünstiger Stelle gerissen.Irgendwie zusammen flicken geht evtl.habe ich aber noch nie gemacht.Ein Ersatz zu bekommen ist fast unmöglich aber ich habe schon mal welche anfertigen lassen.Hier Startseite - Alfred Beck Federnfabrik kannst du mal Kontakt aufnehmen die haben mir mal welche nach Maß zugeschnitten ich habe aber keine mehr davon.Wie gesagt musst du die Stärke,Breite und Länge angeben danach werden sie dann zugeschnitten.
Gruß Detlef!
 
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Hallo Detlef,

vielen Dank für den Link zu der Federfabrik. Ob sich die kaputte Feder lasern ließe? Bei der Länge der Feder dürfte sich solch eine Reparaturstelle kaum bemerkbar machen.
Wie wird die Feder eingebaut? Von innen nach außen oder von außen nach innen?

Gruß Willy
 
detlef

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Hallo Willy!
Wenn du jemanden kennst der lasern kann würde ich da mal nachfragen wenn man ein kleines Stück übereinander legt dürfte das nicht stören.Die Feder wird wie jede andere Feder von außen nach innen eingewunden du hast ja ein Bild davon genauso gehört die wieder rein.
Bei der Federfabrik hatte damals mein Uhrmacher angerufen und hat gleich mehrere geordert hat aber auch keine mehr.
Gruß Detlef!
 
M

Matthias MUC

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Wieviele Runden vom Ende weg gezählt ist denn die Bruchstelle? wenn es nur um zwei Runden geht, ließe sich vielleicht mit einer gekürzten Feder die Uhr in Betrieb nehmen. Wahrscheinlich müßte das Ende wegen der Härtung geglüht werden, um die Biegung und die Öse reinzubekommen, danach wieder gehärtet und danach blau angelassen werden, damit es nicht gleich wieder bricht.
 
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Auf dem vorletzten Bild sieht man die Bruchstelle etwa 4,5 Runden vor dem Ende. Vielen Dank Matthias für deine Idee.

Gruß willy
 
F

FritzP

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@Matthias MUC
Wie man ausschließlich den vorher ausgeglühten Bereich der Feder anschließend wieder härten kann, bleibt leider Dein Geheimnis.

Laserschweißen ist sicher heutzutage die eleganteste Methode. Ich gehöre zu den Alten und da hat man die Bruchstücke im Bereich von Ca. 10mm überlappt, gebohrt und vernietet. Mit Vidiabohrern muss man heute nicht einmal mehr die Härte rausnehmen. Wenn die nicht vorhanden, dann wirklich nur ein paar mm bis zur vorgesehenen Bohrung anlassen.
 
M

Matthias MUC

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Ja, stimmt, irgendwo ist dann der Übergang zum Rest von der Feder.. Denkfehler von kleinen Werkstücken, bei denen es egal ist, wenn sie irgendwo hinten weich geblieben sind (selbstgemachte Anreißnadel etc.). Ich erinnere mich an Experimente dieser Art, die mein Vater mit den Federn in Rolladengurtwicklern gemacht hatte (nächstes Äquivalent aus der Uhrenszene sind manche Großuhren oder die Mörderfedern aus Jahresuhren). Das hat teilweise recht lang gehalten, auch wenn es nur zur Überbrückung bis zum nächsten Baumarkteinkauf hätte halten müssen. Wenn Glühen (= butterweich) und Härten und anlassen nicht hinzubekommen ist, wie weit müßte man das gehärtete Bruchende anlassen, um eine Öse hinzubekommen (Bohrer, Feile) und die evtl. nötige Biegung, ohne daß es gleich oder nach dem dritten Aufziehen bricht?
 
detlef

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Hallo!
Matthias:Ich habe auch schon etliche Federn nachgesetzt aber noch nie die ausgeglühte Stelle wieder angelassen und gehärtet mein Uhrmacher macht das auch nie.
Fritz:Dein Vorschlag ist auch nicht verkehrt das habe ich schon öfter in einer Uhr vorgefunden und Platz ist in dem Federhaus genug.Wie gesagt vom Laserschweissen habe ich null Ahnung.
Gruß Detlef!
 
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Vielen Dank Fritz,

wenn das mit dem Laserschweißen nicht klappen sollte, müsste dein Vorschlag mit dem Überlappen und Vernieten die Lösung sein.

Gruß Willy

P.S.: Die Lehmann-Uhr wartet immer noch auf meine Entscheidung: "Behalten oder Päckchen an dich."
 
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Thiel-Fearless Erkennungstest

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