Synchronuhren

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BernhardJ

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Seit etwa 35 Jahren betreibe ich zu Hause einige Synchronuhren. Manche sind schon im Uhren-Nirvana, aber einige laufen noch.

Was ich aber in den letzten Jahren festgestellt habe ist, dass die Frequenzgenauigkeit des Stromnetzes sehr stark nachgelassen hat.

In den 1980-ern und 90-ern liefen die Uhren über Wochen und Monate gemittelt absolut sekundengenau, die maximalen Momentan-Abweichungen der Uhren lagen unter 15 s.

Heutzutage ist es nich selten, dass die Uhren im Monat um 1-2 Minuten weglaufen. Das finde ich schade. Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit diesen elektrischen Uhren gesammelt?

Früher wurde in den Kraftwerken unheimlich viel Aufwand betrieben mit Hilfe von anfangs schrankgroßen Quarzmodulen die Einspeisefrequenz zu halten, aktuell ist dieses anscheinend nicht mehr erstrebenswert. Wie in allen Lebensbereichen ist wohl auch dort Qualität nicht mehr gefragt.

Grüße - Bernhard
 
uhrenbastler

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Kann ich bestätigen. Meine große Peweta-Synchronuhr an der Wand geht seit der Zeitumstellung Ende März schon 2 1/2 Minuten nach :-( Früher war das nicht so!

Und mir fällt inzwischen auf, wieviele meiner strombetriebenen Uhren die Netzfrequenz als Zeitnormal verwenden, anstelle eines Quarzes. Selbst die Uhr in meiner Mikrowelle geht 2 1/2 Minuten nach...
 
derTeichfloh

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ist völlig richtig!
- die Netzwerke verwenden die Frequenz als Regulator.
- viel Strom im Netz = höhere Freuquenz
- wenig Strom im Netz = niedrigere Frequenz

dabei wird der zulässige gesetzliche Rahmen als Regelfall ausgenutzt. Das heißt, 50 Hz +-XX%, oder von 49,5 bis 51 Hz (Grenzwerte)
im Sommer ist viel Strom im Netz, also gehen die Uhren vor, im Winter ist wenig Strom im Netz, also gehen die Uhren nach
das ist gewollt, Rücksicht auf den Verbraucher wird nicht mehr genommen!
eigentlich war das so nie vorgesehen: die Netzspannung sollte der Regulator sein. 230V +10%, -20% war zulässig. Aber moderne Industriemaschinen vertragen solche Spannungsschwankungen nicht gut. Und in den Kraftwerken wird alles über die Drehzahl der Generatoren, also über die Frequenz geregelt. Das ist einfacher und effektiver, als die Frequenz konstant zu halten.

Gruß,
derTeichfloh
 
Der Stromer

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Grüß Gott, die Herren:-)

Das mit der Netzfrequenz ist schon so eine Sache. Nur, diese Sache ist etwas komplizierter, als hier dargestellt und auch Niederschreibbar ist.

Daher möchte ich hier auf WIKIPEDIA verweisen: Netzfrequenz .

Normal sind Schwankungen von 0,2 Hz, die aber im Laufe von Stunden oder Minuten wieder ausgeglichen werden.

Die Störungen, die besonders in den letzten Tagen aufgetreten sind, rühren aus der Aufteilung des Netzverbundes in autonome Zellen (Abschaltungen bzw. Abtrennungen größeren Ausmaßes wegen Umwelteinflüsse) her. Sobald sich diese autonomen Zellen wieder in den Verbund eingegliedert haben, wird auch die Netzfrequenz wieder angeglichen. Das heißt, wer jetzt seine Uhren Stellt, wird in ca. 3 - 5 Tagen auf einmal einen Vorgang genau dieser Zeit beobachten können:D.

@ Teichfloh: Die minimal / maximal Frequenz über einen längeren Zeitraum beträgt nicht, wie von Dir geschrieben im Netz 49,5 bzw. 51 Hz, sondern 49,990 und 50,010 Hz (Ausnahmen bestätigen die Regel - es KANN mal kurzzeitig vorkommen, dass die Abweichung größer ist).

Und: Nicht die Spannung ist für die Industrie das Kriterium, sondern die Netzfrequenz! Die muss so konstant wie irgend möglich gehalten werden, was in unserem Europäischen Verbund eine nicht gerade einfache technische Herausforderung darstellt.
 
BernhardJ

BernhardJ

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Tja, für Rücksicht können sich die armen Konzerne ja anscheinend nichts kaufen.

Neuerdings werden Nachts auch ganze Dörfer abgeklemmt und für Stunden ohne Strom gelassen. So bei uns schon mehrere Male dieses Jahr. Das kannte ich bis jetzt nur aus dem ehemaligen sozialistisch-kommunistischen Ausland. Offenbar muß ja vor den Wahlen noch gegen die Energiewende entsprechend Druck aufgebaut werden...

Überlege gerade ob ich wegen "Qualitätsmängel" die Stromrechnungszahlungen kürze. Aber vor Gericht wird man da gegen die "Gelddruckmaschinen" wahrscheinlich eh den kürzeren Ziehen...

Grüße - Bernhard

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Wenn die 200 ppm stimmen und irgendwo verankerk sind, dann müßten wir sogar ca. 9 s/M akzeptieren. Ich frag' mich nur, wieso das früher praktisch viel genauer ging und beim heutigen technischen Stand nicht mehr...

Grüße - Bernhard
 
Der Stromer

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:shock: Bernhard, da ist sicher etwas dran, obwohl niemand - und schon garnicht von den Energiekonzernen - das zugeben wird. Wie kann es sonst sein, dass in der Bundesrepublik, von kaum Jemanden bemerkt, im Winter Strom für einen negativen Preis (da zu viel Strom erzeugt wurde) nach Österreich und nach Tschechien verkauft wurde (die haben sage und schreibe für die Abnahme von Strom aus unseren Netzen tatsächlich Geld bekommen - das beim Verbraucher hier draufgeschlagen wurde -), während bei uns die Energiekonzerne die Preise erhöht haben?

Warum aber die Netze früher stabiler (Frequenz) waren, liegt auch in der Technologie begründet: Heute sind leistungsfähige asynchron-Maschinen als Generatoren im Einsatz (Kraftwerke und Windenergie - eben alle drehenden Generatoren), bei denen die Frequenzstabilität aber nur mit großem Aufwand zu erreichen ist. In kleinen Netzverbünden, wie sie z.B. noch um 2000 herum weit verbreitet waren, (auch wenig Wind- und Sonnenenergie) war das leichter mit den Drehstrom-Synchrongeneratoren zu erreichen.

Sonnenenergie ist Gleichstrom, der über Wechselrichter erst ins Netz eingespeist werden kann. Viel Sonne, Höhere Spannung = höhere Drehzahl der rotierenden Kraftwerks- und Windgeneratoren macht höhere Frequenz. Und bringe mal einen Kollos von Generator mit einer Leistung von 10 oder mehr Megawatt auf eine geringere Umdrehung. Das braucht einiges an Zeit - und solange halt eine höhere Frequenz! Auch bedeutet viel Wind eine höhere Drehzahl der Windgeneratoren. Das immer in Grenzen zu halten, ist technisch nicht leicht.

Vielleicht nochmal zum Unterschied der Generatoren: Synchronmaschinen liefern über weite Bereiche konstante Frequenz, aber eine Drehzahlabhängige Spannung. Asynchronmaschinen haben einen höheren Wirkungsgrad, aber mit der Drehzahl steigt nicht nur die Spannung, sondern auch die Frequenz.

:???: Ach, übrigens, Vorgestern habe ich meine beiden "Synchronuhren" (Aug. Schatz & Söhne Synchromatic) um die Differenz von 2 Minuten vor gestellt, heute sind die Beiden meinen anderen Uhren um justamente diese 2 Minuten voraus:???::D. Guck Dir mal Deine an:-D.
 
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Ramses300

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Sonnenenergie ist Gleichstrom, der über Wechselrichter erst ins Netz eingespeist werden kann.
Das Problem ist m.E. ein anderes.
Wechselrichter liefern keine saubere Sinus-Wechselspannung. Der Gleichstrom wird vielmehr zerhackt.
Das hat zur Folge, daß keine saubere Netzfrequenz mehr vorliegt, sondern mehrere, viele Frequenzen.
Leider bin ich in Mathematik nicht so fit, sonst könnte ich das anhand einer Fourierreihe darstellen.
Vielfach ist auch die Rede davon, daß die Netzqualität darunter leidet.

Btw.: ich besitze auch mehrere Synchronuhren, allerdings habe ich sie nicht mehr in Betrieb.
Daher kann ich die hier dargestellten Beobachtungen weder widerlegen, noch bestätigen.
 
derTeichfloh

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Hi,
ich hab zwar keine Uhren mit Snchon-Motoren, aber einige, die ihre Zeit aus der Netzfrequenz erreichnen (Teiler, also eigentlich sind das gar keine Uhren, sondern AnzeigenGeräte...).
All diese Uhren gehen im Sommer vor und im Winter nach.
Ich hab mal einen FrequenzMeßgerät mitlaufen lassen und so festgestellt, daß im Sommer, besonders bei Wind und Sonnenschein, die NetzFrequenz zu hoch ist, eben bis zu 50,9 Hz (um genau zu sein). Hier gleicht sich NICHTS aus, den ganzen Sommer über liegt die Netzfrequenz zu hoch (auch derzeit: 50,1 Hz).
Im Winter ist es umgekehrt: die Frequenz ist stets zu niedrig. Gemessen habe ich schon mal 48 Hz, normalerweise aber immer unter 50 Hz.

Die Aussagen der Konzerne sind dabei völlig wurscht - Tatsachen zählen. Anders lassen sich die immer wieder kehrenden Abweichungen auch nicht erklären - oder?

Auch gab es zu diesem Thema mehrere Beiträge im Fernsehen, wo das Verfahren beschrieben wurde.
Zur Erinnerung: in der DDR wurde die NetzSpannung konstant gehalten, die Frequenz hingegen nicht.


Der Strom von Solar wird mittels Sinus-Wechselrichter umgewandelt und ihre Frequenz wird "genau" auf 50 Hz festgelegt. Dennoch wird hier geregelt: die großen Systeme tasten die Netzfrequenz ab und passen sich an.
Ist zuviel Solar/Wind da, wird nicht abgeregelt, sondern abgeschaltet. (Leidvolle Erfahrung eines Freundes mit Solarzellen auf dem Dach: wenn sichs so richtig lohnt, schaltet der EnergieVersorger ab!).

Gruß,
derTeichfloh
 
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Ramses300

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Hi,
Ich hab mal einen FrequenzMeßgerät mitlaufen lassen und so festgestellt, daß im Sommer, besonders bei Wind und Sonnenschein, die NetzFrequenz zu hoch ist, eben bis zu 50,9 Hz (um genau zu sein). Hier gleicht sich NICHTS aus, den ganzen Sommer über liegt die Netzfrequenz zu hoch (auch derzeit: 50,1 Hz).
Da kann man sich ja fast das Umstellen von Sommer- auf Winterzeit sparen. ;)
(Ja ich weiß, daß im Herbst die Uhren zurückgestellt werden. :) )
 
Der Stromer

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;-) Nochmal (und dann ist Schluss) ich:-D!

Zur Technik: Wenn im Netzverbund (egal, ob auf Gibraltar oder in Moskau) eine Frequenzverschiebung auftaucht, muss diese SOFORT Korrigiert werden, da sonst der Blindstrom in den Kraftwerken ins Riesige steigen würde.

Blindleistung (nochmal WIKIPEDIA: Blindleistung) entsteht, ganz kurz gesagt, eben durch Phasenverschiebung bei der Frequenz. Je größer diese Verschiebung ist, desto höher die Blindleistung, die die Wirkleistung der Kraftanlagen entsprechend mindert. Und bei einem Unterschied der Frequenz von nur 0,1 Hz geht die Blindleistung innerhalb von 500 Sekunde von 0% auf 66,6% und wieder retour. Das würde zu massiven Störungen im gesamten Verbund führen und muss daher auf jeden Fall mit entsprechenden Maßnahmen verhindert werden. Das sind sehr komplexe Messeinrichtungen an allen Einspeisepunkten von Kraftwerken (auch Solaranlagen).

Auch muss durch diese Messeinrichtungen sichergestellt werden, dass die Einspeisung IMMER Phasengleich erfolgt. Wenn nicht, rummst es im Netz ganz gewaltig:???:.

Über oder Unterspannung ist dagegen überhaupt kein Problem, da das sowieso durch die Leitungsverluste überall gegeben ist und mit wenig Aufwand (technisch gesehen) ausgeglichen werden kann.

Teichfloh: Der Spruch der Stromer lautet: Wer misst misst meist viel Mist. Gug Du doch erstmal auf die Messwertgenauigkeit Deines Gerätes und dann reden wir weiter. Es sei denn, es ist ein Zungenfrequenz-Anzeiger. Aber dann müsstest Du 1/2 Jahr ja ununterbrochen davor gesessen haben.......

So, und jetzt lass ich es gut sein. Wer es nicht glauben sollte, gehe am besten in das nächste Großkraftwerk um die Ecke, mache eine Führung mit und frage nach der Stabilität von Frequenz und Spannung.
 
uhrenbastler

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Aktueller Stand meiner synchronen Peweta: -2 Minuten 36 Sekunden
 
derTeichfloh

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Hallo,
da ich persönlich angesprochen wurde, muss ich auch antworten :

1) ja, 48Hz habe ich tatsächlich schon gesehen. Es ist allerdings schon eine Weile her, Mitte der 90ziger Jahre und ja, hier im Osten, wo die Netze inzwischen besser ausgebaut sind. War also sicherlich ein Aussnahmefall - hätte ich dazu schreiben sollen...

2) Stromer: Messung mittels Zungenfrequenz-Anzeiger und Überwachung per WebCam. Eine Software schoss Bilder im Minutentakt und verglich sie. Abweichungen wurden registriert. (Das Gerät stammt aus einem Kraftwerk und war geeicht; das Programm wurde auf W95/W2000 geschrieben) Leider hat das Messgerät den letzten Umzug nicht überlebt.
Deine Unterstellungen verbitte ich mir. Du wusstest ja gar nicht, mit was ich gemessen habe und auch nicht wie. Wenn du es dir nicht denken kannst, dann unterlass bitte diese Äusserungen. Eine einfache Frage hätte es auch getan.
Und lesen bildet - es geht nicht darum, hier irgendjemanden die Sache mit der Frequenzstabilität zu erklären, sondern deren Abweichungen. Diese sind nun einmal da - und lassen sich mit Normen und der Einhaltung derselben NICHT erklären.

3) Abweichungen der Netzfrequenz MÜSSEN NICHT zwangsläufig ein ganzes Netz betreffen. Netze werden immer kleinteiliger. In der Stadt kann das Bezirke, aber auch einzelne Strassen betreffen. Auf dem Land sind es oft einzelne Dörfer. Lange Zuleitungen beeinflussen die Frequenz ebenfalls.
Abweichungen werden auch in einem Phasenwinkel dargestellt - im Optimal-Fall sollte der NULL sein. Nur - er ist es fast immer nicht.
Ich habe einmal in einem Dorf gewohnt, das über eine offenbar zu schwache Leitung angebunden war. Wenn der Bauer um die Ecke seine Maschinen anwarf, ging nicht nur die Spannung, sondern auch die Frequenz in den Keller. Oft kam es zu einem kurzem Ausfall der Versorgung (im 10tel-Sekundenbereich!). Normale Gerät "merken" das allerdings nicht - Computer schon. Ich habe dann mit einem Laptop gearbeitet - über dessen Akku wurde die Versorgung ja geschützt/gestützt.
Maschienen und auch Leuchtstofflampen sollten eigentlich über einen Phasenausgleich verfügen - im einfachstem Fall ist das ein Kondensator. Bei älteren Bürogebäuten kann man soetwas schon noch sehen: Im Keller, nahe der Stromeinspeisung, gab es einer Batterie von Kondensatoren, die der Blindleistung der Drosseln der vielen Leuchtstofflampen entgegen wirkten... Ob das heute noch der Fall ist??

4) und damit zum Schluss:
- es steht noch immer im Raum, wieso Geräte, die per NetzFrequenz gesteuert werden, im Sommer VORgehen und im Winter NACHgehen.
- mit den hier getätigen Äusserungen und den nachfolgenden Links lassen sich diese Abweichungen leider NICHT erklären.
es gibt nur den Hinweis darauf, dass im Sommer es ein ZUVIEL Strom in Netz gibt und deshalb die Netzfrequenz oberhalb von 50Hz ist. Auch wenn diese Abweichung gering ist, sie ist da und wird offensichtlich NICHT ausgeglichen.
im Winter ist es offenbar andersherum: es gibt ein ZUWENIG von Strom im Netz. Damit ist die Netzfrequenz IMMER unterhalb von 50Hz, wenn auch nur wenig.

und wer rechnen will:
a) Im Sommerhalbjahr gehen meine Uhren 1-2 Minuten pro 7 Tage VOR. Welche Netzfrequenz haben wir im Durchschnitt? (es sind MEHR als 50Hz!)
b) Im Winterhalbjahr gehen meine Uhren 2-5 Minuten pro Woche NACH. Welche Netzfrequenz haben wir? (es sind WENIGER als 50Hz!)
Ach ja: als man damit anfing, Windparks aufzustellen und die ersten großen Solar-Anlagen ans Netz gingen, waren die Abweichungen viel größer!


So, ich hoffe, jetzt genug Verwirrung gestiftet zu haben.
Soll sich jeder selbst seinen Reim darauf machen - ich habe es inzwischen aufgegeben, eine LOGISCHE Erklärung hier zu finden. Deshab bleibe ich bei meinen mechanischen Uhren mit Gewichts- oder Federantrieb und habe da diese Probleme nicht.

mfg
derTeichfloh
 
Bertel

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Hallo,

also ich muss sagen, ich lache mich allmählich kaputt wie hier alles durcheinander geworfen wird.

Die Frequenz eines Kraftwerkes wird nicht geregelt. Das Netz im Europaverbund ist starr und nicht so einfach zu beeinflussen.
Bei Abweichungen von +/- 1% (d.h. 0,5Hz) wurde von der Schaltleitung ein "Frequenzstützbetrieb" angefordert.
Dieser Stützbetrieb wurde manuell eingestellt und dann in MW Frequenzeinfluss (MEGAWATT) angegeben.
Die Frequenzregelung hier im Kraftwerk ging nur in Störfall in Eingriff.
Dann wurde auch nicht die Frequenz geregelt sondern die Drehzahl des Turbosatzes / Generators, was aber gleichbedeutend ist.
Im Störfall wird das Netz per Lastabwurf auf Eigenbedarf abgekoppelt und das Kraftwerk läuft im Inselbetrieb
(für sich ohne öffentliches Netz) also war die Frequenzstarre nicht mehr da. Wir hatten einen Eigenbedarf von 80MW.

übrigens .. 10MW sind Spielzeug, :lol:, unsere Notstromdiesel hatten bereits 4 x 5,5Mw (Deutz Schiffsdieselmotoren)


Sollte in einem Dorf die Frequenz anders sein wie im nächsten, dann hiesse dies die Dörfer sind nicht verbunden.
Solch einen Inselbetrieb wird man in Deutschland nicht finden. Das ist also einfach auf einen Messfehler zurück zu führen.

Die Schätzeisen womit die Frequenz gemessen wird, haben bis zu 5% Toleranz auf das Messergebnis.
Zudem sind die Dinger spannungsempfindlich, d.h. ändert sich die Spannung steigt der Messfehler.

Die Kondensatoren in Leuchtstofflampen dienen auch nicht der Vermeidung von Blindleistung.
Es geht hier einzig und allein um den Stroboskopeffekt der bei rotierenden Teilen sehr gefährlich sein kann.
Die Blindleistung ist dem Normalverbraucher doch sch**** egal.

Die seucherei die ein Umrichter verursacht sollte man hier nicht unterschätzen; @Ramses300 hat damit nicht unrecht!
Diese Spannung wo aus einem Umrichter raus kommt muss man sich mal mit einem Analyser anschauen,
die Zahl der Oberwellen ist gewaltig und die machen den Ärger.

Bei einer Uhr sollte man vielleicht den Aspekt der Luftfeuchte im Sommer/Winter nicht vergessen.
Die Feuchte hat einen recht grossen Einfluss auf mechanische Anlagen.
Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an einen Großkunden, der eine Textilfabrikation besaß.
Die Arbeiter fluchten wie die Brunnenputzer wenn die Luftfeuchte sich schlagartig, durch heftigen Regen, änderte.
Das könnte hier auch einen Einfluss ausüben ... denke ich mir mal.


naja .. ich könnte stundenlang weiter machen ... aber es reicht

Gruß aus einem in Abbau befindlichen Kernkraftwerk . ehemals 1308MW.

Bertel
 
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derTeichfloh

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Hallo Bertel ;-)

nette Erläuterung - und wieder total am Thema vorbei. Wir sind hier wohl etwas zu weit abgewichen....

Aber gut, man lernt nie aus. Was du allerdings schreibst, ist mir neu.
Sind dann alle Berichte im Netz von der Reglung der Netze (siehe auch die Links von VinC und Stromer) sowie die Dokus im Fernsehen falsch???

Da wir hier ins lächerliche abgleiten - wie du ja auch schreibst, ziehe ich mit Stromer gleich und beende die Diskussion.
Ich wollte etwas ergründen und dir nicht als Lachnummer dienen

Gruß,
derTeichfloh
 
Bertel

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Moin,

eigentlich ist mein Beitrag vom Thema her genau passend zur Frage des TS.

Die Frequenz steuert die Synchronuhren, sicherlich, aber bei entsprechend alten Schätzchen kommen halt noch andere
Einflüsse ins Spiel. Mich hat es nur amüsiert wie hier über die Frequenzregelung eines Kraftwerkes spekuliert wurde.
Ich arbeite erst seit 35 Jahren in einem solchen .. :D

Nochmal ... die Frequenz wird nur beim hochfahren (bis zum synchronisieren) und im Inselbetrieb eines Kraftwerkes geregelt. Im Normalbetrieb ist die Frequenz / Netz starr und kann nur im so genannten Stützbetrieb langfristig geändert werden.
Bei uns kam die Anforderung dazu von der Hauptschaltleitung in Brauweiler.
Vorzugsweise in der Nacht oder zu Spitzenzeiten.
Die Fotos zeigen die entsprechenden Bausteine des IBS (Integriertes Blockregel System).
Es sind deutlich die Anzeigeinstrumente zu sehen ... ist halt alles ausser Betrieb.

An den kleinen Instrumenten hing ordentlich was dran, der Turbosatz incl. Generator hatte eine drehende Masse von 725 Tonnen.
 

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BernhardJ

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Also die Motoren der meisten Synchronuhren sind stark genug um auch ein wenig gealtertes Uhrwerk mit gleichbleibender Geschwindigkeit anzutreiben. Die Einflüsse von Temperatur und auch weitgehend Verschleiß der robusten Werke kann man getrost vernachlässigen, sonst würden meine 30-35 Jahre alte Uhren unterschiedliche Fehler aufweisen und das tun sie nicht - sie laufen noch alle gleich synchron mit der Netzfrequenz, also alle gleich falsch. Wenn sie kaputtgehen, dann anders - sie bleiben einfach ganz stehen weil sie irgendwo blockieren und/oder die Motorwicklung brennt durch. Also entweder gehen die zuverlässig gut oder gar nicht.

Das ein Generator erst ans Netz geht, wenn er die entsprechende gerade aktuelle Drehzahl/Netzfrequenz erreicht hat ist mir auch klar. Das allerdings die Frequenz in den Netzen heutzutage mit größerer Amplitude schwankt und auch die Abweichungen länger anliegen als noch vor 10-20 Jahren ist für mich Fakt. Das ein großes Netz schwerfälliger in der Regelung ist, scheint auch klar.

Technisch ist aber eine größere Frequenzgenauigkeit also durchaus drinn, nur wahrscheinlich immer öfter schnuppe. Eine Ausrede in Form "das Netz gibt ja die (falsche) Frequenz vor" zählt eigentlich für mich nicht. Es erinnert mich an ein Kollektiv in dem kein Einzelner für einen Fehler verantwortlich sein will/kann - zugenüge im Berufsleben erfahren. Jeder Generator hat eine eigene Regelung und wenn diese auch entsprechend sorgfältig arbeitet, dann liefe auch das gesamte Netz kaum weg. Man muß es nur wollen und nicht immer auf andere (z.B. Wind-, Sonnen- oder Gezeitengeneratoren) als einzige Übeltäter zeigen...

Grüße - Bernhard
 
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Ramses300

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Also die Motoren der meisten Synchronuhren sind stark genug um auch ein wenig gealtertes Uhrwerk mit gleichbleibender Geschwindigkeit anzutreiben. Die Einflüsse von Temperatur und auch weitgehend Verschleiß der robusten Werke kann man getrost vernachlässigen, sonst würden meine 30-35 Jahre alte Uhren unterschiedliche Fehler aufweisen und das tun sie nicht - sie laufen noch alle gleich synchron mit der Netzfrequenz, also alle gleich falsch. Wenn sie kaputtgehen, dann anders - sie bleiben einfach ganz stehen weil sie irgendwo blockieren und/oder die Motorwicklung brennt durch. Also entweder gehen die zuverlässig gut oder gar nicht.
Die moderneren Synchronuhren haben, soweit ich weiß, eine Wicklung (bzw. Vorrichtung), die es ermöglicht, daß sie von selber anlaufen (alte Modelle muß man anwerfen).
Beim Anlaufen funktionieren sie wie Asynchronmotoren, d.h., je stärker sie belastet werden, umso langsamer laufen sie.
Ein Synchronmotor jedoch läuft streng mit der Drehzahl, welche der Netzfrequenz entspricht.
Wird ein Synchronmotor belastet, dann stellt sich ein Winkel zwischen Ständer- und Läuferfeld ein. Der Motor läuft aber (wie bereits gesagt) immer mit der Netzfrequenz.
Ist die Belastung zu groß, so gerät der Motor aus dem Takt und bleibt schließlich stehen.

Daß eine Synchronuhr also wegen Lagerreibung falsch geht, sollte nicht vorkommen.
 
Bertel

Bertel

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Die moderneren Synchronuhren haben, soweit ich weiß, eine Wicklung (bzw. Vorrichtung), die es ermöglicht, daß sie von selber anlaufen (alte Modelle muß man anwerfen).
Beim Anlaufen funktionieren sie wie Asynchronmotoren, d.h., je stärker sie belastet werden, umso langsamer laufen sie.
Ein Synchronmotor jedoch läuft streng mit der Drehzahl, welche der Netzfrequenz entspricht.
Wird ein Synchronmotor belastet, dann stellt sich ein Winkel zwischen Ständer- und Läuferfeld ein. Der Motor läuft aber (wie bereits gesagt) immer mit der Netzfrequenz.
Ist die Belastung zu groß, so gerät der Motor aus dem Takt und bleibt schließlich stehen.

Daß eine Synchronuhr also wegen Lagerreibung falsch geht, sollte nicht vorkommen.
Dem muss ich im Grunde zustimmen.
Der Polraddrehwinkel darf eine bestimmte Größe nicht überschreiten damit der Synchronmotor nicht aus dem Takt kommt.

Aber,
ich habe es schon erlebt das ein Synchronmotor aus dem Takt kommt und sich selbst wieder "fängt".
Also entweder im nächsten Nulldurchgang wieder sein Magnetfeld findet, oder nach dem stehen bleiben wieder anläuft.
Bei einem geschlossenen System fällt das erst z.B. bei einer plötzlichen Abweichung der Uhrzeit auf.
Wie gesagt, ich habe dieses selbst erlebt. In den frühen 80ern hatte ich einen alten Radiowecker mit Klappzahlen.
Der machte nur ganz leichte Geräusche und die Zeit stimmte plötzlich nicht mehr.
Der Miniatursynchronmotor war in den Lagern komplett ausgelaufen und hatte dadurch immer wieder Aussetzer.

Bertel


p.s.
@Bernhard,
was meinst Du wie die Blindleistung schwanken würde wenn die Frequenzregelung bei Netzkuppelbetrieb im Eingriff wäre?
Das wäre ein dauerndes auf und ab ... die Verantwortlichen der Schaltleitung hätten uns nichts freundliches erzählt!
Also bitte nicht Inselbetrieb (mit Frequenzregelung) und Netzkuppelbetrieb (öffentliches Netz) verwechseln. Das sind 2 ganz unterschiedliche Dinge!
Dieses ist übrigens kein Fingerzeig sondern eine physikalische Gesetzmäßigkeit.
Mit einem einzelnen Kraftwerk gegen den Europaverbund anzufahren ist wie mit einen 10L Eimer das Hochwasser an der Elbe abschöpfen zu wöllen!
Die Sicherheit der Stromversorgung ist nur durch ein großes Netz zu erreichen, dies erkauft man sich dann aber leider durch die Schwerfälligkeit des Giganten.
So kommen auch weit entfernte Störungen zu uns nach Hause. Ich erinnere dabei an den Ausfall der Trasse über den St. Bernhard.
 
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derTeichfloh

derTeichfloh

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Hallo !
@Bertel - du hast ja die Disskusion wieder richtig interessant gemacht.
aber: du scheibst: "Im Normalbetrieb ist die Frequenz / Netz starr und kann nur im so genannten Stützbetrieb langfristig geändert werden."

Ich habe KEINE Uhr mit SynchonMotor, sondern einige mit elektronischem Teiler. Dieser Teiler ist festgelegt und unveränderlich. Die Anzeige hängt also direkt und ohne Mechanik an der Netzfrequenz. Geht die Uhr zu schnell, ist die Frequenz zu hoch - so einfach ist das.
Und alle unsere Erklärungen, auch deine, können das weder wegleugnen noch erklären. Da nützt uns dein Sarkasmus nichts, das wir alle anderen keine Ahnung von Kraftwerkstechnik haben. Auch wenn man soetwas im Netz sehr gut nachlesen kann....

Was ist deine Erklärung?

Ich hatte übrigens einen ZungenFrequenzMesser. Dem ist die Spannung völlig egal(sie bestimmt nur den "Ausschlag" der Zungen) und er hatte eine Genauigkeit von 0,1Hz. (Es gibt auch sehr viel genauere Messgeräte)

ZFM.jpg

Und was die Frequenz angeht:
Verlauf der Netzfrequenz in Westeuropa vom 4. November 2006:
Netzfrequenz_20061104.jpg

Also... was iss nu?

Gruß,
der Teichfloh
 
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