Seiko Diver, Druckfestigkeit?

Diskutiere Seiko Diver, Druckfestigkeit? im Herrenuhren Forum im Bereich Uhrentypen; Seit über 3 Jahren habe und hatte ich einige Seiko Diver, vorwiegend mit dem 8L35 Kaliber. Die Gehäuse (gerade das von der MM300) sind sehr...
subdiver

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Seit über 3 Jahren habe und hatte ich einige Seiko Diver, vorwiegend mit dem 8L35 Kaliber.

Die Gehäuse (gerade das von der MM300) sind sehr stabil gebaut, aber haben nur eine Druckfestigkeit von 200 oder 300m.

Im Vergleich zu Rolex und Omega Diver sind die Seiko‘s mindestens so dick bzw. massiv,
die Schweizer haben aber eine viel höhere Druckfestigkeit.

Was ist der Grund? Betreibt hier Seiko Understatement?
Absolut gesehen reichen 200m für einen Sport-Diver.
 
Dr. Wu

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Wenn ich meine alte Superocean ansehe,die ging bis 1500m und ist nicht übermäßig dick im Vergleich zu einer PO und MM mit einteiligem Gehäuse. Aber da kann ich nichtmal mutmaßen warum und weshalb.
 
Uhrbene

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Die 1000m Tunas haben Tests bis 4500m überstanden. Vielleicht ein Anhaltspunkt. Zudem ist die Dicke des Gehäuses nur ein Anhaltspunkt und kein alleiniges Kriterium.

Scheint mir eh von sehr theoretischer Bedeutung, selbst für einen Taucher.
 
Bertl1308

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Als Techniker ist die Thematik aber nicht uninteressant, auch wenn der praktische Nutzen für den einzelnen gegen null geht😉

Für mein Empfinden sollte das einteilige Gehäuse sogar Vorteile bringen. Es sind keine „Schwachstellen“ in Form von Bauteilfugen verbaut und damit weniger Dichtungen, die zumindest auf lange Zeit Probleme machen können.

Wenn ich jetzt einen Seiko Diver MM200 oder MM300 ansehe ist der Boden stark abgeschrägt um die Bewegungsfreiheit zu erhöhen. Ein Longines LLD oder eine Omege Schwerty (eine neuere hab ich nicht) sind eher flacher.
Die verbleibende Materialdicke wird vermutlich an den dünnsten stellen nicht stark unterschiedlich sein.

Ein weiterer Punkt mMn auch die Ausrichtung der Uhr. Die Seikomodelle sollen Werkzeuge sein. Und sind auch optisch so gestaltet. Das braucht auch einiges an Material auch wenn das nicht unbedingt der Druckfestigkeit dient, aber vielleicht der Langlebigkeit im harten Einsatz?? Ich hab mit meiner Schwerty bei allem was die durchgemacht hat aber auch noch nie Probleme gehabt.

Aber interessantes Thema…. Müsste man mal ein paar zerlegen und Materialdicken nachmessen….😂😂😂
 
Uhrbene

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Natürlich bringt das einteilige Gehäuse Vorteile. Neben der Gehäusedicke sind aber Elemente wie Dichtungssystem ebenso wichtig.

Dazu mal der Artikel auf Chronautix: https://chrononautix.com/seiko-prospex-diver-geschichte/. Wenn man nach unten scrollt, sieht man mal eine Explosionszeichnung der Tuna.

Die Japaner sind grundsätzlich eher Tiefstapler. Vermutlich wird die MM300 mehr als 300m aushalten. Da es aber keinen Nutzen hat, wird es von Seiko weder beworben noch getestet. Die Konstruktion ist einfach auf "das muss die Uhr immer mindestens abkönnen" ausgelegt. Früher war das auch mal eine deutsche Tugend bei Konstruktionen.

Der Tunatest ist auf YouTube als Video vorhanden, leider finde ich ihn nicht. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, hat die 1.000m Tuna Quartz bei 3.800m schlapp gemacht, die 1.000m Tuna Automatik bei 4.500m
 
subdiver

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Wenn ich z.B. SLA049 (Uemura) mit meiner Planet Ocean 2500 vergleiche,
sind 400m Unterschied „zugunsten“ der PO.

Die Seiko ist aber deutlich massiver gebaut.

Für Seiko sollte es doch ein Leichtes sein, ihre Uhren in der € 3k Kategorie tiefer zu testen.
Ob es sinnvoll ist, mal dahin gestellt.
 
Spitfire73

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Das Thema Druckfestigkeit - Zifferblattaufdruck und Realität wird ziemlich überbewertet. Selbst eine einfache Vostok hält dem Mehrfachen von 20bar stand. In dem Video hielt sie bis ca. 1.600m dem Druck stand. Und das nebenbei bemerkt ohne Glasdichtung wie sie Japaner und Schweizer brauchen.

Gruß
Helmut
 
19chris84

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Also bei 300m lacht die Marinemaster und tickert freudig weiter. Die hält sicherlich auch soviel wie eine seadweller.

Im Normalfall ist es so. Eine Dichtung macht dicht. Druckfester geht nur über materialdicke oder besseres Material.

Die mm300 verkraftet einiges. Schwachpunkt ist meistens das Glas.
 
Sedi

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Selbst billige 100m-Casios mit Plastikgehäuse wurden schon auf 40 bar abgedrückt, bevor sie den Geist aufgaben. Bei den Seikos scheinen aber schon die Reserven besonders hoch zu sein. Aber meine Citizen NB6004 sieht trotz der angegebenen 200m auch eher so aus, als würde sie mindestens das Doppelte bis Dreifache aushalten. Ich glaube, selbst die NY0040 hat schon 50 bar geschafft -- gab es da nicht mal ein Sondermodell für irgendeine Seestreitkraft? Ich meine mich da dunkel dran zu erinnern. Wäre natürlich interessant zu wissen, wie viel Reserven die erwähnten Omegas oder eine Rolex hat. Nur würde die niemand freiwillig so weit abdrücken, bis das Glas platzt :D.
Ah, hab eine kleine Info zur Citizen gefunden, weiß aber nicht, ob das konstruktiv viel verändert wurde:
Citizen Promaster Diver NY0040-41e Review
 
Spitfire73

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gab es da nicht mal ein Sondermodell für irgendeine Seestreitkraft?

Korrekt. Die Italiener waren's....

Offensichtlich stapeln nicht nur die Japaner tief sondern die ganze Industrie denn so ziemlich jedes seriöse Erzeugnis dürfte das Mehrfache an Druck aushalten gegenüber der Zifferblattbeschriftung.

Gruß
Helmut
 
Aminona

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Ich bin selbst kein Taucher, aber praktisch ist es ja so, das nicht nur die Druckfestigkeit entscheident ist sondern auch die Ausgasung. Ab einer gewissen Tiefe ist nur noch Sättigungstauchen möglich, im Grunde ab 300 Meter. Ab da brauche ich also ein Heliumventil oder eine deutlich aufwändigere Gehäusekonstruktion.

Da Seiko bewusst auf das Ventil verzichtet um keine zusätzliche Schwachstelle zu bieten, muss es das Gehäuse machen und deshalb bieten sie nur wenige Diver mit mehr als 300 Meter WD an. Bei Seiko müssen die Uhren also nicht nur Wasser- sondern auch Gasdicht sein. Was ich unter dem technischen Aspekt schon wieder richtig cool finde und mir den Hersteller sehr sympathisch macht.
 
Spitfire73

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Ab da brauche ich also ein Heliumventil
Ein Heliumventil braucht man nur in einer Taucherglocke. Das betrifft also weltweit vielleicht eine handvoll Forscher und Berufstaucher. Und die haben bei den Gelegenheiten Wichtigeres dabei als Taucheruhren-Spielzeug. Vollständig gasdicht bekommt auch Seiko seine Uhren nicht. Man versucht dort nur mit speziellen Dichtungen (L-Gasket) das Eindringen von Gas zu minimieren um es auf den Umfang zu begrenzen, bei dem auf ein Heliumventil verzichtet werden kann. Einer der Seiko-Ingenieure, Ikuo Tokunaga, hat das auch mal klar gesagt: "...the penetration of helium gas is suppressed by about 1/100 to the conventional watch case, the inner pressure of the case does not turn into high pressure and the diver’s watch of the ideal saturation diving specification which does not need ‘helium gas escape valve’ is completed". Innerhalb einer Taucherglocke würde ich einer Uhr mit HV trotzdem deutlich mehr vertrauen als einer ohne denn auch die speziellen Seiko-Dichtungen altern natürlich und werden durchlässiger aber in die Verlegenheit, in einer Taucherglocke tagelang zu sitzen, komme weder ich noch sonst jemand mit Uhrenspleen.

Gruß
Helmut
 
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Sedi

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Ein Heliumventil braucht man nur in einer Taucherglocke.
Was beim Begriff Sättigungstauchen automatisch impliziert ist. Das Problem ist aber weniger die Glocke, sondern dass man tagelang (bzw wochenlang) in der heliumangereicherten Atmosphäre verbringt (in einem eigenen Wohnbereich an Bord des Schiffes) und unter Druck gehalten wird. Hab da neulich erst eine interessante Doku gesehen - auf Netflix :D.
PS: die einzige interessante Taucheruhr, die in der Doku zu sehen war, war tatsächlich eine Seamaster mit He-Ventil.
 
ominus

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Entschuldige für diesen Off-Topic Beitrag.

Was war das für eine Doku?
So etwas schaue ich immer sehr gern.
 
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