Storchen- u. Kranichdorf Linum

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Frankman

Frankman

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Nördliches Berliner Umland
Hallo Naturfreunde,

letztens war ich Augenzeuge eines beeindruckenden Naturschauspiels.
Als Kostprobe dieser Bericht, den Ihr neben Fotos und weiteren Infos hier findet. http://berlin.nabu.de/m03/m03_02/

Wo kann man das beeindruckende Schauspiel massenhaften Vogelzugs besser erleben als im Rhinluch?
Ein neues Rekordjahr 2007 zeichnet sich ab!

Inzwischen ist bereits die schier unglaubliche Menge von über 60.000 Kranichen an den Linumer Teichen eingetroffen, wie um zu bekräftigen, das dies ihr größter Binnenrastplatz in Europa sei. Und hinzukommen noch 47 000 Bläss- und Saatgänse – ein atemberaubendes, gigantisches Naturspektakel!
Sie alle kommen aus ihren Brutgebieten in Nord- und Nordosteuropa, um vor dem Weiterflug in die Winterquartiere noch mal Kraft zu tanken, und es werden wohl deshalb Jahr um Jahr mehr, weil die gesamte Region des Havelländischen und Rhinluchs den Tieren einfach ideale Bedingungen bietet: Auf den abgeernteten Maisfelder gibt’s Speise in Hülle und Fülle und dass zum Kranich-Management auch die Anlage von Extra-Futterplätzen gehört, um die Gäste von frisch eingesäten Äckern abzulenken, scheint sich unter den Vögeln ebenso immer mehr herumzusprechen wie die Tatsache, dass die Schlafgewässer im Linumer Teichgebiet wohlgeschützt sind.

Längst haben haupt- und ehrenamtliche NaturschützerInnen auf die alljährlich steigenden Zahlen der Rastvögel reagiert: Alle Teiche bleiben bis zum Winter bespannt, und weite Wiesenflächen wurden überflutet, um noch zusätzliche Schlafgelegenheiten zur Verfügung zu stellen. Kraniche nämlich bevorzugen Schlafen mit nassen Füßen, denn ein Wasserbett hält ungebetene Gäste fern. Mit den Kranich- und Gänsescharen wachsen auch die der BesucherInnen, so dass die Absperrung bestimmter Wege desto notwendiger wird, um die rastenden Tiere vor Störungen zu bewahren.
Allabendlich so ab halb sechs beginnt das Schauspiel der aus allen Himmelsrichtungen einfliegenden Vogelgeschwader. Neben dem optischen hat dies auch einen wunderbaren akustischen Reiz, der nicht so leicht vergessen wird.
Während die Gänse meist gleich auf den Wasserflächen landen, schweben die Kraniche zu Vorsammelplätzen, wo sie dicht an dicht noch bis zum Dunkelwerden beisammen stehen. Sodann kann es vorkommen, dass sich nochmals mehrere Hundertschaften zugleich erheben, um in einem der Teiche ihren endgültigen Schlafplatz einzunehmen. Im verglimmenden Abendrot sehen wir noch einmal die schlanken Silhouetten der edlen Vögel, hören die gutturalen Rufe der alten und das durchdringende Pfeifen der diesjährigen Jungkraniche.
Auch wenn es schließlich dunkel ist und über den Teichen unzählige Sterne blinken, wie sie ein kunstlichtverschmutzter Stadthimmel niemals zeigt, kehrt keine Ruhe ein, und die auf unebenen Feldwegen in Richtung Parkplatz tappenden BesucherInnen vernehmen noch aus weiter Entfernung ein merkwürdig anrührendes Konzert unzähliger Kehlen.
(Bericht von NABU mit Dank ausgeliehen)

Seht auch hier http://www.maerkische-naturfotos.de/linum/kranichzug.html

Unbedingt lesenswert

Gruß Frankman
 
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