Seagull ST19 - Pseudo-Flyback, Bug oder Feature?

Diskutiere Seagull ST19 - Pseudo-Flyback, Bug oder Feature? im Uhren aus China Forum im Bereich Uhren-Forum; Hallo in die Runde der Chinauhren-Kenner! ich habe heute nach vielen Jahren mal wieder eine China-Uhr, denn allseits bekannten Seagull...
misamu

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Hallo in die Runde der Chinauhren-Kenner!

ich habe heute nach vielen Jahren mal wieder eine China-Uhr, denn allseits bekannten Seagull 1963-Chrono in der neuen Variante mit Schwanenhals-Feinregulierung, bekommen und gleich eine Frage dazu:
Wenn ich die Stoppfunktion (2:00 Uhr-Drücker) starte, während diese läuft, den Rücksteller (4:00-Uhr Drücker), der sich widerstandslos drücken läßt, drücke, und dann wieder mit dem 2:00-Drücker stoppe, springen die Chrono-Zeiger sofort wieder auf 0:00. Ich kann also die Rückstellung quasi "vorwählen". Dieses Verhalten kenne ich von meinen anderen Chronos (Valjoux 7750, Poljot 3133, Seiko 6139) nicht. Ist das für ein solches Werk normal oder ein Fehler? Ist das ggf. schädlich für das Werk (wie gesagt, 4:00-Drücker läßt sich ganz leicht drücken, während der Chrono läuft)?
Ich habe bis auf den 6139 keine Erfahrung mit Schaltradchronos.

Freue mich auf Eure Antworten.

Grüße
misamu
 
Sein&Zeit

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Hallo misamu,

ich nenne selbst eine Uhr mit einem Sea-Gull ST-19-Werk mein Eigen, jedoch
...laut Auskunft meiner Uhrmacherin sollte niemals der (untere) Rückstelldrücker betätigt werden, ohne dass zuvor die Messung durch Betätigung des oberen Drückers gestoppt wurde. Dies könne zu Irritationen-Beschädigungen führen.
Ob sie damit recht hat kann ich nicht sagen, jedoch halte ich mich dennoch an ihren Rat. Daher habe ich das von Dir beschriebene Verfahren bisher auch noch nie ausprobiert. Was die Abläufe in mechanischen Uhren anbelangt traue ich ihr deutlich mehr Wissen zu als mir selbst.

Grüße, Marc
 
misamu

misamu

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Hallo Marc, Danke für Deine Antwort!

Ja, das halte ich grundsätzlich genauso, ich habe hier die Beobachtung auch nur zufällig gemacht. Beim Testen sprang die Stoppsekunde mal gleich zurück, mal nicht, und ich habe dann versucht, das zu reproduzieren und eben festgestellt, daß ein LEICHTER Druck auf den 4:00 Drücker, während des Laufens eben dieses Phänomen bewirkt, daß der Zeiger dann beim nächsten Stoppen gleich zurückspringt.

Gruß
Michael
 
Sein&Zeit

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die Beobachtung auch nur zufällig gemacht.
Gut, Michael, lasse weitere Versuche lieber bleiben, bis hier ein ausgewiesener Kenner mechanischer Werke (es gibt hier im UF auch 'echte' Uhrmacher... 8-) ) Dir mitteilt, daß das unproblematisch ist.
Eine Klärung dieser Frage interessiert mich aber auch schon etwas länger, danke für Deine Thread-Eröffnung. :klatsch:

Bei dieser Gelegenheit gleich mal eine Frage: Das Poljot 3133: Wie zuverlässig arbeitet das Deiner Erfahrung nach? :hmm:
Ich hatte selbst schon einige male beinahe eine Uhr mit diesem Werk gekauft. Aber das ST-19 fand ich - zumindest optisch - ansprechender...
Das Poljot hat doch so eine deutlich V-förmige Brücke in der Rückansicht, oder? Irgendwie gefällt mir die nicht... - aber das hat ja keinen Einfluß auf die Zuverlässigkeit, nicht war?

Viele Grüße und einen erfreulichen Freitag-Abend!

Marc
 
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Natal-Rasch-Eid

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Bei laufendem Chronographen, als wenn gestartet, dann trifft der 4-Uhr-Drücker ins leere. Also man kann ihn drücken, aber passieren tut gar nichts. Wenn doch, dann kaputt.
 
Sein&Zeit

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Bei laufendem Chronographen, als wenn gestartet, dann trifft der 4-Uhr-Drücker ins leere. Also man kann ihn drücken, aber passieren tut gar nichts. Wenn doch, dann kaputt.
...?

Ich STOPPE mit dem 4-Uhr-Drücker die laufende Zeitmessung (also den laufenden Chrono). [Was für ein Blödsinn! Natürlich setzte ich damit auf NULL zurück! Ich bin heute früh wohl zu zeitig aufgestanden... Danke, Natal-Rasch-Eid! :prost: , nachträglich korrigiert!]
Hast Du Dich in Deinem Posting dahingehend womöglich vertippt, Natal-Rasch-Eid?
Oder meinst Du mit "Bei laufendem Chronographen, als wenn gestartet,", daß die Uhr einfach nur normal läuft, ohne Messung der verstreichenden Zeit (Chronografen-Funktion)? :hmm:

Grüße, Marc
 
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Natal-Rasch-Eid

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Nein, ich meine, wenn die Chronographenfunktion gestartet ist, dann kann ich gefahrlos den 4-Uhr-Drücker drücken, ohne daß was passiert.
Wäre ja Unsinn, wenn nach dem Stoppen die Zeiger gleich wieder auf null springen, dann kann man die gestoppte Zeit nicht ablesen.
 
N

Natal-Rasch-Eid

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Mit dem 2-Uhr-Drücker stoppe ich die Chronographenfunktion, nicht mit dem auf 4-Uhr.
 
Sein&Zeit

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Oh weh, da habe ich wohl Blödsinn verzapft, entschuldige bitte... - ich habe es gerade in meinem Posting #6 korrigiert!
Aber: 8-)
Was ich meinte war, daß man bei laufender Zeitmessung NICHT den Null-Drücker auf 4 Uhr versehentlich betätigen soll...
Zuerst sollte die Messung durch erneutes Betätigen des 2-Uhr-Drückers gestoppt werden.
Zumindest so hatte ich meine Uhrmacherin verstanden.

Viele Grüße und nochmals Danke für die Korrektur!

Marc
 
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Natal-Rasch-Eid

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Wie schon geschrieben, kann man / ich den 4-Uhr-Drücker während der laufenden Zeitmessung drücken, ohne daß was passiert. Da geht nichts kaputt.
Wenn danach beim Stoppen die Zeiger auf Null springen, dann ist schon was kaputt.
 
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Natal-Rasch-Eid

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Oder irgend ein Hebel klemmt. Dann kann man mit ein bischen Öl reparieren.
 
Sein&Zeit

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Danke! Dann ist der Hinweis meiner Uhrmacherin also Deiner Erfahrungen nach falsch/zu übervorsichtig.
Ich hatte schon Angst, daß ich, wenn ich versehentlich die Rückstellung betätige, obwohl die Zeitmessung noch läuft, Schaden verursache...

@misamu Du siehst jetzt, wie aufschlußreich solche Threaderöffnung bisweilen verlaufen kann...

Danke und ein schönes Wochenende uns allen!

Marc
 
misamu

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...
Wäre ja Unsinn, wenn nach dem Stoppen die Zeiger gleich wieder auf null springen, dann kann man die gestoppte Zeit nicht ablesen.
Nun ja, ganz unsinnig ist das wohl nicht, denn beim echten Flyback Chrono passiert ja genau das (Nullung) , allerdings läuft dann der Zeiger wieder los. War wohl eine Funktion, die Piloten gelegentlich brauchten .
 
misamu

misamu

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...
Bei dieser Gelegenheit gleich mal eine Frage: Das Poljot 3133: Wie zuverlässig arbeitet das Deiner Erfahrung nach? :hmm:
Ich hatte selbst schon einige male beinahe eine Uhr mit diesem Werk gekauft. Aber das ST-19 fand ich - zumindest optisch - ansprechender...
Das Poljot hat doch so eine deutlich V-förmige Brücke in der Rückansicht, oder? Irgendwie gefällt mir die nicht... - aber das hat ja keinen Einfluß auf die Zuverlässigkeit, nicht war?

Viele Grüße und einen erfreulichen Freitag-Abend!

Marc
Hier mal der direkte Vergleich aus meiner Kiste: IMG_20191108_212631.jpg.
Klar ist das ST19 schöner.

Ich habe 4 Poljot, die zwischen 15 und 20 Jahre alt sind und ohne weitere Pflege immer noch gut laufen. Soweit meine Erfahrungen ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Grüße
Michael
 
Sein&Zeit

Sein&Zeit

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Huuu ... :klatsch:
Danke fürs Herzeigen, Michael!
Die Optik ist ja nicht alles...
Ich habe 4 Poljot, die zwischen 15 und 20 Jahre alt sind und ohne weitere Pflege immer noch gut laufen.
Das wollte ich wissen! Dann kann ich doch auch mal an ein 3133 denken...
Es gibt ja nicht so viele Chrono-Werke in dieser Preisklasse, die auch ihren Preis wert sind...

Viele Grüße!!!

Marc
 
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Inwiefern sind denn das Valjoux 7734 (=Poljot 3133) und das Venus 175 (= Seagull ST-19) "historisch" miteinander verwandt? Dottore Ranfft schreibt, dass das Valjoux mit dem Venus 188 fast identisch sei.
 
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chrismontre

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Inwiefern sind denn das Valjoux 7734 (=Poljot 3133) und das Venus 175 (= Seagull ST-19) "historisch" miteinander verwandt? Dottore Ranfft schreibt, dass das Valjoux mit dem Venus 188 fast identisch sei.
Garnicht. Das Poljot ist ein Nachbau desValjoux 7733/7734 und wird über ein Nockenschaltwerk gesteuert. Das Seagull über ein Kolonnenrad. Valjoux, Venus und andere Herstellers haben viele verschiedene Werke gebaut und zum Teil gegenseitig gekauft und umgelabelt. Dadurch gibt es auch viele Überschneidungen. Viele alte Schaltradkaliber ähneln sich in der Optik auch sehr stark.
 
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