Seiko 6138 Chronograph - Marktübersicht und Referenz Guide

Diskutiere Seiko 6138 Chronograph - Marktübersicht und Referenz Guide im Herrenuhren Forum im Bereich Herrenuhren; Seiko 6138 Chronograph - Modellübersicht Inhalt Einleitung Die Geschichte der Seiko Chronographen Das 6138 Werk Die 6138 Modelle im Detail...
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Seiko 6138 Chronograph - Modellübersicht

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Inhalt



Einleitung
Seit mehr als einem Jahr sammle ich nun Seiko Chronographen mit dem Kaliber 6138 und habe mich schnell in diese Zeitmesser verliebt. Es gibt im Netz eine Menge an verteilten Informationen, aber eine umfassende Zusammenfassung dieser großartigen Seiko Uhren fehlt bis dato. Ich habe viele Details und Bilder der 6138er Chronographen gesammelt und diese durch eigene Erfahrungen, die ich im letzten Jahr gemacht habe, ergänzt. Ich hoffe, dass diese Zusammenfassung dem einen oder anderen nützliche Hilfestellungen beim Kauf geben kann.



Die Geschichte der Seiko Chronographen

1964: Schaut man auf die lange Geschichte der japanischen Uhrenindustrie, so ist es nicht verwunderlich, dass Seiko für die Entwicklung und Herstellung von Japans erstem Chronographen verantwortlich war. Die Geschichte begann mit den Olympischen Spielen 1964 in Tokio, für die Seiko der offizielle Zeitnehmer war. Seiko lieferte mehr als 1.200 Einheiten der verschiedensten Arten von Stoppuhren für die olympische Zeitmessung, und um das Event zu feiern, gab es auch eine kommerzielle Version - einen Chronographen mit Monodrücker System. Die Seiko „Crown“ hatte ein Edelstahlgehäuse, 38,2 mm Durchmesser und war 11,2 mm dick. Die Uhr war wasserdicht bis zu 30 Meter, das Werk ein 12-Linien, 21-Stein Kaliber vom Typ 5719.

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Der erste Chronograph von Seiko

1969: Bevor wir ins Detail der 6138er Kaliber gehen, werfen wir einen Blick auf das Jahr 1969 - ein bedeutendes Jahr für die Uhrenindustrie, vor allem in Bezug auf Chronographen.

Automatische Armbanduhren gab es natürlich schon vor 1969, aber es gab bis dato immer noch keine automatischen Chronographenwerke auf dem Markt. 1947 entwickelte Lemania eine kleine Reihe von automatischen Chronographen, aber diese wurden nie kommerziell produziert oder verkauft. Offensichtlich gab es technische Probleme, die zu dieser Zeit nicht überwunden werden konnten. Der erste Chronograph wurde im Jahr 1862 vorgestellt, die erste Armbanduhr mit Stoppfunktion gab es1910. Nach der ersten Armbanduhr mit Chronographenwerk mussten die Uhrenliebhaber weitere 60 Jahre warten, bis die ersten automatischen Chronographen entwickelt waren – im gleichen Jahr 1969 schaffte es der Mensch immerhin auch auf den Mond. Der Automatik-Chronograph wird immer noch als eine der letzten großen mechanischen Errungenschaften der Uhrmacherkunst angesehen.

Anders als der Wettlauf zum Mond, den bekanntlich die Amerikaner gewannen, war das Rennen um das erste automatische Chronographenwerk viel knapper. Drei neue Werke - alles automatische Chronographen - wurden im Jahr 1969 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Erster Teilnehmer des Rennens war ein Konsortium von Buren, Heuer, Breitling, Hamilton und Dubois Depraz. Deren Entwicklung, das Kaliber 11, konnte auf der Baseler Uhrenmesse im März 1969 bestaunt werden. Das Kaliber war ein Automatikwerk mit Mikrorotor basierend auf einem Buren Automatikwerk und wurde mittels eines Moduls von Dubois Depraz zum Chronographen. Dieser Tatsache ist übrigens auch die seltsame Anordnung der Krone auf der linken Seite geschuldet. Das Werk wurde in wenigen Jahren unter hohem Zeitdruck entwickelt. Einer Geschichte nach zeigte das erste Exemplar dieser Uhr schon nach wenigen Stunden Ausfallerscheinungen. Es hat das Konsortium noch einiges an Zeit und eine weitere Version (Kal. 12) gekostet, bevor das Werk wirklich zuverlässig funktionierte.

Fast genau zur gleichen Zeit kam Zenith / Movado mit dem berühmte El Primero auf den Markt. Es ist das einzige der drei Werke, welches noch heute produziert wird – und das übrigens auch nur, weil in den 80er Jahren ein Mitarbeiter von Zenith die Produktionsanlagen gegen den Willen der Geschäftsführung heimlich in Sicherheit gebracht hatte. Bis heute behauptet Zenith immer noch der erste Hersteller eines automatischen Chronographen zu sein. Vielmehr aber scheint es, dass die Marketingabteilung einfach nur eine bessere Arbeit bei der Vermarktung des El Primero geleistet hat. 1969 wurde auf besagter Messe in Basel der Uhrenwelt das El Primero offiziell vorgestellt und mit dem Namen suggerierte man der Erste im Wettlauf um einen automatischen Chronographen zu sein. Während jedoch Heuer/Buren und auch Zenith noch an der Serienreife ihrer Chronographen arbeiteten, begann der dritte Konkurrent Seiko die ersten Kaliber 6139 basierten Uhren im Mai 1969 bereits zu verkaufen. Der Hauptgrund, warum Seiko diese Errungenschaft nie marketingtechnisch ausgenutzt hat, war wohl die Tatsache, dass 1969 eine viel bedeutendere Entwicklung aus den deren Labors kam – die erste Quarzuhr, eine Seiko „Astron“. Diese Uhr sollte mit der neuen Technologie die gesamte Uhrenindustrie komplett revolutionieren und viele schweizer und deutsche Hersteller in den Ruin führen.

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Seiko 6139-6002 mit dem 6139 Kaliber

Der Nachfolger des ersten 6139 Kalibers, das 6138A, erschien ein Jahr später im Jahr 1970. Während die Kaliber „11“ und das „El Primero“ mehrfach überarbeitet wurden, blieb das 6138 praktisch unverändert bis 1979, dem letzten Jahr der Produktion. Auch wenn das Kaliber 6138A/B als Nachfolger des allerersten 6139 Automatik-Chronographen in Betracht gezogen werden könnte, wurden doch beide Kaliber bis 1979 parallel in vielen Modellen verbaut.


Das 6138 Werk
Die Serien SEIKO 6139 und 6138 sind die ersten voll integrierten Automatik-Chronographen der Welt mit Säulenrad und vertikalem Kupplungsmechanismus. Mit diesem Werk setzte man einen Standard, dem die Schweizer Uhrenindustrie noch 20 Jahre später folgte. Die gleiche Konfiguration wurde nämlich von Rolex adaptiert, als man in der Schweiz ein eigenes in-house Werk für die Daytona im Jahr 2000 vorstellte – immerhin 30 Jahre nachdem SEIKO das Kaliber 6139 und 6138 veröffentlicht hatte.
Das 6138 war nicht zwangsläufig der Nachfolger des 6139, sondern wurde parallel bis 1979 produziert. Das 6138 ist den Schweizer Werken (z.B. dem Valjoux 7750) technisch mindestens ebenbürtig, da es ebenfalls einem voll integrierten Chronographen vorzuweisen hatte. Es gab zwei fast identische Versionen des 6138. Das im Jahr 1970 eingeführte 6138A hatte 21 Steine, das 6138B wurde etwas später mit 23 Steinen nachgereicht. Beide verfügen über ein Schaltrad, welches die Chrono-Funktionen regelt, sowie einen vertikalen Kupplungsmechanismus. Der Durchmesser des Kalibers beträgt 27,4mm bei einer Höhe von 7,9mm. Das Werk schlägt mit einer Frequenz von 21.600 Schlägen pro Stunde.
Das 6138A und B zählt zu den 2 Register Chronographen und zeigt bis zu 30 Minuten auf einem Totalisator und weitere 12 Stunden auf dem zweiten Hilfsblatt an. Alle 6138 Kaliber verfügen über eine Schnellverstellung für Tag und Datum und können per Hand aufgezogen werden – ein Detail, welches viele an den Seiko 6139 Werken vermissen. Im Vergleich zum Zenith El Primero gibt es weder beim 6139 noch beim 6138 eine kleine Sekunde. Dies führt dazu, dass sich bei Stillstand des Chronographen auf dem Zifferblatt nichts sichtbar bewegt. Im Allgemeinen werden die 6138er Werke als sehr zuverlässig angesehen und benötigen nur ein Minimum an Service. Ich besitze einige 6138er Uhren, die im Chronometerbereich laufen, eine bemerkenswerte Tatsache, für Uhren die mehr als 40 Jahre alt sind.

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Das Kaliber 6138 – nicht schön aber zuverlässig


Technische Daten Seiko 6138A/B

Funktionen
Automatischer Chronograph, 60s, 30min und 12h Anzeige
Tagesanzeige: Schnellverstellung durch Krone in 1. Position, 2 Sprachen
Datum: Schnellverstellung durch Krone in 1. Position

Daten
12 Linien, Durchmesser = 27.4mm, Höhe= 7.9mm, (Zifferblatt spacer +0.2mm)
21 Steine (6138A), 23 Steine (6138B)
f = 21600 A/h
Gangreserve: 45h
Unruh: Seiko 315611
Aufzugswelle: Seiko 354616
Feder: Seiko 401616
Zeiger: 1.50 x 0.90 x 0.26 / 0.26 x 0.26mm


Die 6138 Modelle im Detail

Übersichtstabelle mit den wichtigsten Daten:
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Die Seiko 6138 Modelle
Es gibt 10 verschiedene Seiko Modelle, die mit dem Kaliber 6138 ausgestattet wurden. Mit einigen Varianten in Zifferblattfarbe und Material, kommt man auf insgesamt 18 Typen, die Varianten für lokale Tagesanzeige, Zeigerfarbe und Beschriftung nicht eingerechnet. Die Modelle reichen im Durchmesser von 40mm bis 44mm. Die einzelnen Ausführungen befriedigen verschiedenste Geschmäcker für sportliche, elegante, kleine und große Uhren. Alle 6138 Chronographen von Seiko werden mit dem gleichen automatischen 6138A oder 6138B Werk geliefert und haben im Prinzip identische Funktionen.

Alle 6138 Chronographen sind mit zwei Totalisatoren für die Messung von Stunden und Minuten ausgestattet. Es gibt keine ständige Sekundenanzeige, was bedeutet, dass sich auf dem Zifferblatt nichts bewegt, sofern die Stoppuhr nicht läuft. 6138 Uhren bieten sowohl automatischen als auch Handaufzug, ähnlich den neueren ETA/Valjoux 7750 Werken. Der Chronograph zählt Sekunden mit einem großen zentralen Zeiger, Minuten auf einem kleinen 30min Zifferblatt und Stunden auf einem 12h Zifferblatt. Starten und Stoppen des Chronographen ist in der Regel sehr leichtgängig bei einer gut gewarteten Uhr und benötigt weniger Krafteinsatz als bei einem ETA / Valjoux 7750 Werk. Eine weitere nützliche Funktion ist die Anzeige von Tag und Datum, welches per Schnelleinstellung durch Ziehen der Krone auf die erste Position gestellt werden kann. Alle 6138 Modelle besitzen eine zweisprachige Tagesanzeige, oft Englisch / Arabisch, aber es gibt auch lokale Versionen in Englisch / Französisch, Englisch / Spanisch oder Englisch / Deutsch.


Seiko - 6138-001x (Ufo)
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Der Seiko 6138-001x Chronograph (Die Modellnummern liegen im Bereich von 6138-0010 bis 6138-0019) ist einer der ersten, aber markantesten Modelle der 6138er Serie. Die runde Form des Gehäuses ließen Seiko-Fans diesem Modell den Spitznamen "Ufo" geben, während Seiko auch den Namen "Yachtsmen" verwendete, welches den eher sportlichen Look der Uhr unterstreicht. Mit einer Wasserdichtigkeit von 70 m, kratzfestem Hardlex Glas und dem integrierten Chronographen wird die sportliche Optik durch entsprechende Funktionen unterstützt.

Die Uhr ist ziemlich groß (43 mm Durchmesser) und mit einer Höhe von mehr als 14 mm selbst für heutige Verhältnisse sehr präsent. In den frühen 1970er Jahren muss diese Uhr bei der Veröffentlichung riesig gewirkt haben! Die Größe der Ufo, Zuverlässigkeit, coole Optik und ein günstiger Preis am Markt erklären die hohe Nachfrage, die es auch heute für diese Uhr noch gibt.

Man beachte, dass Chronographen noch in den 1950er Jahren in der Regel einen Durchmesser von 34 mm oder 35 mm besaßen. Auch in den 70er und 80er Jahren waren typische Größen für sportliche Uhren eher zwischen 36 mm und 40 mm, wodurch die Ufo mit Ihren 43mm Durchmesser eine absolute Ausnahmeerscheinung war. Auch wenn die Ufo recht ausladend ist, so macht sie auch an kleineren Handgelenken eine gute Figur. Dies liegt an den fehlenden Hörnern und einer eher bescheidenen Länge von 46 mm. Hierdurch passt sie perfekt an kleine wie auch größere Handgelenke.

Es gibt im Prinzip nur ein Zifferblattdesign der 6138-001x, wobei die Totalisatoren silberfarben sind auf dem schwarzem Zifferblatt. Wie üblich können japanische Versionen meist mit der Aufschrift "5 Sport, Speedtimer" auf dem Zifferblatt identifiziert werden, während Export-Modelle in der Regel mit "Chronograph Automatic" bezeichnet werden. Ein nettes Feature auf den Minuten / Stunden Anzeigen ist die gelbe Markierung, die die ersten 30 Minuten einer Stunde kennzeichnen. Auch die Drücker in Form eines Zylinders mit kleinen Riefen sind ein schönes kleines Detail.

Insgesamt ist die 6138-001x eine Uhr mit sehr robustem und zuverlässigem 6138 Seiko Werk, cool aussehend und den praktischen Anforderungen der heutigen Nutzer entsprechend. Da die Ufo in hohen Stückzahlen produziert wurde, ist die Verfügbarkeit von gebrauchten Modellen recht gut und die Preise sind immer noch erfreulich niedrig im Vergleich zu anderen 70er Chronographen von Heuer, Omega oder Breitling. Die ursprüngliche Preisgestaltung Anfang der 70er Jahre lag bei rund 145 US-Dollar – dies entsprach damals in etwa dem Bereich einer Omega Speedmaster. Wer ein anständiges Modell für €300- €400 ergattern kann, erhält viel Uhr fürs Geld und wird sich an dieser Uhr sicher noch lange erfreuen können!


Seiko - 6138-002x (Tokei Zara)
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Die Seiko 6138-002x ist eine der selteneren Versionen der 6138 Chronographen und wird kaum auf dem Gebrauchtmarkt angeboten. Allem Anschein nach wurden hiervon weniger Exemplare gebaut als von den beliebteren Versionen, wie der Jumbo oder Ufo. Der schalenförmige Body gab diesem Modell übrigens den Spitznamen "Tokei Zara".

Die Uhr ist kleiner als die Ufo oder Jumbo, aber mit einem Durchmesser von 40 mm ist sie auch heute immer noch perfekt tragbar. Es gibt zwei Zifferblatt Varianten der 6138-002x, eine mit einem grauen und eine mit blauer Minutenanzeige. Japanische Versionen können an der Aufschrift "5 Sport, Speedtimer" auf dem Zifferblatt erkannt werden, während Export-Modelle in der Regel mit "Chronograph Automatic" bezeichnet werden.

Auch die Tokei Zara verfügt über das gleiche, robuste und zuverlässige 6138 Seiko Werk und ist durchaus für den täglichen Gebrauch zu nutzen. Die Preise für gebrauchte Tokei Zara Modelle liegen zwischen € 200 und € 300, welches eine eher geringere Nachfrage auf dem Gebrauchtmarkt widerspiegelt. Wer die Optik der 6138-002x mag, erhält einen qualitativ hochwertige Automatik-Chronographen zum echten Schnäppchenpreis!


Seiko - 6138-003x (Kakume)
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Der Seiko 6138-003x Chronograph stellt ein eher sportliches Modell der 6138er Serie dar und ist wohl auch deswegen sehr gefragt. Die Besonderheit sind die quadratischen Totalisatoren, weshalb die Uhr "Kakume" genannt wird, was so viel wie „quadratische Augen“ bedeutet. Ursprünglich wurde eine Wasserdichtigkeit von 70 m versprochen, das Glas besteht aus kratzfestem Hardlex (Seiko’s Version von Mineralglas) und die Kakume bietet wie alle 6138er einen voll integrierten Chronographen. Der sportliche Look wird vor allem in der blauen Zifferblatt-Version deutlich, v.a. im Vergleich mit der alternativen und weniger populären Version mit champagnerfarbenem Blatt.

Die Uhr ist ein massives Stück Feinmechanik und misst 43 mm im Durchmesser. Die Länge beträgt ca. 44 mm und mit einer Höhe von mehr als 14 mm, ist die Kakume selbst für heutige Verhältnisse sehr ausladend. Auffällig ist die Anstoßbreite von nur 18 mm, welches die Verwendung von Leder oder Natobändern etwas einschränkt. Die ursprünglich verwendeten Metallarmbänder passen besser zu der Uhr, da sie den schmalen Anstoß gut kompensieren. Wie bereits erwähnt, gibt es zwei Versionen der 6138-003x mit einem blauen und einem champagnerfarbenen Zifferblatt. Die blauen Versionen wurden damals gut verkauft und daher auch heute einfacher zu finden. Wie üblich können japanische Versionen mit der Beschriftung "5 Sport, Speedtimer" auf dem Zifferblatt identifiziert werden, während Seiko die Export-Modelle in der Regel mit "Chronograph Automatic" beschriftet hat.

Die 6138-003x ist eine sportliche, wohldimensionierte Uhr mit einem extrem robusten und zuverlässigen 6138 Seiko Werk. Es ist wohl die sportlichste 6138 und trägt sich auch heute noch perfekt. Sie wurde in großen Stückzahlen produziert und die Verfügbarkeit am Gebrauchtmarkt ist recht gut. Dennoch ist es nicht leicht, originale und wenig getragene Exemplare zu finden, da diese Uhren oft und gerne genutzt wurden und Ihr Dasein in der Regel nicht im Safe fristeten. Die Preise sind immer noch günstig im Vergleich zu anderen 70er Jahre Chronos, für ein gutes und originales Exemplar sollte man etwa €400 bereithalten.


Seiko - 6138-004x (Bullhead)
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Das Modell 6138-004x oder von Fans auch Seiko „Bullhead“ genannt ist für viele der „Star“ der 6138er Serie, die zwischen 1970 und 1979 produziert wurde. Auch wenn die Bullhead das gleiche Chronographenwerk nutzt, stellt sie durch ihre Anordnung der Krone und Drücker etwas Besonderes dar. Durch die 90 Grad verdrehte Lage des Werkes sind auch die Totalisatoren im rechten Windel verschoben und dadurch horizontal positioniert. Das Layout macht diese Uhr besonders symmetrisch, zudem auch das Datum mittig liegt. Auch andere Hersteller nutzten in den 70er Jahren dieses Design, wie z.B. Omega mit seinem Klassiker „OMEGA Bullhead“ beweist. Es gibt dennoch einen großen Unterschied zwischen dem „Stierkopf“ von Omega und Seiko - die japanische Version ist im Vergleich zum Schweizer Pendant enorm günstig und dennoch ein echter Hingucker, während die Omega durch Ihre Exklusivität am Gebrauchtmarkt Preise von €10,000 oder mehr erzielt.

Das Gehäuse der Seiko Bullhead ist wunderschön gestaltet und besitzt polierte und satinierte Flächen. Der Durchmesser beträgt etwa 43 mm, die Länge 46 mm und die Dicke bis zu 16 mm an der oberen Seite. Ursprünglich wurde die Seiko mit einem „fishbone“ Metallarmband ausgestattet, aber auch am Rallye-Lederband macht die Bullhead eine gute Figur.
Die beiden verschiedenen Varianten unterscheiden sich deutlich im Charakter. Die braune Version mit einem roten Tachymeter Ring und goldfarbenen Totalisatoren entspicht dem 70er Jahre Style und kommt sehr retromäßig daher, während die schwarze Bullhead mit gelbem Sekundenzeiger und blauen Hilfsblättern eher sportlich und zeitlos wirkt. Beide Modelle haben mittlerweile Kultstatus unter Seiko Liebhabern erreicht und werden von Kennern als eine der begehrtesten Seiko Uhren überhaupt angesehen. Bemerkenswert, angesichts der fast unüberschaubaren Menge an Modellen, die Seiko produziert hat.

Die Bullhead ist eine sehr massive Uhr und ein „Must Have“ für jeden Seiko Uhrensammler. Sie kommt mit dem gleichen, zuverlässigen 6138 Werk daher und ist wahrscheinlich die coolste Uhr, die Seiko hat in den 70er Jahren produziert hat. Entgegen den Aussagen so mancher ebay Verkäufer wurde sie in relativ hoher Zahl produziert und die Verfügbarkeit an gebrauchten Modellen ist recht gut. Auf der anderen Seite ist auch die Nachfrage hoch und die Preise v.a. für originale Exemplare sind in den letzten Jahren in die Höhe geschossen. Vor wenigen Jahren konnte man eine gut erhaltene Bullhead für etwa 200-300€ erwerben, in der Zwischenzeit haben sich die Preise mehr als verdoppelt. Dennoch bekommt man für sein Geld – gerade im Vergleich zu anderen 70er Jahre Chronographen – eine Menge geboten. Vielleicht die coolste Uhr, die Seiko je hergestellt hat!


Seiko - 6138-300x (Jumbo)
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Die 6138-300x oder "Jumbo" war schon in den 70ern ein sehr beliebtes Modell von Seiko, wie die zahlreichen Anzeigen in alten Zeitschriften belegen. Nicht nur in den 70ern, auch heute noch trägt sich die Jumbo perfekt auch an größeren Handgelenken aufgrund der ausladenden Größe von 42 mm Durchmesser und einer Dicke von 15 mm. Auch wenn die Bullhead und Ufo im Durchmesser noch einen Millimeter mehr messen, so wirkt doch die Jumbo subjektiv größer aufgrund der schmalen Lünette. Den Spitznamen hat sich die Jumbo redlich verdient!

Das auffälligste Merkmal der 6138-300x ist wahrscheinlich seine Unauffälligkeit. Das zeitlose, fast graphische Design wirkt auch nach 40 Jahren immer noch modern. Die Uhr ist perfekt geeignet für den täglichen Gebrauch und fällt am Arm weniger auf als eine Bullhead oder Ufo. Sie sieht mit dem originalen Metallband elegant aus und wandelt sich mit Rallyeband zu einem eher sportlichen Modell. Es gab zwei Zifferblattvarianten in Schwarz und Petrol. Beide sehen gleichermaßen elegant aus und haben immer eine stattliche Präsenz am Handgelenk. Das Glas ist flach und erhebt sich etwa 2 mm über den Rand. Große Teile des Gehäuses sind poliert, es gibt aber einen satinierten Streifen an der Seite sowie matte Hörner. Bei gebrauchten Modellen sind v.a die Seitenteile oft glattpoliert worden.

Die Jumbo wurde in hohen Stückzahlen produziert und die Verfügbarkeit von gebrauchten Modellen ist sehr gut. Dennoch erreichen sehr gute Jumbos leicht über €350, man kann aber stärker gebrauchte Exemplare leicht für €200 ergattern. Auch hier sollte man darauf achten, dass die Originalität erhalten wurde und v.a. kein Rost im Werk zu sehen ist. Wer ein zeitloses Stück 70er Jahre Design besitzen möchte, für den ist die Jumbo sicherlich eine gute Wahl.


Seiko - 6138-700x (Calculator)
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Ein weiteres auffälliges und eher seltenes Modell im Bereich der automatischen Chronographen ist die 6138-7000, der "Calculator". Er verfügt über eine doppelte, drehbare Lünette um diverse Berechnungen durchzuführen. Dazu gab es seinerzeit einen aufgesetzten Cursor aus Kunststoff. Neben der Taschenrechnerfunktion, verfügt die 6138-7000 über die gleichen typischen Elemente wie alle anderen 6138 Chronographen. Unter den 6138 Modellen ist es das einzige, welches ursprünglich mit einem Acrylglas ausgestattet war. Die zusätzliche Lünette fügt der Uhr nochmals einiges an Größe hinzu und mit 44 mm Durchmesser ist auch die „Calculator“ ein Riese für damalige Verhältnisse, vor allem wenn man das Alter dieser Uhr berücksichtigt und die typischen Größen anderer Uhren zu jener Zeit in Betracht zieht. Es gibt von der 7000 nur ein Modell mit schwarzem Zifferblatt und rotem Sekundenzähler.

Die „Calculator“ ist recht selten anzufinden und die Verfügbarkeit von guten gebrauchten Modellen ist ziemlich gering. Die Lünetten sind oft stark verkratzt und Ersatz zu finden ist schwer. Die wenigen angebotenen Exemplare erzielen oft mehr als €500, dafür erhält man auch eine ganz besondere Seiko Uhr mit besonderem Alleinstellungsmerkmal – dem eingebauten Rechner.


Seiko - 6138-800x (Baby Panda)
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Die 6138-8000 ist eine weitere sehr selten anzutreffende Version der 6138er Serie. Die Ähnlichkeit zur klassischen 6138-8020 "Panda" und die verkleinerten Totalisatoren gaben dem Modell den Namen "Baby-Panda". Im Vergleich zu der massiven Kakume, Ufo oder Bullhead ist dieses Modell mit mittlerer Größe (40 mm Durchmesser) eher dezent zurückhaltend. Die Baby-Panda besitzt ein herrliches und elegante Zifferblatt in Elfenbein oder dunkelgrau.
Die Verfügbarkeit von guten gebrauchten Baby-Panda Modellen ist fast Null. Auch nicht funktionierende, völlig abgenutzte Exemplare werden für €300 angeboten. Glücklich kann sich schätzen, wer eine gute und originale Baby-Panda ergattern kann.


Seiko - 6138-801x
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Viele Seiko 6138 Fans betrachten dieses Modell als den "Heiligen Gral" unter den 6138er Modellen, da es extrem selten und wunderschön ist. Die 8010 wurde ausschließlich in Japan verkauft und verfügt über ein dunkelblaues, changierendes Zifferblatt in einem 42mm großen und sportlichen Edelstahlgehäuse. Alle Uhren haben das "5 Sport, Speedtimer" Layout auf dem Zifferblatt, ein Umstand, der belegt dass dieses Modell exklusiv für den japanischen Markt vorgesehen war.

Am Gebrauchtmarkt ist die 6138-8000 extrem selten, im vergangenen Jahr habe ich auf den größeren Plattformen kein Exemplar antreffen können. Wer eine halbwegs ordentliche 8010 findet, kann sich sehr glücklich schätzen – selbst schlechte Exemplare sind es wert von einem professionellen Uhrmacher überarbeitet zu werden.


Seiko - 6138-802x (Panda)
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Gegenüber der "Baby-Panda" ist die "Panda" ist eine recht häufig anzutreffende Uhr mit einem sehr ähnlichen Zifferblatt Layout wie die Baby-Panda. Viele Seiko Fans betrachten die „Panda“ als die schönste und eleganteste 6138, weil im Vergleich zur Baby Panda die Totalisatoren im Verhältnis zum 40mm messenden Gehäuse den perfekten Durchmesser haben. Der Name „Panda“ oder „Pandastyle“ ist weithin bekannt für Uhren mit hellem Blatt und dunklen Hilfsblättern. Die 6138-8020 gab es in zwei Ausführungen – die eine hatte ein silberfarbiges Edelstahlgehäuse mit elfenbeinfarbenem Zifferblatt, die andere ein vergoldetes Gehäuse mit schwarzem Zifferblatt.

Die goldene Version ist sehr selten, aber auch gering an Nachfrage. Die Panda Version dagegen ist unter Sammlern sehr beliebt und wurde auch in größeren Stückzahlen produziert. Das zeitlose Design, ein Gehäuse mit 40mm Durchmesser und ein Mix aus polierten und matten Oberflächen machen das Modell zu einem echten Hingucker. Am Markt gibt es viele Blender und lieblos zusammengebastelte Exemplare, vor denen man sich hüten sollte. Sehr gute Pandas erzielen heute leicht Preise von bis zu €500. Vor kurzem hat Seiko zum 50 jährigen Jubiläum des ersten Chronographen ein Sondermodell mit mechanischem Werk herausgebracht, die Seiko Brightz SDGZ013.

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Original und Nachfolger der Seiko Panda


Seiko - 6138-803x
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Das in der 6138er Folge letzte Modell der Seiko 6138 Chronographen ist die 6138-8030, welche bis dato ebenfalls zu keinem Spitznamen kam. Dieser Typ kam immerhin als einziger in drei Versionen mit sehr unterschiedlichen Charakteren daher. Das blaue Modell wirkt durch das sportliche Design recht modern, ist jedoch wegen seines Durchmessers von nur 40mm am Handgelenk weniger präsent als die Kakume mit ihren 43mm. Das Gehäuse ist zum Glas hin leicht konisch zusammenlaufend, welches die 8030 noch kleiner erscheinen lässt.
Bei den beiden anderen Varianten verwendete Seiko eine Menge goldener Designelemente, v.a. die Version mit dem vergoldeten Gehäuse und goldfarbenem Armband hebt sich stark von den anderen 6138er Modellen ab.
Insgesamt verfügt die 6138-8030 über das gleiche robuste und zuverlässige 6138 Seiko Kaliber und bietet mit der praktischen Datumsanzeigt, kratzfestem Hardlexglas und dem 2-Register Chronographen immer noch eine zeitgemäße Ausstattung.
Preise für gebrauchte 8030-Modelle liegen zwischen €150 und €350, je nach Ausführung und Zustand. Die goldfarbenen Modelle erzielen derzeit die geringsten Preise unter allen 6138 Varianten. Wer sich mit dem teils speziellem Aussehen diverser 6138-8030 Varianten anfreunden kann, für den dürfte der Gebrauchtkauf dieses Modells zu einem echten Schnäppchen werden! 


Tipps zum Kauf gebrauchter 6138 Modelle
Der Gebrauchtmarkt für Seiko 6138 Chronographen ist recht aktiv und sehr viele unterschiedliche Modelle werden auf verschiedenen Marktplätzen wie eBay, Chrono24 oder diversen Uhrenforen angeboten.
In der Regel wurden die zum Verkauf stehenden 6138er Exemplare intensiv genutzt und gerne getragen. Dies unterscheidet sie von vielen Schweizer Luxus-Uhren, die ihr Dasein oft in Tresoren gefristet haben und nur zu besonderen Anlässen getragen wurden. Ein weiterer Unterschied zu Schweizer Luxus-Uhren ist die recht hohe Anzahl produzierter Einheiten, was zum Glück zu einem vielfältigen Angebot von 6138 Chronographen mit günstigen Preisen führt, v.a. natürlich im Vergleich zu mechanischen Chronographen der Nobelmarken Heuer oder Omega.

Oft und gern getragene Uhren haben leider auch den Nachteil, dass der Zustand entsprechend bescheiden ist. Zudem wurden die Seiko 6138 Chronos häufig nur mangelhaft gewartet, v.a. Modelle aus dem fernen Osten und auch den USA sind vielfach im erbärmlichen Zustand und meist ein Fall für eine aufwändige Restauration. Aufgrund des Preisniveaus angebotener Uhren und der Tatsache, dass die Ersatzteillieferung von Seiko leider eingestellt wurde, ist eine Restauration inkl. Revision nur für sehr seltene Modelle (6138-8010) auch wirtschaftlich sinnvoll.

Ein steigendes Preisniveau im Bereich mechanischer Uhren hat natürlich auch die Seiko Chronographen erfasst, die Preise haben sich in den letzten 5 Jahren fast verdoppelt. Dieser Preisanstieg führt am Markt leider auch zu einer steigenden Anzahl angebotener Blender. Diese Uhren werden oft stark poliert und mit Aftermarket Teilen versehen. Gut nachgemachte Ersatzteile werden von vielen Käufern ja noch toleriert, leider werden aber auch immer häufiger Ersatzteile verwendet, die nicht dem originalen Design entsprechen. Noch schlimmer ist die Tendenz, dass auch Zeiger, Zifferblätter und Gläser verschiedener Modelle bunt gemischt werden.

Wenn Sie an schönen und originalen Exemplaren interessiert sind, lassen die die Finger von diesen Blendern, die neben einer zweifelhaften geschönten Optik oft schlechte Technik im inneren verbaut haben. Mangelhafte Dichtungen, fehlenden Schrauben oder im schlimmsten Fall stark rostende Werke lassen die Folgekosten einer Revision schnell in die Höhe von €200 oder mehr katapultieren.

Das Preisniveau der Seiko 6138 Chronographen steigt in den letzten Jahren, was die hohe Nachfrage nach diesen cool aussehenden und zuverlässigen Zeitmessern widerspiegelt. Im Vergleich zu Schweizer Vintage-Uhren sind die Preise immer noch günstig und reichen von €200 bis zu €800 für gute bis sehr gute Exemplare.

Das Herstellungsdatum lässt sich übrigens sehr leicht an der Seriennummer ablesen. Die ersten beiden Ziffern stellen das Jahr und den Monat der Produktion dar, eine Uhr mit der Seriennummer 6Nxxxxx wurde zum Beispiel im November 1976 hergestellt.

Hier nun einige praktische Tipps, die man vor dem Kauf einer gebrauchten 6138 beachten sollte:

Armbänder
• Originale Stahlbänder sind schwer zu bekommen und in der Regel ziemlich abgenutzt mit merklichem Spannungsverlust (stretch).
• Wer auf Originalbänder verzichten kann, bekommt auf dem Aftermarket z.B. über ebay Ersatz. Die Qualität ist den Originalbändern meist sehr ähnlich, man kann in der Regel bedenkenlos zuschlagen. Man sollte beachten, dass die Verbindungen zwischen Band und Gehäuse für die verschiedenen Modelle unterschiedlich sind. Ein Kakume Armband passt daher nicht zu einer Bullhead. Separate Bandanschlußelemente sind aber recht gut verfügbar.
• Wer ein Originalband für eine Bullhead oder Kabume haben möchte, sollte daran denken, dass das ursprüngliche Standard-Armband im fishbone Stil über eine gestanzte Faltschließe verfügt. Fast alle Nachbauten haben eine Gravur auf der Schließe. Es sollte auch beachtet werden, dass alle Originalbänder asymmetrisch sind und am Ende schmaler werden.

Lünette
• Einige der 6138 Modelle besitzen außenliegende Lünetten mit einer Tachymeter-Skala, die leider leicht verkratzen. Häufig werden daher Aftermarket-Lünetten eingebaut, die nicht original sind. Falls man NOS Ersatzteile findet, sind diese oft recht teuer (+/- € 70- € 100).

Gehäuse und Glas
• Die Gehäuse im Originalzustand wurden fast ausschließlich mit einem Mix aus satinierten und hochglanzpolierten Oberflächen hergestellt. Die Kanten der Gehäuse sollten klar definiert sein, auch wenn die Verarbeitungsqualität an heutige Luxusuhren nicht ganz heranreicht. Viele Gebrauchtuhren wurden nachträglich poliert und dabei die Kanten durch unsachgemäße Behandlung häufig rundgeschliffen. In vielen Fällen wurden leider auch die matten Seitenelemente poliert, was den Originalzustand zerstört. Es gibt allerdings Spezialisten, die auch solche Gehäuse wieder in den Originalzustand versetzen können.
• Die in allen Modellen (außer beim Calculator) verwendeten ursprünglichen Hardlexgläser sind oft sehr zerkratzt. In vielen Fällen wurde das Glas überwiegend mit Aftermarket-Teilen ersetzt. Ein Acrylglas ist leicht zu erkennen; es dürfte bei Hardlexgläsern aber schwieriger sein, ein Aftermarket-Glas vom Original zu unterscheiden. Oft stimmt auch die Form der Gläser nicht mehr mit dem Original überein. Bei eBay angebotene After-Market Gläser ragen oft weiter aus dem Gehäuse aus oder haben gewölbte Oberflächen.

Zifferblatt und Zeiger
• Man sollte angebotene Uhren mit den Originalen vergleichen, um Aftermarket oder unpassende Zifferblätter und Zeiger zu identifizieren. Wer mit Aftermarket-Teilen gut leben kann, erhält zumindest Zeiger mit funktionierender Lume.
• Nach 30 oder 40 Jahren Betrieb leuchtet die Lume der Regel nicht mehr. Einige Uhrmacher können frische Lume auf ältere Zeiger auftragen, was natürlich eine teure Angelegenheit sein dürfte.

Krone und Drücker
• Die Drücker klemmen oft oder sind schwer zu betätigen. Bei gut gewarteten Uhren sollten die Drücker sehr leichtgängig gehen und alle Zeiger des Chronographen auf null stellen. In einigen Fällen stoppt der Sekundenzeiger im Betrieb nahe bei der Nullstellung, ein Indikator für eine schwache Zugfeder oder ein Hinweis auf eine anstehende Revision.

Werk
• Achten Sie besonders auf Korrosion an der Innenseite des Gehäuses, Teilen des Werkes und auf dem Rotor. Mit neuen Dichtungen kann eine alte Uhr Staubdicht gemacht werden, wahrscheinlich aber nicht mehr wasserdicht. Bestehen Sie immer (!)auf ein Bild des Werkes, um eine teure Revision (> €150) zu vermeiden. Stark verrostete Werke sind leider oft nur noch ein Fall für das Altmetall.


Allgemeine Tipps
1. Kaufen Sie immer die beste Uhr, die Sie finden können. Bei dem Preisniveau der Seiko Chronographen kann eine Restaurierung schell den Wert der ganzen Uhr übersteigen.

2. Suchen Sie nach originalen Modellen und achten sie auf Zeiger, Lünette, Glas und Zifferblätter. Vermeiden sie auf jeden Fall Blender und stark polierte Uhren.

3. Vermeiden Sie Uhren, die Anzeichen von Feuchtigkeit oder Rost zeigen. Diese Uhren sind oft irreparabel, da Seiko-Ersatzteile nicht oder kaum mehr verfügbar sind.


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#3
Aeternitas

Aeternitas

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Wow. Da steckt Mühe drin.

Ich möchte nur von der technischen Seite ergänzen, dass ich das zentrale Sekundenrad der vertikalen Kupplung für recht anfällig halte. Die Uhren laufen zwar meist noch recht ordentlich, legt man sie aber auf eine Zeitwaage, so kommt einem fast das Grausen. Seit Anfang des Jahres habe ich eine und habe mehrere 613X- Werke analysiert mit ernüchterndem Ergebnis. Eine halbwegs gerade Linie bekomme ich meist nur bei aktiviertem Stoppsekundenzeiger.

Schön sind sie zweifelsohne und auch von der Größe her auch heutzutage sehr gut tragbar.. Aber ich finde nicht, dass diese Konstruktion wirklich so toll ist, wie manche hier sagen.

Deine Bilder sind auch fantastisch. Hall of Fame ist Pflicht!

:super:
 
#5
divemax

divemax

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Vielen, vielen Dank. Ganz groß. Da hast Du ja eine Wahnsinns Referenz erstellt und uns zur Verfügung gestellt.
Ich bin großer Seiko-Fan und arbeite gerade an einer 6139 und da finde ich Deine Arbeit super informativ in ihrer Gesamtheit.
Kannst Du die auch als PDF verfügbar machen? Dann entfällt die Suche im Forum?
LG
Max
 
#6
Mueller27

Mueller27

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Wunderbar! Vielen Dank. Das ist für die Ewigkeit.

Dir zuliebe sollten wir vielleicht die Moderatoren bitten im Uhrforum eine eigene Kategorie "Marktübersicht" zu eröffnen.

Viele Grüße

Carsten
 
#7
Seiko-Landy

Seiko-Landy

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Hallo freemind1,

das ist ja der Hammer!

Vielen Dank für Deine Ausführungen, die ich sicher noch mehrmals in Ruhe lesen werde, da mich die 6138er sehr interessieren.

Gruß, Stephan
 
#8
aeronaut

aeronaut

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DAS ist mal ein technisch fundierter Bericht. Danke, finde ich sehr interessant!
 
#9
freemind1

freemind1

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Kannst Du die auch als PDF verfügbar machen? Dann entfällt die Suche im Forum?
LG
Max
Das Ganze gibt es noch etwas schöner formatiert als PDF, leider kann man hier aber keine PDF Dokumente hochladen. Ich sende aber gern jedem das PDF - PN mit email Adresse reicht aus!
 
#10
Carper

Carper

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Menschenskinder - Hammerhart.

Du hast dir richtig viel Mühe gegeben, ich bin echt begeistert. Sehr interessant, das Lesen hat Spaß gemacht. :super:

DANKE !!!
 
#11
T

Tomcat1960

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Vielen Dank, freemind, für diesen epochalen Beitrag. Ich hätte ihn zwar eher bei den Herrenuhren oben angepinnt ;-) aber an seinem Gehalt ändert das nichts.

Das war sicher eine enorme Arbeit, einmal alles Wissen aus allen verfügbaren Quellen zusammenzutragen und in diese Form zu bringen - ich bin begeistert! :super:

Eine Schwachstelle der 6138-Werke ist der Stundenzähler. Dieser läuft bei vielen Uhren mit, auch wenn der Chronographenmechanismus steht. Ursache ist m.W. die ausgeleierte Kupplung des Stundenzählers zum Federhaus. (Ich suche heute Abend mal die Zeichnung aus dem Service Guide, da kann man das gut sehen.) Die Vertikalkupplung ist übrigens keine Seiko-Erfindung, sondern stammt von der Schweizer Firma Pierce. :-)

Viele Grüße
Tomcat
 
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#12
Nippon-Fan

Nippon-Fan

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Vielen Dank für diesen hervorragenden Bericht. Das ist ein Beitrag für den sich das Setzen eines Lesezeichens lohnt. Obwohl mich die vielen dahingeschluderten Uhrenvorstellungen kaum noch interessieren, lohnt doch ein regelmäßiger Blick in diese Rubrik um gelegentlich die Perle in der Auster zu finden.

Eine kleine Anmerkung zu den technischen Details: Die Bauhöhe des Kalibers 6138 beträgt meines Wissens 7,9mm statt 8,00mm. Vielleicht hast du bei ranft geschaut - eher selten eine gute Quelle für japanische Kaliber.

Bei deinem schönen geschichtlichen Exkurs könntest du du evtl. noch auf das Chrono-Kaliber der anderen Seiko Division eingehen, die Kaliber 7015, 7016, 7017, 7018. Diese kamen ja 1970 zeitgleich mit dem 6138 auf den Markt und sind doch grundverschieden.

Nochmals vielen, vielen Dank. Du wertest das Uhrforum auf mit deiner Arbeit.

Gruß!
Markus
 
#13
Aeternitas

Aeternitas

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Eine Schwachstelle der 6138-Werke ist der Stundenzähler. Dieser läuft bei vielen Uhren mit, auch wenn der Chronographenmechanismus steht.
Das lässt sich aus meiner Erinnerung aber mit einem Exzenter lösen.


Und nur ein Jahr und alle Prachtstücke eingesammelt. Das brauchen nicht wenige für eines der Exemplare. Sehr schön!
 
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#14
Lindi1977

Lindi1977

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Wow, ein Seiko-Lexikon, vielen Dank für die Mühe...ich bin fast schon Sprachlos...super!

Und beneidenswerte schöne Sammlung.

Gruß, Marco
 
#15
Servusla

Servusla

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Alter Schwede, interessante und erstklassige Übersicht. Vielen Dank für deine Mühe. :klatsch:

Als Fan der 6139/6138 Chronos hab ich so eine Übersicht schon immer mal gesucht, da hat man praktisch alles beisammen. :super:
 
#16
Badener

Badener

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Eine wirklich tolle Sammlung an Fakten und Bildern. Vielen Dank dafür!

Gruß
Badener
 
#17
carpediem

carpediem

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Was für ein schöner Bericht. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber das ist ein prima Nachschlagewerk, deswegen habe ich es in den Herrenuhren erst mal angeheftet.

Vielen Dank an Freemind1. :super:

Grüße
carpediem
 
#19
EnabranTain

EnabranTain

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Meinen ausdrücklichen Dank für die Arbeit und Mühe die du hier investiert hast!

Die sehr gute Sammlung an Fakten und Fotos zum Vergleichen ist eine große Hilfe für alle die sich mit dem 6138 befassen.
Davon lebt ein / dies Forum.

Danke!
 
#20
freemind1

freemind1

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Was für ein schöner Bericht. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber das ist ein prima Nachschlagewerk, deswegen habe ich es in den Herrenuhren erst mal angeheftet.

Vielen Dank an Freemind1. :super:

Grüße
carpediem
Danke Dir, ich war mir nicht sicher, wo ich das am besten hinstellen sollte.

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Eine kleine Anmerkung zu den technischen Details: Die Bauhöhe des Kalibers 6138 beträgt meines Wissens 7,9mm statt 8,00mm. Vielleicht hast du bei ranft geschaut - eher selten eine gute Quelle für japanische Kaliber.

Bei deinem schönen geschichtlichen Exkurs könntest du du evtl. noch auf das Chrono-Kaliber der anderen Seiko Division eingehen, die Kaliber 7015, 7016, 7017, 7018. Diese kamen ja 1970 zeitgleich mit dem 6138 auf den Markt und sind doch grundverschieden.

Nochmals vielen, vielen Dank. Du wertest das Uhrforum auf mit deiner Arbeit.

Gruß!
Markus
Danke Markus, ist schon korrigiert! Zu den 70xx Kalibern kann ich wenig sagen, vielleicht gibt es ja noch andere User, die dazu mehr schreiben können.

An Alle: Herzlichen Dank für das Lob und die Anerkennung, so lohnt sich die Mühe auf jeden Fall. Diesen Guide habe ich übrigens auch in Englisch in einem Nachbarforum gepostet....Reaktion: Eine :???:
Also bei aller Kritik hier, das Uhrforum ist schon top!

Gute Nacht,
freemind1
 
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