Speer-Patent und Speer-Band

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Es kommt ja nicht so häufig vor, dass ein Uhrenhersteller durch ein einziges Modell bekannt wurde - bei der Fa. Wilhelm Speer aus Hamburg ist das aber mal der Fall, denn diese Firma ist praktisch ausschließlich durch ein einziges Modell bekannt: „Speer Patent“.

Wann die Firma gegründet wurde ist mir leider nicht bekannt; die Fa. Wilhelm Speer muss aber bereits 1919 existiert haben, wie aus den Memoiren von Josef Bidlingmaier (Gründer der Fa. Bidlingmaier aka Bifora) hervorgeht:

http://www.bifora-ev.de/Biographie.pdf

“Ich war zufrieden und konnte jetzt meine bestellten Uhrwerke einführen. Diese montierte ich dann in meine selbstgefertigten Gehäuse ein. Meine Gehäuse machte ich aber nicht den Schweizer Gehäusen nach welche 3-teilig waren, sondern fertigte sie 2-teilig nach Medaillon-Art mit Charnieren. Im Spätherbst 1919 hatte ich die ersten Muster zum Verkauf fertig. Ich reiste damit nach Hamburg, zu einer bekannten Großhandelsfirma namens Wilhelm Speer. Es war ein aufgeschlossener Mann, der für alles Neue Interesse zeigte und tatsächlich er war begeistert von der Uhr. Er erkannte sofort, daß er damit ein Geschäft machen könnte und wollte gleich den Alleinverkauf haben. Aber ich hatte schon genug Erfahrung, um ihm das nicht zu versprechen.“

Annoncen aus der Zeit konnte ich leider nicht finden - die früheste entdeckte Anzeige von Speer datiert aus dem Jahre 1930:

Uhrmacherkunst_1930_S1062.jpg

Dann kam das Jahr 1935 und mit ihm der (einzige) große Wurf von Speer, über den auch in der Fachpresse berichtet wurde, nämlich in der „Uhrmacher-Zeitung“ 1935, S. 471:

Uhrmacher-Zeitung_1935_S471_Speer-Patent.jpg

In diesem Artikel wird zum ersten Mal Speers „Stahlpanzer-Armbanduhr mit Römerreifen“ besprochen, in welchem auch aus das deutsche Patent Nr. 609434 hingewiesen wird. Jenes Patent wurde am 20. Januar 1933 angemeldet und rund zwei Jahre später erteilt.

DE609434.jpg

Die Informationen des Patentes sind reichlich übersichtlich und passen auf ein Blatt. Nun, der Grundgedanke des Patentes ist ja auch bestechend simpel und folgt dem Muster des Gedichtes „Schillers Glocke für Eilige“:

Loch in Erde,

Bronze rin -

Glocke fertig,

bim, bim, bim!

So ähnlich funktioniert es bei der Speer’schen Erfindung ja auch: Schlitze ins Uhrgehäuse, Federstahlband einstecken, vernieten, fertig. Eine wirklich simple Idee, die aber zu einer bombenfesten Verbindung der Bandenden mit dem Uhrgehäuse führt, wobei das Band (nebst Uhr) rutschfest am Arm liegt, ohne irgendwie einzuschneiden. Schlicht genial.

Nach der Veröffentlichung des Artikels war Speer nun regelmäßig mit Annoncen in der Fachpresse vertreten. Hier eine frühe Annonce aus 1935:

Uhrmacherkunst_1935_S1085_Speer-Patent.jpg

In dieser Anzeige wird noch ausschließlich auf das deutsche Patent verwiesen. Später kam auch ein Hinweis auf das Bestehen eines Schweizer Patentes Nr. 181292 hinzu (welches im Dezember 1935 eingetragen wurde):

Uhrmacherkunst_1936_S507_Speer-PAtent.jpg

An jener Anzeige von 1936 ist erwähnenswert, dass auf ein Modell für Damen hingewiesen wird. Ich möchte annehmen (weiß es aber nicht), dass die Damen-Variante unter der Marke „Dieda“ verkauft wurde, denn Speer ließ sich im Jahre 1937 das deutsche Warenzeichen „Dieda die moderne Uhr ohne Modetorheiten“ schützen:

DWZ497277_Dieda_Wilhelm-Speer_1600.jpg

Man beachte hierbei: die Adresse hatte sich geändert von „Großer Burstah 4“ in „Kleine Johannisstr. 4“. Beide Adressen in allerbester Lage. Das Haus Großer Burstah 4 wurde im Krieg zerstört, während das Haus Kleine Johannisstr. 4 immer noch steht - und über dem von Zeit zu Zeit der Geist der Speer Patent erscheint…

Speer_Johannisstr_1600.jpg

In den folgenden Jahren gab es regelmäßig Annoncen mit der Speer-Patent, jeweils mit kleineren Abwandlungen. So wird 1938 darauf hingewiesen, dass nur die Lagerhaltung von 6 Weiten guten Umsatz bringen würde:

Uhrmacherkunst_1938_S1095_Speer-Patent.jpg

In der Tat ist eine Achillesferse der Speer, dass das Band nicht weitenverstellbar ist, sondern für das jeweilige Handgelenk die passende Weite ausgewählt werden muss. Die Weiten sind am Band jeweils eingestempelt: bislang habe ich folgende Weiten(angaben) gesehen:

185

18

175

17

165

Und wo wir schon bei Konkretem sind, dann mal ein paar Bilder meiner Speer:

Speer-Patent_01_1600.jpg

Speer-Patent_02_1600.jpg

Rückseitig befindet sich auf dem Band die Weitenangabe 175 und auf dem Gehäusedeckel die Angaben „Krupp Edelstahl“ und die Patentnummer „D.R.P. 609434“

Speer-Patent_03_1600.jpg

Speer-Patent_04_1600.jpg

Bei allen Speer-Patent, welche ich bislang gesehen habe, ist immer nur die deutsche Patentnummer vorhanden, aber nicht die Schweizer Patent-Nummer.

Im Deckel nochmal die Angabe „SPEER PATENT“ und eine Seriennummer (hier: 01050, kann aber auch 61050 sein).

Speer-Patent_05_1600.jpg

Schließlich das Werk:

Speer-Patent_06_1600.jpg

Bei diesem handelt es sich um ein Durowe 410 / Laco 526 - genau wie bei einer anderen Speer Patent, welche schon mal hier gezeigt wurde:

altes Schätzchen: SPEER Patent Spangenuhr

Es sind aber auch Speer Patent bekannt, welche mit einem Urofa 522 ausgerüstet sind:

Uhren aus Glashütte und Ruhla

Mir scheint aber, als wären die meisten Speer mit Durowe 410 bestückt. Und hier noch eine Ansicht der Uhr am Handgelenk:

Speer-Patent_Wrist01_1600.jpg

Die Fa. Speer scheint die Speer-Patent recht gut verkauft zu haben, denn sonderlich schwierig ist es nicht, eine Speer-Patent zu finden.

Während des 2. Weltkrieges konzentrierte man sich auf eine ganz neue Käuferschicht - kriegsverletzte Einarmige. Als ich das erste Mal in diesem Beitrag

LACO SPORT ....was hab ich hier....30er Jahre ?

von Markus (MaJoLa) davon hörte, wollte ich es kaum glauben und mir fiel ganz spontan der (nie erzählte) Witz aus „Manche mögen’s heiß“ ein: „Kennst Du den Witz von der Tubaspielerin und dem einbeinigen Jockey?“ Aber de facto sind hier faule Witze fehl am Platz, denn es stimmt tatsächlich, wie sich aus einem Artikel in „Uhrmacherkunst“ 1941, S. 401 ergibt:

Uhrmacherkunst_1941_S401_Armbanduhr-f-Einarmige_Marker.jpg

In der Uhrmacherkunst 1941 findet sich auch eine Annonce von Speer, in der darauf hingewiesen wird, dass die Uhr „Zur Zeit nur für kriegsversehrte Einarmige lieferbar“ sei.

Uhrmacherkunst_1941_S182_Speer_f_Einarmige.jpg

In jener Annonce wird ganz nebenbei die „moderne Uhr ohne Modetorheiten!“ betont - für Modetorheiten scheint Wilhelm Speer offensichtlich nichts übrig gehabt zu haben.

Vom ernsten Hintergrund der Hilfe für einarmig Kriegsversehrte abgesehen, ist es aber so, dass die Uhr ist nicht für Einarmige konstruiert worden ist, es aber erkannt wurde, dass Einarmige mit jener Konstruktion besser zurechtkommen, als mit normalen Uhrbändern.

Nach 1941 konnte ich keine Annoncen von Speer mehr entdecken. Gleichwohl existierte die Firma aber weiter, wie sich dem Hamburger Adress- bzw. Telefonbuch entnehmen lässt. Auf „Speer-Patent“ wurde bis mindestens 1957 hingewiesen (hier ein Ausriss aus dem 1952er Adressbuch; die 1957er ist von der Qualität her nicht so berauschend):

Hamburger-Telefonbuch_1952.jpg

Und den spätesten Eintrag fand ich im Telefonbuch 1976/77:

Hamburger-Telefonbuch_1976-77.jpg

Die Adresse blieb stets die gleiche: Kleine Johannisstr. 4.
 
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Teil 2: Das Speer-Band


Auch wenn in den Annoncen ab 1935 bis 1941 immer die „Speer-Patent“ beworben wird, so hat Speer seine Grundidee einer „Stahlpanzer-Armbanduhr mit Römerreifen“ verbessert. Jene Verbesserung wurde am 8. Februar 1939 beim Reichspatentamt angemeldet und von diesem als deutsches Patent Nr. 705065 im März 1941 erteilt. Als Erfinder ist ein Adolf Bartels/Hamburg genannt:

DE705065.jpg

Hier ist der „Römerreifen“ nicht mehr zweiteilig und unlösbar mit der Uhr verbunden, sondern der Reif besteht aus einem Stück Federstahl, auf den die Uhr aufgesetzt und durch zwei Klammern lösbar mit dem Band verbunden ist.

Dies ermöglicht die Verwendung einer beliebigen Uhr.

Wie beim Patent „Speer 1“ gab es auch beim Patent „Speer 2“ ein paralleles Schweizer Patent Nr. 217025, welches am 29. Juli 1940 angemeldet und am 30. September 1941 eingetragen wurde.

Mein Speer-Band verdanke ich „henwilk“, welcher in jenem, schon erwähnten Beitrag:

LACO SPORT ....was hab ich hier....30er Jahre ?

eigentlich seine schöne Laco Sport vorstellte, sich die Diskussion aber fast nur um das Speer-Band drehte, mit welchem die Laco ursprünglich von henwilk gekauft wurde. Da er keine Verwendung für das Band hatte, überließ er es dankenswerterweise mir. Als Geschenk! Dafür meinen herzlichsten Dank! Denn das bringt mich in die angenehme Lage, das Band nicht nur hier vorstellen zu können, sondern auch eine „beliebige“ Uhr mit dem Band zu vereinen und zu tragen, denn zufälligerweise passt die 17er Weite des Bandes perfekt für mein Handgelenk.

Bei der „beliebigen“ Uhr handelt es sich um eine Berg Parat 666

Speer-Band_01_1600.jpg

„Beliebig“ habe ich bewusst in Anführungszeichen gesetzt, denn ich musste meinen Bestand mehrmals durchforsten, um letztendlich EINE Uhr zu finden, die an das Band ran passt. Sonst passten entweder die Bandanstöße nicht (es sind 16er), oder die Uhr war zu lang, so dass sich die Klammern nicht über die Stege schieben ließen. Auch die von einem nahestehenden Sammler ausprobierten rechteckigen Vorkriegs-Junghans passten nicht - die waren alle zu lang. Das Band ist also schon sehr auf eine bestimmte (kleine) Uhrengröße abgestimmt.

Nun ja…. Irgendwann werde ich wohl was auch zeitlich Passendes auftreiben. Vielleicht eine Laco? Denn die wenigen Speer-Bänder, die man im Internet so finden kann, sind praktisch alle mit einer Laco verbunden. Das kann Zufall sein - vielleicht aber auch nicht. Man hatte mit Durowe/Laco ja eine gute Geschäftsbeziehung - warum dann nicht für das Speer-Band gleich Lacos einkaufen?

Von unten kann man erkennen, wie sich der konvexe Bandrücken gegen die Uhr drückt, so dass im Zusammenspiel mit den Klammern die Uhr fest an das Band gedrückt wird und bombenfest am Band hält. Eine wirklich durchdachte Konstruktion.

Speer-Band_02_1600.jpg

Wo wir schon bei der Unterseite sind: hier die Stempelung im Detail:

Speer-Band_05_1600.jpg

Nicht ganz einfach zu erkennen - es steht dort:

Speer-Band

D.R.P. 705065

Schw.P. 217025

17

Der Hinweis auf beide Patente lässt immerhin die Schlussfolgerung zu, dass das Band nach September 1941 gefertigt worden sein muss, denn vorher war die Schweizer Patentnummer nicht bekannt. Da ja ursprünglich eine (Vorkriegs-)Laco dran war, denke ich, dass das Band noch im 2. Weltkrieg gefertigt wurde. Womöglich tatsächlich für einen Einarmigen, wer weiß. Möglich aber auch, dass das Band nach dem Krieg gefertigt wurde - wie oben erwähnt: mit „Speer-Patent“ hat die Fa. Wilhelm Speer bis mindestens 1957 geworben. In diesem Falle wäre die Berg Parat nicht ganz so unpassend. Die sich eigentlich auch ganz gut am Handgelenk macht:

Speer-Band_Wrist_01_1600.jpg
 
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elekticker

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Die Kruppstahl-Uhr liegt in Teile zerfallen in meiner Schublade 😫
Da war allerdings ein anderes, ebenfalls exotisches Band angesplintet. Es funktionierte nach dem Prinzip der Forstner Comfit Bänder, die es heute wieder für die Speedy gibt. Definitiv nichts für Einarmige...😉
 
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henwilk

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Guten Morgen DRGM,
einen wirklich tollen Beitrag hast du abgeliefert. Ich finde es immer wieder bewundernswert wenn sich jemand so tief in die Materie einarbeitet und dies dann noch anschaulich mit diesen sehr schönen Bildern und Hintergrundmaterial darstellen kann ! :super:
Was letztendlich hinter dem kleinen "Blechband" alles steckt hätte ich im Leben nicht vermutet !Und wer kannte SPEER in Hamburg.....?:shock::roll:

Gruss und weiter viel Vergnügem mit der Uhr !:prost:
henwilk
 
liseimei

liseimei

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Hallo @DRGM
vielen Dank für den hervoragend recherchierten Beitrag. Wieder einmal ganz schön was dazu gelernt :klatsch::klatsch::klatsch:.

Anbei noch einige Fotos von meiner Uhr:

3072023

3072025

3072026

3072027

3072028

Also nochmals vielen Dank, daß Du dein Wissen mit uns teilst, ein schönes Wochenende und viele Grüße aus Sachsen

Ronny
 
Nichtsnutz

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Toller Bericht. Die Speer-Patent ist mir gut bekannt, weil ich mich seit Jahren mit solchen Exotenbändern beschäftige. Ich muss mal mein Archiv durchforsten.
Die Themen Berkley- und DonJuan-Band passen hier gut dazu.


Besten Dank für die tollen Hintergründe.

Gruß Alex
 
CFG

CFG

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Sehr schöner Faden einer spannenden Uhr.
 
Pirandello

Pirandello

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Ich habe leider keine Speer, aber Dein Beitrag ist allererste Sahne. Großartig geschrieben, phantastisch recherchiert, herrlich bebildert... :klatsch: :klatsch:
 
buchenhain

buchenhain

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@DRGM: Tolle Vorstellung
hier ein Bild meines "Pärchens". Man sieht recht deutlich die beiden Bandgrößen. Bei beiden Uhren ist ein Durowe 202 verbaut. Bei der gezeigten Uhr von @Heidegeist sollte es sich um ein AS 984 handeln.
3072570
Gruß Michael
 
Goldstadtjung

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Hallo Martin,

Besten Dank für diese wunderbare Vorstellung. Leider besitze ich, wie Timo, kein Exemplar dass ich hier zeigen könnte.....
 
Faisaval

Faisaval

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Hallo Martin,
leider kann ich mit keinem Exemplar dieser schönen Speer Patent Uhr dienen.
Doch hast Du wieder einmal einen sehr schönen und höchst interessanten Faden ins Leben gerufen. Herzlichen Dank dafür.:klatsch:
 
DRGM

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Ich danke Euch allen für Eure freundlichen Worte! Schön zu wissen, dass der Beitrag gefällt.

@liseimei (Ronny): Dank für’s Zeigen Deiner Speer! Mit schwarzem Zifferblatt eine echte Augenweide!

@Heidegeist (Karlheiz): ebenfalls eine schöne Speer - und es sieht wohl so aus, als hätte Michael (buchenhain) Recht: es dürfte ein AS 984 drin stecken.

@buchenhain (Michael): Danke für die Präsentation Deiner beiden Speer mit Durowe 202 und für’s Identifizieren des Werkes der Speer von Karlheinz als AS 984! Sieht so aus, als wären doch deutlich mehr unterschiedliche Werke verbaut worden.
 
Mueller27

Mueller27

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Kompliment und besten Dank für deinen aufwändig recherchierten historischen Artikel.

Bisher waren mir solche Stahlbänder überhaupt nicht bekannt.
Aber es muss ja einen Grund gegeben haben warum sich dieses Prinzip nicht weiter durchgesetzt hat - zu unbequem?

Carsten
 
DRGM

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Hallo Carsten,

Danke für’s Kompliment! Nein, das Band ist nicht unbequem. Ganz im Gegenteil, es trägt sich sehr angenehm. Vorausgesetzt, man hat die für sich selbst passende Weite. Und genau darin dürfte die ausbleibende Marktdurchdringung zu finden sein: die feste Weite und die nicht vorhandene Weitenverstellmöglichkeit. Man ist hier auf ein genau passendes Band angewiesen, das die für einen selbst passende Weite aufweist. Verstellen lässt sie sich ja nicht. Heißt für den Uhrenhändler: Vorrätighalten von sechs unterschiedlichen Weiten, wobei die gängigen Weiten schnell verkauft sind, die anderen Weiten aber etwas länger dem Geschäft treu bleiben. Wer hat aber schon eine größere Lagerhaltung?
 
Marfin

Marfin

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Hallo Martin (@DRGM ),

wirklich wieder einmal ein Spitzenthread, Danke für Deine Recherchen und die Informationen! Leider habe ich keine Speer und auch kein Speer-Band, aber mit einem alten Spangenband kann ich dienen.
Das Band hat einen Stahlkern und ist mit Leder überzogen. Ich habe die Uhr für das Foto nur hingehalten, das Leder ist sehr brüchig (und voll DNA). Auf dem letzten Foto sind nur die Federstege zu erkennen.
Das Band wäre fast in die Mülltonne gewandert, dann hatte ich aber doch erbarmen und habe es wegen der Seltenheit behalten.

Hier die Fotos, schnell aus der Hand geschossen:
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MaJoLa

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Hallo Martin,

wieder eine geniale Ausarbeitung einer interessanten Uhr. Und, wie von Dir gewohnt, sehr informativ und hervorragend bebildert. Klasse !!!!!!
 
pallasquarz

pallasquarz

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Hallo Martin (@DRGM ),

wirklich wieder einmal ein Spitzenthread, Danke für Deine Recherchen und die Informationen! Leider habe ich keine Speer und auch kein Speer-Band, aber mit einem alten Spangenband kann ich dienen.
Das Band hat einen Stahlkern und ist mit Leder überzogen. Ich habe die Uhr für das Foto nur hingehalten, das Leder ist sehr brüchig (und voll DNA). Auf dem letzten Foto sind nur die Federstege zu erkennen.
Das Band wäre fast in die Mülltonne gewandert, dann hatte ich aber doch erbarmen und habe es wegen der Seltenheit behalten.

Hier die Fotos, schnell aus der Hand geschossen:
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Anhang anzeigen 3073775
Anhang anzeigen 3073776
Hallo, wenn Du das Band immer wieder mit Lederbalsam einstreichst (oder Glycerin, das zieht noch schneller ein), wird es ein wenig von seiner Brüchigkeit verlieren und konserviert.
Martin (TS), da kann ich nur wieder einmal mit Walter Kempowski sagen (das passt jetzt auch zeitlich sehr gut)
Gott wirds Dir im Himmel lohnen, einstweilen vielen Dank :super: (Tadellöser und Wolff).
Wieder etwas über ein Thema gelernt, wo ich vorher nicht einmal wußte, daß es so etwas gibt.
Ich muss aber an dieser Stelle sagen, daß sich mein Bedauern, kein solches Band selbst zeigen zu können, in Grenzen hält, weil es mir gar nicht gefallen mag. Es erinnert mich doch etwas an einen aufgeschnittenen Serviettenring, einfach zu schmucklos und nüchtern.
Gelesen habe ich aber Deine Abhandlung wie immer mit großem Interesse :klatsch:.

Grüsse Christoph
 
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Speer-Patent und Speer-Band

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