Taschenuhr mit Schlüsselaufzug vom Flohmarkt

Diskutiere Taschenuhr mit Schlüsselaufzug vom Flohmarkt im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo, ich bin neu im Forum und interessiere mich für Taschenuhren. Leider kenne ich mich nicht wirklich gut aus. :| Vor kurzem habe ich diese...
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Hallo,
ich bin neu im Forum und interessiere mich für Taschenuhren. Leider kenne ich mich nicht wirklich gut aus. :|
Vor kurzem habe ich diese Taschenuhr auf dem Flohmarkt gekauft. Sie hat einen Durchmesser von 48mm, ist 14mm flach und es sind keine Punzen vorhanden nur die Nummer 784 auf dem Werk und dem inneren Gehäusedeckel.
Kann jemand etwas zum Alter oder der Herkunft usw. sagen.
Würde mich sehr freuen!!! :-)
Vielen Dank
Stephan






 
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Uhrologe1

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Hallo,
ist auf jeden Fall was außergewöhnliches und teilweise schon etwas vermartert (Sperrklinke). Bitte es bessere Bilder vom Werk machen, da kann man nicht viel erkennen.
JJ
 
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Vielen Dank,
hier noch ein weiteres Bild vom nicht mehr schönen Werk :-(
 
batery_99

batery_99

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Die Schraubenunruhe deutet auf ein höherwertigeres Werk hin. Baujahr dürfte so zwischen 1860 und 1880 liegen. Die Uhr und vor allem das Zifferblatt sind in einem guten Zustand. Das Werk kann mit recht wenig Aufwand wieder optisch aufgefrischt werden. Ich denke, dass das im Rahmen einer Revision mitgemacht wird.
Läuft Sie denn?
Grüße
Marco
 
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Uhrologe1

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Jetzt ist es da, das ist ein Stiftankerwerk.
Komisch sind die Löcher neben den Lagern. Hersteller wird sich nicht eruieren lassen, hergestellt um 1860-80 denke ich mal.
Läuft das Ding?
JJ
 
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moskau

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Hallo!

Erstmals meine herzlichsten Glückwünsche zum wirklich großartigem Fund!
Manchmal muss ich mir schon ein wenig die Augen reiben, wenn ich hier reinschau...

Die Schraubenunruhe deutet auf ein höherwertigeres Werk hin
Die Schraubenunruh ist hier wohl am wenigsten wichtig, denk ich - da gibts lustigere Aspekte.

das ist ein Stiftankerwerk.
Schon - aber was für eins!

Es ist eine Stiftankerhemmung nach L.Perron und die wurde mit einer Änderung der Ankergabel und der Sicherungselemente von Gutkäs und Lange (vgl.Reinhard Meis, Taschenuhren) in ihren sehr frühen Werken verbaut - und wenn man hier nachsieht, findet man etwas weiter unten das Werk Nummmer 227 - das dem hier vorgestellte bis auf die Typografie der Nummernsignatur gleicht. (etwas runterscrollen - es ist das dritte abgebildete (Taschenuhr) Werk (und das fünfte) . Gut, die Sperrfeder liegt ein wenig anders - aber ich denke das könnte man auch unter Fertigungsvariation verbuchen

Hersteller wird sich nicht eruieren lassen,
Aber ja doch, das wird schon gehen...

Wie dem auch sei - ernsthaften Glückwunsch zur höchstinteressanten Uhr vom Flohmarkt!

Harald
 
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Uhrologe1

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Danke Harald, mit dem hätte ich nicht gerechnet
JJ
 
batery_99

batery_99

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Damit hatte ich wohl auch nicht gerechnet:super:
Dennoch bleibt es ein höherwertiges Werk ;-) wenn man mal den Hersteller außen vor lässt:D
Die Änderungen der Sperrfeder etc sind sicherlich damaligen Reparaturen zuzuordnen. Wenn man das Original gesehen hat, wirkt es wie ein Frendkörper.
Eine schöne TU ist es einfach:klatsch:und ein Super Fund noch dazu:super:
Läuft sie denn nun, oder nicht? Darauf hast Du noch gar nicht geantwortet.
Viele Grüße
Marco
 
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Sorry, ich war unterwegs ....:???: Vielen Dank für die vielen Informationen!!!! :-P
Die Uhr wurde mir als defekt verkauft, aber sie läuft und geht auch ziemlich genau. Nochmals vielen Dank!!! Freue mich gerade umso mehr über meinen Fund :-P:-P:-P und 40€ waren sicher auch nicht zu viel?
Viele Grüße
Stephan
 
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batery_99

batery_99

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und 40€ waren sicher auch nicht zu viel?
Ganz sicher nicht. Eine Schlüssel TU mit Schraubenunruh, ohne den Hersteller zuordnen zu können, ist für diesen Preis schon ein Schnapp:super:
Damals wurden viele Schlüssel TU's mit einfachen Ringunruhen hergestellt, so das Schraubenunruhen schon auf gehobenere Qualität deutet.
Schön, dass das gute Stück läuft:super:
Eine Revision empfiehlt sich aber dennoch, damit sie wieder völlig in altem Glanz erstrahlt. Eventuell sollte, angesichts der offenbaren Herkunft, auch über einen Rückbau der Sperrfeder nachgedacht werden.
Viele Grüße
Marco
 
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moskau

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Hallo!

Eventuell sollte, angesichts der offenbaren Herkunft, auch über einen Rückbau der Sperrfeder nachgedacht werden.
Ich halte die Theorie der umgebauten Sperrklinke von der verlinkten Version auf diese hier gezeigte für wenig plausibel.

Die Sperrklinkenversion mit Federfunktion auf den verlinkten Werken brauchen den kleinen Andruckstift auf der Platine für ihre Funktion.
Hier der entsprechende Ausschnitt:
Lange_Sperrfeder.jpg
Dieser (rot markierte) Stift fehlt auf dem hier vorgestellten Werk, und es gibt auch keinerlei Spuren einer Entfernung.

Und die Idee , eine Schraubenunruh sei per se ein Qualitätsmerkmal, wird auch nicht einleuchtender, wenn man sie wiederholt.
Dafür existieren einfach zuviele exzellente Werke mit (nicht selten goldener) Ringunruh ohne jedwede Schraube (mir fallen z.B. kaum Rubinzylinder und eher wenige englische Duplexe mit Schraubenunruh ein) - und zuviele drittklassige Kaliber, die mit ungeschnittener oder lediglich angeritzter, oft monometallischer aber mit (meist zudem funktionslosen) Unruhschrauben ausgestattet sind.

Zwischen Schraubenunruh und Schraubenunruh ist ein dermassen himmelweiter Unterschied, dass alleine irgendwelcher reingedrehter Schrauben wegen auf Qualität zu schließen, einfach zu kurz greift.

Gruß, Harald

p.s.:
Hier eine meiner Uhren mit blanker, rotgoldener Ringunruh, aus einer Zeit, in der Schraubenunruhen längst verwendet wurden. Über die Qualität dieses Duplexwerks mit Rubinrolle muss man wahrscheinlich nicht streiten...

04_WerkLittle.jpg

...und hier die Schrauben an der Unruh eines wenig qualitativen Werks, bei denen noch die Grate (eigentlich Krägen) sichtbar sind, die durch das Hineinwürgen der Schräubchen entstanden sind:

GolKloben.jpg
 
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Hallo,
habe mir das Werk gerade nochmal genauer mit der Lupe betrachtet.
Auch wenn der Stift fehlt und die Sperrklinke eventuell immer rechts war, muss es die unten halbkreisförmige und mit zwei Schrauben befestigte Abdeckung an meinem Werk früher einmal gegeben haben. Beim genauen Hinsehen erkennt man den Rand der rechten (heute abgedeckten) Bohrung und vor allem beidseitig den halbkreisförmigen Abdruck des heute ersetzten Bauteils.
Viele Grüße
Stephan

--- Nachträglich hinzugefügt ---

P.S.: Ich sehe gerade, auf meinem letzten Bild sind die abgedeckte Bohrung und der halbkreisförmige Abdruck auch zu erkennen....
 
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moskau

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Hallo!
Das der ursprüngliche Führungskragen um den Aufzugsvierkant am Federhaus fehlt und dafür das Sperrad recht simpel abgedeckt wurde, ist schon wesentlich nachvollziehbarer.
Aber das hat nichts mit der Sperrklinke und/oder -feder zu tun.
Im Übrigen halte ich diesen Umstand angesichts der Rarität und Besonderheit des Werkes für marginal
Mach Dir deshalb keine Sorgen - es bleibt wirklich interessant.

Gruß, Harald

Harald
 
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Nochmal P.S.: Vielleicht hat die Feder mal so ausgesehen, wie am Uhrwerk auf der zweiten Abbildung in Haralds Link?

--- Nachträglich hinzugefügt ---

....vielleicht kann man ja den Führungskragen wieder ersetzen, aber wer fertigt so was nach? :???:

P.S.: UND NOCHMALS VIELEN DANK AN ALLE FÜR DIE HILFE!!! :-)
 
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moskau

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Nochmal P.S.: Vielleicht hat die Feder mal so ausgesehen, wie am Uhrwerk auf der zweiten Abbildung in Haralds Link?
Unwahrscheinlich. Dafür fehlen die notwendigen Schraubenlöcher für die Befestigung in der Platine.

vielleicht kann man ja den Führungskragen wieder ersetzen, aber wer fertigt so was nach?
Uhrmacher?

H.
 
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FritzP

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Jetzt ist es da, das ist ein Stiftankerwerk.
Komisch sind die Löcher neben den Lagern. Hersteller wird sich nicht eruieren lassen, hergestellt um 1860-80 denke ich mal.
Läuft das Ding?
JJ
Hallo,
Die Löcher neben den Lagern sind zur Beurteilung der Eingriffe und zu dieser Zeit durchaus üblich gewesen.
Ich datiere das Werk auf ca. 1850.
Zum Hersteller habe ich einen Verdacht, würde aber noch eine Ansicht der Zifferblattseite des Werks sehen wollen.
Sollte tatsächlich im Aufzugsbereich etwas nachzufertigen sein, was aber erst noch genau untersucht werden muß, so würde ich meine Hilfe anbieten. Dann bitte PN.
Die Uhr hat es auf jeden Fall verdient, nicht verbastelt zu werden. Der Kaufpreis ist ein absolutes Schnäppchen.

Gruß Fritz
 
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moskau

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Hallo Fritz!

So du unter dem Ziffernblatt begründeterweise einen G&L Stempel samt der Werksnummer vermutest, wurde ein entsprechender Herstellerverdacht weiter oben bereits besprochen (aber wenn dem so ist, freu ich mich, dass Du ihn teilst. Aber schon Deine zeitlich korrekte Einordnung lässt mich das vermuten).

Und den Begriff "Schnäppchen" halte ich in diesem Fall für ein beinahe obszönes Understatement ;-).

Ich glaube kaum, dass dieser Kalibertypus samt der raren verwendeten Hemmung in dieser Kombination und Gestalt sonst noch großartig verbreitet war.
Dafür ist die Platinenarchitektur zu individualistisch (und das betrifft nicht nur die sehr außergewöhnliche Gestaltung von Zwillingskloben für Anker und Gangrad oder den recht eigenwilligen Balancekloben, der bereits einige Züge der späteren trägt - wie zum Beispiel die Spiralklötzchenbefestigung).

Gruß, Harald
 
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FritzP

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Hallo Harald,
Es ist schon richtig was Du schreibst, aber auch nicht zwingend eine G&L Punzierung unter dem ZB. Es geht vielmehr um die konstruktive Gestaltung dieser Werkseite, welche die Sicherheit der Zuordnung erhöhen würde. Zuerst bin ich über die Gesperranordnung gestolpert, die insgesamt nicht original ist.
Weder Sperrklinke noch Sperrfeder oder Abdeckung sind original.
Wenn es unter dem ZB so aussieht, wie es aussehen müßte, dann wurde die Uhr zwischen 1850 und 1853 in Glashütte hergestellt.
Im Übrigen besitze ich die Nr. 1104, die zwar schon wesentlich weiter entwickelt ist, zu der ich aber Einiges recherchiert habe.

Gruß Fritz
 
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moskau

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Hallo Fritz!

aber auch nicht zwingend eine G&L Punzierung unter dem ZB. Es geht vielmehr um die konstruktive Gestaltung dieser Werkseite, welche die Sicherheit der Zuordnung erhöhen würde.
Ich bin wahrlich kein Spezialist für deutsche Uhren, damit beginnts. Und natürlich ist die Ziffernblattseite des Werks für eine entgültige Zuordnung wichtig (ich hatte das gestern dem Besitzer bereits per PN mitgeteilt).

Ich bestehe nicht darauf, das es eine G&L ist und schon gar nicht weiss ich, ob die ziffernblattseitige Markierung bei G&L's durchgängig ist. Aber die vorliegenden Indizien legen m.E. entschieden nahe, dass es ein Glashütter Erzeugnis ist (im Übrigen wäre auch die Werksnummer durchaus stimmig)..
Und es scheint, unser beider Verdacht ist ja in die selbe Richtung gegangen.

Schlimmstenfalls ist eine Anfrage bei der historischen Abteilung von Lange eine zweifellos brauchbare Möglichkeit.

Und die Modifikation der Aufzugspartie halte ich nach wie vor in beinahe jedem Fall für wenig bedeutsam.
Ob man hier (restauratorisch) eingreift, solange das jetzige Konstrukt funktional ist - bleibt Ansichtssache. Originaler wird die Uhr dadurch nicht, sie ähnelt dem ursprünglichen Stück nur im besten Fall mehr.

Übrigens ist Deine 1104 (wenn ich richtig lese, ein Stück mit Spitzzahn-Gangrad und Vorläufer des Glashütter Ankers) ja durchaus ein prominentes Exemplar - es wird auf der oben von mir verlinkten Seite ausgiebig besprochen...Tolles Stück!!!

Grüße, Harald

Nachtrag:
Hier noch die Ziffernblattseite der Nr. 227 - ein technisch hochverwandtes Teil, zur Information:
Ich hoffe, eine Abbildung hier ist als Zitat zu werten (Quelle: F. A. Lange & Cie. - Uhrenhersteller und Uhrwerke aus Glashuette)

LangeZiffernblattseite.jpg
 
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