Technische Erkundung eines chinesischen DG 2813 AUTOMATIK-Werkes

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sirus

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Technische Erkundung eines chinesischen DG 2813 AUTOMATIK-Werkes.
Hallo Uhrenliebhaber, mir war langweilig und ich wollte schon lange mal wissen, was da in so einem "Bräutling" Chrono-Blender, für ein Werk tickt.
So fing ich dann mal an es zu zerlegen, auf den Fotos sind die einzelnen Zerlegungsschritte zu sehen.

Hier schon mal einige Details zum Werk:
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  • China DG 2813 AUTOMATIK-Werk mit drei Zeiger-Modul (Datum)
  • Herstellersignatur: (NN)
  • Funktionen: Minute, Stunde, Zentralsekunde
  • Kleiner Zeiger auf (3)Uhr
  • Kleiner Zeiger auf (6)Uhr
  • Kleiner Zeiger auf (9)Uhr
  • Außendurchmesser: 26,04 mm
  • Höhe 01: Rotor bis Spitze der Sekudenwelle: 8,13 mm
  • Höhe 02: Rotor bis Zifferblattfläche: 6,17 mm
  • Automatischer Aufzug
  • Rotor kugelgelagert
  • Rotor einseitig aufziehend

Die Demontage:
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Ich fing damit an das Dreizeigermodul, unter dem Zifferblatt zu demontieren, zum Vorschein kam eine Art Datumskadratur, die auf dem Zifferblatt einen Chronographen immitieren soll.
Die Schalthebel (Drücker) schalten die Zeiger manuel weiter und die Uhr bewegt diese dann täglich einen Schritt automatisch weiter.
Auf dem Mudul sind außerdem drei aneinander gereihte kleine Zahnräder zu sehen, wobei eines davon ein Rubinlager hat, die die Funktion haben, auf dem Zeiger bei 6 Uhr, eine permanente kleine Sekunde anzuzeigen, angetrieben von einer Welle die vom Kleinbodenrad, vor dem Hemmrad, abgeleitet wird.
Das Modul besteht aus zwei Platienen, bis dann mal das eigentliche Werk zum Vorschein kommt.

Alt bewährte Technik:
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Das Werk ist in klassischer Uhrmacher bauweise aufgebaut, in etwa so wie auch Uhrwerke in Deutschland und der Schweiz, in den 50er/60er Jahren gebaut wurden, nur dieses Chinakaliber mit einer robusteren und besser Rubin gelagerten Automatik versehen ist, als die damaligen Werke.
Klassisches Minutenrohr mit aufgepresster Rutschkupplung, einfacher Handaufzug mit Freilauf für die Automatik.
Nachdem ich den Rotor und die Unruhe ausgebaut hatte, drückte ich den kleinen Hebel neben dem Automatik Getriebe, um das Fehderhaus zu entspannen (wichtig!)
Anschließend entfernte ich die drei Schrauben der Dreiviertelplatiene, die schön gebläut sind, und nahm diese vorsichtig ab.
Zum Vorschein kamen sämtliche Zahnräder des Laufwerkes, samt automatischen Aufzuges, was bei der späteren Montage noch einige Schwierigkeiten in sich birgte.
Das Werk hat eine klassische indirekte Sekunde, wobei die Sekundenwelle mit einem Fehderblättchen angedrückt wird.
Die Unruhe ist mit einer Sekunden Stoppfunktion versehen, um die Uhr genau einstellen zu können.
Es wurde auf "unnötigen" Luxus, wie Decksteine für das Hemmrad und Feinregulage verzichtet, dafür ist es robust und simpel konstruiert.
Sämmtliche Wellen des automatischen Aufzugs sind in Rubinen gelagert, dieser hat eine einseitig aufziehende "Zwei-Klinken-Ratsche" aus Stahl, im Räderwerk integriert, nicht zerlegbar.
Das Fehderhaus ist klassisch in Gleitlagern gelagert, hat aber zusätzlich noch einen Gleitrand, auf dem das ganze Fehderhaus aufliegen kann, damit die Lager nicht so "auslutschen", eigentlich kenne ich das sonst von japanischen Werken wie Seiko 5 oder ähnlichen Kalibern.
Sonst hat das Werk noch eine vierschenkelige Unruh, was für einen guten Gang sorgen dürfte, und diese sehr stabil macht.
Ansich eine klassisch bewährte Technik die hier zur Anwendung kommt, die eigentlich auch auf langlebigkeit ausgelegt ist.
Ich habe das Werk anschließend wieder zusammengebaut in umgekehrter Rehenfolge, was allerdings nicht so einfach war, da alle Räder und Zapfen gleichzeitig "eingeränkt" werden mussten.
Ansich ist es es ein enfaches Automatikwerk, was sich durchaus reinigen und pflegen lässt, wenn man sich die Zeit dafür nimmt.

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Beste Grüße Sascha
 
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