Speedy Trek: Treffen der Generationen – eine Speedmaster-Quadrologie

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jo3861

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Der siebte Star Trek-Film, „Treffen der Generationen“, war vielleicht nicht der beste aus seiner Reihe, aber er enthält zumindest zwei schöne Ideen: Der Kommandant der Enterprise des 24. Jahrhunderts, Jean-Luc Picard, begegnet darin James T. Kirk, dem Kapitän der Enterprise des 23. Jahrhunderts. Daher der Name des Films. Die Brücke, die beide verbindet ist der „Nexus“, ein mysteriöses Ding außerhalb von Raum und Zeit.

Nexus ist das lateinische Wort für „Verbindung“ oder „Gefüge“ und ich möchte hier das Gefüge der ersten vier Generationen der Speedmaster vorstellen, genauer gesagt, meine Verbindung zu deren Neuauflagen.

Meine erste Speedy war eine klassische Moonwatch, der Vorgänger der aktuellen. Sie hat mich überhaupt erst zu den mechanischen „Luxusuhren“ gebracht. Nach einigen Ausflügen und Tauschmanövern mit Automatik-Speedys, bunter, mit Datum, bin ich dann doch wieder zu einem Klassiker zurückgekehrt, der First Omega in Space (FOiS). Ihr Produktionsende war Ende 2020 abzusehen, mein Konzi hatte schon keine mehr und bei Omega gab es ab und an noch eine im Onlineshop. Eine der letzten davon wurde meine. Sie wurde zum Grundstock der Glorreichen Vier, die ich nun besitze.

Wenige Tage nach der Bestellung der FOiS tauchte im hiesigen Marktplatz ihr Vorfahre auf, die 2017 von Omega geschaffene Rekonstruktion der Ur-Speedmaster CK2915 von 1957. Mit der hatte ich auch lange geliebäugelt, doch ich fand ich die Faux-Patina, die künstliche Alterung, lange Zeit etwas zu dick aufgetragen, weswegen ich der FOiS den Vorzug gab. Trotzdem lockte die Uhr weiterhin, bis ich eines Tages ein weiteres Angebot fand – wo auch ein Uhrentausch passte – und mir die „60th anniversary“-Speedmaster zulegte.

Nicht viel später erschien die neue Moonwatch – und sie ist bekanntlich nach der 4. Generation der Speedmaster gestaltet worden. Und das missing link, die 3. Generation, gab es bereits, das neue Kaliber 321, die „Ed White“, allerdings teuer und nur schwer erhältlich. Ganz langsam reifte in mir die Idee einer Vier-Generationen-Sammlung all dieser Neuauflagen. Die Umsetzung war schließlich doch schneller möglich, als zunächst gedacht und ich möchte die vier Reissues, die Nachbauten historischer Speedys, hier in der Reihenfolge ihres Erscheinens am Markt vorstellen. Vorhang auf:

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Die erste Speedy im Erdorbit (2. Generation Speedmaster)

1959 löste die Speedmaster CK2998 nach nur zwei Jahren ihren Vorgänger, die CK2915, ab. Das Gehäuse blieb gleich, die Lünette wuchs von 38,6 auf 39,7 mm Durchmesser und statt in den hellen Edelstahl eingravierter schwarzer Zahlen wurde nun schwarzes Aluminium mit hellen Zahlen aufgelegt. Als Uhrwerk wurde das Kaliber 321 verwendet, wie beim Vorgänger und bei den kommenden zwei Generationen auch. Ebenso gleich blieb der Abstand von Horn zu Horn (lug-to-lug): ca. 48 mm.

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Die CK2998 war die erste 𝛀 im Weltall, der Astronaut Walter Schirra nahm seine private Uhr am 3. Oktober 1962 mit an Bord der Raumkapsel Mercury-Atlas 8. Sechsmal umkreiste Schirra (als dritter Amerikaner) die Erde und harrte gut neun Stunden in der winzigen Kapsel aus. Omega feierte den 50. Jahrestag dieses Ereignisses mit dem Modell „First Omega in Space“ (Ref. 311.32.40.30.01.001) im Jahr 2012. Es war der erste ernsthafte Versuch von Omega, einen Klassiker wieder neu aufzulegen. Die Uhr wurde bis Ende 2020 als nummerierte Edition gebaut – ich habe eine der letzten mit der laufenden Nummer etwas über 15.500 erwischt. Statt des Kalibers 321 ist hier ein Nachfolger, Kaliber 1861, verbaut. Das Kaliber 861 hatte Omega 1968 entwickelt, es hat eine höhere Taktung (21.600 statt 18.000 Halbschwingungen pro Stunde) und kein Säulenrad zur Schaltung des Chronographen, sondern eine schlichtere Kulissenschaltung (auch Nockenschaltung genannt). So ließ sich das Werk kostengünstiger fertigen, es gewann aber auch an Präzision und vermutlich auch etwas an Zuverlässigkeit. Eine Kulissenschaltung hat einen haptischen Nachteil: der Druckpunkt ist nicht ganz so exakt wie beim Säulenrad und sie ist etwas schwergängiger. Funktional ist sie aber gleichwertig.

Ich war vom ersten Tag an von meiner FOiS begeistert und bin es bis heute, zumal ihr Original aus meinem Jahrgang stammt. Das einzige, was ich vermisse, ist das Hesalit-Glas – spätestens, seit ich zwei damit ausgerüstete Speedys besitze. Nicht nur die Form, sondern auch die spezielle Lichtbrechung verleihen den Hesalit-Speedys einen besonderen, einen besonders authentischen, Charme. Ich liebe es!

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Es gibt noch ein paar weitere Abweichungen zum Original: Die Rückseite hat nur eine statt zwei Stufen und ist abweichend graviert – kein Wunder bei einem Jubiläumsmodell 🤓 Die Typografie und das 𝝮-Logo auf dem Zifferblatt ist modern und die Hörner haben Abschrägungen (Fasen), die beim Original angeblich erst im Service gefräst wurden – allerdings wohl auch von Omega selbst. Das ist aber umstritten, man sieht alte Bilder mit und ohne Fasen. Wenn man überlegt, wie lässig man in den 50ern und 60ern mit solchen Details, sogar den Zeigerformen, umgegangen ist, wirkt die heutige Pedanterie manchmal lächerlich. Damals nahm man, was gerade am Lager war …

Apropos Zeiger: Die FOiS hat die wunderschönen Alphazeiger (Blattzeiger) wie ihr Original. Das ist für mich das schönste Detail überhaupt. Omega hat bei den kleinen Zeigern zwei verschiedene Formen und Farben eingesetzt: Die laufende kleine Sekunde metallfarben als Blattzeiger und die beiden Chronozeiger weißlackiert als Stabzeiger. Beim Original, der CK2998, gab es zwar Versionen mit beiden Varianten, aber nicht zugleich in einer Uhr. Omegas Designer haben meiner Meinung nach einen kleinen Coup gelandet, beide Formen im Jubiläumsmodell einzubauen – zumal sich Uhr- und Stoppzeiger so auf den ersten Blick gruppieren.

Das mitgelieferte Lederband finde ich etwas lieblos und habe es nach wenigen Tagen durch ein Forstner Flat Link ersetzt. Später habe ich noch das Forstner Komfit dazugekauft, was inzwischen mein absoluter Liebling geworden ist. Beide Bänder sind wie für die FOiS gemacht.

Zu den Vorteilen der FOiS gehört auch ihr Katalogpreis: Rund 4700 €. Keine andere Speedy-Neuauflage kommt auch nur in die Nähe eines so guten Preisleistungs-Verhältnisses.


First Speedy Ever (1. Generation Speedmaster)

1957 brachte 𝝮 die erste Speedmaster heraus, die erste Uhr mit einem Tachymeter auf der Lünette. So war mehr Platz für den Chronographen und die Ablesbarkeit besser. Die Lünette war, wie oben schon geschrieben, aus Edelstahl mit eingravierten, schwarzen Ziffern. Das prägt das Design dieser Referenz CK2915 und macht die Uhr scheinbar viel kleiner, als der fehlende Millimeter Durchmesser zum Nachfolger es vermuten lässt. Die Speedmaster war für Autorennfahrer (und solche, die es gerne gewesen wären) gedacht, niemand verschwendete 1957 wohl einen Gedanken an den Einsatz dieser Uhr im Weltraum.

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Zu ihrem 60. Geburtstag, also 2017, debütierte die Trilogy-Serie von Omega. Denn nicht nur die Speedmaster, sondern auch die Seamaster 300 und die Railmaster feierten ihren 50. Die Speedy aus dem Trio ist aber die einzige mit einem historischem Werk (wenn auch hier wieder das 1861 statt des 321) und mit – Tusch! – Plexiglas! Außerdem mit künstlich gealtertem Zifferblatt, also Fauxtina und Vintage-Lume. Das war und ist umstritten. Mir persönlich ist es ein wenig zu dick aufgetragen, aber ich gebe zu: Es hat auch seinen Reiz – weniger wäre aber vielleicht mehr gewesen. Diese Speedy ist eine Limited Edition mit 3557 Exemplaren plus 557 in den Dreifach-Sets mitsamt Rail- und Seamaster.

Diese Uhr (Ref. 311.10.39.30.01.001) ist ein unglaublich genauer Nachbau ihres Originals – mit großem Abstand der authentischste aller vier hier vorgestellten. Neben den Fasen der Hörner (wie bei der FOiS), deren Historizität umstritten ist, bleibt nur der falsch platzierte „swiss made“-Schriftzug auf dem Blatt bei 6 Uhr erwähnenswert: er steht nun über der Minuterie statt wie beim Original darunter. Es gibt eine Theorie, warum das passiert ist: Der Rehaut auf dem Original, der CK2915, schneidet den „swiss made“-Text leicht an. Als man das Jubiläumsmodell entwarf, wollte man dieses Problemchen wohl beheben. Man hätte nun entweder die Position von "swiss made" ändern oder das Rehaut-Design ändern können. Aus irgendeinem Grund hat Omega aber beides gemacht (Quelle).

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Ich liebe meine 1957! Einmal wegen den wunderschönen Zeigerformen (Stunde: Broad Arrow, Minute und alle kleinen Zeiger: Alpha, große Sekunde: Stab) und zum anderen wegen ihrer Kompaktheit, die durch die stahlfarbene Lünette verstärkt wird. Omega hat übrigens fünf historische 𝝮-Logos untergebracht, auf dem Zifferblatt, auf der Krone mit dem Naiad-Zeichen (für höhere Wasserdichtigkeit, hier 6 bar), im Plexiglas, auf dem polierten Gehäuseboden (dieses Mal korrekt mit Zwischenabsatz) unterhalb des Seepferdchens und noch ein 𝝮 auf der Schließe. Originaler und origineller geht es kaum. Das Kaliber ist mir da fast schon egal.

Das Armband ist weniger authentisch, aber sehr bequem zu tragen. Stilistisch ist es nicht jedermanns Sache, weil es keine Verjüngung aufweist und recht robust ist. Es ist auch kein Nachbau des historischen Bandes wie das ähnlich aussehende Forstner Flat Link oder die Edelversion der Ed White (später mehr dazu). Die Schließe – mit stufenloser Schnellverstellung! – ist von guter Qualität, allerdings klobig geraten. Ich habe damit meinen Frieden geschlossen, weil der Tragekomfort nahezu perfekt ist. Allerdings teste ich in Kürze mal das neue Forstner Komfit Military Type an der Uhr, was sehr authentisch aussehen könnte.


Die Rückkehr des Heiligen Sankt Dreizweieins (3. Generation Speedmaster)

Die Uhrenwelt war in ihren Grundfesten erschüttert, als Omega die Wiedergeburt des historischen Kalibers 321 verkündete. Das Kaliber war bekanntlich das einzige, das auf dem Mond war – von Buzz Aldrin (Apollo 11) bis Gene Cernan (Apollo 17). Vorher war das 321 schon als erstes Uhrenkaliber im freien Weltall gereist: 23 Minuten lang außen am Raumanzug von Ed White beim Weltraumspaziergang während der Gemini 4-Mission am 3. Juni 1965 im freien All getragen.

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Trotz aller Verdienste wurde Kaliber 321 im Jahr 1968 vom preiswerteren Kaliber 861 abgelöst (das auch Nasa-zertifiziert ist, aber nie auf dem Mond war). 2019 wurde es dann endlich erneut gebaut, die Uhrenwelt bebte – erwähnte ich das schon? Also, realistisch betrachtet: die vielen PR-Scouts und Influencer, die uns fernsteuern, reden uns ein, dass die Uhrenwelt bebte. Ich trage einen Aluhut und daher habe ich vom Erzittern nichts gespürt, aber gefreut habe ich mich auch 🥰 Zunächst wurde das 321 in ein überteuertes Platingehäuse einer Speedmaster eingesperrt – unerreichbar für normal betuchte Fans. 2020 kam dann die Erlösung in Form der Edelstahlversion, benannt nach dem ersten All-Träger Ed White (RIP, er starb beim tragischen Apollo 1-Unglück), der das Original, Ref. 105.003, getragen hatte. Preiswert ist diese Uhr (Ref. 311.30.40.30.01.001) nicht gerade, man könnte drei FOiS oder zwei 60th anniversary dafür kaufen. Und die 321 ist schwer zu bekommen, die Lieferzeiten tendieren gegen ewig, weil höchstens 2000 der 321-Werke pro Jahr manufakturähnlich gebaut werden.

Ich habe meine 321 gebraucht gekauft, in einem neuwertigen Zustand zu einem gerade soeben knapp beinahe noch zu vertretenden Preis. Jedenfalls rede ich mir das ein. Mein Konzi hatte nur müde abgewinkt („nicht zu bekommen, noch nie eine gesehen“) und auf der 𝛀-Warteliste hatte ich mich schon eineinhalb Jahre zuvor verewigt – aber nie auch nur eine Bestätigugs- oder Info-Mail erhalten (Informatiker sprechen hier von Mail >> /dev/null). Es beinahe so, wie bei den Kronenuhren, die man nur noch auf Lummerland („Waas?“) bekommen kann.

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Jedenfalls trage ich nun stolz eine „Ed White“ und freue mich über ihren ganz eigenen Charme. So richtig vintage wie die 1957er ist sie nicht, denn Omega hat ihr Saphirglas statt Plexi spendiert und eine glänzende Keramiklünette drumherum. Von höchster Qualität ist das und sogar mit einem 𝛀 im Glas. Beides, Glas wie Keramik, verleiht der Uhr aber einen modernen Touch. Böswillig könnte man sagen: Sie wirkt glattgebügelt, vor allem im Vergleich zur „60th anniversary“. Aber positiv gesagt: es verleiht der Uhr eine äußerst wertige Anmutung. Ich finde, Omega hat es gut so gemacht. Die Alternative, also mit Alulünette und Hesalit einen Vintage-Look zu kreieren, wäre sicherlich auch sehr reizvoll gewesen, wenn auch eher für die Enthusiasten. Kommerziell läuft es sicherlich besser so, wie es ist.

Das grandiose Uhrwerk Kaliber 321 kann man sich jederzeit durch den Saphirglasboden anschauen, etwas anderes wäre zwar historisch korrekt, aber richtiggehend gemein gegenüber den Besitzern gewesen: Das Uhrwerk ist ein Hingucker, damit kann man sogar ansonsten an Uhren eher wenig interessierte Mitmenschen begeistern. Und man muss sich unbedingt diese Uhr gelegentlich ans Ohr halten: Sie tickt wie eine Speedmaster auf Valium mit ihren nur 2,5 Hz, also mit nur 18.000 Halbschwingungen pro Stunde!

Ein bisschen wirkt sich die aus den 1940er Jahren stammende Lemania-Konstruktion mit dem gemächlichen Takt natürlich auf die Präzision aus: Wunder darf man nicht erwarten, es ist kein Chronometer, das Werk lässt sich aber gut und einfach regulieren, meine läuft derzeit mit +4 sec/d. Die Lageabweichungen – eher von theoretischem Interesse – sind messbar größer als beim 1861 und erst recht als beim 3861-Co-Axial-Werk. Ein taktiles Plus ist das Säulenrad des 321, der Start-/Stoppdrücker geht leichter und knackiger als beim Nachfolgekaliber. Leider nur prinzipiell drittklassig ist die Chronographenkupplung. Beim 321 wie bei allen seinen Nachfahren ist es eine horizontale Kupplung, die den Sekundenzeiger beim Start oft springen lässt. Das kann eine Schwingarmkupplung (Valjoux 775x) schon besser und eine vertikale Kupplung (wie in Kal. 3313 oder 9300/9900 oder Rolex 4130) perfekt. Aber gut, man müsste schon in der Zeit bis mindestens 1942 zurückreisen, um den Konstrukteuren Albert Piguet und Jaques Reymond von den Vorzügen einer anderen Kupplungsmethode zu überzeugen (die zu dieser Zeit durchaus schon erfunden war).

Die Kombination aus ehrwürdigem Uhrwerk in dem bis ins letzte Detail originalgetreuen Gehäuse mit modernem Glas und Keramik ist Omega gelungen, die „Calibre 321“ ist ein quicklebendiges Museumsstück und dabei alltagstauglich. Und die Atemnot beim Betrachten des Preisschildes der „Ed White“” trainiert uns Omega soeben mit noch abgehobeneren Modellen wie der Canopusgold-1957er, Kal. 321, ab. Wir atmen jetzt alle mal tief durch … und plündern dann frohgemut unsere Bankkonten.

Eines muss zur Ed White noch erwähnt werden, etwas, das die Laune nach den Blick auf den Kontostand nach dem Kauf der Uhr wieder etwas hebt: das Armband. Es ist perfekt. Völlig authentisch (dem 1035er entsprechend, wenn ich nicht irre), dabei aber hochwertig und mit graziler Schließe, höchst elegant und sehr bequem zu tragen. Besser geht's nicht, wenn man von der fehlenden Schnellverstellung absieht, die die elegante Schließe vermutlich auch vergrößern würde.


Die aktuelle Moonwatch (4. Generation Speedmaster)

Auf die neue Moonwatch (Ref. 310.30.42.50.01.001) hatte ich seit dem Tag ihres Erscheinens ein Auge geworfen. Die zahlreichen Verbesserungen gefielen mir sehr, speziell das neue Kaliber, das neue Band und die strikte Orientierung am Vintagemodell 105.012, dem ersten mit Kronenschutz, also asymmetrischen Gehäuse. Sie stand lange auf der Wunschliste und ich habe sie schließlich beim Konzi gekauft. Plexi war für mich klar – nur ein bisschen schade, dass man bei dieser Version das Werk nicht betrachten kann. Dafür hat sie aber einen hübschen Stahlboden mit einem ganzen Roman darauf, der ebenso unterhalten kann wie eine schwingende Unruh und sich langsam drehende Zahnräder 🤭

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Ich finde nichts Schlechtes an meiner Uhr, keine zu scharfen Kanten, keine Verarbeitungsmängel. Das Kaliber 3861 läuft sehr lange (62 Stunden gemessen) und sehr präzis (bei mir besser als +2 sec/d), aber da habe ich mit meinen 1861ern auch Glück, die laufen – teils nach Regulierung – genauso gut. Der Aufzug ist leichtgängig, die Drücker sind trotz Nockenschaltung recht genau definiert. Das Zifferblatt ist wunderschön plastisch mit dem Step Dial und den tiefen Subdials, Minuten- und großer Sekundenzeiger elegant leicht nach unten gebogen (wie auch bei der Ed White), die Lume fantastisch, der Gesamteindruck: 100% eine Toolwatch, eine Alltagsuhr, an dem neuen Band superbequem zu tragen.

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Fazit: Alle Speedmaster gefallen mir durch ihr Design, das Gehäuseprofil ist bei allen sehr charaktervoll, bei der aktuellen Moonwatch ein klein wenig komprimiert. Mein Uhrenliebhaberherz verloren habe ich an die 1957er Speedy, sie ist ein tragbares Stück 50er Jahre und doch dem Alltag gewachsen. Die Ed White ist ein elegantes Schmuckstück, gepaart mit anschaulicher Uhrengeschichte – ein großer Wurf, eine Sonntagsuhr, aber leider schmerzhaft/sündhaft teuer. Die FOiS kann ich jedem empfehlen, der eine bezahlbare Speedy mit Vintagecharakter tragen möchte, sie ist ohne Fehl und Tadel und das einzige, was ihr meiner Meinung nach fehlt, ist ein Plexi-Dom. Die aktuelle Speedy empfehle ich mit eben diesem Hesalit, sie macht sich als klassische Speedy in jeder Sammlung gut und ist ein rundum gelungenes Update und ein würdiger Nachfahre der Moonwatches, unverzichtbar bei jeder Weltraumfahrt. Dürfte ich nur eine Speedy besitzen, wäre es diese – oder doch die 1957er? Ich weiß es nicht und frage mal den Nexus: Beam me up, Scotty!

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In der Reihenfolge der Generationen, v.l.n.r.: „1957“ 60th anniversary, First Omega in Space, Ed White und die aktuelle Moonwatch. Irgendwie hat sich da auch noch jemand ins Bild gemogelt, eine Dark Side Of The Moon, Apollo 8, die hier gar nicht besprochen wurde. 😇


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Die vier Speedys nochmal ganz sachlich im Profil. Man sieht ihre schönen und recht flachen Konturen, die sich bei den ersten drei Generationen (von oben nach unten) kaum unterscheiden und die leicht gekürzten Hörner der aktuelle Moonwatch (ganz unten).
 
  • Speedy Trek: Treffen der Generationen – eine Speedmaster-Quadrologie Beitrag #2
UhrAlex

UhrAlex

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Eine beeindruckende Speedmaster-Truppe hast Du da am Start und hast ihr eine hervorragende Vorstellung gewidmet.

Hat mich gleich motiviert meine eigene Speedie aus der Box zu holen!

Gruß
Alex
 
  • Speedy Trek: Treffen der Generationen – eine Speedmaster-Quadrologie Beitrag #3
Gemalto

Gemalto

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Tolle Vorstellung und tolle Sammlung. Wann kommt die Mitsukoshi?
 
  • Speedy Trek: Treffen der Generationen – eine Speedmaster-Quadrologie Beitrag #4
Eddy

Eddy

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Geile und konsequente Speedy Sammlung und zudem super vorgestellt , Chapeau
 
  • Speedy Trek: Treffen der Generationen – eine Speedmaster-Quadrologie Beitrag #5
bachmanns

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Vielen Dank fürs Zeigen Deiner tollen Speedyfamilie:super: Echt Wahnsinn und eine tolle Vorstellung, Chapeau!
 
  • Speedy Trek: Treffen der Generationen – eine Speedmaster-Quadrologie Beitrag #6
lparadise

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Hut ab, schlicht sensationell!
Danke Dir für diese Vorstellung, eine wahre Freude.
Viele schöne Stunden mit Deiner Speedy-Sammlung :super:
 
  • Speedy Trek: Treffen der Generationen – eine Speedmaster-Quadrologie Beitrag #7
Mapa

Mapa

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Puh, also mir wären das zu viele zu ähnliche (für mich nahezu gleiche) Uhren, aber mir müssen die ja auch nicht gefallen. Eine würde nur vollkommen reichen. ;-) Dir gratuliere ich jedoch zu dieser beeindruckenden Sammlung und zur äußerst gelungenen Vorstellung. Vielen Dank dafür. Ich habe viel gelernt!

PS: Die Darkside ist der Hammer und ein heimlicher Uhrentraum von mir :super:
 
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  • Speedy Trek: Treffen der Generationen – eine Speedmaster-Quadrologie Beitrag #8
Kube

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Wow, was für eine schöne Kollektion an Speedies. Am besten gefällt mir die neue 2021er Moonwatch, bei aller Liebe zu den älteren Modellen. 👍👍👍
 
  • Speedy Trek: Treffen der Generationen – eine Speedmaster-Quadrologie Beitrag #9
jo3861

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Hier noch die Tabelle mit den technischen Daten, die ich vergessen hatte, einzufügen:

1957 – CK29151959 – CK29981963 – 105.0031963 – 105.012
Neuauflage:2017 – 311.10.39.30.01.0012012 – 311.32.40.30.01.0012020 – 311.30.40.30.01.0012021 – 310.30.42.50.01.001
Durchmesser:38,6 mm39,7 mm39,7 mm42 mm
Kaliber:186118613213861
Takt:21.600 bph21.600 bph18.000 bph21.600 bph
Gangreserve:48 h48 h55 h50 h
Bandanstoß:19 mm19 mm19 mm20 mm
Glasart:HesalitSaphirSaphirHesalit
Wasserdicht.:6 bar5 bar5 bar5 bar

Alle Modelle sind aus Edelstahl, sind ca. 14 mm hoch, Lug-to-Lug ca. 48 mm, alle Werke mit Handaufzug.
Das neue Kaliber 3861 ist bis mindestens 15.000 Gauss magnetresistent, COSC und METAS zertifiziert.
 
  • Speedy Trek: Treffen der Generationen – eine Speedmaster-Quadrologie Beitrag #10
k1ng0fcha0s

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Tolle Story! Die Liebe zur Speedmaster kann ich nachvollziehen. Habe auch die FOIS und bin bei jedem Tragen entzückt🤩
 
  • Speedy Trek: Treffen der Generationen – eine Speedmaster-Quadrologie Beitrag #11
jo3861

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Eine beeindruckende Speedmaster-Truppe … Hat mich gleich motiviert meine eigene Speedie aus der Box zu holen!
Danke! Ja, das kenne ich. Man liest eine Vorstellung der eigenen Uhr und sie muss an den Arm 😍

Tolle Vorstellung und tolle Sammlung. Wann kommt die Mitsukoshi?
Die ist sehr schön, aber ich jetzt mal „satt“. Das war ein bisschen viel auf einmal und muss seelisch verarbeitet werden.

Danke auch an @Eddy , @bachmanns , @lparadise, @Kube und @k1ng0fcha0s !

Puh, also mir wären das zu viele zu ähnliche (für mich nahezu gleiche) Uhren, …

PS: Die Darkside ist der Hammer und ein heimlicher Uhrentraum von mir :super:

Es gibt auch noch paar zur Abwechslung, wenn auch weniger als Speedys. Zum Beispiel die Dark Side (ach, ist ja auch ‘ne Speedy 🤭), die eine eigene Vorstellung verdient. Irgendwann 😅
 
  • Speedy Trek: Treffen der Generationen – eine Speedmaster-Quadrologie Beitrag #12
Mapa

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Oh ja, bitte stelle diese ebenso hervorragend vor. Eine tolle Uhr die man nicht oft hier sieht! :super:
 
  • Speedy Trek: Treffen der Generationen – eine Speedmaster-Quadrologie Beitrag #13
wisl1987

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Super Speedy Kollektion hast du da! Sehr interessant die Evolution der Schwestern mal in direkter Gegenüberstellung zu sehen. Danke für die Vorstellung!
 
  • Speedy Trek: Treffen der Generationen – eine Speedmaster-Quadrologie Beitrag #14
elekticker

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Danke für die gleichermaßen informative und persönliche, prägnante und ausführliche Vorstellung. Ein doppelter Spagat, der nur selten so vorzüglich gelingt.
Und Glückwunsch zur Sammlung.
 
  • Speedy Trek: Treffen der Generationen – eine Speedmaster-Quadrologie Beitrag #15
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Man muss schon ein bisschen verrückt sein, um sich ein Speedy-Quartett (und mehr..) anzuschaffen.
Finde ich gut. :super:

Das 321 Kaliber ist schon toll anzusehen.

Vielen Dank für die interessante Vorstellung.
 
  • Speedy Trek: Treffen der Generationen – eine Speedmaster-Quadrologie Beitrag #16
jo3861

jo3861

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  • Speedy Trek: Treffen der Generationen – eine Speedmaster-Quadrologie Beitrag #17
Uhren_Freund

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@jo3861

Das freut mich natürlich, etwas Abwechslung in der Box kann nie verkehrt sein! :super:
 
  • Speedy Trek: Treffen der Generationen – eine Speedmaster-Quadrologie Beitrag #18
Maori

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Du lebst meinen Traum!
Danke dafür, dass du deine tolle Sammlung vorgestellt hast!
 
  • Speedy Trek: Treffen der Generationen – eine Speedmaster-Quadrologie Beitrag #19
SpatzBencer

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Herzlichen Glückwunsch zur tollen Sammlung.

Besonders gefällt mir die 321 mit ihrem hübschen Werk und dem feinen Armband!
 
  • Speedy Trek: Treffen der Generationen – eine Speedmaster-Quadrologie Beitrag #20
Konsumist

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Eine tolle Vorstellung, von sehr schönen Uhren, eingefangen in wunderschönen Fotos. Der Einstieg hat mir, als bekennendem Trekkie, natürlich besonders gut gefallen :-)
 
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