Sellita vergrößert sein Basis-Kaliber

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habring87354

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Aber wahrscheinlich hatte man mit der Entwicklung des Kalibers in der Hochzeit der Uhren größer 42 mm angefangen ….
Den Aussendurchmesser einer Platine, eines Datumsreifs und eines Rotor grösser zu zeichnen ist jetzt nicht wirklich ein Job der jahrelange Vorbereitung benötigt. Unter "Entwicklung" stelle ich mir was anderes vor.
Dass Sellita jetzt "innovativer" ist als in den Jahren zuvor dürfte daran liegen, dass es einen neuen technischen Leiter gibt, der - was ein Wunder - zuvor bei La Joux-Perret eine Plattformstrategie verfolgt hat und dies nun bei Sellita halt genau gleich macht.
 
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Lance Kennedy

Lance Kennedy

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Tolle Nachricht. Das gibt den kreativen Köpfen bei der Gestaltung neuen Spielraum.

Gruss,
Lance
 
ddee

ddee

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Hallo Richard!
Erstens einmal Danke für den Input zur Federgröße. Bin um jede Korrektur meines gefährlichen Halbwissens dankbar. Gut, dass wir ein bisserl über die Technik reden.
Es gibt nur wenige Hersteller mit Kaliber, die mit einem großen Federhaus lange Gangreserven realisieren. Das wird seine Gründe haben, aber es liegt nicht alleine an der Länge der Feder an sich sagst du?
Auf der anderen Seite wird dann ein kleines Federhaus, sagen wir mal mit einer Gangreserve von einer Sekunde (!), zu einem Constant Force Mechanismus. Liegt das nicht auch an der Kürze der Feder?
Zumal zumal das Remontoire, bzw. die Hemmung, nicht zwangsläufig vom ursprünglichen Antriebsstrang abgekoppelt sein muss?

Den Aussendurchmesser einer Platine, eines Datumsreifs und eines Rotor grösser zu zeichnen ist jetzt nicht wirklich ein Job der jahrelange Vorbereitung benötigt.
Frage dazu: führt der größere Rotor automatisch zu einer veränderten Aufzugsleistung?
 
Neutr0n

Neutr0n

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Super Sache! Mir reicht ein ETA oder Sellita Werk aus - auch bei den Top Herstellern doch zu kleine Uhrwerke stören mich schon - egal ob sichtbar oder nicht.
 
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habring87354

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@ddee so "halb" ist Dein Wissen dazu gar nicht! Hat auch mehr mit Physik als Uhrmacherei zu tun. Da sind die Uhrmacher nicht immer top drin.

Im Grunde geht's bei der Gangdauer immer darum die zur Verfügung stehende Energie so langsam wie möglich zu verbrauchen. Wobei diese Energie im einem Verhältnis zum Trägheitsmoment ("Masse") der Unruh steht. Dank der gut 100 Jahre Geschichte der Armbanduhr kennt man heute sowas wie ein Ideal, dass mit kleinen Veränderungen immer wieder zum Einsatz kommt. Deswegen liegen die Gangreserven der meisten Werke innerhalb der bekannten Grössen.
Wenn man einen Faktor verändert muss man an anderer Stelle einen Kompromiss eingehen.
Ein Beispiel: ich möchte, dass mein Werk länger läuft: d.h. ich muss weniger Energie/t verbrauchen. Dazu kann ich die Frequenz reduzieren oder die Unruh leichter machen. Beides führt in der Praxis i.d.R. dazu, dass ich Ganggenauigkeit einbüsse.
Umgekehrt kann ich auch die Energiemenge erhöhen, z.B. durch eine längere Zugfeder. (ein 2. FH hat praktisch den gleichen Effekt) dazu brauche ich aber mehr Raum/Platz.

Force constant ist eine gsnz eigene Geschichte. Die Feder wirkt i.d.R. nur kurze Zeit und speichert nur die Energie welche sie der Zugfeder entnimmt. Die max. Gangdauer eines Werks wird durch die FC sogar reduziert weil die Zugfeder es nahe des völligen Ablaufs nicht mehr schafft die Feder zu spannen.

Frage dazu: führt der größere Rotor automatisch zu einer veränderten Aufzugsleistung?
Nein, solange das Trägheitsmoment gleich bleibt. Im Falle des hier vorgestellten Werks wird es darauf hinauslaufen, dass der Rotor aus einem Stück Messing gefertigt ist während das kleinere Original einen zweiteiligen mit Schwermetallsegment braucht. Bei gleicher Stückzahl dürfte das vergrösserte Werk damit ev. sogar günstiger herstellbar sein.

Letzlich hat diese Vergrösserung aber eigentlich nur optische Gründe und Vorteile. In der möglichen Leistung wird es einem "echten" 30/31mm Werk immer unterlegen bleiben.
 
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ddee

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so "halb" ist Dein Wissen dazu gar nicht! Hat auch mehr mit Physik als Uhrmacherei zu tun. Da sind die Uhrmacher nicht immer top drin.
Mein letzter Physik-Unterrricht war mit 15 glaub ich. Hat bei berufsbildenden Landwirtschaftsschulen keine besonders hohe Priorität ;-)
Abgesehen davon wäre es absurd zu glauben, ich verstehe die Uhrmacherei nur ansatzweise so wie du.

Letzlich hat diese Vergrösserung aber eigentlich nur optische Gründe und Vorteile. In der möglichen Leistung wird es einem "echten" 30/31mm Werk immer unterlegen bleiben.
An den seitenlangen Diskussionen um ausgerichtete Schrauben (aber das sind doch.... ne, lass ma für heute) und Position des Datums siehst du aber wie wichtig die Optik für den Kunden ist.
Insofern stratgisch von Sellita schon kein schlechter move, finde ich.
 
JackSlater

JackSlater

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Aber mal ehrlich: wenn man sich die Bilder anschaut, ist das Uhrwerk komplett unverändert.
@Natal-Rasch-Eid) ich glaube du hast Recht. Platine etc sind unverändert, sieht man an dem Spalt. Dann ist "draußen" irgendwas drangefrimmelt.
Ok, der Rotor ist größer und die Datumsscheibe etwas weiter draußen, aber das wars offensichtlich auch schon.

Für mich als Laien schauts überhaupt so aus, also ob die Werkhalteschrauben einfach zu verwendet wurden, den zusätzlichen Ring zu halten. Dennoch, um auch das Positive zu erwähnen: das mit dem Datumsfenster macht durchaus Sinn.
 
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ddee

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Ok. Null Aufwand, kein technischer Mehrwert. Nur Optik.

Trotzdem könnte man auch zu Recht fragen: warum hats ETA noch nicht längst gemacht?

Die Antwort kann nur sein: unterschiedliche Ergebnisse bei der Analyse des Marktpotentials!
 
bachmanns

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Die ETA ist ja einen anderen Weg gegangen und hat ihre Valgranges-Kaliber auf Basis eines aufgepumpten 7750 als Alternative im Angebot.
 
JackSlater

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IMO geht das Basiskaliber bei 38mm noch. Aber ab 39 schaut es dann echt recht verloren aus. Bei 42 und 44 ist es wirklich besser, Deckel drauf.
 
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habring87354

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Die ETA ist ja einen anderen Weg gegangen und hat ihre Valgranges-Kaliber auf Basis eines aufgepumpten 7750 als Alternative im Angebot.
Die ETA hat als Werkelieferant gar nix mehr im Angebot (außer für die SG-Marken).

Ok. Null Aufwand, kein technischer Mehrwert. Nur Optik.

Trotzdem könnte man auch zu Recht fragen: warum hats ETA noch nicht längst gemacht?

Die Antwort kann nur sein: unterschiedliche Ergebnisse bei der Analyse des Marktpotentials!
Wenn eine der SG-Marken genau so etwas haben möchte wird sich die ETA nicht zu blöd sein das genau so nachzumachen.
 
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bachmanns

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Auf der ETA-Seite sind die Valgranges-Kaliber zumindest gelistet.
 
JackSlater

JackSlater

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Gelistet: ja, wie alle anderen, aber geh mal auf bestellen ...
 
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