Standuhr Schlagwerk defekt?

Diskutiere Standuhr Schlagwerk defekt? im Sonstige Uhren Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo! Ich habe heute eine Pendel-Standuhr (eine sog. Mora-Klocka aus dem Jahre 1987) bekommen und wollte sie sogleich in Betrieb nehmen. Das...
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Joakim

Guest
Hallo!
Ich habe heute eine Pendel-Standuhr (eine sog. Mora-Klocka aus dem Jahre 1987) bekommen und wollte sie sogleich in Betrieb nehmen. Das erweist sich aber als nicht so einfach wie ich dachte - sie läuft nur ca. 20 Min. und bleibt dann stehen. Meine zwei Fragen an das Forum:
1.) Ich habe zum Aufstellen eine Wasserwaage benutzt, aber das scheint noch nicht ausreichend genau zu sein. Wie kann ich die Ausrichtung der Uhr optimal justieren? Und genauso wichtig:
2.) Das Schlagwerk (schwerstes Gewicht) klickt zwar zu jeder Viertelstunde, aber die Hämmerchen beginnen leider nicht zu schlagen (der Hebel zum Einschalten steht in der richtigen Position): Kann/muss ich da auch etwas justieren oder sollte ich sofort versuchen, einen Uhrmacher zu finden?
Mit Dank im Voraus und
besten Grüßen aus Südschweden
Joakim
 
JochensUhrentick

JochensUhrentick

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Hallo Joakim,

herzlich willkommen im Forum! Ist ja schön, hier einen Schweden zu treffen. Woher kannst Du so gut Deutsch?

Ich empfehle Dir, besser einen Uhrmacher aufzusuchen und die Pendule nachschauen zulassen. Vielleicht ist es ne Kleinigkeit...

Oder es meldet sich noch ein Forumskollege, der mehr Ahnung von der Materie hat... Bin nämlich mehr Fan von Taschenuhren.

"Uhrige" Grüße aus Berlin!

JochensUhrentick
 
J

Joakim

Guest
Hallo Jochen,

danke für deinen Willkommensgruß - und das Sprachkompliment! (Deutsch ist allerdings meine Muttersprache, aber ich lebe seit 10 Jahren in Schweden...). -
Vielleicht findet sich ja noch ein Kundiger, ansonsten werde ich deinem Ratschlag folgen...

Mit vielen Grüßen nach Berlin - und alle anderen Ecken der Welt, wo Uhren-Interessierte sitzen.

Joakim
 
Dirk407

Dirk407

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Servus! So eine Uhr richtet mann nicht mit der Wasserwage aus, sondern nach Gehör. Das ticken muss in beide Richtungen schön gleichmässig klingen. Falls das Ticken auf einer Seite zu kurz klingt, muß meist nur die Pendelaufhängung neu justiert werden. Ich habe dies hier schon eimal beschrieben. Ich schau mal ob ich den Beitrag noch finde. mfg Dirk

PS: Bitte Bilder (als Aussenseiter(Grossuhrenfan)bin ich hier schon ganz schön einsam, obwohl die Jungs mit den Miniaturuhren trotzdem nett sind.)
 
U

Uli

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Hallo Joakim,

wie ich gelesen habe ist die Uhr 20 Jahre alt
Wann wurde das Uhrwerk das letzte Mal von einem Uhrmacher überholt ?
Ist das schon länger als 10 Jahr her ?
Ich frage deshalb, weil der Serviceintervall bei Großuhren 10 Jahre beträgt. Nach dieser Zeit sind die Öle in den Lagern hart geworden bzw. verflogen.
Durch die schweren Gewichte hat das Uhrwerk aber immer noch so viel Kraft, dass es trotz schlechter bzw. ohne Schmierung läuft.
Das hat zur Folge, dass die Lager auslaufen und die Zapfen einlaufen !!!!!!!

Das die Ankersymetrie und das Schlagwerk sich beim Transport versetzt haben, sind sehr wahrscheinlich die kleineren Probleme (wäre in 2 Minuten von einem meiner Berufskollegen behoben) !

@Dirk407: Als Großuhrenfan bist Du bei mir genau richtig !
Ich bin mit der gößten "Großuhrenausstellung der Welt" im Guinnessbuch der Rekorde eingetragen !
Komm doch einfach mal vorbei und schau Dir alles an !

Gruß Uli
www.uhren-kriescher.de
 
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Joakim

Guest
Hej! (= schwed. Hallo!)
Vielen Dank für die weitere Post und die hilfreichen Ratschläge! (Hatte nicht mit einer so schnellen Reaktion gerechnet und daher einige Tage nicht im Forum nachgesehen...).
Zum Stand der Dinge (der Uhr - im wörtlichsten Sinne):
1.) Das Ticken ist tatsächlich sehr ungleichmäßig, ich werde die Wasserwaage ignorieren und mich am kommenden Wochenende auf meine Ohren verlassen, um einen gleichmäßigen Takt zu finden. Danke für diesen Tipp von Dirk!
2.) Ein Bild der Uhr habe ich leider momentan nicht zur Hand - ich besitze keine Digitalkamera. Vielleicht kann ich später ein Foto anfertigen lassen.
3.) Zu Ulis Kommentar: Ich weiß es nicht, glaube aber kaum, dass in den 20 Jahren der Uhr jemals ein Service vorgenommen wurde. Ich habe vor, am Wochenende auch einen Blick in das Uhrwerk zu werfen, vielleicht kann ich irgendwelche Anzeichen für Verharzung der Lager oder eine evtl. Versetzung erkennen.
4.) Ich würde im Zweifelsfalle einen Uhrmacher aufsuchen, bin durch eure Tipps aber neugierig geworden, ob ich selbst die beiden Fehler finde... - Wie gesagt, am kommenden Wochenende werde ich einen vorsichtigen Versuch unternehmen...
Ganz herzlichen Dank für eure Hinweise!
Joakim
 
Dirk407

Dirk407

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So ich habe meinen alten Beitrag nochmal rausgesucht. mfg Dirk



Einfach mal füe ruhe sorgen und lauschen. Das Ticken muß auf beiden seiten weitestgehent gleichmässig sein. falls das nicht der Fall ist einfach mal versuchen die Uhr schief zu hängen beide Seiten ausbrobieren. Falls die Uhr im schiefen zustand sauber läuft, kannst du probieren das Metall das vom Anker geht und das Pendel führt, in die entgegengesetzte richtung zum schiefhängen zu verschieben.(ist meißt nur auf die Welle vom Anker auf druck gesteckt und lässt sich verstellen.
Zum ölen: Ich persönlich öle nur die Lagerzapfen und max noch den Anker. Eigentlich ist eine gründliche Reinigung ein Muß. zb mit einem Ultraschallgerät.(Aber keine Werke mit Aufziehfedern!!!!!! die Federn vertragen kein Ultraschall..... mfg Dirk
 
J

Joakim

Guest
Hallo Dirk,

vielen Dank für das Heraussuchen des Textes! Ich werde versuchen, die Uhr nach dieser Anleitung zu justieren und schauen (besser: hören), was dann passiert. Da nach ersten Versuchen die Laufzeit sich schon auf bis zu 20 Min. verlängern ließ, scheint das Uhrwerk fehlerfrei zu laufen und wahrscheinlich wirklich nur wegen der Schieflage dann stehenzubleiben.
Die Lager habe ich mit einem Spezialöl (harzlösend und für Feinmechanik) leicht geölt, das Schlagwerk funktioniert allerdings weiterhin nicht. Einzig ein leises Klicken zu jeder Viertelstunde ist zu vernehmen (zur vollen Stunde ist der Klick offensichtlich etwas stärker - evtl. bilde ich mir das aber auch nur ein), das Schlagwerk (und z.B. die zwei flügelartigen Propellerchen - sorry für die Laiensprache) rühren sich allerdings nicht. Da die Mechanik (zumindest mit bloßem Auge) recht sauber aussieht, vermute ich eher, dass sich beim Transport der Uhr im Auto (ca. 40 km) irgendetwas gelöst oder verschoben hat, aber als Laie habe ich wohl kaum eine Möglichkeit, das zu erkennen, da ich nicht einmal weiß, WAS sich nach dem Klickgeräusch bewegen müsste, um die Schlaghämmerchen in Aktion zu versetzen...
Soweit die heutige Situationsbeschreibung.
Nochmals herzlichen Dank für die Ratschläge!
Beste Grüße aus dem stürmischen Südschweden - Joakim
 
J

Joakim

Guest
Liebe Mitglieder des Uhrenforums,

hier eine Erfolgsmeldung: Habe die von euch vorgeschlagenen Tipps befolgt und... - ...die Pendeluhr läuft und das Schlagwerk funktioniert! DANKE für eure Ratschläge!!!

Für alle, die auf ähnliche Probleme stoßen, hier ein paar hoffentlich hilfreiche Details.
Das Einstellen des gleichmäßigen Pendelausschlags (tick-tack) ist extrem wichtig! (Siehe Dirks Hinweis oben.) Nach einigen Versuchen habe ich mich gänzlich auf das Gehör verlassen und irgendwann konnte ich hören: Jetzt tickt die Uhr richtig (nach sehr zaghaften Justierungen an der Pendelaufhängung) - seitdem läuft sie ohne zu stoppen.

Das Schlagwerk habe ich nicht nur geölt, sondern auch (zumindest provisorisch) gereinigt. Das hat die Blockierung gelöst. Groß war meine Überraschung, als ich nicht nur die Stundenschläge hörte, sondern alle Viertelstunde eine Melodie! (Hätte ein Fachmann sicher am dritten Gewicht erkannt, doch für mich war es eine völlig unerwartete Belohnung der Fehlersuche.)

Nochmals ganz herzlichen Dank für die Hinweise im Forum, ohne die ich diese Fehler niemals entdeckt hätte!

Nun hätte ich noch folgende drei kleine (Rest-)Fragen.

(1) Wie reinigt man das Uhrwerk am besten (falls kein Ultraschall verfügbar ist)? Vielleicht mit Tuschepinsel und Industriealkohol??

(2) Der Klang ist noch nicht perfekt. Sollte ich die (fünf) Hämmerchen ODER die Klangstäbe justieren/biegen?

(3) Die Uhr verfügt auch über eine Mondphasenscheibe. Doch wie wird diese Scheibe angetrieben? Sie besitzt nur einen äußeren Zahnkranz, der jedoch nur an einem Federblech (Kupfer) pro Zahn einrastet, ohne dass ich irgendeinen Antrieb erkennen kann. Fehlt dort eine Verbindung zu den Zahnrädern, die vor der Frontplatte des Werkgestells sitzen?

Joakim
 
Dirk407

Dirk407

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Glückwunsch!!!!!!! Beim einstellen des Klangs darauf achten daß der Hammer den Klangstab beim schlagen nur ganz kurz berühren. (der Hammer darf nicht auf dem Klangstab liegenbleiben) Den Hammer kannst Du vorsichtig zurechtbiegen. Aber bitte niemals am Klangstab biegen, der bricht sehr schnell ab. Ich nehme meine Uhrwerke zum saubermachen auseinander. Kauf dir doch mal auf dem Flohmarkt ein paar alte Werke zum probieren. Ich hatte bis vor 2 Jahren auch noch keine Ahnung davon, aber es ist mit ein wenig Geduld leichter als mann denkt. Aber bitte erst mit alten Werken üben. So ein Westminster Uhrwerk wie Du es hast ist schon etwas anspruchsvoller. (und vor dem auseiandernehemen immer viele Fotos vom Werk machen)
Jetzt will ich aber langsamm auch mal Fotos von deiner Uhr sehen!!!!

Anbei Fotos von mir zum Geschmack holen





 
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Joakim

Guest
Hallo Dirk,
vielen Dank für die Fotos und die Idee, mit einem Flohmarktexemplar zu üben. Eine Herausforderung, klingt aber spannend!
Ich würde dir gerne Fotos der Uhr schicken, doch besitze ich überhaupt keine Kamera (weder digital noch klassisch). Daher habe ich gegenwärtig keine leider keine Bilder zur Hand.

Zur Klangjustierung: Ich bin wie beschrieben vorgegangen und jetzt klingt die Uhr richtig gut. Ich bin begeistert! Danke auch dafür.
Joakim
 
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