Uhrenbestimmung Standuhr um 1870 - Werk aus Frankreich

Diskutiere Standuhr um 1870 - Werk aus Frankreich im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo Uhrenfreunde! Normalerweise tummel ich mich eigentlich nur bei den Armbanduhren hier im Forum herum. Ich möchte aber Euch diese Standuhr...
gufi

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Hallo Uhrenfreunde!

Normalerweise tummel ich mich eigentlich nur bei den Armbanduhren hier im Forum herum.

Ich möchte aber Euch diese Standuhr von ca. 1870 zeigen. Es handelt sich hierbei um ein Familienstück.

Was ich dazu weiß:

- das Werk wurde von Frankreich nach Deutschland gebracht (um 1870)
- das Schlagwerk läutet bei den vollen Stunden zweifach (Repitionswerk; ist das korrekte Begriff hierfür?), also um 12 Uhr 24 mal und das ziemlich laut ;-)
- der Korpus wurde von einem Dorfschreiner gefertigt (ich vermute Kirschholz)

Über nähere Informationen zu dieser Uhr wäre ich sehr dankbar. Auch wenn kein Verkauf geplant ist, würde mich auch interessieren, was man auf dem Markt für solch eine Standuhr bekommen könnte; ich kenne mich auf diesem Gebiet gar nicht aus.

Ich hoffe, die Bilder vom Werk sind hilfreich:
 

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Uhrmacher11

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Hallo,
Also ich denke die Uhr ist kein Serienprodukt, und ist
auf jeden Fall weit vor 1900 gebaut.
Das Werk ist wenn ich das soweit richtig gesehen habe ein
Comtoisewerk, also ein typisch französiches Werk.
 
Spindel

Spindel

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Hallo gufi,
Normalerweise tummel ich mich eigentlich nur bei den Armbanduhren hier im Forum herum.
das hier ist doch ein Uhrforum oder?
Ja es ist eine Comtoise und das Baujahr dürfte mit 1870 stimmen Ankergang mit Hähnschen Gong.Sehr schönes altes Teil .
Repetierung nach zwei Minuten ist völlig o.k.
Aber laut dürfte sie nicht sein eher zarter Schlag,das hat die Uhren ausgezeichnet.
Preis na ja ca. ab 600 € Schätzungsweise.Wenn alles original ist.Was steht hinten auf der Platine?
Gruß Roland
 
gufi

gufi

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@ Uhrmacher11 & Spindel:

Danke Euch beiden. Dann scheint ja die Geschichte zur Uhr, so wie sie meine Mutter in Erinnerung hat, zu stimmen. Es ist tatsächlich eine sehr schönes Stück. Es stand bis Anfang der 1970er auf einem bäuerlichen Anwesen und dann bei uns daheim in der Wohnung; somit hat es mich im Laufe meiner Kindheit begleitet.

Verkauft wird es garantiert nicht; aber es hat mich einfach interessiert, was so etwas Wert sein könnte. Bei Armbanduhren könnte ich so etwas selbst einschätzen, aber bei solchen Standuhren kenn ich mich gar nicht aus. Original müsste eigentlich schon alles sein; höchstens dass im Laufe der Jahrzehnte bei einer Reparatur etwas getauscht wurde.

Waren solche Werke zur damaligen Zeit öfters Einzelanfertigungen oder wie muss ich mir das vorstellen?

Das mit dem lauten Schlag habe ich so in Erinnerung, ich kann mich da auch täuschen. Das Schlagwerk wurde schon länger nicht mehr aufgezogen. Es ist übrigens erstaunlich, wie schwer diese Gewichte sind.

Ich werde übers Wochenende schauen, ob ich noch irgenwelche Schriftzüge entdecken kann.

Vielen Dank erstmal.
 
U

Uhrmacher11

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@ Uhrmacher11 & Spindel:

Danke Euch beiden. Dann scheint ja die Geschichte zur Uhr, so wie sie meine Mutter in Erinnerung hat, zu stimmen. Es ist tatsächlich eine sehr schönes Stück. Es stand bis Anfang der 1970er auf einem bäuerlichen Anwesen und dann bei uns daheim in der Wohnung; somit hat es mich im Laufe meiner Kindheit begleitet.

Verkauft wird es garantiert nicht; aber es hat mich einfach interessiert, was so etwas Wert sein könnte. Bei Armbanduhren könnte ich so etwas selbst einschätzen, aber bei solchen Standuhren kenn ich mich gar nicht aus. Original müsste eigentlich schon alles sein; höchstens dass im Laufe der Jahrzehnte bei einer Reparatur etwas getauscht wurde.

Waren solche Werke zur damaligen Zeit öfters Einzelanfertigungen oder wie muss ich mir das vorstellen?

Das mit dem lauten Schlag habe ich so in Erinnerung, ich kann mich da auch täuschen. Das Schlagwerk wurde schon länger nicht mehr aufgezogen. Es ist übrigens erstaunlich, wie schwer diese Gewichte sind.

Ich werde übers Wochenende schauen, ob ich noch irgenwelche Schriftzüge entdecken kann.

Vielen Dank erstmal.
Also Comtoise Uhren waren soweit ich weiß keine Einzelanfertigungen, sondern es
gab wie im Schwarzwald eine regelrechte Uhrenindustrie.
Ebenso waren die Comtoise Uhren für Bauern, Handwerker,
also Leute mit wenig Einkommen gedacht.
Die Uhren wurden so hergestellt, dass sich auch die oben genannten
diese leisten konnten. Es war vielleicht eine Art "Billigprodukt" zu damaliger Zeit,
aber dennoch sind diese Uhren nicht billig in ihrer Art, und können bei guter Pflege mehrere Jahrhunderte ihren Dienst treu versehen.
 
S

steffl62

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, und können bei guter Pflege mehrere Jahrhunderte ihren Dienst treu versehen.
Ich kann das was Uhrmacher11 geschrieben hat nur voll und ganz bestätigen.
Ich würde die Uhr in diesem Zustand aber nicht mehr laufen lassen. Da ist eine Komplettrevision mehr als überfällig. Also wenn Dir was an der Uhr liegt, entweder selber reinigen oder ab damit zum Uhrmacher. Keinesfalls aber einfach nur nachölen!

lg Christian
 
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Uhrmacher11

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Ich kann das was Uhrmacher11 geschrieben hat nur voll und ganz bestätigen.
Ich würde die Uhr in diesem Zustand aber nicht mehr laufen lassen. Da ist eine Komplettrevision mehr als überfällig. Also wenn Dir was an der Uhr liegt, entweder selber reinigen oder ab damit zum Uhrmacher. Keinesfalls aber einfach nur nachölen!

lg Christian
Stimmt, das Werk ist wirklich ziemlich revisionsbedürftig.
 
gufi

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@ Uhrmacher11:
Danke für Deine Ausführungen. Da ich jetzt denn Begriff Comtoise kenne, konnte ich selber ein wenig rumgooglen. Die Einzelanfertigung bei der obigen Uhr bezieht sich auf den Korpus und das machte diese Uhren ja einzigartig. Der Korpus ist tatsächlich sehr schön (der Holzwurm war irgendwann im Laufe der Jahrzehnte schon mal drin im Holz). Mir gefällt die schlanke Form; es gab ja offenbar auch bauchigere Exemplare.

@steffl62:
Mit dem Zustand des Werks hast Du recht. Aufgrund eines Wechsels der Wohnungen im Haus steht die Uhr jetzt auch schon 1 Jahr (das Werk verpackt) ohne Funktion herum. Bevor die Uhr wieder zum Laufen gebracht wird, muss ein guter Uhrmacher eine Komplettrevision machen.

Ich habe jetzt noch einmal im Werk nach irgenwelchen Schriftzeichen oder Gravuren gesucht; leider ohne Erfolg. Das finde ich dann doch etwas seltsam; war das öfters so in dieser Zeit, dass keine Herstellerangaben angebracht wurden?
 
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Uhrmacher11

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Ich habe jetzt noch einmal im Werk nach irgenwelchen Schriftzeichen oder Gravuren gesucht; leider ohne Erfolg. Das finde ich dann doch etwas seltsam; war das öfters so in dieser Zeit, dass keine Herstellerangaben angebracht wurden?[/QUOTE]

Also, Herstellerangabe ?
Die Uhren wurden wiegesagt nicht in Serie, sondern eher von Uhrmachermeistern
hergestellt, die haben manchmal ihre Uhren mit ihrem Namen signiert.
Es gibt natürlich auch nicht signierte Uhren, was den wert aber nicht mindert.
Also, es gibt bei keiner Comtoise Uhr einen Firmen Stempel wie etwa bei Armbanduhren,
bestenfalls eine eingravierte Signatur.;-)
 
gufi

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Also Comtoise Uhren waren soweit ich weiß keine Einzelanfertigungen, sondern es
gab wie im Schwarzwald eine regelrechte Uhrenindustrie.
Dann habe ich diese Aussage wohl falsch interpretiert und gedacht, dass es so etwas wie einen Hersteller im Sinne einer Manufaktur oder dergleichen gab.
 
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Uhrmacher11

Dabei seit
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Dann habe ich diese Aussage wohl falsch interpretiert und gedacht, dass es so etwas wie einen Hersteller im Sinne einer Manufaktur oder dergleichen gab.
Stimmt, das war wirklich merkwürdig formuliert, :oops:
es war eigentlich auf die Heimindustrie zu Beginn bezogen, ;-)
und nicht auf Uhrenindustrie der späteren Zeit.
 
Thema:

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