Uhrenbestimmung Taschenuhr Marke "Tunnel"

Diskutiere Taschenuhr Marke "Tunnel" im Taschenuhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Hallo TU-Fans. Ich bin gestern über diese TU gestolpert. Sie stammt aus dem Haushalt eines alten Herren. Erst mal die Bilder. Und was ich...

JackDaniels83

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Hallo TU-Fans.
Ich bin gestern über diese TU gestolpert. Sie stammt aus dem Haushalt eines alten Herren. Erst mal die Bilder.
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Und was ich bisher glaube zu wissen:
-schreitender Löwe: England 925er Silber
-Leopard: London nach 1820
-kleines "k": Jahresbuchstabe 1845
-Tunnel: Jacot Freres
-Werk mit Schlüsselaufzug und ca. 43mm Durchmesser

Kann mir jemand mehr zur Firma und zum Werk sagen, bzw. meine eventuell gemachten Fehler in der Recherche verbessern?
 

Matthias MUC

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Ist die Gravur am Werk und die frei Auge identische Schrift auf dem Zifferblatt arabisch? Läßt sich mehr über die Vorgeschichte der Uhr sagen? (Mein Bauchgefühl: Zeugnis britischer Kolonialgeschichte)
 

JackDaniels83

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Keine Ahnung was für ne Sprache das ist. Der Schriftzug scheint aber auf Brücke und ZB wirklich identisch zu sein. Zur Vorgeschichte hab ich leider nichts mehr.
 

Uhren Doktor

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ich kenne diese art uhr kommt aus dem Türkischen die schrift müsste Persisch sein
das werk weist große Ähnlichkeiten mit meiner K.SERKISOFF & Co CONSTANTINOPEL
die Aufgeschraubten Paletten sind identisch
auch der Doppelte Sprungdeckel ist ein Indikator
 

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Ruebennase

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Viel sagen kann ich Dir dazu leider nicht. Ich beschäftige mich ja nur Georges Favre Jacot, der viele dieser Uhren über Jahrzehnte für den osmanischen Markt produziert hat. Es besteht keine bekannte Beziehung zu Jacot Freres die Mitte bis Ende der 1880'er auf tauchten. Ein Vergleich zweier dieser optisch sehr ähnlichen Werke zeigte Eindeutig, dass sie nicht dem gleichen Rohwerk entsprangen. Natürlich muß das nicht für alle "Serien" gelten aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch.
Tatsächlich gab es von den Großhändeln z. B. Serkisoff Konstantinopel oder dem ebenbfalls in Konstantinopel ansäßigen J.Dent / London (...häää s. u.) bzw. den kaufenden Kunden Vorgaben wie die Uhren aus zu sehen hatten. Quasie optisch Identische Uhren gibt es von diversen Herstellern. Das Häufigste und wohl auch qualitativ die besten sind die Billodes von Georges Favre-Jacot. Gerne werden dann Alle als Billodes bezeichnet , was natürlich Unsinn ist.
Erstaunlich die "engischen" Punzen die Du richtig als Sterlingsilber, London 1845 gelesen hast. Sie sind höchst wahrscheinlich mutige Fälschungen oder ein Zukauf alter Gehäuse. Üblicher weise haben diese Uhren niemals auch nur in Teilen die Insel gestreift. Englische Uhren hatten dank Prior und Co. einen ausgezeichneten Ruf auf dem osmanischen Markt. Daher findet man häufiger elemente die die Uhr englisch wirken lassen. Es gibt sinnfreie Bild und Buchstaben"punzen" die so angeordnet sind wie englische Silberpunzen. "Echte" bzw. "echte Fälschungen " habe ich noch nie bewußt gesehen. Der oben genenannte Importeur J.Dent London, den Herren gab es im Morgenland aber niemals auf der Insel etc.
Untersuche mal das Gehäuse. Es wird wohl Silbe sein. Gibt es noch schweizer Punzen. Das Werk ist zweifelsfrei westschweizer Genese. Die rotes Glas enthaltenen Deckplatten sind wie immer funktionsfreies Zierrat aber Tunnel solltew meiner Erfahrung nach Steinlager unter den Deckplättchen haben. Dann hätten wir ein robustes 15 steiniges Ankerwerk mit Schraubenunruh und Fachspirale
Sieht klasse erhalten aus und die Zeiger gefallen mir extrem gut. Typisch ist auch, dass die 12 bei den Savonnetten dort ist wo sich bei "unseren" die 3 befindet. Das gehört aber so.

Lustige höchst dekorative Dinger diese "Osmanen"

Grüße Rübe
 

Spindel

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Sehr schön Rübe und super geschrieben gerade.:super:
Wollte gerade anfangen.
Und gesundes Neues noch .
Gruß Rolnd
 

Ruebennase

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Gesundes Neues ;-) Roland

meine ist eine Billodes

Yepp und da sind Sie die "Pseudoenglischen Punzen ". Diese im selteneren Lepine V Stil. Die meißten, ich vermute spätere Werke haben auch eine Halbplatine mit Gesperrabdeckung. Die Lepine V ist auch typisch und in diesem Fall ein eigenes Rohwerk von Georges Favre- Jacot. Dummer Weise stehen die Werksnummern unter dem Zifferblatt. Sie sind allerdings bis 1900 üblicher Weise identisch mit der Gehäusenummer. Hast Du Eine ?
23 funktionale "rubies" ist natürlich ein wenig geflunkert 8-)
 

Uhren Doktor

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ich kann dir die nummer anbieten da die uhr gerade ausheusig ist
 

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Uhren Doktor

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hab die bilder nur noch
falls sie dir weiter helfen
 

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Ruebennase

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OH ..ich hatte das als "ausgeschalt" verstanden. Ich hoffe dein Freund hat sich riesig gefreut. Ich sehe die doppelte Nummer auf den Staubdeckel. Nicht sehr früh und nach 1900 . Vermutlich mal wieder gefegtes Lager. Zenith lies nichts umkommen. Ein spätes Werk solltest Du an einem verhältnismäßig kurzem Anker erkennen auch wenn es noch ein "Gegengewicht" gibt. Die Alten waren echt richtige "Langanker". Man brauchte halt eine Weile bis man merkte kürzer ist besser. Es verrannte noch mehr Zeit bis man winzige Anker ohne Ausgleichsgewicht baute. Darauf wurden diese Auslaufmodelle "Schlüsselaufzug" nicht mehr umkonzeptiniert. Der osmanisch Markt hat bis in die 1920'er Schlüsselaufzüge bezogen und lange bevorzugt. Das ist so wie mit den Deutschen und dem Schaltgetriebe versus Automatikschaltung am Auto als das eingeführt wurde.

Grüße Rübe
 

JackDaniels83

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Also nichts besonderes. Es fehlen nämlich das Glas und der Drücker für den Sprungdeckel. Da wird sich eine Reparatur wohl kaum rechtfertigen lassen. Danke euch.
 

Uhren Doktor

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OH ..ich hatte das als "ausgeschalt" verstanden. Ich hoffe dein Freund hat sich riesig gefreut. Ich sehe die doppelte Nummer auf den Staubdeckel. Nicht sehr früh und nach 1900 . Vermutlich mal wieder gefegtes Lager. Zenith lies nichts umkommen. Ein spätes Werk solltest Du an einem verhältnismäßig kurzem Anker erkennen auch wenn es noch ein "Gegengewicht" gibt. Die Alten waren echt richtige "Langanker". Man brauchte halt eine Weile bis man merkte kürzer ist besser. Es verrannte noch mehr Zeit bis man winzige Anker ohne Ausgleichsgewicht baute. Darauf wurden diese Auslaufmodelle "Schlüsselaufzug" nicht mehr umkonzeptiniert. Der osmanisch Markt hat bis in die 1920'er Schlüsselaufzüge bezogen und lange bevorzugt. Das ist so wie mit den Deutschen und dem Schaltgetriebe versus Automatikschaltung am Auto als das eingeführt wurde.

Grüße Rübe
Yes er hat sich riesig gefreut sie Arbeitet jetzt im fernen Asien

genauer gesagt in Taiwan
 
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Ruebennase

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Nichs "Besonderes" nun ja da sie wirklich äußerst dekorativ sind ist die Nachfrage nach gut erhaltenen Uhren durchaus vorhanden. Ein Glas ist eine Kleinigkeit und ein Drücker für den Sprungdeckel sollte der stolze Beitzer einer Drehbank hin bekommen. Ein Freund hat mir das schon einmal gemacht und super hin bekommen. Das schaffst Du auch :-). Ich finde die Geschichte dieser Uhren spannend auch wenn die Feinheit der Technik jetzt nicht der Bringer ist. Ich finde sie erhaltenswert. Schau mal in de Bucht unter "Billodes" "osamisch" bei Taschenuhren. Sobalt ein Zifferblatt heile ist, ein sauberes unzerkratztes Werk läuft und das noch recht Gehäuse ansehnlich ist, erzielen sie vernünftige Kurse. Die meißten sind halt genutzt worden bis ultimo und die Infrastruktur kundiger Uhrmacher war in der Breite nicht vorhanden. Ich habe schon mal so etwas wie eine Kamelhaarmatte unter einem Kloben gefunden. In der Substaz gut erhaltene Uhren sind leider recht selten und wenn teuer. Deshalb habe ich eher Pflegefälle.

Grüße Rübe
 

JackDaniels83

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Ich hab halt keine Ahnung, wie der Drücker aussehen muss. Denn die Uhr hat ja zwei Drücker. Einen für den Sprungdeckel, den andern für den rückseitigen Deckel.
 

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Ruebennase

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Der Drücker ist auch zweigeteilt...also zwei Drücker die ein Oval bilden. Ich habe ein total zerschssenes Tunnelgehäuse ohne Gasring vom Werksvegleich damals. Ich schick es Dir zu wenn Du möchtest.
 

Matthias MUC

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Mich irritiert hier irgendwie das Stichwort "Nachfrage". Nachdem hier die Frage nach Du weißt schon was verboten ist, wird hier trotzdem irgendwie zwischen den Zeilen immer irgendwie in Richtung "Kurswert Sammlerbörse" geschrieben, und wann sich was noch lohnt, rentiert oder nicht.
Wahrscheinlich bin ich kein "richtiger" Sammler, der Uhren aufkauft, verlauft und tauscht, sondern ich freue mich an den Stücken, die aus meinen 2 1/2 Nachlässen "aufpoppen", die ich auf jeden Fall alle behalte, lauffähig erhalten oder ggf. machen lasse, auch wenn es bei den meisten wirtschaftlich im Sinne des Sammler(handels)wertes unsinnig ist. Ein Ende des NAchschubs an solchen Uhren ist absehbar, genauso wie aus den Nachlässen auch keine alten Füller mehr zu erwarten sind. Alles schon durchgeforstet. Aber wenn ich eine Uhr, egal ob sie nun sammlerisch eher unter Alteisen läuft, interessant finde, oder weil sie Familien- oder sonst eine spannende Herkunftsgeschichte preisgibt oder noch verbirgt, dann will ich sie wenn möglich auch lauffähig und benutzbar incl. aller Dullen und Schrammen ihres Lebens erhalten. Ideeler Wert, und sowas ist dann in meinen Augen ein unverkäufliches Stück. Meines Großvaters alter Sackfüller (Tintensack, Tanen per Pushbutton, weich flexende Goldfeder) MB 224 aus den 1930ern hat keinen großen Handelswert, aber ich würde ich auch für ein sehr gutes Gebot nicht hergeben. Dito die ganzen Uhren, die irgendwie mehr oder weniger dunkel aus dem Fundus meiner Vorfahren (oder zuletzt der Vorfahren meiner Patentante) auftauchen.
lG Matthias, der Erbstückesammler mit Herz für Altmetall 8-)
 
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