Sinn oder Unsinn von Heliumventilen an Taucheruhren !

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walti

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Hallo,

was mir an manchen Taucheruhren aufgefallen ist, das einige mit Heliumventilen ausgerüstet sind und andere wiederum nicht.

Omega SMP, PO, Breitling SO, Rolex DS haben z.B. ein solches Ventil, während Longines HC, Rolex Sub und auch meine kürzlich gekaufte IWC AT kein solches Ventil haben.

Nun die Frage die sich mir stellt, sind Uhren die kein Heliumventil haben aber dennoch zum Tauchen gedacht bzw. geeignet sind deshalb weniger sicher bei Tauchgängen, oder braucht man sich in der Hinsicht keine Gedanken machen ?

Meine IWC AT ist druckfest bis 200 Bar entspricht 2000 Meter hat aber kein Ventil, würde die einem um die Ohren fliegen, wenn man zu Dekozwecken in einer Taucherglocke dekomprimieren muss ?

Meine nur bis 30 Bar respektive 300 Meter druckfeste SMP 300 hat wieder das Ventil, das verstehe ich nicht ganz. Ist für mich zwar eine theoretische Frage, da ich mit den Uhren weder tauche noch schwimme.

Ich denke mal das IWC sich als besonders ingeniöse Marke doch sicher seine Gedanken gemacht hat bei der Entwicklung so hochdruckfester Taucheruhren, die haben noch nie ein Ventil an ihren Uhren gehabt, also müssen sie es doch für entbehrlich halten, aus welchen Gründen auch immer.

Fragen über Fragen, aber das Ganze interessiert mich sehr und ich haoffe von euch , das ihr Licht ins Dunkel bringen könnt.

LG

Walti
 
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EVO.

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Beim Sportauchen spielt das ganze keine Rolle.
Das Heliumventil ist meiner Meinung nach nur ein Marketinggag, mehr nicht.
O.K. beim Rorotertauchen in großer Tiefe würde es Sinn bringen, aber die Kerlchen haben meist keine Uhr am Arm.

Hie mal etwas zum Thema Sättigungstauchen:
Wissenswertes übers Tieftauchen aus Berufsgründen

Bin gespannt, was noch für Meinungen kommen.
 
BSBV

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Hallo Walti,

das Heliumüberdruckventil mach schon Sinn wenn man Berufstaucher ist und Tauchgänge macht wo der Taucher Sauerstoff-Heliumgemisch einatmet. Die Heliumatome sind kleiner und dringen in die Uhr. Bei der Dekompession wollen diese dann wieder raus, können aber nicht ohne Ventil und sprengen dann das Glas von der Uhr.

So nun zu Deiner Frage. Vor einiger Zeit haben wir, meine Frau & Eltern & ich, das IWC-Werk in Schaffhausen besuchen dürfen. War sehr interessant und genau diese Frage hatte ich unseren Betreuer von IWC gestellt. Da er nun kein Techniker war, ging er kurz weg, kam aber schnell wieder und beantwortet meine Frage mit folgendem Satz: " IWC verbaut so gutes Material, das kein Ventil nötig wäre. " Wir sahen uns an. Ich musste schmunzeln und sagte: " Sicher. Na wenn das so ist, das ist eine Erklärung. " Der nette Mensch von IWC schmunzelte zurück und meinte: " IWC-Uhren sind eben sehr robust. " Wir setzten unseren Besuch fort und immer wenn er mir ins Gesicht sah kam dieses Schmunzeln wieder.

Warum IWC dieses Ventil nicht einbaut ? Keine Ahnung. Aber seine Erklärung fand ich super. Die Schweizer eben. Hat viel Spass gemacht.
 
Bender242

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Wenn ich das mit meinem gesunden Halbwissen richtig verstanden habe, ist ein Heliumventil nur für Berufstaucher interessant. Diese werden über einen längeren Zeitraum unter Druck gehalten und atmen ein bestimmtes Luftgemisch mit erhöhtem Heliumanteil. Das Helium dringt in die Uhr ein und könnte sie bei Dekompression sprengen, daher also ein Ventil in der Uhr.

Ich denke mal, die meisten Leute werden nie in die Verlegenheit kommen, ein solches Ventil sinnvoll zu nutzen. Daher sehe ich es auch eher als Marketing Gag und "nice to have" an. Genauso wie die ganzen "Einsatzuhren", die angeblich von allen möglichen Spezialeinheiten getragen werden...
Aber cool ist es schon. :D
 
BSBV

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Hallo Marc,
genau so ist das. Einsatzuhren dürfen nur im Einsatz getragen werden und Taucheruhren mit Ventil nur man richtig tief tauchen geht. :lol: Für den Ottonormalverbraucher sind solche Spielerein genauso wie Zierleisten am Auto. Sieht gut aus, taugt aber nichts. ;-)
 
EVO.

EVO.

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dachte immer das über dieses Ventil Helium in die Uhr abgefüllt wird, damit die Uhr leichter wird und somit nicht so schwer am Handgelenk hängt

8-)
 
walti

walti

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Hallo,

interessante Ansichten zu einem imho sehr spannenden Thema, meine Frage ist, wenn nun Helium in eine Uhr ohne Ablassventil eindringt, was ja möglich wäre, schadet das der Uhr oder nicht, oder andersherum gefragt, ist die Uhr mit Ventil besser geschützt und warum ?

LG

Walti
 
BSBV

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Ja Thomas ich weiss. Ich fand die Antwort des netten Menschen von IWC auf meine Frage so süss.

Eine Uhr die bis 200/300 Meter wasserdicht ist reicht völlig für den normalen Gebrauch aus. Auch ohne dieses Ventil.

Meine LOWIN ist bis 2000 Meter dicht. Nun weiss ich, dass ich, wenn ich mal im Meer ertrinken sollte, meine LOWIN noch läuft, bis die Gangreserve leer ist. Egal wie tief ich dann bin. Jeder Meersebewohner kann dann feststellen wie spät es war oder gerade ist.

@Walti: Das Ventil macht nur beim Berufstauchen Sinn, also das Sättigungstauchen. Wenn man dabei eine Uhr ohne Ventil trägt, kann es passieren das die Heliumatome das Glas von der Uhr sprengen bei der Dekompression.
 
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Mavica

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Hallo Zusammen!

also @Bender242 liegt mit seinem, wie er sagt, "Halbwissen" richtig.
Das Heliumventil ist tatsächlich nur für soche Menschen interessant, die als Berufstaucher Sättigungstauchgänge durchführen. Das bedeutet, dass der Taucher längere Zeitauf einer Tiefe arbeiten kann, ohne in den Arbeitspausen Dekompressionsstufen beim Austauchen zu beachten. Dazu wird der Taucher in einer Druckkammer unter den Druck gesetzt, der seiner derzeitigen Arbeitstiefe entspricht. Diese Druckkammer und damit auch diesen Umgebungsdruck verlässt der Taucher dann nur noch in der entsprechenden Arbeitstiefe, bis die Arbeiten am entsprechenden Einsatzort abgeschlossen sind. Alle Körpergewebe, Körperflüssigkeiten, ja sogar Knochen des Tauchers sind nun mit Stickstoff gesättigt. D.h. er hat soviel Stickstoff über die Atmung aufgenommen, dass sich nichts mehr davon im Körper anreichern lässt. So muss der Taucher nun Tage, wenn nicht sogar Wochen in der Druckkammer zubringen. Diese kann auch zum Schiff hochgehievt werden, um sie an einen anderen Einsatzort zu bringen. Wir sprechen hier übrigens von Arbeitstiefen durchaus auch von mehr als 100m. Erst wenn es nicht mehr notwendig ist, in solcher Tiefe zu arbeiten, oder nach Ende einer mehrtägigen Schicht zum Beispiel, wird der menschliche Taucher wieder ganz langsam, in kleinen Schritten an den normalen atmosphärischen Umgebungsdruck angepasst.
UND HIER KOMMT DAS HELIUMVENTIL INS SPIEL:
Während des Aufenthaltes in der Druckkammer ist das im Atemgemisch enthaltenen Helium gaaaaanz langsam durch die Dichtungen in die Uhr hineindiffundiert. Atom für Atom! Die Angleichung des Tauchers an den normalen Umgebungsdruck auf Meeresspiegelhöhe erfolgt zwar langsam genug, um den Taucher keinen Schaden zuzufügen, aber immer noch zu schnell für die Heliumatome in der Uhr. Damit der entstehende Druckunterschied zwischen dem Inneren der Uhr und der Umgebung nicht zu Beschädigungen der Uhr führt (z.Bsp. Herausdrücken des Glases) werden die Heliumventile montiert. Sie sorgen für ein schnelleres Austreten des Heliums und stellen eigentlich nichts anderes dar, als ein Rückschlagventil - mal stark vereinfacht betrachtet.


So, nun habe ich Euch mit genügend Theorie genervt, und gebe Euch mal was zum Nachdenken:

Es gibt inzwischen unglaublich viele Sporttaucher.
Berufstaucher dagegen sind eine recht exklusive Gilde - da werden schon harte Forderungen an Gesundheit, Fitness und Nervenstärke gestellt.
Und selbst unter den Berufstauchern sind diejenigen, welche Sättigungstauchgänge absolvieren wiederum eine kleine Gruppe.

Anders gesagt, es gibt gefühlt etwa zig-tausend mehr Uhren mit Heliumventil als Menschen, die dieses Ventil wirklich brauchen.

Ich, als leidenschaftlicher Taucher, habe keine Uhr mit Heliumventil. :D
 
twehringer

twehringer

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Jetzt geb ich auch noch meine halbwissende Meinung dazu.

Wenn bei Sättigungstauchgängen Helium langsam in die Uhr eindringt, dann kann es ebenso wieder langsam austreten. Für den Fall, man holt den Taucher in 2 Minuten aus großer Tiefe hoch kann es schon sein, dass das Ventil die Uhr schützt, aber in diesem Fall wird der Taucher die Uhr nicht mehr brauchen. Es wurden schon erfolgreiche Diver gebaut, mit dem Anspruch Profi-Taucher als Zielgruppe zu haben, die kein Ventil hatten, man denke nur an die Ploprof von Omega.

Die Aussage, dass eine Uhr so robust gebaut ist, dass das Ventil nicht notwendig sei, kann ich gut nachvollziehen. Das war damals bei der Ploprof so, das kann auch bei IWC so sein. IWC behauptet ja bei den Fliegeruhren, dass die Uhren geschützt gegen Druckabfall sind. Diese Uhrn haben auch kein Ventil, sind vielleicht ebenso einfach robust genug.

Ich denke also, bei dm Heliumventil handelt es sich um einen sehr theoretischen Vorteil, so theoretisch, dass man es schon als Marketing bezeichnen kann. Und das Marketing funktioniert ja auch, mal ganz nebenbei.

VG Thomas
 
Dr. Wu

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Ich finde jedenfalls die Ventile bei Omega optisch und haptisch sehr störend und da sie niemand braucht,könnten sie weggelassen werden.Die anderen Ventile ohne Verschraubung stören mich nicht so.
Grüezi
 
Bender242

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Na dann habe ich es ja einigermaßen richtig wiedergegeben, sehr schön.

So ein Heliumventli macht sich vermutlich nur bei der Revision der Uhr bemerkbar. Ist dann ein Posten mehr auf der Rechnung.... ;-)
 
marfil

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Hallo,

Mavica hat es ja schon schön geschrieben, daher von mir nur noch als Anmerkung:

Uhren für Berufstaucher MÜSSEN entweder

a) über ein Heliumventil verfügen oder
b) über eine gasdichte Konstruktion

Die Variante a) ist die gebräuchlichste, da mit Abstand die billigste davon.

Variante b) kommt bei sehr wenigen Modellen zum Einsatz- die erste und erwiesenermaßen tatsächlich gasdichte Uhr kam von Omega- nämlich die PloProf. Heute bedient sich dieses Aufwandes beispielsweise die Seiko Marinemaster 300m, die zwar nicht ganz so gasdicht ist, wie die PloProf schon vor 40 Jahren- aber im Einsatzspektrum diese Vorgabe erfüllt. Die aktuelle PloProf ist nicht gasdicht- verfügt deshalb auch über ein Heliumventil.

Ebenso sind die JLC Modelle der Master Compressor Diving - Serie im Rahmen der Vorgaben weitgehend für diesen Einsatzzweck geeignet, was mit einer mehrfach verstärkten Abdichtung gegenüber herkömmlichen Modellen erreicht wird (beispielsweise 5 bzw. 6 Dichtungen je Krone/Drücker).

Einen gewissen Fortschritt in der Abdichtung brachten auch neue Materialien, wie Viton, die eine geringer Durchlässigkeit als Nitril haben. Ersetzen können solche Dichtungsmaterialien bei herkömmlichen Konstruktionen ein Heliumventil allerdings NICHT.
 
Giovanni

Giovanni

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Nur Uhren, die Helium hereinlassen, müssen es via Ventil wieder herauslassen. Es gibt heliumdichte Uhren, beispielsweise die Seiko 300m Marinemaster SBSX001, die daher ohne ein solches Ventil herstellerseits für's Sättigungstauchen zugelassen sind.

Überspitzt könnte man nun sagen, das Auslaßventil ist ein Zeichen für eine nicht ganz perfekte Uhr. Kurieren am Symptom, weil man die Ursache nicht bekämpft bekommt.

Die für meinen Geschmack blödeste Lösung ist, dieses Ventil von Hand beeinflußbar zu machen, da es der Fehlerquelle "Ventilschaden" die weitere Fehlerquelle "Fehlbedienung" hinzu addiert. So zu bewundern bei der Omega 300m SMP Chronometer.
 
twehringer

twehringer

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Offtopic, aber die Fragen kommen grad bei mir auf:

- Die Omega PO hat ein verschraubtes Heliumventil. Muss ich das dann wenn ich (rein theoretisch) aus großer Tiefe auftauche aufschrauben? Kennt sich da jemand aus.
- Die Breitling Colt ist bis 500m Wasserdicht und hat kein Ventil. Ist die Uhr damit hochwertiger als die Omega?

VG Thomas
 
T

Thomas_G.

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Es hängt ja nicht von der für die Uhr höchstmöglichen Tiefe ab, ob ein Heliumventil sein muss oder nicht. Nutzt ein Berufstaucher beim Sättigungstauchen eine Breitling Colt, platzt halt möglicherweise beim endgültigen Auftauchen das Glas ab. Bei der Omega kann man das Helium ablassen.
Damit ist die Omega eher für diesen sehr seltenen Taucheinsatz geeignet, die Breitling nicht. Beide Fälle kommen im Alltag von Normalbürgern jedoch zum Glück selten vor ;-)
 
discipulus

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Ob man ein Heliumventil an seinem Diver braucht oder auch nicht, spielt für viele Konsumenten keine Rolle.

Ein Bekannter von mir ist Aquarianer. Da er bei Ausübung seines Hobbys ab und an auch mal seinen Uhrenarm ins Becken streckt, ist er gerade auf Suche nach einem ordentlichen Diver. Ein Heliumventil ist dabei eines seine KO-Kriterien. :lol:

Ok, seine Uhr wird wenigstens auch mal nass. Ich denke, davon können die meisten Diver im Forum nur träumen. ;-)
 
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Käfer

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@discipulus: Die schönste Panikattacke, die ich je in einem Forum gelesen habe, war die zu einem Diver, die in etwas so gelautet hatte: "Hilfe, meine neue Taucheruhr ist nass geworden. Schaden Wasserflecken meinem Diver?" Luxusspielzeuge halt.....;-)
 
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Sinn oder Unsinn von Heliumventilen an Taucheruhren !

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