Standuhrwerk (Material)

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uri3047

uri3047

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Hier stell ich Euch ein Standuhrwerk vor,welches wahrscheinlich Aluminium hergestellt wurdeWeihnachten 2012 045.JPG

Diese Material wurde bestimmt zu Nachkriegszeiten verwendet,trägt aber die Kennung von JunghansWeihnachten 2012 046.JPG

Als Räderlager wurden Messingbuchsen eingepresst,da ein Kettenradlager eingelaufen war und ersetzt werden mußte,ar das Grundmaterial (Alu) sehr weich bzw zäh,es ließ sich sehr schlecht aufreiben
Weihnachten 2012 047.JPG
der rechte Stempel ist mit Mod 1915 gezeichnet,ich denke das ist das Herstellungsjahr
Weihnachten 2012 048.JPG
 
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Eifeluhr

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Hallo Uri,

das Firmenzeichen ist von Gustav Becker. Was mich stört, ist die Tatsache, das die Platine aus Aluminium sein soll...wurde meines Wissens nach nie gebaut. Da das Herstellungsjahr eventuell 1915 war, kann die Uhr nicht aus der Nachkriegszeit stammen, da der Krieg von 1914-1918 ging....
Bei Lenzkirch Uhren ist bekannt, das mal der original Firmenstempel in der Bucht versteigert wurde. Ob das bei GB auch so war/ ist weiß ich nicht. Selbst in der schlechten Zeit hat man bei GB bzw. Junghans Messing verwendet, aber nicht mehr als Vollplatine.

Ich würde vermuten, das die eine Fälschung, bzw. Nachbau ist. Auch ist keine Seriennummer vorhanden, bzw der Schriftzug " Silesia".

Ein scharfes Bild des Firmensiegels in hoher Auflösung wäre hilfreich, der obere Teil des Siegels "gefällt" mir nicht.

P112 ist die Pendellänge in cm

MOD könnte auch für Modell stehen.



--- Nachträglich hinzugefügt ---

PS: Auch der Anker ist etwas seltsam, normalerweise sind die beiden Ankerträger einfach und nicht doppelt...

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Firmenzeichen GB nach 1900



Firmenzeichen als GB noch eigenständig war (1870)
Hier sind die Ankerträger doppelt.



Auch fällt mir auf das die Bezeichnung der Pendellänge unterschiedlich groß geschrieben ist, Großes "P" und kleine "Ziffern". Die waren eigentlich gleich groß.

Gruß

Patrick

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Die unterschiedliche Schriftgröße scheint es bei Standuhren gegeben zu haben. In der Bucht sind zwei Standuhren im Angebot, welche das gleiche Werk haben, wie Deine, nur nicht aus Alu. Auch das Firmenzeichen scheint mit Deinem übereinzustimmen....genau wie die Zeiger.

http://www.ebay.de/itm/Tolle-Standuhr-Nussbaum-Gustav-Becker-um-1915-/380557952537?pt=Mobiliar_Interieur&hash=item589b058619#ht_500wt_971

http://www.ebay.de/itm/Gustav-Becker-Standuhr-in-Eiche-furniert-aus-der-Zeit-um-1920-/300853886827?pt=Mobiliar_Interieur&hash=item460c49ff6b#ht_12373wt_1701

Alles scheint zu stimmen, ausser das Aluminium....
 
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uri3047

uri3047

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Hallo Patrick !
Also ich glaube das diese Standuhr echt ist,denn es gehört einer älteren Dame (Erbstück).Ich muß zugeben das das Material erst gelblich aussah und dann nach der Reinigung diesen Farbton angenommen hat,wie ich eben so bin will ich alles immer etwas aufhübschen und habe die Platine mittels Schabelscheibe aufgearbeitet ! wann und ob diese Werke hergestellt wurden ist fraglich !

es ist definitiv kein Messing ! es kann auch irgend ein Guss sein !:shock:

so was ähnliches hatte ich schon bei alten Weckern gesehen,auch bei neuen China-Regulatoren wird heute weiches Material verwendet !

gruß uri





eigendlich kenne ich mich mit solchen Großuhren aus aber so einehatte ich noch nicht :super:
 
detlef

detlef

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Hallo uri !
Beim Bohren,Gewindeschneiden oder auch Reiben von Aluminium verwende ich immer Spiritus als Schmiermittel dann reißt es nicht so und die Flächen werden schön glatt.Der Tip stammt von einem alten Dreher mit dem ich einige Zeit zusammen gearbeitet habe:super:
Mfg.Detlef!
 
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Eifeluhr

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Hallo Uri,

Die Platinen wurden früher gewalzt. Deine Platine sieht auch nicht nach Guss aus. Sie hat, wie die Messingplatinen auch, die Riefen (Rillen,Kratzer) senkrecht verlaufend.

Wenn Du meine beiden Macroaufnahmen des Firmenzeichen anschaust, dann sieht man auch, das die Platine der jüngeren Uhr auf dem Foto alufarben erscheint. Beide Bilder habe ich gestern unter gleichen Bedingungen gemacht. Messing besteht ja aus Kupferlegierungen, welche je nach Mischungsverhältnis unterschiedliche Farben aufweisen, normalerweise aber nicht in Richtung Aluminium.

Ich werde einen kleinen Versuch machen und hier dann Berichten.



Hab einen Teil der Platine mit Essig und Salz poliert. Das Original sieht unter Halogenlicht schön hellgoldfarben aus. Das angehängte Foto ist mit Blitz gemacht.


Messing besteht aus einer Legierung von Kupfer und Zink. Je höher der Zinkgehalt, desto heller ist das Messing. Da Deine Standuhr aus etwa der gleichen Zeit stammt, wie mein Versuchsuhrwerk ist davon auszugehen, das aufgrund der schlechteren Wirtschaftlichen Verhältnisse die Firma GB mehr Zink verwendet hat, da dieses deutlich billiger war als Kupfer. Wenn morgen die Sonne scheint, mache ich mal ein Bild ohne Blitz, mal schauen, ob es dann immer noch wie Alu aussieht.

Das ältere Werk stammt ja aus der besten Zeit von GB, da wurde nur auf Qualität geachtet, da spielte der Preis eine untergeordnete Rolle.

Gruß

Patrick

PS: Sind Deine Bilder mit oder ohne Blitz?
 
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Rainer Nienaber

Rainer Nienaber

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In "Kriegszeiten" war Messing rationiert, da es für Munitionshülsen gebraucht wurde.
Da wurde schon mal auf Alu oder Zinkdruckguss ausgewichen. Oft sind auch die Kettenräder aus diesem Material.
 
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