Technikdiskussion: Der Foto-Stativ-Thread

Diskutiere Technikdiskussion: Der Foto-Stativ-Thread im Fotografie Forum im Bereich Small Talk; Jeder braucht es, jeder hat eines (oder mehrere), so mancher ist noch immer auf der Suche nach seinem idealen Stativ. Hier können wir uns über...

T-Freak

Themenstarter
Dabei seit
26.01.2009
Beiträge
3.895
Ort
Landsberg am Lech
Jeder braucht es, jeder hat eines (oder mehrere), so mancher ist noch immer auf der Suche nach seinem idealen Stativ. Hier können wir uns über dieses Thema austauschen und Erfahrungen teilen. Ich beginne mal mit meinem Reisestativ, welches mir seit vielen Jahren gute Dienste leistet. Ich schätze, es ist ein absoluter Exot, da die meisten Fotografen Produkte von speziellen Stativspezialisten nutzen. Es handelt sich um das

SONY VCT-P300 Reisestativ aus Magnesium (Packmaß 29 cm, 1,4kg, max. Höhe 1,60 m)

► Vorbemerkung:
Stative sind meist ein eher ungeliebtes aber oft notwendiges Übel. Sie sind in der Regel sperrig und in der Handhabung etwas umständlich. Ein ideales Stativ würde mit einem geringen Packmaß, hoher Stabilität, großer Flexibilität und einem überaus angenehmen Handling bei geringem Gewicht punkten. Das Sony VCT-P300 versucht genau das zu tun.

► Verpackung und Lieferumfang:
Das Stativ wird in einer erstaunlich kompakten, farbig bedruckten Kartonverpackung geliefert, auf welcher das Produkt mit all seinen Möglichkeiten abgebildet ist. Eine (windige) Tragetasche, welche den Namen nicht verdient, eine Bedienungsanleitung und ein Dreiwegekopf gehören zum Lieferumfang.

DSC02122.jpg

► Ersteindruck, Design und Verarbeitungsqualität:
Das Stativ überrascht nach dem ersten Auspacken mit seiner extrem geringen Größe. Das Packmaß beträgt gerade einmal 29 cm. Gleichzeitig wirkt es überaus wertig und fasziniert mit einer exzellenten Haptik und ausgezeichneter Verarbeitungsqualität. Es besteht nicht aus Aluminium oder Carbon, sondern aus Magnesium. Das Gewicht liegt bei mitnahmefreundlichen 1,44 kg. Konzipiert ist es für Kamera-Objektivkombinationen bis 2,5 kg. Das klingt nach wenig, reicht aber locker für eine Alpha 7 mit einem Teleobjektiv.

DSC02121.jpg

► Funktionalität und Praxiserfahrungen:
Alle Stative, die ich bislang kennengelernt habe, verfügen über Beinauszüge mit einer gewissen Anzahl an Segmenten die jeweils separat über Schraubklemmen oder Bügel fixiert werden. Das ist immer mit einem gewissen Zeit- und Montageaufwand verbunden.

Das Innovative am VCT-P300 ist, dass die 6 Beinsegmente über eine einzige Klemmschraube am Fuß in 5 Schritten fixiert werden können, was zumindest in der Theorie einen blitzschnellen Aufbau ermöglicht. Doch das bedarf auch hier etwas Übung und gelegentlich hakelt es hier und da ein wenig. Mit maximal ausgefahrener Mittelsäule und ebenfalls maximal ausgefahrenen Beinauszügen steht das Stativ erstaunlich massiv und mit einer Höhe von fast 160 cm vor einem und man mag kaum glauben, dass das Teil kurz zuvor mit seinem Packmaß von 29 cm recht wenig Platz im Fotorucksack eingenommen hatte. Gleichzeitig erreicht man mit eingefahrenen Beinen und Mittelsäule (mit maximal gespreiztem Beinwinkel) eine Minimalhöhe von 36 cm z.B. für Macro-Aufnahmen.

Die dreistufige Beinwinkelverstellung erfolgt über einen sogenannten Modusschalter mit dreistufig einstellbaren Beinöffnungsanschlägen. Je nach gewählter Einstellung stehen 24°/45°/75° zur Verfügung.

DSC02112.jpg

Auch der Dreiwegekopf kann hinsichtlich Verarbeitung und Funktionalität voll überzeugen. 3 Libellen helfen beim optimalen Ausrichten in allen drei Achsen. Die Schnellwechselplatte verfügt über eine ¼ Zoll Schraube, die ohne Werkzeug mit einem massiven Klappbügel fixiert werden kann. Die Schnellwechselplatte ist perfekt gummiert, sodass die Kamera perfekt und absolut rutschfest montiert werden kann. Das ist keinesfalls selbstverständlich, oft ist die Gummierung zu hart und die Kameras sind einfach nicht richtig fest zu bekommen. Doch hier ist dies absolut kein Thema.

DSC02111.jpg

DSC02117.jpg

DSC02118.jpg

DSC02120.jpg

DSC02114.jpg

DSC02115.jpg

DSC02119.jpg

Der Schwenkwinkel des Kopfes beträgt 360°, die Neigung ist um 90° nach unten und 50° nach oben möglich. Seitlich ist der Kopf jeweils um 90° nach rechts/links neigbar um schnell in den vertikalen Porträtmodus wechseln zu können. Der Kopf ist abnehmbar, sodass das Stativ auch mit einem alternativen Kopf verwendet werden kann.

Eine reale Vorstellung der innovativen Funktionalität erhält man über dieses gut gemachte Produktvideo:

Link zur Herstellerseite:
https://www.sony.de/electronics/kameras-mit-wechselobjektiv-stative-fernbedienungen/vct-p300

Wie steht es nun um die Stabilität? Für ein Reisestativ ist diese absolut in Ordnung. Für Langzeitbelichtungen bei stärkerem Wind würde ich jedoch ein stabileres Exemplar empfehlen, da es dann doch spürbar zum Schwingen anfängt. Für solche Zwecke sind leichte Reisestative ohnehin nur bedingt geeignet.

► Fazit:
Das Sony VCT-P300 Stativ ist ein innovatives Stativ, welches einiges anders macht, als die Mitbewerber. Gemessen am Packmaß und Gewicht dürfte es schwierig werden, ein stabileres und höheres Stativ zu finden. Das lässt sich Sony allerdings auch gut bezahlen, die UVP liegt bei stolzen 350 Euro, der mittlere Marktpreis bei ca. 270 Euro.

Mein Kritikpunkt betrifft die Schraubklemmen. Diese sind nicht griffig genug, müssen aber mit relativ viel Kraftaufwand gelöst und nachgezogen werden. Deshalb holt man sich bei exzessivem Gebrauch sehr schnell Blasen an den Fingern. Mein Tipp ist, diese beim Einfahren nur leicht anzuziehen, das reicht aus und erleichtert den späteren Aufbau extrem.
 
Zuletzt bearbeitet:

MROH

Forenleitung
Dabei seit
30.11.2011
Beiträge
16.757
Nach Deinen Fotos habe ich darauf schon gewartet. Allerdings bin ich auf die Vorstellung des Rollei gespannt. :super:
 

loginvergesse

Dabei seit
06.11.2017
Beiträge
2.099
Ort
Muc
ich nutze als Knipser Stative nicht wirklich oft, und habe ein Manfrotto befree Alu, und ein Manfrotto Pixi
Das befree reicht mir eigentlich für meine Zwecke (leichte Kameras und Objektive), allerdings finde ich fehlenden Haken (um ein Gewicht anzuhängen) störend. Bei starkem Wind wackelt das ordentlich :-D .
Das Pixi ist klein genug, um es immer in den Rucksack zu schmeissen, kann aber (in der von mir verwendeten ersten Version) keine Hochformataufnahmen.
Für mich reichen trotzdem beide ;-)
 

MROH

Forenleitung
Dabei seit
30.11.2011
Beiträge
16.757
Mir reichen meine Stative mittlerweile nicht mehr. Allerdings erst, seit ich die D800 und die Df habe. Auch wenn deren Gewicht jeweils zu den Spezifikationen passt, ist es trotz Gewicht am Rollei Traveler recht wackelig. Da rächt sich das Aluminium und die preisgünstige Konstruktion. Es wackelt und verwindet sich.

DSCF6869.jpg
Für die kleinen Fujis reicht es allemal, aber die schweren Nikons überfordern das Rollei völlig. Das ist das einzige Foto, was ich von dem Rollei gefunden habe.

Das kleine Manfrotto taugt ohnehin nur für Kompaktkameras und ist als Notlösung gedacht. Mit der X-T2 ist das schon grenzwertig und ich nutze es nur, wenn ich in ganz fiesem Gelände unterwegs bin und das Manfrotto das kleinste und leichteste meiner Stative ist.
DSCF0477.jpg
Hier das Gelände, was ich meine:
DSCF6849.jpg

Daher habe ich das Rollei Rock Solid Gamma, was insgesamt deutlich stabiler ist, als das Aluteil.

Ich mach in Kürze andere Bilder, heut ist schlecht. ;-)
 
Zuletzt bearbeitet:

Tom_Ra

Dabei seit
28.01.2021
Beiträge
273
Das ist was sich bei mir die letzten 20 Jahre angesammelt hat
Vom Erspieß, Berlebach Mini, Dann ein Benro, da kann man schnell die Mittelsäule um 180° drehen, bzw auch waagrecht ausstellen, sehr leicht, stabil genug und recht kompakt.
Mein altes Gitzo mit nivellierbarer Mittelsäule, normalerweise mein Standard Pano Stativ und die dicke Berta ist ein Sirui RX, wenn es mal richtig stabil und hoch sein soll. Ich glaube das ist das einzige Stativ das ohne Mittelsäule bis 2 Meter geht. Mit Mittelsäule noch einiges darüber hinaus.
Ich habe so gut wie immer ein Stativ bei mir, auch wenn ich stundenlang unterwegs bin.

stativ.jpg
Edit: Ja da wächst Löwenzahn 8-)
 
Zuletzt bearbeitet:

MROH

Forenleitung
Dabei seit
30.11.2011
Beiträge
16.757
So eine Handtasche hat sicher nur Captain Kork
 

Sectorfan

Dabei seit
17.11.2008
Beiträge
16.173
Ort
Bärlin
Ich hatte erst ein günstiges HAMA Star Stativ, das war irgendwie windschief, danach kam dann ein Bifora was ich günstiger bekam, das kostete mich dann 50,- € und war jetzt auch nicht so toll, bis ich im Medialen Markt das C5i - Carbon Stativ sah und zugriff, es wiegt zwar gut 1,3 kg, dafür ist die "Zuladung" auch entsprechend höher.

Auch wenn ich äußerst selten zum Stativ greife, mit dem bin ich zufrieden, zur Not als Einbeinstativ nutzbar und eine 2. Wechselplatte ist auch im Lieferumfang, bezahlt hatte ich hier im Abverkauf der Stative, nen zweistelligen Betrag.

Gruß
Mike
 

T-Freak

Themenstarter
Dabei seit
26.01.2009
Beiträge
3.895
Ort
Landsberg am Lech
Allerdings bin ich auf die Vorstellung des Rollei gespannt. :super:

Rollei Lion Rock 20 Mark II - Premium Carbon-Outdoor-Stativ (Packmaß 61 cm, 2kg, max. Höhe 1,65 m)

► Vorbemerkung:
Ich hatte in den letzten Tagen das eine oder andere Bild meines neuen Stativs gepostet. Weil es tatsächlich unverschämt gut ausschaut. Und weil es haptisch und technisch eine Freude ist. Ich hatte schon einige Stative, aber noch nie ein so hochwertiges. Brauchte ich das? Um ehrlich zu sein genau so wenig oder dringend wie den Rest meines Fotoequipments. Aber es macht Spaß! Und das konnte ich von noch keinem meiner bisherigen Stative behaupten. Das Lion Rock werde ich wohl öfter nutzen, schon um den wirklich tollen Anblick zu genießen. Passt zur Sony wie die Faust aufs Auge. Aber der Reihe nach.

Die Lion Rock Stativserie steht für die hochpreisigen Top-Modelle im Stativportfolio von Rollei. Sie richtet sich sowohl an anspruchsvolle Outdoor- als auch designorientierte Live-Style Fotografen... :lol:(Marketing-Speech - bitte nicht so ernst nehmen!). Was man auch nicht so ernst nehmen sollte ist die UVP von sage und schreibe 1.300 Euro. Um ehrlich zu sein, mir missfallen Geschäftsmodelle, die darauf beruhen, den Käufern einen exorbitant hohen Preis vorzugaukeln, den real wohl nie im Leben jemand auch nur annähernd bezahlt hat. Aber das kennt man ja seit Jahren von diversen Elektronikketten oder Möbelhäusern ebenfalls zur Genüge. Die realen Straßenpreise liegen bei ca. 550 Euro ohne und ca. 750 Euro mit Kugelkopf. Bezeichnenderweise gibt es das Komplettset bei Rollei selbst im Moment für 499 Euro. Auch das ist ein gesalzener Preis und keinesfalls ein Schnäppchen. Aber er ist der gebotenen Leistung angemessen.

LionRock01.jpg

► Verpackung und Lieferumfang:
Das Stativ wird in einem schmucklosen braunen Pappkarton geliefert, der gleich als Versandverpackung dient. Das geringe Gewicht verwundert, weil man angesichts der Produktbilder einfach etwas deutlich Schwereres erwartet. Nach dem Öffnen des Pakets hält man das in einer angenehm gepolsterten Tasche mit Schultergurt verpackte Stativset in der Hand. Neben dem Stativ samt Kopf befinden sich Bedienungsanleitungen, Werkzeug (3 Innensechskantschlüssel), eine zweite Arca Swiss Wechselplatte, eine optional einsetzbare kurze Mittelsäule aus Carbon, drei Ersatzgummifüße und eine aufsteckbare Multiwasserwaage im Lieferumfang.

► Ersteindruck, Design und Verarbeitungsqualität:
Man sagt Fotografen allgemein einen Sinn für Ästhetik, Design und Haptik nach. Auf mich trifft das auf jeden Fall zu und auf die meisten anderen hier vermutlich auch, zumal wir uns hier in einem Uhrforum austauschen. Das Lion Rock schaut fantastisch aus! Ich denke, die Bilder sprechen da für sich. Es handelt sich jedoch nicht um einen Blender, denn Haptik und Verarbeitungsqualität halten, was die tolle Optik verspricht. Ob es noch besser verarbeitete Stative gibt, vermag ich nicht zu sagen, aber ich persönlich habe noch kein besseres gesehen. Also mich hat es sofort in seinen Bann gezogen und sehr schnell stand für mich fest, dass dieses Stativ bleiben darf.

LionRock02.jpg

► Funktionalität:
Das Packmaß gibt Rollei mit 52 cm an. Allerdings gilt das nur für das Stativ ohne Kopf. Komplett liegt das Packmaß bei 61 cm. Das Gewicht liegt komplett bei exakt 2.020g. Als erstes habe ich es natürlich gleich einmal aufgebaut um die tatsächliche Höhe zu sehen, da sich die Herstellerangaben hier teils widersprechen. Dabei sind mir sofort die fantastischen Beinauszüge aufgefallen. Eine leichte Umdrehung aller drei Beinmuttern mit einer Hand und die Beine lassen sich leicht und schnell herausziehen. Sie bieten einen leichten Widerstand, fallen also nicht von allein heraus. Das Festziehen der Beinmuttern geht fast ebenso leicht und schnell vonstatten. Das ganze nennt sich Quick-T-Lock System. In weniger als 30 Sekunden sind alle Beine maximal ausgefahren und die Mittelsäule auf die höchste Position gebracht.

LionRock03.jpg

LionRock04.jpg

Die maximale Höhe beträgt 1,65 m, das bedeutet mit aufgesetzter Kamera kann ich mit meinen 1,88 m aufrecht durch den Sucher schauen. Für bodennahe Aufnahmen kann man wahlweise die Mittelsäule nach unten anbringen oder die kurze Mittelsäule verwenden, die sich zusätzlich im Lieferumfang befindet. Man kommt dann auf eine minimale Höhe von ca. 23 cm. Jedes Beinsegment ist doppelt mittels zweier O-Ringe gegen Wasser und Staub abgedichtet, das Stativ gilt offiziell als Salzwasserfest. Die Gummikappen sind abnehmbar, darunter befinden sich gewinkelte Edelstahl-Spikes.

LionRock07.jpg

Wie allgemein üblich, können die Stativbeine dreifach im Winkel verstellt werden. Der Widerstand der Beinwinkelverstellung lässt sich durch Innensechskantschrauben anpassen bzw. nach längerem Gebrauch nachstellen. Die Beinsegmente sind aus Carbon und alle drei oberen Segmente sind großflächig mit Moosgummi ummantelt, was sich angenehm anfasst und das Stativ auch für den Einsatz bei Kälte qualifiziert. Zudem habe ich den Eindruck, dass sich sämtliche Bedienelemente auch mit Handschuhen problemlos bedienen lassen sollten.

LionRock08.jpg

Die Mittelsäule lässt sich mittels einer riesigen und überaus griffigen Mutter aus Metall entriegeln und in der jeweils gewünschten Höhe arretieren. Viele Stative werden bei voll ausgefahrener Mittelsäule ziemlich wackelig. Das empfinde ich beim Lion Rock nicht so. Es steht auch bei Maximalhöhe sehr stabil und besteht den Rütteltest. An der Unterseite gibt es einen Haken, um das Stativ zusätzlich mit einem Fotorucksack beschweren zu können.

LionRock10.jpg

Der Kugelkopf ist sehr massiv und deutlich größer und schwerer, als alle anderen Köpfe die ich an meinen diversen Stativen kennengelernt hatte. Dafür lässt er sich aber auch wunderbar satt und geschmeidig bedienen. Da hakelt nichts, da rupft nichts. Egal ob Panoramafunktion oder eine x-beliebige Kameraposition mittels Kugelkopfverstellung, alles läuft wunderbar smooth mit definiertem und angenehmen Widerstand. Die Stellschraube für den Kugelkopf verfügt über eine interne Friktionsschraube um die Schwer- bzw. Leichtgängigkeit nach eigener Vorliebe anzupassen.

7R401404.jpg

Die obere Stativplattenhalterung ist Arca Swiss kompatibel und verfügt über eine Sicherung um ein unbeabsichtigtes Abstürzen der Kamera bei gelöster Schraube zu verhindern. Nach dem Entriegeln muss man einen in der Stellschraube befindlichen Sicherungsknopf drücken, erst dann kann die Platte bzw. Kamera vom Stativ genommen werden.

Die drei Libellen am Stativkopf braucht man eigentlich nicht mehr, da die Kameras heute mit digitalen Wasserwaagen ausgestattet sind, aber zumindest für eine grobe Ausrichtung des Stativs ohne Kamera sind sie sicher eine Hilfe.

LionRock09.jpg

7R401510.jpg

LionRock06.jpg

► Alternative Serie Lion Rock Traveller:
Das Rollei Lion Rock Traveller L gibt es für 50 Euro weniger und es bietet handfeste Vorteile hinsichtlich Mobilität. Die Stativbeine scheinen identisch zu sein, dafür gibt es eine etwas längere und geteilte Mittelsäule. Damit kommt man auf eine maximale Höhe von 170 cm, also 5 cm mehr als das Lion Rock 20. Viel interessanter ist jedoch die Möglichkeit, die Stativbeine für den Transport komplett nach oben klappen zu können, sodass der Stativkopf nicht vorsteht. Damit erreicht man ein handlicheres Packmaß von 48 cm, also 13 cm weniger als das Lion Rock 20. Mit 1.750g ist es auch noch etwas leichter. Allerdings schätze ich, dass das normale Lion Rock 20 doch etwas stabiler ist, da es eine massivere Stativbasis hat. Auf die megatolle Optik muss man beim Lion Rock Traveller auf jeden Fall auch verzichten. Da muss letztlich jeder selbst entscheiden, was ihm wichtig ist. Ich empfinde das Packmaß von 61 cm und das Gewicht von 2kg jedenfalls völlig ok für meine Zwecke. Auf Flugreisen werde ich es sicher nicht mitnehmen und ansonsten sind mir die Länge und auch das Gewicht in diesem Falle egal. Mit Hilfe der sehr praktischen Tragetasche mit Schultergurt kann man das durchaus noch zusätzlich zur Kamera für Tagesausflüge bewältigen. Für Flugreisen kann man auf ein leichtes Reisestativ ausweichen.

► Fazit:
Das Rollei Lion Rock 20 Mark II ist ein teures, aber grundsolides Stativ mit einer tollen Ausstattung und einem noch tolleren Design. Der hohe Preis relativiert sich, wenn man es als Anschaffung fürs Leben sieht. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ich jemals noch in die Versuchung kommen werde, mir ein weiteres Stativ zuzulegen. Und abseits jeglicher Ratio ist dies ein Fotozubehör, welches tatsächlich Spaß macht und mit dem man einfach gerne arbeitet.

Zum Abschluss empfehle ich euch das überaus originelle Video Review von Pavel Kaplun:

Es lohnt sich! ;-)
 
Zuletzt bearbeitet:

febrika3

Dabei seit
28.01.2010
Beiträge
4.487
Ort
mitten im Pott
Nach der Ära der guten deutschen Kameras im KB und MF Bereich ist Rollei für mich in den letzten Jahren leider zur billigen Handelsmarke verkommen. Die meisten Produkte waren unterste Schublade.

Das scheint sich so langsam zu ändern. Hin und wieder hatte ich in letzter Zeit auch was von Rollei in der Hand und war von der Qualität ganz angetan. Das Carbonstativ scheint ja auch in die richtige Richtung zu zeigen. Allerdings auch beim Preis. Auf den schaue ich mittlerweile besonders, neben meinen Anforderungen. Die kann ich natürlich immer besser genau definieren, ich habe ja genug getestet.

Da ich mir beim zusammen fahren der Stativbeine in den letzten Jahren mehrfach die Haut geklemmt hatte - die Drehknebel waren immer Schuld - wollte ich ein Stativ mit Klemmen haben (ja, ich weiß, auch daran kann man sich klemmen ;)). Der Preis hat dann im Sommer letzten Jahres ein Manfrotto Carbon zu mir geführt, das in etwa die Maße des Rolleis hat, für weniger als 400 €, was rund 40% weniger als LP war.

So kommt immer wieder mal ein Stativ, wenn der Preis super ist. Wie gesagt, fertig ist man damit nie. Das dachte ich auch vor rund 30 Jahren, als ich mir ein riesiges Slik Stativ gekauft hatte. Damals war die japanische Marke Slik vor allem für billige, wackelige Alustative bekannt. Mein riesiges, aus heutiger Sicht sehr schweres, Alustativ war eine andere Liga und spielte gerne mit den großen Gitzo auf dem gleichen Platz. Das Stativ hat über 15 Jahre, über 10.000 Großformatbilder tragen müssen. Mit einem Manfrotto 400 Getriebeneiger bestückt (der ganz große) waren das viele, viele Kilos. Es lebt immer noch. Steht aber in einer Ecke, weil es mir viel zu schwer ist.

Ich würde also nie sagen, dass ein Stativ für die Ewigkeit ist. Auch hier ändert sich die Technik.
 

T-Freak

Themenstarter
Dabei seit
26.01.2009
Beiträge
3.895
Ort
Landsberg am Lech
Nach der Ära der guten deutschen Kameras im KB und MF Bereich ist Rollei für mich in den letzten Jahren leider zur billigen Handelsmarke verkommen. Die meisten Produkte waren unterste Schublade. Das scheint sich so langsam zu ändern.
Sehe ich genauso. Das hier vorgestellte Stativ kommt ja eigentlich von Fotopro. Das fast baugleiche Original kostet ohne Kopf 399 Euro. Die "exklusive" Rollei Variante hat lediglich ein paar Details optimiert, wie beispielsweise die gewinkelten Spikes oder die Abdichtung gegen Wasser und Staub. Insofern sind die derzeit aufgerufenen 499 Euro inkl. Kopf ein fairer, aber marktüblicher Preis. Das Tinkteek Pyramid - ein Carbonstativ ähnlicher Größe - wird ja derzeit sehr gehyped. Das kostet beispielsweise nur 350 Euro. Allerdings fehlt mir dort die Mittelsäule und es häufen sich Berichte, dass das Ding bei Kälte nicht zu gebrauchen ist, da die Klemm-Muttern der Stativbeine bei Minustemperaturen nicht mehr halten. So etwas geht ja mal gar nicht.

Ansonsten hört man speziell bei den Stativen von Rollei, auch den deutlich preiswerteren, eigentlich sehr viel gutes. Handelsmarke hin oder her, wenn die Qualität stimmt ist es ja in Ordnung. Selbst chinesische Marken wie K&F oder Neewer scheinen mittlerweile eine ganz brauchbare Qualität abzuliefern.

Ich hatte auch mit einem Manfrotto geliebäugelt, aber das erschien mir zu plastikmäßig. Sich irgend etwas im Laden anschauen ist ja derzeit fast nicht möglich und wenn, dann macht es keinen Spaß...
 

MROH

Forenleitung
Dabei seit
30.11.2011
Beiträge
16.757
Hin und wieder hatte ich in letzter Zeit auch was von Rollei in der Hand und war von der Qualität ganz angetan. Das Carbonstativ scheint ja auch in die richtige Richtung zu zeigen. Allerdings auch beim Preis.
Das Rollei Rock Solid ist ein ordentliches Carbonstativ. Sehr brauchbar, wie ich finde und durchaus bezahlbar. Allerdings ist das Lion Rock von @T-Freak noch einmal eine andere Liga. Nicht nur den Preis und die Qualität betreffend, auch optisch ein Highlight.
 

febrika3

Dabei seit
28.01.2010
Beiträge
4.487
Ort
mitten im Pott
Das Rollei Rock Solid … Carbonstativ … auch optisch ein Highlight.

Darauf habe ich in meinem Sativleben noch nie geachtet. Wusste nicht, dass das wichtig wäre ;)

Ich habe aber zwei ganz kleine, ein Gitzo Basalt Stativ (bin ich leider mit dem Auto drüber gefahren 🤦‍♂️) und ein Cullman Carbon, die sind niedlich. Als Zubehörtstative auch ganz nützlich.
 

Jofu

Dabei seit
12.08.2020
Beiträge
503
Ort
Rheinland/Niederrhein
Vielen Dank für die ausführlich Vorstellung. Das könnte tatsächlich auch nochmal interessant sein, obwohl ich mit meinem über 10 Jahre alten Manfrotto CB 055B mit Schwenk-/Neigekopf immer noch gut arbeiten kann. Nur habe ich mal gelernt, dass ein Stativ möglichst schwer sein sollte... Interessant ist die Moosgummibeschichtung, gerade wenn man im Winter damit draußen arbeitet. Optisch ist das Rollei auf jeden Fall ein Leckerbissen und bestens fotografisch hier in Szene gesetzt :super:
 
Thema:

Technikdiskussion: Der Foto-Stativ-Thread

Technikdiskussion: Der Foto-Stativ-Thread - Ähnliche Themen

Ist sie ihren hohen Preis wert? - Casio G-Shock MR-G (MRG-B1000D-1ADR): Hallo Uhrenfreunde, heute stelle ich euch mal wieder eine elektronische Uhr vor, wohl wissend, dass Reaktionen und allgemeines Interesse in einem...
[Erledigt] Grand Seiko SBGA211 "Snowflake": Liebe Mitforianer, zum Verkauf steht meine Grand Seiko, Referenz SBGA211 (auch bekannt als „Snowflake“), also die Grand Seiko überhaupt, das...
Heuer Autavia Heritage Heuer 02 ... die (reduktive) Inszenierung einer Ikone: Prolog Mechanische Uhren im Luxussegment sind stark behaftet mit Emotionen. Der Liebhaber bzw. Sammler begibt sich - oft unbewusst - in eine...
Warum die Ewigkeit in 80 Jahren endet – Glashütte Original Senator „Ewiger Kalender“: Werte Uhrenliebhaber & Liebhaberinnen, die Lesedauer dieser Vorstellung beträgt ca. 20 min und ist damit doch etwas ausführlicher geworden als es...
SEIKO „Steelmaster“ auf der Suche nach Identität…. (Prospex Diver SPB185J1): Hallo hier bin ich. Ich wurde vor kurzem ungefragt von meiner (Konzern-)Mutter ins Leben gesetzt um für sie Geld zu verdienen. Ich bin ein Klon...
Oben