Stoßbelastungen von mechanischen Uhren

Diskutiere Stoßbelastungen von mechanischen Uhren im Herrenuhren Forum im Bereich Uhrentypen; Liebe Gemeinde! In einem anderen Thema Radfahren und mechanische Uhren erlaubte ich mir folgendes zu schreiben: Zitat von derschneider...

derschneider

Gesperrt
Themenstarter
Dabei seit
06.03.2010
Beiträge
602
Ort
weißwurschtzentrale sowie Insprugg
Liebe Gemeinde!
In einem anderen Thema
Radfahren und mechanische Uhren
erlaubte ich mir folgendes zu schreiben:

Zitat von derschneider
Vermutlich ist auch die Richtung der Belatung auf die Uhr entscheidend.
a in Achsrichtung der Wellen, oder
b quer zu den Lagern?

Ein Mitglied antwortete:

Ich lege diese Frage mal unter "Mumpitz" ab und werde mir für die Zukunft überlegen, ob ich Dich ernst nehme oder besser nicht.

Was nun?

Ist die Richtung der Belastung egal?

Danke für Eure Antworten
derschneider
 

La_Montre

Dabei seit
21.03.2010
Beiträge
1.216
Ort
Bodensee-Region
Hallo!

Ich weiß, welches Mitglied Du meinst. Ich würde seine "Antwort" so interpretieren, dass er die ganze Frage für überflüssig hält; oder anders gesagt: dass die Richtung der Belastung also keine Rolle spielt (was in seinen Augen so selbstverständlich zu sein scheint, dass er Deine Frage als "Mumpitz" bezeichnet hat). Andernfalls hätte er wohl eine andere Antwort gegeben.
 

uhr_10

Dabei seit
02.10.2010
Beiträge
1.654
:klatsch: 8-)

In einem anderen Thema
Radfahren und mechanische Uhren
erlaubte ich mir folgendes zu schreiben:

Zitat von derschneider
Vermutlich ist auch die Richtung der Belatung auf die Uhr entscheidend.
a in Achsrichtung der Wellen, oder
b quer zu den Lagern?

Ist das jetzt aus dem Zusammenhang gerisssen, oder ist/war das schon die Frage?

1) Eine Formulierung axial od. radial ist technisch eindeutig.
2) Entscheidend - ja, aber wofür entscheidend??

Und ich gebe noch ein "s" aus ... :-D
 

psyche-delic

Dabei seit
01.02.2010
Beiträge
2.191
Ort
Bochum
Na, ich tippe mal, Stoß von der Seite oder von oben bzw. unten.

Das wird gemeint sein.

Oder?
 

Aeternitas

Dabei seit
23.06.2009
Beiträge
9.776
Bitte Zitate kennzeichnen und Quellenangabe korrekt hinzufügen...so wie es der akademische Standard ist...

...wo kämen wir denn hin...?

:D
 
S

SteveMcQueen

Gast
1) Eine Formulierung axial od. radial ist technisch eindeutig.
2) Entscheidend - ja, aber wofür entscheidend??

Wenn's richtig rummst, ist das völlig nebensächlich. Und von "richtig rummsen" war im betreffenden Thread die Rede - heftiger Sturz oder unfreiwilliger Kontakt mit Werkzeug. Deswegen wirkte die Frage auf mich wie Schabernack.

Also: Wenn es nur ein bißchen rummst, mag die Wirkungsrichtung eine Rolle spielen. Das weitere Ausmaß der optischen Beschädigung ist schlichtweg davon abhängig, auf welchen Gehäuseteil die verursachende Kraft einwirkt. Die Wirkungsrichtung ist dann aber - vom Glas abgesehen, gewölbte haben z. B. eine andere Spannungsverteilung als ebene Gläser, Plexiglas ist weicher als Mineralglas ist weicher als Saphirglas - in den meisten Fällen relativ egal.

Neben optischen Schäden an Glas oder Gehäuse, von der Zeigerwelle abfallende Zeiger etc. dürften in diesem Fall die Auswirkungen auf das Werk vermutlich (leider konkretisiert derschneider das nicht weiter) gemeint sein. Leichte Stöße fängt - zumindest auf die Unruh bezogen - die Stoßsicherung des Unruhzapfens ab. Als stosssicher gilt eine Uhr, wenn sie einen Fall von 1 Meter Höhe auf Eichenholzboden ohne Beschädigung und gestörtes Gangbild übersteht und keine gößere Gangabweichung als 60 Sekunden pro Tag aufweist. Alleine aufgrund der Stoßsicherung sind Alltagstätigkeiten also vollkommen unkritisch.

Grundsätzlich sind Werke natürlich nicht schwingend im Gehäuse aufgehängt, insofern könnte die Richtung der Belastung theoretisch durchaus eine Rolle spielen. Allerdings fängt ja das Gehäuse die Kraft überwiegend auf und splittet, zerkratzt oder verformt. Wie ich im anderen Thread (da ging es um's Fahrrad fahren mit Automatikuhr) schon schrieb, ist die Uhr vor allem dann gefährdet, wenn die wirkende Kraft nicht abgeleitet werden kann. Das passiert zunächst über den Körper und erst dann über die Uhr bzw. das Gehäuse oder das Armband und nur wenn's ganz dumm läuft, leidet bei kleineren Stößen und Schlägen direkt das Werk.

Ein gutes Beispiel: Man bleibt mit dem Armband irgendwo hängen. Erst schneidet es in die Haut, dann reißt das Armband durch und dann fällt die Uhr runter. Das Gehäuse oder das Werk werden erst durch den Fall Schaden nehmen.
 

mecaline

Dabei seit
09.03.2007
Beiträge
10.437
Bei der Frage fällt mir immer die IWC Ingenieur ein, bei der die Legende sagt, das aktuelle Modell könnte man auch als Golfball nutzen :shock:

Aber wir haben ja hier auch schon Ploprofs rosten sehen :D
 

Aeternitas

Dabei seit
23.06.2009
Beiträge
9.776
Meine bescheidene Meinung: Stöße in Richtung der Achse sind weniger problematisch wie Stöße seitlich, oder in einem Winkel zur Achse. Gefährdet sind Rotor und Lager dazu und- trotz Stoßsicherung- die Unruh, denn selbst wenn die Welle ok ist, so kann der Reif einen Schlag haben- nicht selten schon gesehen.
 
S

SteveMcQueen

Gast
Meine bescheidene Meinung: Stöße in Richtung der Achse sind weniger problematisch wie Stöße seitlich, oder in einem Winkel zur Achse. Gefährdet sind Rotor und Lager dazu und- trotz Stoßsicherung- die Unruh, denn selbst wenn die Welle ok ist, so kann der Reif einen Schlag haben- nicht selten schon gesehen.

Jupps, liegt absolut im Bereich des möglichen. Zu einer Aussage, dass Stöße in die eine oder andere Richtung weniger "gefährlich" sind, mag ich nicht kommen. Wie würde ein Jurist sagen? "Es kommt darauf an." ;)
 

carpediem

Dabei seit
20.01.2008
Beiträge
24.933
Na bitte. Geht doch. Und in Zukunft bitte den "Mumpitz" bleiben lassen. (u.a)
Ich lege diese Frage mal unter "Mumpitz" ab und werde mir für die Zukunft überlegen, ob ich Dich ernst nehme oder besser nicht.

Das ist mindestens nicht nett.

Grüße...carpediem
 
Zuletzt bearbeitet:

marfil

R.I.P.
Dabei seit
02.03.2008
Beiträge
8.731
Ort
Wien
Bei der Frage fällt mir immer die IWC Ingenieur ein, bei der die Legende sagt, das aktuelle Modell könnte man auch als Golfball nutzen :shock:

Aber wir haben ja hier auch schon Ploprofs rosten sehen :D

Dazu die passende Originalaussage:

Zitat IWC:
Das Cal. 80110 wurde wie kein anderes zuvor durch die Hölle des hauseigenen Versuchslabors geschickt. Über 100 Basiswerke wurden bei härtesten Schlagtests, bei extremer Kälte- und Hitzeeinwirkung systematisch «verbraucht» – mit dem Ziel, die Lebensdauer des Serienwerkes zu erhöhen. Zum Crash-Programm gehörten zum Beispiel 60 000 Schläge hintereinander, bei denen das 500fache Gewicht auf das Uhrwerk einwirkt. Oder sogar extreme Schocks mit dem 5000fachen Gewicht. Und jedes Mal wurde das Werk danach zerlegt und
analysiert. All diese Messreihen, die sogar das Drehmoment für jede noch so kleine Schraube bei der Montage festlegen, sind in das neue Uhrwerk eingegangen. «Man kann damit ohne weiteres auch Golf spielen», sagt Kilian Eisenegger.
 

Kai B.

Dabei seit
17.10.2010
Beiträge
392
Es wird sich hier hauptsächlich auf das Werk bezogen. Dies ist aber nicht allein der Belastung ausgesetzt. Je nachdem, wo die Stöße landen (Glas, Krone, Lünette), kann auch die Dichtigkeit der Uhr nicht mehr gegeben sein.
 

uhr_10

Dabei seit
02.10.2010
Beiträge
1.654
Meine bescheidene Meinung: Stöße in Richtung der Achse sind weniger problematisch wie Stöße seitlich, oder in einem Winkel zur Achse. Gefährdet sind Rotor und Lager dazu und- trotz Stoßsicherung- die Unruh, denn selbst wenn die Welle ok ist, so kann der Reif einen Schlag haben- ...

Das sehe ich genauso. Gilt auch wenn die Stosssicherung in die Anschläge kommt.
 

Giovanni

Dabei seit
15.07.2008
Beiträge
2.916
SteveMcQueen: ... fängt ja das Gehäuse die Kraft überwiegend auf und splittet, zerkratzt oder verformt.

Haarspalterisch. Das soll ein Schutz für's Werk vor Fehlgang sein? Was nützt der Bremsweg eines Kratzers im Gehäuse von beispielsweise 100.000 nm Tiefe, wenn die ursächliche Be- oder Entschleunigung Unruhspirale oder Unruh aus der Bahn wirft. Kommt doch schon beim kratzerlosen Postversand vor, muß man hier nur mal im Werkstattforum mitlesen. Es gibt eben "unglückliche" Schläge, die sich abseits der Normierung abspielen.

Was die Richtung der Kräfte angeht, dürften gerade die Teile des (in Bewegung befindlichen) Hemmungssystems unterschiedlich reagieren.
 
S

SteveMcQueen

Gast
Es ist nicht auszuschließen, dass ein unglücklicher Schlag oder Stoß Auswirkungen auf's Werk und auf's Gangverhalten haben kann. Keinesfalls. Ohne Zweifel ist das Ausmaß des Schadens dann davon abhängig, welche Kraft auf welches Bauteil wirkt. Auch da kein Widerspruch. Letztendes sind das aber die Fälle, die man nicht ausschließen kann, die aber einen vergleichsweise kleinen Anteil an der Summe der Werksschäden ausmachen. Das hier immer wieder andiskutierte vermutete Alltagsphänomen, das normale Alltagstätigkeiten eine Schädigung des Werks verursachen, kann mMn aber mit mehr als hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden. Das technische Konzept hätte sich sonst bereits vor Jahrzehnten selbst ad absurdum geführt.
 

Giovanni

Dabei seit
15.07.2008
Beiträge
2.916
Im Grundsatz sind mechanische Uhrwerke stabiler im Sinne von langlebig, als man es fassen kann, kein Streit nötig.

Ich habe daher den (wiederholten) Fahrradfaden nicht gelesen, da ich weiß, daß zB ein Lemania 5100 jahrelang jährliche Rennradstrecken von paar Tausend Kilometern aushält, was bei 8 bar Reifenluftdruck, Dämpfung nur mittels der Biegsamkeit von Gabel, Alu-Lenker und einer Lage Stofflenkerband mehrfach stressiger ist für's Material als Bergabrollen mit fetten halbplatten Reifen und ölgedämpften Gabeln ;)

Aber gegen die garnicht wahrgenommen "unglücklichen" Schläge hilft wohl dauerhaft nur Quartz.
 
S

SteveMcQueen

Gast
Von Streit keine Spur, Hans, wir sind vollständig beieinander. Ich trage seit über 15 Jahren ausschließlich mechanische Uhren, angefangen von "sehr günstig" bis mittlerweile "recht teuer", und hatte niemals Probleme dieser Art, trotz intensivem Radfahren, Heimwerken, Klatschen, Wintersport, Holzhacken, Gartenarbeit, Golfen, Sauna, Dampfbad, Tropentrips, Achterbahnfahren etc. etc.

Außer bei einer als "ungetragen" erworbenen GP, bei der der Werksschaden auf Schlag oder Stoß zurückgeführt werden kann - sagt jedenfalls GP Deutschland. Wirklich nachvollziehen, was die Ursache des Defekts war, lässt sich aber natürlich nicht. Ist außerdem ein anderer Thread...
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

marfil

R.I.P.
Dabei seit
02.03.2008
Beiträge
8.731
Ort
Wien
Was nützt der Bremsweg eines Kratzers im Gehäuse von beispielsweise 100.000 nm Tiefe, wenn die ursächliche Be- oder Entschleunigung Unruhspirale oder Unruh aus der Bahn wirft.

Hallo,

da hilft beispielsweise sowas...(wer das baut schreib ich jetzt mit Rücksicht auf Steffen nicht.....:D)

Die große Unruh hat ein Trägheitsmoment von 11,5 mg cm2 und ist damit solide genug, auch bei Erschütterungen mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde zu ticken. Die Unruh wird über Ausgleichsschrauben im Ring justiert. Es gibt keinen Rücker, der sich bei starken Stößen verstellen könnte. Der Spiralklötzchenträger wird mit zwei Schrauben statt mit nur einer fixiert. Um die Spiralfeder herum wurde eine Sicherheitsbande gebaut, die die Bewegung der Feder bei extremen Schlägen einschränkt. Zur Stabilisierung der Unruhbrücke haben die Uhrmacher sie auf zwei Seiten verschraubt. Die Komponenten der Hemmung und die Spiralfeder bestehen aus Silizium, jenem leichten, festen und amagnetischen Werkstoff, und werden in höchster Präzision durch die sogenannte Wafer-Technik hergestellt.
 
S

SteveMcQueen

Gast
Das ist mir total wurst, wer das baut. Wird wohl der Welt einzige Spitzenmanufaktur ohne Fehl und Tadel, also JLC, sein wenn's von Dir kommt. Bestimmt spielst Du auf die preislich extrem erschwingliche Master Compressor Extreme LAB 2 "Tribute to Geophysics" an, die Du gelegentlich aus der Kiste holst.

Fakt ist, dass solche Konstruktionen technisch interessant sein mögen, sie aber kein Otto Normalverbraucher benötigt, um eine dem Alltagsbetrieb gewachsene mechanische Uhr zu bekommen. Aber schön, dass sich immer wieder jemand findet, der mit großem technischen und finanziellen Aufwand Lösungen für Probleme findet, die in der Praxis kaum eine bis gar keine Rolle spielen. ;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Thema:

Stoßbelastungen von mechanischen Uhren

Stoßbelastungen von mechanischen Uhren - Ähnliche Themen

Eine Manufaktur-Uhr zu Weihnachten und endlich die Vorstellung ! ROKR RB-LK501: Hallo zusammen, weise Männer haben was zum Thema "Uhrenverschenken" geschrieben, meine Ehefrau hat aber absolut den Vogel abgeschossen und mir...
Kaufberatung Kaufberatung für die erste mechanische Uhr: Guten Tag, ich bin schon längere Zeit stiller Mitleser, habe mich jedoch jetzt angemeldet um evtl. noch 1-2 Uhrenmodelle kennen zu lernen auf die...
Mein Einstieg in die Welt der mechanischen Uhren - Steinhart Ocean 39 Vintage GMT Pepsi: Hallo zusammen! Ich lese jetzt seit einiger Zeit still mit und liebe es mir die Vorstellungen von neuen Uhren durchzulesen und dachte, ich könnte...
Dieselbe Uhr? Sinn 757 Diapal: "Alte Liebe rostet nicht", sagen die Leute. Sie tut es auch nicht. Es ist wider ihre Natur. Ich drehe sie noch einmal in meiner Hand. Das...
Das Phänomen der Uhren zum Chinesischen Tierkreis: (Achtung lang. TLDR: Die Ochsen- und Rattenuhren könnten die Zukunft des Uhrenbaus sein ;) Nachdem am 12. Februar (glaub ich, nach kurzem...
Oben