Taschenuhren bekommen und mit dem Latein am Ende

Diskutiere Taschenuhren bekommen und mit dem Latein am Ende im Taschenuhren Forum im Bereich Uhrentypen; Hallo zusammen, ich bin seit kurzem Besitzer dreier Taschenuhren. Bilder habe ich im Anhang. Evtl. kann mir jemand etwas zu den Uhren sagen, weil...

Marcus1985

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Hallo zusammen, ich bin seit kurzem Besitzer dreier Taschenuhren. Bilder habe ich im Anhang. Evtl. kann mir jemand etwas zu den Uhren sagen, weil ich nach langer Suche einfach nicht wirklich zu einem Ergebnis komme.

Funktionieren alle 3 noch. Nummer 2 und 3 spielt eine Melodie ab, wenn man die beiden äußeren Tasten drückt. Bei Nummer 1 ist das Glas gesprungen.

Mich würde interessieren:

  • Herkunft?
  • Hersteller?
  • Zeitraum?
  • Sollte man die Uhren behalten, also sind sie was Wert (möchte keinen Preis wissen) oder handelt es sich um 0815 - Uhren?

Uhr 1:

  • Durchmesser ca. 53mm
  • im Deckel Ziffernblatt steht, 14K - 0,585 -56 - I.W.C. Scafusia - 822983 und eine Krone
  • im Deckel Rückseite steht, genau das Gleiche

IMG_5633.JPG
IMG_5634.JPG
IMG_5635.JPG
IMG_5636.JPG
IMG_5637.JPG



Uhr 2:

  • Durchmesser ca. 60mm
  • im Deckel Ziffernblatt steht, 0,585 -58 - eine Krone
  • im Rückseite steht, Repetition a Quarts - No. 150338 -Chronographa Qualite Superieure und diverse Symbole
  • IMG_5638.JPGIMG_5639.JPGIMG_5640.JPGIMG_5641.JPG





Uhr 3:

  • Durchmesser ca. 60mm
  • im Deckel Ziffernblatt steht, 14K - 0,585 -56 - 495805 und eine Krone + Blume
  • im Rückseite steht, Heures Repetition Quarts - Chronographe - Grand Diplom Amsterdam - Member du Jury HC Bruxelles - Medaille D'or Paris 1889 - Medaille D'ore Genve 1896
  • im Deckel Rückseite steht, 183495, 14K, 0,585


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IMG_5645.JPG
IMG_5646.JPG
 
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Marcus1985

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Huaa das ist kein 0815. Das Alter ist ganz grob 1900/10. Ich finde jetzt drei solcher Uhren in einem Thread etwas schwierig. Google mal Repitition und Chronograph. Ein Blick auf die Werke wäre der Hammer. Mir läuft jetzt schon der Sabber auf die Tastatur.

Grüße Rübe

Ich weiß, wollte aber keine 3 einzelnen Threads aufmachen. Kenne die Forenregeln noch zu wenig.

Wie kann man sich die Werke anschauen. Wie gesagt, bin auf dem Gebiet Taschenuhren eher Laie aber doch wirklich sehr interessiert.

Sind aber keine Fälschungen oder sowas?
 

Matthias MUC

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Doch, drei Threads, für jede Uhr einer ist durchaus OK, auch wenn das nachher zu langen Nächten bei den Taschenuhrspezialist*innen hier führen wird... 8-) . Was zum sofortigen Ende führen würde, wäre eine Wertfrage (Forenregel 2.5 - keine Wertdiskussionen!!)

Also nicht abschrecken lassen:

Fälschung wäre bei TU diesen Alters wohl relativ selten, sowas ist bei jüngeren Uhren der heute hochpreisigen Marken weit üblicher.

Teilweise scheinen die Bilder bißchen durcheinander zu sein (bei der zweiten nochmal drei von der ersten etc..?)
<edit> entweder lags an meinem Browser oder Du hast sortiert, jetzt schaut das alles gut aus. </edit>
  • Alle mit 14K Goldgehäuse,
  • die erste: IWC, das sollte DIE heut enoch existierende Marke IWC aus Scafusia = Schaffhausen sein.
  • die zweite und dritte: Repetition a Quarts = Viertelstundenrepetition = auf Knopfdruck klimpert sie Dir die aktuelle Uhrzeit auf die Viertelstunde genau vor. Melodie eigentlich eher nicht. Sollte zuerst die ganzen Stunden und dann die verflossenen Viertelstunde vorklimpern. Also kurz nach halb drei = 2:35 Uhr z.B. = ping ping didong didong didong oder so ähnlich.
  • die zweite könnte noch (Bedienung über den zweiten Knopf an der Seite) eine Chronographenfunktion = Stoppuhr haben, dafür dürfte der zentrale Sekundenzeiger dienen, den die dritte nicht hat (und auch nicht den zweitebn Drücker an der Seite, obwohl beik der auch Chronographe hintendrauf steht.
Um näheres über die Uhren incl. Identifizierungs- und Datierungsversuche sagen zu können, wäre in der Tat ein Blick aufs Werk super (evtl. Beschriftungen, Markenzeichen/Punzen auf den Werken v.a. bei Uhr 2 und 3.). Bei der IWC ist das alles am erfolgversprechendsten, weil bei den richtigen Marken evtl. anhand von den Seriennummern eine genaue Datierung möglich sein kann.
Anleitung, um die Staubdeckel über den Werken mit der gebotenen Vorsicht zerstörungsfrei zu öffnen siehe hier: Mikrolisk - The horological trade mark index

Ich rate mal, daß die alle Ankerhemmung haben, schon die "modernste" für genaue Werke mit ggf. Chronograph, Stellen aber vermutlich noch "altmodisch" über den Hebel/Schieber 4 Uhr am Rand, nicht über Ziehen der Krone wie später, grob datiert dann so um die Jahrhundertwende rum (19.<->20. Jhdt.).
Zylinderhemmung (die ältere Version) würde nicht zu Chronograph und zu der generell recht hochwertig anmutenden Ausführung passen.

Laufen die Uhren, sollen und wollen sie getragen werden? Gibt es Familiengeschichte oder eine bis zum Erstbesitzer rückverfolgbare Herkunft? Bei allen würde sich aufgrund des Alters (verharzte Schmierstoffe + schmirgelnder Abrieb = fast trockene Lager) eine Durchsicht (mindestens mal kritischer Blick aufs Werk und auf die Zeitwaage) bzw. Revision bei einem Uhrmacher mit Herz und Verstand für richtig alte Uhren lohnen, die Repetitionen möchten dem glücklichen Besitzer die (Viertel)stunde schlagen und die IWC möchte bitte dringend ein neues Glas (DAS sollte beim entsprechenden Uhrmacher kein Hexenwerk sein und halbwegs günstig, wenn sonst kein akuter Wartungsbedarf ersichtlich ist).

Also wenn die Werke sauber aussehen und die Uhren NICHT öfters laufen sollen, dann ist es evtl. vertretbar, nichts zu machen, aber wenn sie mehr als nur ganz selten getragen werden wollen, oder wenn sie spätestens beim Uhrmacher irgendeine Störung mit Handlungsbedarf zeigen, dann Revision incl. fachgerechter Neuschmierung, das haben sie alle drei verdient.

Sehr schön sind sie alle drei 😍

lG Matthias

PS.: Zu den ganzen Edelmetallpunzen (Krone z.B.), zu Markenzeichen und Firmenlogos, aber auch, wie solche Uhren artgerecht getragen werden möchten usw. usw. ist bei www.mikrolisk.de generell Lesestoff und Material zum eigenen Weiterrecherchieren en masse.
 
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Marcus1985

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Nein, keine Angst. Mir geht es nicht um den Wert. Eher darum, was ich da eigentlich bekommen habe. Sind alle 3 Erbstücke. Natürlich würde ich sie gerne ab und an tragen, daher wollte ich wissen, was ich da trage. Falls mich mal jemand fragt.

Ja, danke. Gehe alle über den Hebel auf 4 Uhr zu stellen.

Hier die Uhrwerke...

Uhr 1:

IMG_5649.JPG

Uhr 2:


IMG_5650.JPG


Uhr 3:

IMG_5648.JPG
 

Matthias MUC

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Bei der dritten sehe ich nicht, wie der Chronograph betätigt wird - über den Drücker der Krone (Doppelfunktion für Deckel auf?), und fehlt der der zentrale Stoppuhrsekundenzeiger wie ihn die zweite hat, oder wie ist das da gelöst?
 

Marcus1985

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Kann ich dir nicht so genau beantworten, der kleine Sekundenzeiger lief sofort an, al ich sie aufgezogen habe. Denke mal, dass das keine Stoppuhrfunktion ist. Hatte auch mal so einen Armband Chronographen.
 

Matthias MUC

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Ja, der kleine Sekundenzeiger ist ja der "normale". Vergleich mal die zweite und die dritte. Auch diese dritte hat das Schaltrad, dieses "sechszackige" unter der Krone und das ganze nötige Räderwerk für die Stoppuhr. Und dann schau mal der zweiten beim Start - Stopp - Zurückstellen zu, was das ganze Räderwerk macht, angefangen von dem Rädchen genau auf der Rückseite des kleinen Sekundenzeigers, das alles muß die dritte auch können, wie auch immer die betätigt wird (ich tippe ja immer noch auf den Knopf in der Krone als Doppelfunktion) und dann wäre es spannend, wie die Stoppuhrsekunde vorne angezeigt wird. Kannst Du mit einer Lupe sehen, ob vorne eine dritte Achse für einen irgendwie verlorengegangenen zentralen Stoppsekundenzeiger sichtbar ist, das wäre dann ein Fall für den Uhrmacher.
(Was bei laaaang gelegenen Chronographen sein kann, ist, daß genau diese Mechanik nicht zuverlässig geht, das Nullstellen des Stoppsekundenzeigers nicht exakt ist, das ist aber häufig mit einer Reinigung beim Uhrmacher erledigt.)

Edit: gegoogelt (danke @Unruhgeist)
Charles Barbezat-Baillot – Le PhareLarge pocket watch, minute-repeater, chronograph; 14K yellow gold | Important Modern &amp; Vintage Timepieces | Hong Kong, July 23,2020 (antiquorum.swiss)
Das ist (bis auf eine kleine Abweichung beim Kloben fürs Anker- und Sekundenrad - blau) exakt Dein Werk, und es kann sein, daß aus welchen Gründen auch immer (würde auch erklären, warum die Nummer am Werk mit der vom Gehäuse nicht zusammenpaßt), die Stoppuhrfunktion entweder defekt oder stillgelegt ist, weil die eigentlich tatsächlich einen zentralen Stoppuhrzeiger haben sollte und einen Stoppuhrdrücker bei 2 Uhr. Das wird jetzt spannend.
Edit2: Ja, vergleich mal die Fotos: Bei Deiner fehlen genau diese zwei Hebelchen, um vom theoretisch bei 2 Uhr vorhandenen Drücker aus das Schaltrad weiterzuschalten (rot) und den Stoppuhrzeiger zurückzustellen (grün). Vielleicht mußte das Werk in Deiner mal vor laaaangen Jahren als Ersatzteilspender herhalten oder irgendeins dieser Teilchen ging kaputt, und der Uhrmacher hat dann die Stoppfunktion stillgelegt und den Rest "gerettet".
LePhare.jpg
 
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Ruebennase

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Gehäuse und Werke gehören sicherlich bei allen Uhren zusammen. Da ich gerade nur ein Tablet habe kann ich nicht gut recherchieren.
Die IWC ist eine tolle Uhr. Du kannst bei Mikrolisk/Andreas mal das Alter und Kaliber über Werks- und Gehaeusenummer bestimmen www.mikrolisk.de . Es müsste das Kaliber 53 sein. Nichts Seltenes, aber wohl die zuverlässigsten und excellent gemachten Uhren ihrer Zeit. Mit der Uhr hast du dann einen sehr zuverlässigen Begleiter nach Wartung und mit einem neuen Glas.
Die beiden Anderen sind dann echtes Feinzeug und die Reparatur der Zweiten gelingt hoffentlich. Diese Multifunktionsuhren sind natürlich empfindlicher und erfordern einen guten Uhrmacher. Da viele Rädchen ineinander greifen ist hier 'waschen, föhnen, legen' vor regelmäßig Nutzung besonders wichtig.

Grüße Rübe
 

Marcus1985

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Vielen Dank erstmal für die ganzen Hinweise. Wie gesagt, auf diesem Gebiet bin ich absoluter Anfänger. Kann man die Uhren von außen auch reinigen? Wenn ja, wie und mit was? Oder sollte man sie lieber zu einem Uhrmacher tun?

Wie läuft das überhaupt, auch wegen der Reparatur des Glases? Gute Uhrmacher finden sich sicher nicht an jeder Ecke?

Schickt man die Uhr sonst dort hin oder wie läuft das ab?

Komme aus Fulda und Eisenach. Was bedeutet Kaliber?

Laut Mikrolisk ist es bei Uhr 1/IWC - 822983:

Seriennummernbereich: 821801 - 823000, Baujahr: 1925
Kaliber: Sav. cal. 84 - 8 3/4lig.
 

Matthias MUC

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Von außen reinigen, nein, Silberputztuch für die Schönheit, aber da fehlt es an nichts. Es geht hier um verharzte Schmierstoffe im Inneren. Die sind teilweise "nur" unwirksam nach eventuell Jahrzehnten ohne Revision, teilweise mit Abrieb oder feinstem Staub wie Schmirgel und können, wenn die Uhren nun regelmäßig und weiterhin laufen sollen, zu Lagerschäden führen, die dann teuer behoben werden müssen (Lagerzapfen polieren, gfg. ersetze etc.). Wenn die Uhren sehr selten laufen sollen, dann kann man es vielleicht riskieren, wenn die Werke offensichtlich sauber (= staubfrei) waren, aber das beste wäre tatsächlich ein Uhrmachertermin. Der schaut nicht nur einmal "nur so" ins Werk, sondern legt die Uhren auch auf eine Zeitwaage, und kann so schon gut beurteilen, ob eine fachgerechte komplette Revision dringend nötig ist oder ob Du riskierend kannst, damit noch zu warten. Revision ist, unter der Annahme, nichts ist kaputt, einmal komplett zerlegen, Begutachten aller Verschleißstellen, eventuell vorsorgliches Ersetzen einer "müde" gewordenen Aufzugsfeder, komplette Reinigung aller Einzelteile, Zusammenbauen und fachgerechtes, sparsames Schmieren, neu regulieren auf bestmöglichen Gang.

Uhrmacher, die für alte Uhren gut sind, findest Du z.B. hier: (1) Liste der Uhrmacher für aktuelle & Vintage-Uhren (uhrforum.de) bzw. gleich direkt Uhrmacher und Händler für Vintageuhren (uhrmacher-theodor-prenzel.de)
Ich hätte einen in München, den ich mitsamt "meiner" ersten alten Uhren von meinen Eltern "geerbt" habe. Hin- und herschicken geht schon, besser ist es, wenn unter Einhaltung aller Regeln sowas vorbeigebracht und kurz mal besprochen werden kann. Uhrmacher sind Handwerk und dürfen unter Einhaltung aller Regeln weiterarbeiten.

Ich vermute bei den dreien so frei Auge (offensichtlich gute Lagerungsbedingungen, erfreulich gepflegter Allgemeinzustand) aber momentan keinen wirklich akuten Handlungsbedarf, außer daß bei der IWC das gesprungene Glas ganz rausfallen könnte und/oder Krümel ins Innenleben geraten könnten.

"Kaliber": Fachchinesisch für das Werk, sozusagen "Typenbezeichnung" fürs Werk selbst. Neuere Firmen haben da meistens richtige Typenbezeichnungen, " ETA-2824-2" z.B. für ein relativ modernes Automatik-Armbanduhrwerk von ETA, das wiederum von div. Uhrenherstellern eingebaut wird. Bei alten Uhren wird's etwas schwieriger, wenn keine offiziellen Werksbezeichnungen verfügbar sind, oder wenn die Uhren langsam noch älter werden und zu viele Köche mitgebaut haben (Rohwerk von einer der größeren Manufakturen, z.B. FHF, und dann von diversen Manufakturen weitergereicht bis es zum Schluß beim Einschaler gelandet ist, der sich mit SEINEM Logo im Gehäuse verewigt hat - oder auch garnichts außer irgendwelcher gesetzlich vorgeschriebener Edelmetallpunzen, das ist bei den frühen Uhren bis Ende 19. Jahrhundert verdammt häufig....)

@Ruebennase hat das IWC Kaliber schon ganz genau eingekreist: IWC Kaliber 53, ist wohl ein häufig gebautes, nicht so exotisches Werk für Savonnette-Bauart (Krone bei 3 Uhr, kleine Sekunde bei 6 Uhr, meistens für Klappdeckelgehäuse) @Ruebennase, kann man das als gutes Brot- und Butter-Werk bezeichnen? bidfun-db Archiv: Uhrwerke: IWC 53 18'''H6 (ranfft.de) bzw. im Suchfeld mal IWC 53 eingeben und dann die "Kronenaufzug mit Hebel" durchschauen. Das IWC 52 wäre das entsprechende sehr ähnliche Gegenstück für Lepine (= Krone bei 12 Uhr, kein Klappdeckel). Größenangaben in "Linien" ('''): 1''' (Linie) = 2.2558291mm

Bei der Alterssuche nach Seriennummer wäre die 887899(?) vom Werk relevant, dann bekomme ich folgendes
Seriennummernbereich: 887801 - 889000, Baujahr: 1928
Kaliber: Sav. cal. 92 - 5 1/2lig. ovale - das wäre aber nicht das richtige, sondern ein anderes, kleines ähnlich altes. Kaliber 53 paßt schon frei Auge.
 
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Marcus1985

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Ja, stimmt habe die Werksnummer mit der Gehäusenummer verwechselt. Aber die Werksnummer kann ich nicht einwandfrei erkennen. Brauche dringend eine Lupe :-)


@Matthias MUC Werde aus der Liste mal einen Uhrmacher in meiner Nähe raussuchen, danke.
 

pet.sch

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Hallo Marcus,
alles drei schöne Uhren, allerdings fehlen bei der dritten, wie es Matthias schon festgestellt hat, mindestens zwei Hebel des Chronographenmechanismus.
Das wird keine einfache Reparatur.
Und, wenn ich es richtig vermute, hat jemand an der Seite die Öffnung für den Chronographendrücker zugelötet. Sehe ich das richtig ?
Ich hab die Stelle an der Seite mal rot umrandet wo das Loch für den Drücker war :

repetieruhr.jpg

Ohne den vollständigen Chronographen wird die Uhr immer unvollständig sein, denn Uhrenkenner erkennen schon von aussen am Zifferblatt und am Typ der Uhr, dass die Uhr original einen Chronographen gehabt hat und wenn man das rekonstruieren will, wird die Reparatur sehr teuer.
Etwas günstiger würde es vielleicht, wenn man ein identisches Werk als Spenderwerk für die fehlenden Teile findet. Allerdings kosten die Werke auch oft schon 3-400 Euro , wenn sie bei ebay verkauft werden. Und dann kommt noch die Arbeit und die allgemeinen Revisionskosten dazu. Und das Risiko, dass die Hebel vielleicht dann doch nicht genau passen, weil irgendetwas am Uhrwerk im Laufe der Zeit verändert worden ist und die Maße minimal anders sind.

Gruß
Peter
 

Matthias MUC

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Ich zitier mich mal selber aus dem anderen Thread, weil es da ums Gesamtvorgehen mit beiden Konvoluten, den Goldigen hier und den Silberlingen drüben, ging.
Bei der IWC aus dem Golduhrenthread weißt Du den einen zentralen Defekt (Glas neu zu machen), aber der wird nur einen überschaubaren Zusatzbetrag zum Revisionspreis ergeben, und bei der dritten (Chronograph mit fehlenden Teilen) würde sich vorerst auch eine Revision ohne Instandsetzung der Stoppfunktion lohnen. Immerhin eine Viertelstundenrepetition. Bzw. prüfen (lassen), ob die Stoppfunktion ansonsten funktioniert und nur an den fehlenden Teilen scheitert. Das könntest fast Du selber ausprobieren, indem Du das Schaltrad vorsichtig im Uhrzeigersinn drehst um ca. je eine Raste der sichtbaren Sperrverzahnung, wo der von mir im Bild rot markierte Hebel vom Drücker normalerweise eingegriffen hätte. Dann ist keine Gefahr im Verzug wegen trockener Lager und für die fehlenden Teile kannst Du in aller Ruhe auf Fahndung gehen bzw. Dir vom Uhrmacher eine Reparatur anbieten lassen, für den "worst case", daß er die fehlenden Teile neu fertigen muß. Das ist im Grunde "nur" eine verschärfte Mikro-"Laubsägearbeit" in Metall.
lG Matthias

PS.: Wenn ich ein Uhrmacher wäre und Azubis im ersten Lehrjahr hätte, die mal schön feines Bohren und Feilen üben sollen, würde ich die auf die fehlenden Hebelchen ansetzen 8-)
 

Marcus1985

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Hallo Marcus,
alles drei schöne Uhren, allerdings fehlen bei der dritten, wie es Matthias schon festgestellt hat, mindestens zwei Hebel des Chronographenmechanismus.
Das wird keine einfache Reparatur.
Und, wenn ich es richtig vermute, hat jemand an der Seite die Öffnung für den Chronographendrücker zugelötet. Sehe ich das richtig ?
Ich hab die Stelle an der Seite mal rot umrandet wo das Loch für den Drücker war :

Anhang anzeigen 3511341

Ohne den vollständigen Chronographen wird die Uhr immer unvollständig sein, denn Uhrenkenner erkennen schon von aussen am Zifferblatt und am Typ der Uhr, dass die Uhr original einen Chronographen gehabt hat und wenn man das rekonstruieren will, wird die Reparatur sehr teuer.
Etwas günstiger würde es vielleicht, wenn man ein identisches Werk als Spenderwerk für die fehlenden Teile findet. Allerdings kosten die Werke auch oft schon 3-400 Euro , wenn sie bei ebay verkauft werden. Und dann kommt noch die Arbeit und die allgemeinen Revisionskosten dazu. Und das Risiko, dass die Hebel vielleicht dann doch nicht genau passen, weil irgendetwas am Uhrwerk im Laufe der Zeit verändert worden ist und die Maße minimal anders sind.

Gruß
Peter

Hallo Peter,

ich glaube auch, dass da etwas entfernt/verschlossen wurde. Wenn ich von innen in das Gehäuse schaue, dann ist da auf 2 Uhr ein Loch. Da würde die Form des Schalters reinpassen. Außen ist es aber verschlossen.

Also hat da definitiv mal wer dran rumgebastelt.

Zusammenfassend kann man sagen, die IWS bekommt ein neues Glas und alle 3 sollten eine neue Schmierung erhalten. Über den Umbau der 3. bin ich mir nicht sicher. Dafür müssten mich Taschenuhren erst noch mehr begeistern. Aber ich bin am besten weg da hin und es wird evtl. passieren. Aber eins nach dem anderen. Zunächst suche ich jemanden, der die Uhren mal live begutachtet und mir Ratschläge gibt. Hatte jetzt 3 Kontakte zu Uhrmachern aus der Liste. Mal schauen.
 

Marcus1985

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Noch eine Frage. Auf den Deckeln des Gehäuses steht ja "Repetition a Quarts". Mir sagten jetzt 2 Uhrmacher via Telefon, dass es sich dabei um teilbatteriebetriebene Uhren handelt und da mit der Zeit irgendetwas auslaufen kann.

Ist dem so oder gibt es hier ein Kommunikationsproblem zwischen mir und den Uhrmachern?
 

pet.sch

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Hallo Markus,
das ist totaler Quatsch.
Da hast Du keine Uhrmacher, die etwas von alten Uhren verstehen. repetition a quarts ist französisch und bedeutet Viertelstunden Repetition oder Viertelstunden - Schlagwerk. Die verstehen wahrscheinlich das quarts als Quartz und denken, es ist eine Quartzuhr. Aber -> quarts = viertel
An Deinen Uhren ist alles rein mechanisch und die verdienen Uhrmacher, die davon etwas verstehen. Das müssen nicht unbedingt Nobelgeschäfte sein, in denen Batterien getauscht werden und die ansonsten ihre Reparaturen irgendwohin einschicken.
 
Thema:

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