Seiko Cal. 7903A Versuch einer Revision

Diskutiere Seiko Cal. 7903A Versuch einer Revision im Uhrenwerkstatt Forum im Bereich Uhren-Forum; Ich werde mich an einer Seiko-Damenuhr als meine erste Quarz-Revison versuchen. Sie war ein absolutes Schnäppchen vom Flohmarkt und funktioniert...
Hansen54

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Ich werde mich an einer Seiko-Damenuhr als meine erste Quarz-Revison versuchen.
Sie war ein absolutes Schnäppchen vom Flohmarkt und funktioniert dementsprechend auch nicht.

20150211_154841.jpg

Bis hierhin noch alles easy

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Ist dieses kleine orange Plastikplättchen der erste Defekt?

Naja, weiter gehts:

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Am Stundenrad ist ein winziger "Sprengring" der entfernt werden muss

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Geschafft! Nun läßt sich die Wochentagsscheibe abheben

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Mit 3 Schrauben ist der Datumsmechanismus befestigt und wird abgehoben

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Das Stundenrad und das darunterliegende Zwischenrad fürs Datum werden entnommen

20150211_161830.jpg

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Danach ist das Rad für das Weiterschalten von Wochentag und Datum dran

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Nun ist der Stellmechanismus dran

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So, das wäre die eine Seite, nun folgt für mich absolut unbekanntes Terain

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20150211_163930.jpg

Au Backe, sind die winzig

20150211_163655.jpg

Sodele, auseinander ist sie.

20150211_180746.jpg



Nun bin ich auf die Hilfe von Experten angewiesen.

Ich denke mir, dass nicht alle Teile gereinigt werden dürfen.

Könnte mir Jemand Tips geben?

Gruß aus Wien
Rolf
 
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Hansen54

Hansen54

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Hallo,

gibt es hier wirklich niemanden der bereit ist zu Helfen?
Mit mechanischen Uhren hab ich erfahrung, aber mit Quarz nicht.

LG
Rolf
 
S

scibird

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also ich habe noch nie an einer Quarzuhr gearbeitet... aber ich würde alle Teile, die nach "Elektronik" aussehen also die Magnetspule und die Platine mit dem Kondensator NICHT reinigen. Vielleicht die Kontakte mit Isopropanol entfetten. Alles andere sieht ziemlich mechanisch aus. Allerdings hätte ich vermutet, dass bei Quarzern die nicht tun eher eine Elekto-Problem vorliegt und dann brauchst Du Ersatzteile. Das ist ja der Nachteil an Quarz, dass man die Dinger nach 20 Jahren häufig NICHT mehr repariert kriegt.

Trotzdem viel Erfolg!
 
R

reflection

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Salu Rolf

Ich entwickle beruflich Elektronik und kann Dir ein bisschen was sagen zu der Platine die Du in einem Bild zeigst.

Also: Putzen: Am besten mit Brennsprit. Brennsprit (ohne Zusatz von irgendetwas) greift keine Elektronkbauteile an und man bekommt es fast in jedem Baumarkt. Ich würde mir dann eine weiche Bürste/Pinsel schnappen (ACHTUNG: Kein Pinsel mit Kunststofffasern sondern wenn möglich Naturfasern. Stichwort: Aufladung/ESD) und dann mal richtig über die Platine putzen. Die Platine kann ruhig ganz "nass" werden vom Brennsprit, also nicht sparen. Ist sehr viel unempfindlicher als man als Laie denkt. Also nur keine Angst :o) Danach die Platte am besten mit Druckluft abblasen. Der Dreck fliegt dann sozusagen mit dem Brennsprit weg. Alternativ gibt es auch Platinenreiniger in der Flasche welche vorne bereits einen Pinsel dran haben. Der ist aber recht teuer und auch ziemlich aggressiv. Einzig beim Quarz würde ich schauen, da er auf dem Bild wie zusammengesetzt aussieht, dass der nicht gerade untergetaucht wird. Falls es aber passiert sollte das kein Weltuntergang sein. Da Brennsprit rel. flüchtig ist, einfach ein paar Stunden liegen lassen und das Zeug geht weg. Die Spule brauchst Du nicht reiniegen. Ausser die äusseren Kontakte würde ich ebenfalls mit Brennsprit reinigen. Falls Du irgendwo Grünspan findest (ausgelaufene Batterie ect. wirds schwierig, aber auch dafür gibt es meist eine Lösung.

Darf ich fragen ob Du den Defekt schon weiter eingrenzen konntest? Eher mechansch, oder elektronisch? Falls elekronisch: Hast Du Messgeräte zur Verfügung und könntest mal den Quarz messen ob er schwingt? Den Quarz zu wechseln dürfte kein grosser Akt sein, bei der Spule wird es schon schwieriger, aber auch die kann man, wenn man weiss wie, schnell neu wickeln ;o)

Den Quarz musst Du entweder mit einem modernen Multimeter mit Frequenzmessung bis ca. 100kHz oder noch besser mit einem Oszilloskop messen. Die Spule kannst Du mit einem normalen Multimeter auf Durchgang prüfen (Widerstandsmessung auf tiefster Stufe). Diese sollte ein paar Ohm anzeigen. Batterie wenn so etwas sein sollte würde ich gegen eine neue tauschen. Eine Batterie lässt sich eigentlich nicht korrekt messen wenn Sie nicht belastet ist, Stichwort: Innenwiderstand) Also für alle Test's bitte eine neue Batterie benutzen.

Grüessli

reflection
 
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Thallius

Thallius

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Auf keinen Fall mit irgendwelchen Reinigungsmitteln an den Rotor gehen. Der Magnet ist nur geklebt und das löst sich dann. Testen ob der Magnet noch fest auf der Welle sitzt und wenn ja, dann nur den Rotor durchs Rodico ziehen fertig.
Elektroikteile müssen nicht gereinigt werden. Höchstens die Batteriekontakte wenn sie angelaufen sein sollten. Auf keine Fall versuchen an der Spule was zu machen.

Gruß

Claus
 
Hansen54

Hansen54

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Hallo Reflection, Hallo Thallius,

Danke erstmal.

Geht auch Waschbenzin? Hab ich im Vorat.

20150213_110247.jpg

20150213_110324.jpg

Ist das der Rotor?

LG
Rolf
 
KaZuO

KaZuO

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Hallo,

ja, das ist der magnetische Rotor.... hier wird Reinigungsbenzin nicht viel bringen, ausser die Gefahr die Klebung zu lösen, denn winzige metallische Späne kannt du auch hier nicht wegspülen, hier hilft nur die "Knete" Rodico, wie Claus schon gesagt hat.

VG KaZuO
 
Labrador

Labrador

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Hallo Rolf,

ich kenne deine Reparaturerfahrungen im Bereich der Uhren jetzt nicht - aber, wenn das dein Erstlingswerk ist, hast du dir eine recht kleine Variante ausgesucht… Die Uhr ist auseinander und somit auch zu spät für gut gemeinte Ratschläge. Blicken wir nach vorne...

Das kleine Isolationsplättchen aus dem Batteriefach sieht etwas angenagt aus. Gerade in dem Bereich, wo der Batteriekontakt von der Elektronik nach unten ragt, darf keine Kontakt zur Grundplatine des Werkes entstehen, da die Batt. sonst kurzgeschlossen wird. Wenn du keine Ersatzteile hast, kannst du ein solches Plättchen auch aus Folie zurechtschneiden.

Bis auf die schon erwähnten Kontaktstellen würde ich die Elektronik unbearbeitet lassen. Alle mechanischen Teile reinigen, wie auch bei herkömmlichen Uhren mit Zugfeder. Ausnahme der Rotor, wie Claus schon schrieb.

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Zusammensetzen, was manchmal etwas fummelig ist, weil der Rotor magnetisch an den Staturen andockt…

Beste Grüße

Jörn
 
R

reflection

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Waschbenzin würde ich nicht nehmen. Ausser Du weisst genau was drin ist.

Reinigen von Elektronikteilen ist wirklich kein Akt. Wird in der Industrie täglich gemacht und hat auch durchaus einen Sinn. Kriechströme welche durch die verschmutzte Oberfläche entstehen können werden so eliminiert. Für mich wäre ganz klar die Reinigung der Elektronik auch zu machen. Ich wasche ja auch nicht das Auto und die Felgen lasse ich dreckig 8-) Wie gesagt, es ist viel unempfindlicher als sich hier die meisten wohl vorstellen. Nebenbei, das was in einer Quarzuhr ist, ist Steinzeitelektronik um es mal "schön" auszudrücken. Wenn Ihr wüsstet was man heute so alles sieht, dann sind diese Bauteile "Traktorenteile". Eine Quarzuhr ist nun wirklich kein elektronisches Meisterwerk, sry, aber ist nun mal so. Das einzige was hier wirklich heickel ist, ist die Spule und dies auch nur im mechanischen Sinne. Darum würde ich diese auch nicht putzen, ausser wie von mir oben beschrieben die Kontaktstellen. Das Batterieplättchen ist natürlich zu ersetzen oder zu reparieren.

Viel Glück weiterhin mit der Revision. Hoffe sie läuft danach wieder tadellos

Grüessli
 
Hansen54

Hansen54

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Hallo KaZuO, hallo Jörn,

also wird Radico zum Einsatz kommen.

Meine Erfahrungen: Angefangen vom Wecker bis zu Doxa 91 und einer Reverso aus den 30er Jahren. Sind inzwischen wohl schon weit über 100 Uhren die ich Zerlegt und auch wieder zusammen bekommen habe. Manche sind leider auch auf der Strecke geblieben.

Quarz ist aber nicht so mein Ding. Mir erschien das Werk aber als eines der Besseren. Und einen Versuch ist es allemal wert.


LG
Rolf

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Hallo Reflection,

hab mal im Aphothekerschränkchen geschaut, mein Fraule hat noch ein kleines Fläschchen gehabt.

Dann werd ich mal die Reinigung vornehmen.

LG
Rolf
 
R

reflection

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An Deiner Stelle würde ich zuerst kurz die Spule auf Durchgang prüfen wenn Du die Möglichkeit hast. Diese als Ersatzteil zu beschaffen dürfte wohl nicht ganz einfach werden. Hoffen wir mal sie ist noch ganz

Grüessli
 
Hansen54

Hansen54

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Sodele, hab mal mein einfachst-Multimeter angeschmissen.

Es mißt kOhm und zeigt nichts an. Hab mal eine einfache 49 Wattbirne gemessen = 95 kOhm

Was nun? Spule kaputt oder falsches Messgerät?

Ich mach mich jedenfalls schon mal auf die Suche nach dem Ersatzteil

PartNr 4002 791

LG
Rolf
 
Thallius

Thallius

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Ohje,

das war eventuell keine gute Idee. Ich habe doch gesagt Finger weg von der Spule. Die meisten Multimeter schicken viel zu viel Strom durch die Spule welche dann sofort durchbrennt.

Gruß

Claus
 
KaZuO

KaZuO

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Hi,
vielleicht aus 'nem Spender:
7902A 7903A 7918A
haben alle die gleiche Spule..
Vg KaZuO
 
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reflection

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Salu zusammen

Dass das Multimeter die Spule kaputt gemacht haben soll, kann ich so nicht glauben. Ich habe es schon des öfteren auch bei Quarzuhren gemacht und es ist nie etwas passiert (Wieso auch?). Die Angabe zur Widerstandsbestimmung aus der Bedienungsanleitung würde mich interessieren. Denke es war so ein ganz einfaches Baumarktmultimeter, oder?

Dein Problem liegt aber glaube ich an einer anderen Stelle. Wenn das Multimeter kOhm anzeigt wenn Du eine ganz normale handelsübliche Glühbirne durchmisst, dann ist es defekt, oder Du bedienst es nicht korrekt. Eine Glühbirne (60W) hat im kalten Zustand ca. 60-70 Ohm (Wolframfaden), nicht kOhm
Gruss reflection
 
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Hansen54

Hansen54

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Hallo,

ich werd mal sehen, dass ich zu einem Freund gehe der davon Ahnung hat.
Falls die Spule wirklich einen Schaden hat, gibt es sie bei Cusins UK

LG
Rolf
 
Hansen54

Hansen54

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Hallo Labrador (Jörn)

hast Du einen Tipp für mich wie ich die Zahnräder auf die Reihe bekomme. Bin jetzt 45 Min am Fummeln und schaff es nicht. Gibt es eine bestimmte Reihenfolge?
Sind schon verdammt klein die Dinger und gleich 4 Stück auf einmal. Bei den mech-Werken hat man ja meist 2 Brücken.

LG
Rolf
 
Labrador

Labrador

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Hallo Rolf,

habe deine Frage erst jetzt gesehen... Also einen direkten Trick kenne ich da auch nicht. Wichtig ist, dass du die Räder möglichst grade und die Lager der Grundplatine setzt. So, dass sie möglichst nicht wegkippen. Dann die Brücke sanft aufsetzen und mit einer sehr feinen Pinzette oder Ölgeber (sauber!) die Zapfen in die Lager fädeln.

Gruß

Jörn
 
Hansen54

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Hallo Jörn,

ja, so ist das normale vorgehen. Klappt hier bloß nicht. Also weiter fummeln.

Danke
Rolf
 
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Seiko Cal. 7903A Versuch einer Revision

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