Sowjetische Uhren für die olympischen Spiele in Moskau 1980

Diskutiere Sowjetische Uhren für die olympischen Spiele in Moskau 1980 im Vintage Uhren Forum im Bereich Uhrentypen; Leider bin ich ziemlich spät dran mit der Eröffnung dieses Fadens. Ideal wäre es gewesen, wenn ich ihn gestartet hätte, während noch die...

andi2

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Leider bin ich ziemlich spät dran mit der Eröffnung dieses Fadens. Ideal wäre es gewesen, wenn ich ihn gestartet hätte, während noch die diesjährigen olympischen Spiele in Rio liefen. Aber ich wurde nicht rechtzeitig fertig.
Dies soll möglichst ein kleiner Sammelthread werden, in dem alle Uhren gezeigt werden können, die in der UdSSR anlässlich der olympischen Spiele in Moskau 1980 aufgelegt wurden. Im Vintage-Faden mit russischen Uhren und im Flohmarkt-Faden habe ich schon die eine oder andere gesehen – es gibt also noch ein paar im Forum.
Haltet euch nicht zurück und zeigt ein Foto eures Schätzchens! Ich bin gespannt...

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Die 22. Olympischen Spiele der Neuzeit wurden 1980 in Moskau ausgetragen. Neue Sportstätten, darunter das Olympiastadion, wurden gebaut. Die Stadt putzte sich heraus und die Regale wurden mit den feinsten Waren gefüllt, die man in der UdSSR anbieten konnte.

Олимпиада-80 - skif_tag
Auf der zitierten Internetseite gibt es Bilder mit Impressionen von den Spielen (der Text der Seite ist russisch, die Inhalte verstehe ich also nicht, dies nur, falls dort irgendetwas Unangemessenes steht).

Überall sah man bunte und fröhliche Plakate, die auf das Ereignis hinwiesen, wie dieses Werbeposter der staatlichen Fluglinie Aeroflot.
https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/736x/d7/7b/b2/d77bb2705c5c3575b0a99a1d3f8c56ad.jpg

Das Logo der Spiele besteht aus 5 Linien, die sich zu einem stilisierten Turm vereinigen, der auf der Spitze von einem fünfzackigen Stern gekrönt ist, darunter die fünf olympischen Ringe.

AA.Logo.Olympiade.Moskau.1980.jpg

Ich weiss nicht genau, was das Logo darstellen soll. Mehrere Türme des Moskauer Kreml tragen einen roten Stern an der Spitze, der nachts beleuchtet werden kann, soviel ich weiss, sind es zwei Türme: der Borovitskaya-Turm und der Vodovzvodnaya-Turm.

Das Maskottchen der Spiele war 'Mischa', eine etwas zu niedlich geratene Version des russischen Bären, das mit seiner Kopflastigkeit immer leicht debil wirkt.
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/02/1980_USSR_stamp_Olympic_mascot.jpg

Es hätten fröhliche Spiele werden können, eine Gelegenheit der UdSSR, sich als weltoffenes Land zu präsentieren.
Wurden sie aber nicht!
Wie auch die nachfolgenden Spiele von 1984 wurden die Olympischen Spiele von 1980 zum Spielball der Weltpolitik.
Viel westliche Länder boykottierten auf Veranlassung der USA die Moskauer Olympiade (bitte keine Belehrungen zu den Begriffen 'Olympische Spiele', bzw. 'Olympiade'!).

1980.I.28.Newsweek.Cover.jpg
Titelbild der 'Newsweek' 1980.

Was war passiert?

Im Dezember 1979 waren Truppen der sowjetischen Roten Armee ins südliche Nachbarland Afghanistan einmarschiert und hatten es besetzt. Erst gute 10 Jahre später, 1990, zogen die Truppen wieder ab, die Sowjetunion und der Warschauer Pakt waren am Ende und wurden bald danach aufgelöst.

1980.Telegraph.UK.cartoon.jpg
Karikatur 1980: Kampf mit Hammer und Sichel. Die UdSSR wird symbolisiert durch Leonid Breschnew.

Aus Protest gegen diese Besetzung Afghanistans boykottierten die USA die Spiele und einige verbündete Länder schlossen sich dem Beispiel an, oder boykottierten auf eigene Veranlassung:

Weltkarte der Länder, die an den Olympischen Spielen 1980 teilnahmen:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:1980_Summer_Olympic_games_countries.png
Weltkarte der Länder, die die Moskauer Spiele 1976, 1980 oder 1984 boykottierten:
https://en.wikipedia.org/wiki/1980_Summer_Olympics#/media/File:Olympic_boycotts_1976_1980_1984.P

In Europa folgten nicht viele Länder dem Boykott, nur die Bundesrepublik Deutschland, Norwegen und Albanien blieben fern.

Die nächsten Spiele von 1984 wurden ausgerechnet in Los Angeles, USA ausgetragen. Es kam, wie es kommen musste. Das rote Imperium schlug zurück und boykottierte nun seinerseits den Anlass. Sämtliche Staaten des Warschauer Paktes und noch einige andere Länder hielten sich diesmal fern.

1984.V.21.Time.Cover.jpg
Titelbild der ,Time‘ 1984.

So wirkten die beiden Spiele nicht verbindend und verfehlten den Zweck der Völkerverständigung. Im Gegenteil, sie zeigten klar auf, dass ein Riss durch die Welt ging, ein Riss zwischen West und Ost, zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt.

1946.St.Louis.Post.Dispatch.16.06.Daniel.Fitzpatrick.jpg
Karikatur von 1946 in der St.Louis Post von Daniel Fitzpatrick

Genug der Politik!
Auch die sowjetische Uhrenindustrie leistete ihren Beitrag zu den Spielen. Wohl von allen Marken wurden Olympia-Sondermodelle aufgelegt. Diese Olympia-Uhren sind ein lohnendes kleines Sammelgebiet: Alle Uhren, die ich kenne, tragen mechanische Werke in sich. Die Qualität der damaligen sowjetischen Werke ist recht hoch, viele haben ausserdem technische Besonderheiten zu bieten. Ihr modisches und oft ausgefallenes Design macht sie sammelwürdig und sie sind auch tragbar. Man braucht sich gewiss nicht verstecken mit einer solchen Olympia-Uhr am Arm.

Olympis watches Rakets Slava 1.png

Ich habe insgesamt drei davon. Eine davon, eine Poljot, braucht noch ein Glas und ich werde sie später noch hier zeigen.
Die anderen beiden möchte ich heute kurz vorstellen. Vielleicht hat ja auch der eine oder andere von euch eine solche Olympia-Uhr und Lust, sie hier zu zeigen.

Raketa, Olympische Spiele 1980 in Moskau:

Olympia Raketa vorn frontal 2.png

Olympia Raketa vorn 1.png

Olympia Raketa seitlich 1.png

Mir gefällt das eigenständige und unverwechselbare Design dieser Uhr. Sie enthält ausserdem ein schönes und hochwertiges Werk. Ich trage sie regelmässig und sie ist mit ihrem roten Zifferblatt nicht zu übersehen. Sie gefällt nicht nur mir, ich habe schon einige Komplimente gesammelt.
Das auffällige Gehäuse aus verchromtem Messing wird oft ‚UFO-Gehäuse‘ genannt und hat stattliche Abmessungen von 43 mm Durchmesser und 11 mm Höhe (mit Glas und Deckel). Das Werk ist auf traditionelle Art mit 2 Werkhalteschrauben im Gehäuse befestigt. Es wird nach hinten aus dem Gehäuse entfernt, das Zifferblatt überragt das Werk seitlich nicht. Die Stundenindexe sind schwebend, d.h. es handelt sich um einen Indexring aus verchromtem und bedrucktem Plastik, der bei Entnahme des Werkes nicht mit herausgeht, denn er ist unter dem Plexiglas eingelegt. Um ihn zu entfernen, muss das Glas herausgedrückt werden.

Es gab dieses nicht gerade seltene Uhrenmodell nicht nur als Olympia-Uhr. Das Sondermodell unterscheidet sich nur durch die Zifferblattbedruckung. Auf dem roten Blatt steht ‚Олимпийские‘ (Olimpijskie = Olympisch / Olympic), links prangt das Logo der Spiele, rechts das Raketa-Zeichen.

Olympia Raketa z Werk.png

Uhrwerk:
Raketa 2609.1:
Handaufzug, Steinankerhemmung, 18000 A/h, 17 Rubis, Unruhdecksteine beidseitig stossgesichert (Stosssicherung Typ 'Poljot'), Ankerrad beidseitig mit stossgesichertem Deckstein (Stosssicherung Raketa-Kombifutter), monometallische Schraubenunruh (16 Schrauben) mit unbeweglichem Spiralklötzchenträger am Unruhkloben, Regulierschlüssel mit kurzem Rückerzeiger, Breguetspirale mit aufgebogener Endkurve, nur eine Kronradschraube, mit Ankerkloben (keine Ankerbrücke)
Gravuren: 1) auf der Räderwerksbrücke ‚17 Камней‘ (Kamnei = Steine, Rubis) / Raketa-Bildmarke / Kaliber '2609.1'; 2) unter der Unruh auf der Grundplatine: Seriennummer (12474):

Olympia Raketa y hinten Bandschliesse 1.png

Für die Uhr habe ich ein perfektes Band gefunden: Ein sowjetisches Edelstahlband mit den olympischen Ringen auf der Schliesse, das ebenfalls für die Spiele 1980 angefertigt wurde. Es hat 18 mm Anschlussbreite und passt damit an fast alle sowjetische Uhren der damaligen Zeit. Die folgenden Glieder des verlaufenden Bandes sind deutlich breiter (22,5 mm), wodurch sich harmonische Proportionen mit dem grossen Gehäuse ergeben. Weiss jemand von euch, wer der Hersteller dieses Olympia-Bandes war?

Slawa / Slava, Olympische Spiele 1980 in Moskau:

Olympia Slava vorn frontal 1.png

Olympia Slava vorn 4.png

Auch diese Uhr bekam ich ohne Band und auch hier hatte ich das Glück, ein wunderbar dazu passendes sowjetisches Band zu finden. Das ungewöhnliche Design könnte unter dem Motto „Bicolor, einmal anders“ stehen.

Das Band besteht aus Gliedern aus Edelstahl und vier Reihen von Ringen aus unvergoldetem Messing mit ovalem Querschnitt.

Olympia Slava y seitlich 1.png

Die Uhr hat ein glänzend verchromtes Messinggehäuse. Es hat 38 mm Durchmesser und baut mit 13 mm sehr hoch. Die groben Klotzindexe sind ebenfalls schwebend, auch hier ist ein Indexring über dem Zifferblatt eingelegt, der in diesem Fall aber nicht mit dem Glas am Gehäuse verbunden ist, sondern mit dem Werk herausgeht. Indexe und Zeiger sind goldfarben. Das fuchsbraune Blatt ist weiss bedruckt: Oben steht in kyrillisch ‚Moskwa 1980‘, links prangt das Logo der Spiele von 1980 und unten bei der Sechs steht ‚Slava‘ / ‚26 Kamnei (Steine / Rubis).

Olympia Slava z Werk.png

Das Werk ist ein ‚Slawa 2428‘. Eine technische Besonderheit sind zwei miteinander gekoppelte Federhäuser. Auf der Räderwerksbrücke ist das Slava-Zeichen eingeprägt. Es gibt eine Wochentags- und eine Datumanzeige. Das Datum kann mit einem Drücker auf der Zwei-Uhr-Position schnell weitergeschaltet werden. Der Drücker kann nicht mit der ‚unbewaffneten Hand‘ bedient werden, man braucht einen Zahnstocher oder ein anderes spitzes Werkzeug. Der Wochentag muss beim Stellen durchgekurbelt werden, das kann man, je nachdem, welcher Weg der kürzere ist, vorwärts oder rückwärts tun, denn das Datum schaltet beim Vorwärtsstellen vorwärts und beim Rückwärtsdrehen zurück. Der Wochentag schaltet schleichend zwischen 22:30 und 00:00 Uhr, das Datum springt um Mitternacht plötzlich um.

Das Werk hat 21 Steine, da gibt es also eine Unstimmigkeit mit dem Zifferblatt, denn dort stehen 26 Steine, was der Ausstattung der Automaticversion der Werksfamilie entspricht.
Klar, denkt man da zuerst, da wurde gebastelt, das Blatt gehört zu einer Automatic-Uhr. Der hintere, flache Deckel der Uhr gehört zu einem Handaufzugwerk, ein Automatic-Werk würde so nicht in das Gehäuse passen.
Eine Frankenwatch also?

Das ist möglich, aber ich glaube es eigentlich nicht. Wenn man einmal über längere Zeit die Slava-Uhren der 70er und 80er Jahre auf Ebay durchsieht, fällt auf, dass ein Grossteil der Uhren mit Wochentag und Datum und der Angabe ‚26 Kamnei‘ auf dem Zifferblatt, mit einem 21-steinigen Slava 2428 ausgestattet ist. Es erscheint mir unwahrscheinlich, dass bei all diesen Uhren das ursprüngliche Automatic-Werk durch ein Handaufzugwerk ersetzt wurde. Ich glaube eher, dass man es bei Slava nicht so genau nahm und die Uhren so auf den Markt brachte.

So, das war für heute alles. Bald werde ich hier noch eine Poljot-Olympia-Uhr hinzufügen. Schön wäre, wenn ihr auch noch etwas zu zeigen hättet.

Gruss Andi
 
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T. Freelancer

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OWL wo es am Höchsten ist
Hallo
Die nächsten Spiele von 1984 wurden ausgerechnet in Atlanta, USA ausgetragen. Es kam, wie es kommen musste. Das rote Imperium schlug zurück und boykottierte nun seinerseits den Anlass. Sämtliche Staaten des Warschauer Paktes und noch einige andere Länderhielten sich diesmal fern.

das müsste wohl Los Angeles gewesen sein. Aber schön dass es wieder etwas zu russischen Uhren hier vorzustellen gibt.
 

andi2

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Natürlich, du hast recht! Es war Los Angeles und nicht Atlanta. Ich werde das gleich noch oben ändern.
Ich habe noch mehr sowjetische Uhren, die ich hier mal zeigen möchte, aber es kostet halt immer etwas Zeit, bis ein Beitrag fertig ist...
Gruss Andi
 

Damista

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diese Streifen sind m.E. ein silisiertes Abbild der Lomonossow Universität
 

VW Käfer

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Hallo Andi,

schöner Beitrag:super: - hat Spass gemacht nochmal so ein bisschen in der Geschichte zu schwelgen. Und deine Uhren... dafür gleich nochmal ein :super: Obwohl ich leider keine russische Uhr (mehr) besitze, finde ich grade diese 1980er Moskau Modelle wirklich schön und interessant.
 

andi2

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@VW Käfer: Danke! Ich finde auch, dass die 1980-Olympia-Uhren wirklich sehenswert sind. Es gibt sehr viele verschiedene Modelle. Von keiner anderen Olympiade habe ich auch nur annähernd so viele Uhren gesehen.

@Damista: An den Turm der Lomonossow-Universität habe ich auch gedacht. Das Logo sieht diesem Bauwerk wesentlich ähnlicher, als den Kreml-Türmen, aber er hat - soweit ich weiss- keinen Stern an der Spitze. Von diesem Turm gibt es übrigens noch mehrere Kopien in anderen Ländern des Warschauer Paktes. Zwei davon habe ich schon gesehen, die Kulturpaläste in Kiew und Warschau.

Gruss Andi
 

Kaliber 66

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Danke fuer den Beitrag.Selbst kann ich leider keine Olympiauhr beisteuern, halte aber die Augen auf den Flohkonzimaerkten offen. Es gibt auch Kameras der Marke Zenit mit dem Symbol.
 

Goldstadtjung

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Hallo Andi2,

eine bedauernswerte Olympionikin kann ich beisteuern.

Leider löst sich am Blatt die Farbe und die Stellwelle fehlt.
Aber dennoch eine Zeitzeugin einer wunderbaren Zeit. Jedenfalls für mich.

VG
Peter
 

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Königswelle

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Ich hoffe auch, dass noch ein paar Modelle gezeigt werden. Selber kann ich leider nichts dazu beitragen. Russische Uhren habe ich zwar noch einige, aber das Thema "Olympia" habe ich mir immer für später aufgehoben...

Danke für den Thread, die Uhren sind sehenswert! :super:
 

andi2

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Hallo Peter,
ja, deine Uhr hat schon einiges mitgemacht. Wie ich festgestellt habe, ist die Zifferblattfarbe extrem empfindlich. Normalerweise putze ich meine Zifferblätter ab. Hier habe ich das gelassen, denn bei einem ersten Versuch mit vorsichtigem Bestreichen mit einem Q-Tip hatte ich sofort starke Farbverluste, die Farbe löst sich einfach ab. Ich empfehle, bei diesen Zifferblättern von allen Reinigungsversuchen abzusehen und nur evtl. abblätternden Lack zu fixieren.
Auf den Indexen könnte man die schwarzen Striche wiederherstellen, z.B. mit Letraset-Buchstaben zum Abrubbeln (kleines i etc.)Vielleicht finde ich noch eine Stellwelle für dich, ich muss mal kramen...
Falls der Sekundenzeiger goldfarben ist, sollte er mit Silberlack überfärbt oder ausgewechselt werden.
Wie man sieht, wurden verschiedene Werke in dem Gehäuse verbaut. Deine trägt das häufigste davon, das Raketa 2609.HA, das ein Nachfolgewerk des 2609.1 war.

Hallo Bernd,
ich bin auch schon gespannt, was da noch kommt...

Gruss Andi
 
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G

Gast36883

Gast
Schöner Thread, bin neugierig auf die Uhren die hier noch gezeigt werden. Leider habe ich selber keine, aber kommt Zeit, kommt (Olympia) Uhr.

Da wirklich alle Register gezogen wurden um die Spiele zu präsentieren durfte auch das wohl bekannteste sowjetische Trickfilmduo, Hase und Wolf, nicht fehlen. So hat denn die 13.Folge die Olympiade zum Thema https://m.youtube.com/watch?v=uLSO2pFIJQI

Die gegenseitigen Boykotte waren ein trauriges Kapitel der Olympischen Spiele, das was eigentlich verbinden sollte wurde zu politischen Machtspielchen mißbraucht, von allen Seiten. Das Thema Afghanistan ist ein ganz dunkles Kapitel der Weltgeschichte. Auch wenn Politik hier nix zu suchen hat, wen es interessiert der kann hier die meiner Meinung nach beste Doku zu diesem Thema angucken https://m.youtube.com/watch?v=FOlCOBRb_kQ das hat ARTE wirklich gut recherchiert, wie das alles mal begonnen hat.
 

andi2

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Hallo Frank,

Hase und Wolf kannte ich noch nicht. Danke fürs Posten, das passt prima hier rein! Quasi Tom & Jerry auf sowjetisch.

Die Arte-Doku werde ich mir auch noch später reinziehen. Das Afghanistan-Thema ist traurig, aber auch spannend und lehrreich. Auch die jüngere Geschichte Persiens (des Iran), besonders die Machenschaften eines gewissen Kermit Roosevelt, die islamische Revolution und der Sturz des Schah, sowie der von den USA unterstützte Angriff des Irak unter Saddam Hussein auf das Nachbarland Iran gehören m. E. zu dem Themenkreis.

Gruss Andi

@Kaliber 66: Sind denn die Chancen im UK einigermassen gross, auf dem Flohmarkt eine sowjetische Uhr zu finden, mal abgesehen von den Exportmarken Sekonda und Cornavin? Ich finde das Angebot schon hier, an der westlichen Grenze des deutschen Sprachraums sehr spärlich...
 
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Kaliber 66

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Ja, es gibt schon eine Menge sowjetischer Uhren hier, vor allem natuerlich Sekondas. Das ist kein Problem. Aber mit dem Olympialogo wird es schon schwieriger. Zenit Kameras hab ich schon damit gesehen, nur noch keine in so gutem Zustand, dass ich sie nach Filmeinlegen sofort nutzen kann.
 

Damista

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[...]
@Damista: An den Turm der Lomonossow-Universität habe ich auch gedacht. Das Logo sieht diesem Bauwerk wesentlich ähnlicher, als den Kreml-Türmen, aber er hat - soweit ich weiss- keinen Stern an der Spitze [...]
Natürlich ist da auch ein Stern auf dem Turm.
lomonosov-state-university.jpg8
 

Goldstadtjung

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Hallo Andi2,

Ja so erging es mir auch ich habe dann sofort mit dem QTip aufgehört.

Schade das dieses ZB so empfindlich ist.

VG
Peter
 

Sovietman

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... Ich habe im Netz viele solcher Uhren gesehn, und glaube eher, dass man es bei Slava nicht so genau nahm und die Uhren so auf den Markt brachte.

Na, das lass ich mal so nicht durchgehn. Es ist leider heut modern, sich sein Wissen im Netz zu googleln. Was dort zu finden ist, muss einfach richtig sein. Sicherlich gibt es derweil viel Fusch & Murks an Bastelware, was u.a. dem Mangel an originalen Ersatzteilen geschuldet ist. Außerdem wird für jeden Ahnungslosen alles zusammen geschustert und als glaubhaft "russisch" feilgeboten, was nur noch schlecht nachweisbar ist. Schließlich ist die Sovietunion tot. Wer will da wem was beweisen?

Für deine Slava Uhren hab ich mal in einem Werk-Katalog von 1977 rumgestöbert, und ein paar Bilder von der Produktion gefunden:

slavabrik1.jpg
slavabrik2.jpg
slavabrik3.jpg

Aus damaliger Sicht wurden bereits in den 1970er Jahren diese Uhren mit hoher Qualität im Werk produziert. Einschließlich Endkontrolle für den Einzelhandel. Da wurde mit Sicherheit nix falsch verbaut. Jedenfalls nicht ab Werk!
Alle Uhrenfabriken hatten Strenge Auflagen nach sovietischer GOST Norm bzw. dem CCCP Gütesiegel zu produzieren. Auch wurden Einheitsnormen- und größen an Gehäusen, Werken, Zifferblättern etc. durchgesetzt, woraus sich auch die große Austauschbarkeit der Uhrenteile untereinander erklärt.

Aufgrund der hohen Produktionsstückzahlen pro Jahr für jede Uhren-Fabrik, entstand eine Vielzahl an Kollektionen in kürzester Zeit. Bereits schon im Folgejahr wurden zu anderen Anlässen neue Varianten hergestellt. Diese Kurzlebigkeit führte später bei Dienstleistungen u.a. dazu, dass z.B. der Uhrmacher bei Reparaturen auf das zurückgriffen hat, was noch an Material zur Verfügung stand. Sei es ein neues Werk oder ein anderes Zifferblatt.

Was aber nicht als selbstverständlich zu sehen ist. Schließlich wurden Millionen an Uhren im 5-Jahres-Plan-Schritt vorproduziert. Ersatzteile gab es also schon noch eine Weile. Desweiteren wurden russische Uhren langlebig & robust hergestellt. Wenn also was vertauscht wurde, dann erst im Nachhinein! Was nicht unüblich war, in den Besitz seltener Zifferblätter zu gelangen ...

Da ich selber russische Uhren zum Sputnik Kosmos Thema sammle, kann ich leider auch nur diese zwei russische Taschenuhren aus dem Netz als Beispiele beisteuern:

pocketmischa.jpg
pocketboxer.jpg

Die Schrift ist nicht original kyrillish - sondern eingedeutscht geschrieben - siehe oben: "glaubhaft" russisch ?!?

Diese Uhren gab es für unterschiedliche Sportbereiche: hier eben mal Boxen - mit blauem Zifferblatt - und natürlich:
der Mischa Bär auf dem Sprungdeckel einer anderen Molnija Taschenuhr mit arabischen Zifferblatt. - Gruss Mirko!

P.S. Nachtrag für Andi zur Werksanalyse Slava 2427 - 2428

Hier mal noch die spezifischen Unterschiede beider Uhrwerke aus dem Export Katalog von 1993. Daran kannst Du erkennen, das zwar alles genormt gleich ist, jedoch verschieden beim Werkaufbau (ca. 3,5 mm Höhenunterschied).
Man erkennt desweiteren auch links in den Angaben einige Übersetzungsfehler wie. z.B. bei der Automatik Version:
49 Stunden statt 39 Stunden sovietischer Laufzeit - oder Werkhöhe: 6,85mm (kyrillisch) und 6,5mm West Standard?

slava2427werk2428.jpg
 
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andi2

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Vielen Dank für eure Beiträge, Mirko, Damista und Frank!

Sehr schön sind nicht nur die beiden Molnija-Olympia-Taschenuhren, sondern auch die Katalogfotos aus der Slava-Produktion der 70er Jahre. Bei den Taschenuhren sieht man, dass auch Olympia-Uhren für die verschiedenen Disziplinen angefertigt wurden, hier mit dem Thema 'Boxen'.

Bezüglich des Logos kann man dann ja wohl kaum daran zweifeln, dass es eine stilisierte Abbildung des Turms des Hauptgebäudes der Lomonossow-Universität ist. Das hatte ich auch als erstes vermutet, denn das Logo ähnelt dem Turm und ist ein bekanntes Wahrzeichen Moskaus. Beim Googeln habe ich dann aber einen anderen Turm der sieben Schwestern ohne Stern erwischt und war nicht mehr sicher...
Gruss Andi
 
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Il Barbarosso

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Da habe ich als stiller Mitleser diesen Faden gesehen und musste mich gleich anmelden:

Hier habe ich noch eine (fast-) NOS Olympiauhr, auf einem polnischen Flohmarkt gefunden, seitdem trage ich sie regelmäßig.

Bei "Bedarf" schicklich gerne noch mehr und bessere Photos!
 

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andi2

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Hallo 'Rotbart'!
Die Raketa ist toll! Da möchte ich gern noch ein paar Fotos sehen. Und herzlich willkommen im Forum!
Gruss Andi
 
Thema:

Sowjetische Uhren für die olympischen Spiele in Moskau 1980

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