Stowa Armor DU

Diskutiere Stowa Armor DU im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo zusammen, nachdem die Ruhla nicht mehr will erzähl' ich Euch, was danach geschah ... gleich vorweg: Hat auch kein happy end :???: Zum...
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GrafZahl2

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Hallo zusammen,
nachdem die Ruhla nicht mehr will erzähl' ich Euch, was danach geschah ...
gleich vorweg: Hat auch kein happy end :???:
Zum Schrauben hatte ich mir in der bucht eine Stowa Armor geschossen
so sah sie aus



Ich dachte mir, das wär' ne schöne große Armbanduhr...aber sie ist klein !



Nach der Ruhla (Blechspielzeug) und der Ancre (groß und übersichtlich) also die Herasuvorderung miniklein und ein paar Steine

Bei Ranfft und Uhrenbastler erst mal nichts so schnell das Werk gefunden. Zu Stowa und Armor gibt's nix. Ein Kinezle kam sehr nahe ran, hatte aber 17 Steine.
Der Verdacht, der sich dann auch bestätigte, war ein EB1612N

Also Krone raus, Werk raus - ging zum Glücknach hinten, denn so einen kleinen Glasabheber hätte ich gar nicht.
Zeiger ab und Ziffernblatt weg (seitlich geschraubt)



Darunter sah's so aus



Dann den Unruhkloben mit der Unruh weggelegt und danach die Räderwerkbrücke

https://uhrforum.de/attachment.php?attachmentid=190331&thumb=1&d=1293611834

Danach ist der Stiftanker dran



und darunter kommt der extrakloben für das Sekundenrad zutage



Jetzt stört das Minutenrad, also umdrehen und das Rohr abgezugen. Als Abzieher nehme ich ne Pinzette (oder Kornzange wer's mag)



Nochmal ein Größenvergleich (den Dreck sieht man aber auch hier ;)



Jetzt geht's auf der anderen Seite hurtig voran:



und hier sieht man auch die Werkspunze



auf der Vorderseite die Federn



und die Wippe weg



Die Schraube der Feder (wie heißt die, die die Krone hält? ) läßt auch noch ein dickes Platinenteil frei



Vorsichtig hab' ich auch noch dei Stoßsicherung herausgenommen - Unfug, von unten ölen geht ja auch ...



Nun geht's an putzen

Zeiger vorher



und nachher



Brücken und Federhaus



nachher



Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge sah dann schnell so aus:














Jetzt zum Wermutstropfen: Die Unruhwelle hat zuviel Höhenluft. Auf dem Rücken läuft die Kiste prima (ca 20sek/Tag eingeregelt).
Mit ZB unten liegt der Unruhreif auf dem doofen Extrakloben auf. Keine Ahnung, ob ein Zapfen weg ist oder sonst was... bin für alle Tips wie immer dankbar und mache solange mit dem nächsten desaster weiter ... erzähle ich Euch aber erst nächstes Jahr
 
Mücke

Mücke

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Respekt.
Danke für die sehr ausführliche Beschreibung und die vielen Bilder.
Gleichzeitig drücke ich die Daumen für einen guten Abschluss des Projekts!
 
Philclock

Philclock

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Also für deine Ruhla Taschenuhr ist es noch nicht zu Spät!
Ich habe dazu gestern noch was geschrieben.
 
malikka

malikka

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Wenn die Höhenluft der Unruh vorher gestimmt hat, dann hast du bestimmt die Decksteine von der Stoßsicherung verwechselt , oder sogar beide Loch und Deckstein , die sind bei manchen Uhren oben und unten unterschiedlich. Meistens gehört der höhere dickere Deckstein oben hin , das ist oft die Ursache, wenn der Reif auf dem Ankerkloben aufliegt und die Zapfen nicht gekürzt sind . Versuch macht klug.

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Wenn die Höhenluft der Unruh vorher gestimmt hat, dann hast du bestimmt die Decksteine von der Stoßsicherung verwechselt , oder sogar beide Loch und Deckstein , die sind bei manchen Uhren oben und unten unterschiedlich. Meistens gehört der höhere dickere Deckstein oben hin , das ist oft die Ursache, wenn der Reif auf dem Ankerkloben aufliegt und die Zapfen nicht gekürzt sind . Versuch macht klug.
Glück ist, wenn man zusieht, wie die Zeit vergeht, und hofft,daß sie für einen arbeitet . Finck
 
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GrafZahl2

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Hallo Spezialisten,
kann mir jemand sagen, ob die Zeigerreibung bei diesem Werk am Minutenrohr sitzt ?
Hatte die Stowa eigentlich schon abgehakt, aber sie läuft überraschend munter ... nicht totzubekommen .
Meine Mädels sind auch noch scharf auf das Teil ... aber die Zeiger bewegen sich nicht :-(
Uhr stellen geht - und verdächtig leicht :| .
Tippe daher auf Zeiggerreibungsproblem. Muß dann nur das Minutenrohr selbst verengt werden ? Und der Stundenzeiger ?
Gruß, Christof
 
Chro_nos

Chro_nos

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Hallo GrafZahl2.


Die Aufzugwelle betätigt den Winkelhebel. Somit nennt sich die daran anliegende Feder Winkelhebelfeder.

Wenn die Zeigerreibung bei der Uhr zu gering ist, mußt du das Minutenrohr in der Mitte vorsichtig mit einer feinen Zange ganz wenig eindrücken. Dadurch wird die Reibung zwischen Minutenrad und Minutenrohr größer.

Die Bearbeitung des Minutenrohrs darf nur im ausgebauten Zustand vorgenommen werden!

Daß die Reibefläche gefettet werden muß, brauche ich sicher nicht extra zu erwähnen.

Der Stundenzeiger sitzt auf dem Stundenrad. Dieses wird über das Wechselrad vom Minutenrad bzw. Minutenrohr angetrieben. Dort ist also bezüglich der Zeigerreibung kein Eingriff erforderlich.


MfG:
Chro_nos
 
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Thomas_G.

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Hmm, Deine These zur Stoßsicherung ist auch falsch. Von unten ölen ist nicht richtig. Weder die Menge stimmt dann, noch kannst Du die beiden Lagerungen je Seite, Loch- und Deckstein, richtig reinigen. Also wenn dann auch richtig - voll zerlegen, reinigen, Deckstein ein Öltropfen (Möbius 9010), dann einsetzen. Und nicht vergessen, kurz mit Rodico den Zapfen zu reinigen. Hast Du auf beiden Seiten die Loch- und Decksteine installiert? Wenn da etwas nicht stimmt, ist die Höhenluft der Unruh schnell gefunden.
 
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DerUhrmacher

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Also wenn dann auch richtig - voll zerlegen, reinigen, Deckstein ein Öltropfen (Möbius 9010)
Viele Uhrmacher "Ölen durch" - auch ich (u.A. auch Jaeger&LeCoultre, pfuschen ist das also nicht!)
d.H. man reinigt die Stoßsicherungssteine, kontrolliert den Deckstein auf irgendwelche Verunreinigungen auf der glatten Seite (falls vorhanden: Über ein Blatt Papier ziehen, also Deckstein mit der flachen Seite nach unten drauflegen Finger drauf und einige cm unter Drücken bewegen), Loch und Deckstein ineinander stecken, rumdrehen, dass die Lageröffnung nach oben zeigt und mit einem Automatischen Ölgeber (vorher die Ölmenge einstellen, am Fingernagel testen, wie groß der Punkt wird) ölen (Also die Spitze vom A-Ölgeber in die Lagerbohrung stecken und "abdrücken").

Wie gesagt, J&L macht das auch so und dort habe ich das auch gelernt, somit ist diese Ausführung über jeden Zweifel erhaben :-P

Ich hoffe, die Erklärung ist verständlich. Ob und wie das ganze mit einem normalen Ölgeber geht, weiß ich nicht - sorry
 
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Thomas_G.

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Ja - wenn man vorher gereinigt hat und den automatischen Ölgeber hat! Hier las sich das eher nach Arbeitsbeschaffung, schon nur zum Reinigen das ganze zu zerlegen. Und ganz ehrlich: Wenn ich bei einer normalen Uhr die Spirale nicht entferne zur Revi, ist vor allem das Lager am Unruhkloben besser durch zerlegen und einzeln ölen zu revidieren. Es soll allerdings eben auch Leute geben, die nur nachölen ohne zu reinigen... Und darauf zielte meine Beschreibung ab.

--- Nachträglich hinzugefügt ---

@ Rostfrei: Was hast Du gegen Rodico, ist das erste Mal, das ich negatives lese? Von hundert Uhrmachern, die ich kenne, nutzen es mind. 99. So setze ich grundsätzlich Loch- und Deckstein an ihren Platz - funktioniert sehr gut. Was spricht dagegen?
 
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GrafZahl2

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...das Ding macht mich noch kirre...
Habe das Minutenrohr verengt - meinem Seitenschneider hab' ich dabei nicht über den Weg getraut, hab's dann zwischen 2 Flachpunzen der Triebnietmaschine mit leichtem zusammenklopfen gemacht. Schien auch soweit ok. Zeigerstellen geht jetzt schwerer... tickern tat sie auch noch. Zur kontrolle mal Minutenzeiger drauf - dreht.:super:
Dann nochmal die Lagerung der Unruh kontrolliert. Stimmt - die Sicherung war nicht richtig drin:???:. Nun tickert sie in allen Lagen.
Also freu :D und alles wieder zusammengebaut. Uhr stellen ... horchen ... tickert noch.

Nun .. .1-2h später geht sie mächtig nach:shock:. Wenn ich sie hin und her bewege, dann kommt's auch mal vor, daß sie stehen bleibt :-( was ist denn nu' schon wieder ?
 
Rostfrei

Rostfrei

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@Thomas_G
Gegen Rodico spricht einiges. Erstens verändert es die Oberflächenspannung von Stoffen -> Öle und Fette verlaufen schneller und zweitens hinterlässt es immer kleine Rückstände (Schau Dir mal mit Rodico behandelte Stellen unter einem Mikroskop an)
 
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Thomas_G.

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Die Rückstände hängen jedoch davon ab, wie frisch die Masse ist, und wie man sie einsetzt: Reiben oder Tupfen. Mit Tupfen habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht. So habe ich es auch von einem Uhrmachermeister gelernt. Wie es die Oberflächenspannung verändern kann, ist mir physikalisch nicht recht klar, dazu ist der Eingriff am Material eigentlich zu gering.

Mich würde dann interessieren, mit was Du arbeitest, um Abdrücke, ein zuviel an Öl, leichte Anlaufspuren auf Rädern, o.ä. entfernst. Möglicherweise ist das ja etwas, was ich übernehmen kann, ich würde mich freuen.
 
Rostfrei

Rostfrei

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Nun ja primär so arbeiten, dass man nirgendwo zuviel Öl hat; ansonsten mit einem Putzholz aufsaugen bzw. neu Reinigen.
Vom Arbeitsablauf ist es sowieso sinnvoller die Teile vorher mit einem Putzholz anständig zu säubern, anstatt nach der Reinigung festzustellen, dass nur vom bloßen Spülen in der Reinigungslösung nicht alle Verunreinigungen rückstandsfrei entfernt wurden.
Ich nutze auch Rodico, aber ausschliesslich für Zifferblätter und Quarzuhrrotoren.

Auch bei vielen Uhrenherstellern ist Rodico im Service tabu.
 
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