Uhrenbestimmung Taschenuhren geerbt, aber ...

Diskutiere Taschenuhren geerbt, aber ... im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo Leute, ich bin neu hier und habe - wie der Titel schon sagt - Taschenuhren geerbt. Die Uhren sind von meiner Mutter, die diese wiederum von...
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marqenzeichen

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Hallo Leute,

ich bin neu hier und habe - wie der Titel schon sagt - Taschenuhren geerbt. Die Uhren sind von meiner Mutter, die diese wiederum von ihrem Vater hat - jedoch konnte meine Mutter damit nichts anfangen und so hat sie sie mir vermacht, da ich eher der Uhrenträger in der Familie bin. Aber wie das so nunmal ist, fragt man sich, wer sie konstruiert hat, wann dies geschehen ist, was einem die Punzen sagen, was die Geschichte hinter der Marke/ den Modellen ist ,etc.

Natürlich habe ich mich schon etwas schlau gemacht - erhoffe mir aber, dass ihr mir mehr dazu erzählen könnt bzw. mein Wissen ggf. korrigiert.

Exemplar 1)
IMAG0459(2).jpg
IMAG0456.jpg
IMAG0462.jpg
IMAG0457.jpg

Was ich bisher weiß:
Marke: DRUSUS (gibt es seit 1912)
Modell: ?
Bauart: Savonnette
Alter: ?
Material: vergoldet
Herkunftsland: Deutschland
Preis: 200 - 300€ (realistisch/unrealistisch?)
sonstiges: Emailziffernblatt; Kronenaufzug;
weitere Fragen:
Was sagt die Nummer 119618 aus?
Ist alles original?
Was kann man sonst darüber wissen?


Exemplar 2)
IMAG0466.jpg
IMAG0468.jpg
IMAG0471.jpg
IMAG0473.jpg
IMAG0486.jpg

Was ich bisher weiß:
Marke: DEROSE (Emile Barre & Cie.)
Modell: ?
Bauart: Lépine
Alter: ?
Material: 800er Silber ?
Herkunftsland: Courgenay, Schweiz
Preis: ?
sonstiges: Emailziffernblatt; Werk in Brückenbauweise
weitere Fragen:
Aufzug?
Was sagt die Nummer 32803 aus?
Ist alles original?
Was kann man sonst darüber wissen?
Wer war E. Schulte-Berge? Ich habe nur einen Schriftsteller mit dem Namen gefunden. Außerdem gibt es in Gladbeck eine Straße die Schulte-Berge heißt.


Wäre schön, wenn ihr meinen Horizont erweitern könntet :D

--- Nachträglich hinzugefügt ---

p.s.: kann man auch als Laie die Uhrwerke saubermachen bzw. pflegen, damit die TU noch lange laufen? Wenn ja, was nimmt man dazu? Oder doch besser zum Uhrmacher? Was kostet sowas beim Uhrmacher?

Ich weiß, Fragen über Fragen :D
 
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MikeHH

MikeHH

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Moin Moin

Modell 1:

Gehäusehersteller ist Gustav Rau, Taschenuhrgehäuse; Pforzheim, Deutschland. Er hat Marken in den 1920er und 1930er Jahren angemeldet. (Quelle: Mikrolisk)

Da zu dem Zeitpunkt schon die Amtspunze (Deutschland 07.01.1886) seinen Einzug gehalten hatte, wird das Gehäuse vermutlich nicht aus höherwertigem Gold sein. Sonst müsste das Gehäuse eine Reichskrone im Sonnenzeichen enthalten.

Um etwas schneller und genauer nach dem Werk suchen zu können, müsste man den Durchmesser kennen. Da kannst du aber gern mal auf Ranfft`s rosa Seiten schauen.

Das Alter würde ich so zwischen 1912 und 1923 schätzen.

Die von dir angesprochene Nummer ist die Gehäusenummer. Bei sehr vielen Uhren sollte sie mit der Werknummer überein stimmen. Diese Nummer findet sich auch oft noch mal auf bestimmten Teilen innerhalb des Werkes wieder. So sollte sicher gestellt werden, dass keine Teile vertauscht wurden und alles aufeinander abgestimmt ist. In der Zeit waren die Fertigungstoleranzen eben noch etwas größer. Für Sammler sind die Nummern in den Werken oft ein Seegen, somit lässt sich feststellen, ob die Uhr auch wirklich noch im originalen Zustand ist, oder ob Teile hin und her getauscht worden sind.

Preis: unrealistisch (aber Preisanfragen sind im Forum unerwünscht, Forenregeln)


Exemplar 2:

Lepine V Kaliber. Gebaut ab ca. 1850, wurde ab ungefähr 1870 auch um Kronenaufzug erweitert. Marke Derose, Hersteller Emile Barre & Cie., Kleinuhren, Gehäuse; Courgenay, Schweiz. Gehäuse aus 0,800 Silber (Außenrand rotvergoldet). Uhr wurde in der Schweiz gefertigt (Silberpunze Schweiz - Auerhahn) und nach Deutschland importiert (Punze Reichskrone und Mondsichel). Gehäuse hergestellt von L.C. Cuivre.

Preis habe ich ja oben schon angesprochen und das Thema Gehäusenummer auch entsprechend erklärt. Das Alter würde ich um die 1910 schätzen.

Da es für dich Erbstücke sind, lassen sich Preise eh nicht festmachen. Du kannst eigentlich nur entscheiden, was sie dir Wert sind. Klar kann man versuchen bei Taschenuhren auch selbst eine Revision machen, manche versuchen auch ihren Fernseher oder die Waschmaschine selbst zu reparieren. Wenn man etwas Ahnung davon hat, klappt es manchmal auch. Schau mal im Forum in die Uhrenwerkstatt, dort findest du ganz bestimmt auch Uhrmacher, die solche Uhren reparieren. Das mit den Preisen für eine Revision ist immer so eine Sache, aber rechne mal zwischen 100 und 150 Euro pro Stück. Dann hast du aber 2 tolle Uhren, die dich immer an deine Familie erinnern. Die untere Uhr benötigt jedenfalls dringend mal fachkundige Hände, die Regellage ist schon so weit aus dem Normbereich geschoben, dass ganz bestimmt die alten Öle im Werk und dem Federhaus total verharzt sind.

Mit den gelieferten Informationen, Links und Herstellernamen solltest du nun auch wieder genug Grundlagen für weitere Recherchen haben. Ich würde mich freuen, wenn du die Infos für dich und dein Andenken nimmst und sie nicht gleich zum Verkauf bei ebay einsetzen würdest... ;-)

Alle meine Angaben sind ohne Gewähr, sollten sie Feher oder Fehleinschätzungen beinhalten, werden mir die Profis hier im Forum sicher auf die Füße treten (das hoffe ich jedenfalls...).

Mike
 
Königswelle

Königswelle

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Modell 1:

Da zu dem Zeitpunkt schon die Amtspunze (Deutschland 07.01.1886) seinen Einzug gehalten hatte, wird das Gehäuse vermutlich nicht aus höherwertigem Gold sein. Sonst müsste das Gehäuse eine Reichskrone im Sonnenzeichen enthalten.
Das denke ich auch. Die 20 Jahre Garantie, die im Gehäusedeckel eingestanzt sind, dürften nichts anderes als eine Vergoldung von 20 Mikron bedeuten.
 
Badener

Badener

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Nicht ganz, Gustav Rau gab 10 Jahre Garantie bei einer 20 Mikron-Vergoldung. 20 Jahre waren es dann bei 40 Mikron.

Gruß
Badener
 
Thema:

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