Temperaturabhängiges Gangverhalten eines GP 352

Diskutiere Temperaturabhängiges Gangverhalten eines GP 352 im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Moin Leute, in meinem Besitz ist ein Vintagequarzer mit dem GP 352 Quarzkaliber, wird die Uhr bei einer Umgebungstemperatur unter 20 Grad...
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Moin Leute,
in meinem Besitz ist ein Vintagequarzer mit dem GP 352 Quarzkaliber, wird die Uhr bei einer Umgebungstemperatur unter 20 Grad abgelegt, bleibt sie nach ca. 1 Stunde stehen, bei noch tieferen Temperaturen (Keller) verweigert sie noch schneller ihren Dienst.
Zurück an den Arm beginnt sie je nach Abkühlung nach kurzer Zeit wieder zu laufen. Die Batterie ist neu, das Gangverhalten ansonsten super, das Datum schaltet. Hat jemand eine Idee?
Danke und Grüße
Harry
 
Rainer Nienaber

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Verharztes Öl?
 
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Das Werk hat wartungsfreie Kunststofflager, Gangverhalten ist top, aber halt digital:
an = aus! dazwischen gibt nix, kein sekundenweises Hängenbleiben oder Nachgang!
 
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Ein antikes Quarzwerk mit Kunststofflagern. Oh-oh... :???:

Schlechte Nachrichten: Kunststofflager altern und können auch einlaufen und schrumpfen. Mit Kunststofflagern wurde in den 70ern herum experimentiert. Die meisten dieser Uhren sind mittlerweile tot. Es hat schon seinen Grund, dass man sich von dieser Technik bei hochwertigen Uhren ganz schnell wieder verabschiedet hat.
Und wenn es tatsächlich ein Defekt der Elektronik sein sollte, stellt sich erst recht die Frage ob man das noch reparieren kann. Ich kann auch nicht sagen, ob GP noch Ersatzteile für so alte Uhren hat und ob sie die überhaupt reparieren.

Hast Du die Möglichkeit Strom einzuspeisen und den Verbrauch und die Impulse zu messen. wärend die Uhr abkühlt?
 
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Messen kann ich leider nichts, aber müsste die Uhr bei geschrumpften oder geweiteten Lagern eigentlich nicht völlig aus dem Takt kommen und komplett falsch gehen, oder einfach stehen. Am Arm, oder bei Zimmertemperatur verhält sich das Werk normal, bis hin zur pünktlichen Datumsschaltung um Mitternacht!
 
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Nach diesem Revisionsbericht müssen die Lager, die anscheinend recht langlebig sind, trotzdem geschmiert werden.

Und könnte es nicht sein, daß die neue Batterie einfach defekt ist?
Toller Revisionsbericht Torsten. Bei einer rein mechanischen Uhr macht eine Revision Sinn, wenn sie anfängt, auffällige Gangwerte zu bekommen, diese meine hier läuft tipptopp, soweit, so gut...!
 
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Was für eine Batterie wurde verbaut? Batterien mögen auch keine Kälte.
Ich habe eine Camelion LR 44 eingebaut, die lag allerdings schon eine Zeit bei mir. Ich dachte, bei Kälte lässt die Spannung nach, ja! Allerdings schon bei wenig unter 20 Grad, das wäre mir neu.
Camelion scheinen mir allerdings nicht die 1. Wahl zu sein.
 
30 kHz

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Schlechte Nachrichten: Kunststofflager altern und können auch einlaufen und schrumpfen. Mit Kunststofflagern wurde in den 70ern herum experimentiert. Die meisten dieser Uhren sind mittlerweile tot. Es hat schon seinen Grund, dass man sich von dieser Technik bei hochwertigen Uhren ganz schnell wieder verabschiedet hat.
Und wenn es tatsächlich ein Defekt der Elektronik sein sollte, stellt sich erst recht die Frage ob man das noch reparieren kann. Ich kann auch nicht sagen, ob GP noch Ersatzteile für so alte Uhren hat und ob sie die überhaupt reparieren.

Hast Du die Möglichkeit Strom einzuspeisen und den Verbrauch und die Impulse zu messen. wärend die Uhr abkühlt?
Ja, und auch ich bin kein Freund von der Materialpaarung Kunststoff-Stahlwelle. In meiner Küche tickt ein Quarzwerk seit 2004, Elektronik und Mechanik funktionieren nach wie vor gut. Und da sind die Lager alle aus Kunststoff. Ich bin immer wieder erstaunt, wie lange das gut geht.

ABER, wie reden ja hier über Werke, die erheblich älter sind. Und da neige ich auch dazu, diese Werke als "Einweggebinde" zu bewerten - wer es besser weiß, möge gern widersprechen! Ich habe mir eine alte Eterna mit 5 Rubinen gegönnt. Da gehe ich dann mal davon aus, daß irgendwann die Elektronik muckt, bestimmt aber nicht die Mechanik zuerst.

Gruß Dirk

@ Harry: Wieviel Spannung zeigt denn die Batterie (ausgebaut, mit Multimeter reicht erstmal)?
 
Schraubendreher

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Die Batterie ist leer. Eine volle Knopfzelle für Uhren sollte ohne Last mindestens 1,5V anzeigen. Und Camelion LR44 ist eine ausgesprochene Billigbatterie. Ein Hersteller, der üblicherweise Ein-Euro-Läden beliefert. Das ist eine Alkalizelle, in eine Uhr gehört eine Silberoxydzelle. Raus damit und entsorgen. Und dann eine vernünftige AgO-Markenzelle Typ 303 vom Uhrmacher oder aus dem Fachhandel. Varta, Renata, Maxwell kann ich empfehlen.
 
HarrydieTaste

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Mit 1,44 Volt leer? Vor meinem Eingriff war eine Button LR 44 drin, noch nie gehört!
Habe jetzt mal eine Silberoxid Renata bestellt! Mal sehen, gebe euch Bescheid!
Die Hoffnung....usw, ihr kennt das ja!
Herzlichen Dank erstmal für die vielen Tipps....
 
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sirtaifun

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Deswegen auch der Hinweis auf Kälte - Fast erschöpfte Batterien knicken bei Kälte ein kennt man ja vom Auto. Ich empfehle eine Renata einzubauen meiner Erfahrung nach halten die am längsten allerdings können schwergängige Lager auch den Stromverbrauch in die Höhe treiben.
 
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Deswegen auch der Hinweis auf Kälte - Fast erschöpfte Batterien knicken bei Kälte ein kennt man ja vom Auto. Ich empfehle eine Renata einzubauen meiner Erfahrung nach halten die am längsten allerdings können schwergängige Lager auch den Stromverbrauch in die Höhe treiben.
Ja, Renata ist bestellt, nicht Varta...! Bin gespannt!
 
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So, Renata eingebaut, das GP am Kellerfenster auf 12 Grad runtergekühlt! Läuft! Wer sagt es denn! Denn Brutalotest mit Kühlschrank und Balkonnacht spare ich mir jetzt mal! In die Tonne mit allen Camelions dieser Welt!
Schöne Weihnachten noch und viel Uhren guggen!
Harry
 
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Auf ein neues:
ich habe dem GP eine Revision gegönnnt, nachdem der Fehler nach 2 Tagen wieder aufgetreten ist. Seit gestern ist die Gute zurück, Werk revisioniert, neue Batterie, Electronic-Platine ersetzt, bis jetzt läuft sie! Ich bin guter Dinge, dass das so bleibt!
Laut Info von der Werkstatt mag das GP keine abrupten TemperaturWechsel und keine elektromechanischen Wellen, dann setzt der Schwingkreis einfach aus, so sagt man. Na mal sehen, also nicht im Winter aus dem Haus gehen, keine Kopfhörer in die Nähe und Autofahren verboten, Mikrowelle aus.....!
Viele Grüße an die Techfreaks
Harry
 

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