Schwermetall aus Österreich - Oriosa Automatic, Ref. 2034W4, cal. ETA 2789

Diskutiere Schwermetall aus Österreich - Oriosa Automatic, Ref. 2034W4, cal. ETA 2789 im Vintage-Uhren Forum im Bereich Vintage-Uhren; Diese Uhr ist was Besonderes, aber das erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Denn auf den ersten kommt sie ausgesprochen unscheinbar daher -...
#1
T

Tomcat1960

Guest
Diese Uhr ist was Besonderes, aber das erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Denn auf den ersten kommt sie ausgesprochen unscheinbar daher - hmm, noch so 'ne Siebzigerzwiebel... In der Tat symbolisiert sie dieses Uhrenjahrzehnt wie kaum eine andere in meinem Besitz: ein TV-förmiges Zifferblatt in zartem Blaumetallic, das, je nach Lichteinfall ins Grau-Grün changiert, ein typisches Zeigerspiel aus Blockzeigern und einer klassischen roten Sekunde.

Face 1507b.jpg

Schräg vorn 1.jpg

Oriosa DD Dial.jpg

Krone oben 1.jpg

Wristshot 1.jpg

Wrist 2.jpg

Das erstaunlichste an der Uhr - und das, was sich eben nicht auf Anhieb erschließt - ist die Gehäuseform. Der Stahl ist kunstvoll zu einer der komplexesten Formen geschliffen, die ich je an einer Uhr gesehen habe: nicht weniger als elf Flächen - teils poliert, teils geschliffen, voneinander abgesetzt durch scharfe Kanten - allein im Sichtbereich schaffen immer wieder neue, interessante Eindrücke. Dabei ist die Uhr, wie gesagt, eigentlich nichts Besonderes - im Wesentlichen rund halt, und hoch bauend, wie für die Siebziger typisch.

Face 1507a.jpg

Gehäuse 2.jpg

Gehäuse 2 Detail.jpg

Gehäuse 3.jpg

Gehäuse Makro 1.jpg

Kronenseite flach 2.jpg

Kronenseite.jpg

Verglichen damit ist der Rücken schön schlicht - eine einzige, geschliffene Fläche, leicht gewölbt, um sich besser an das Handgelenk anzupassen. In seiner Mitte gewährt ein glänzender Schraubdeckel nicht nur Zugang zum ETA 2789, das die Uhr antreibt, sondern bietet auch Anlass zu hübschen Spiegelfechtereien:

Oriosa Back.jpg

Rückseite Detail.jpg

Die Kaliberfamilie 2750, zu der auch das 2789 gehört, ist ein direkter Vorläufer der Kaliberfamilie um das weitverbreitete, aktuelle 2824, tickt aber im Unterschied zu jener mit 21.600 A/h. Es verwendet den klassischen ETA-Klinkenradwechsler, um beidseitigen Aufzug sicherzustellen.

Oriosa Werk Gerd.jpg
(Bild: Falko)

Die englische Datumsanzeige signalisiert, dass die Uhr für den Export gedacht war - Oriosa ist eine Marke der Ostersetzer & Cie., registriert am 26.1.1956 in - Wien! Und tatsächlich stolperte ich über sie in der englischen Bucht - aus Gründen, die ich nicht nachvollziehen kann, interessierte sich niemand für sie. Mein Glück - für einen einstelligen Pfundbetrag wechselte sie den Besitzer ;-) Ihr Spiralenproblem behob Gerd (Falko) im Rahmen der Durchsicht - seither läuft sie mit sehr ordentlichen Gangwerten.

Danke für Euer Interesse!

Grüße
Tomcat
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
#2
U

uhr_10

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Wundervoll in Szene gesetzt :super::super:
Das Gehäuse ist in der Tat einmalig - gerade zu der Himmel für Kanten/Flächenliebhaber 8-)


Danke für's Zeigen :-)
 
#3
herrschneider

herrschneider

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Genau mein Beuteschema. Glückwunsch zu dem Schmuckstück!
 
#4
iToddel

iToddel

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Glückwunsch zu dem schicken Klotz :super:

Die Gehäuseform finde ich Super, 70er Jahre pur, und das zartblau changierende Zifferblatt ist ein echter Hingucker.

Viel Spaß mit der Uhr und Danke für´s Zeigen :-)

Gruß,
Thorsten
 
#5
falko

falko

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Irgendwie kam mir die Uhr bekannt vor.;-) Dank Deiner Beschreibung nehme ich nun das Gehäuse wirklich wahr, als sie bei mir war, beschäftigte mich wohl vornehmlich die Technik.
 
#6
MAP254

MAP254

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Hi Tomcat,
gratuliere dir recht herzlich zur Oriosa. Wenn ich mich nicht ganz täusche sieht sie meiner Jugend-Oriosa sehr ähnlich. Naja, ist ja doch schon ein bißchen her...
Solltest du sie nicht mehr wollen, informiere mich bitte, ich bin seit einiger Zeit auf der Suche nach einer Oriosa mit blauem Ziffernblatt.
Viel Vergnügen wünscht
Manfred
P.S.: viel kriegt man wirklich über die Firma Oriosa nicht heraus. Dürfte ein kleiner Einschaler gewesen sein. Der Firmenname existiert heute noch, wird aber offensichtlich nicht mehr verwendet.
 
#7
RiGa

RiGa

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Die ist ja fast schon höher als breit ... :shock: :D

Schönes und sichtlich authentisches Teil in hervorragendem Zustand, Andreas - gratuliere!

Oriosa selbst war ("ist" wäre aus heutiger Sicht wohl übertrieben und demnach nicht ehrlich) mir durchaus geläufig, hätte ich aber nicht im Zusammenhang mit Österreich gesehen.
Danke auch für diese Horizonterweiterung!

Bezüglich des momentan montierten Bandes: Hast Du eventuell einen Wechsel geplant?
Ich könnte mir da nämlich ganz gut ein Rallyeband vorstellen ...

Gruß, Richard
 
#8
T

Tomcat1960

Guest
Wundervoll in Szene gesetzt :super::super:
(...)
Ich danke Dir! Die optische Wandlungsfähigkeit dieser Uhr einzufangen ist schwierig - ich hoffe, es ist mir einigermaßen geglückt. (Fotografietechnisch bin ich halt noch Anfänger.)

@ herrschneider: das dachte ich mir schon. Danke für die Glückwünsche!

@ iToddel: auch Dir recht vielen Dank! In den Siebzigern ging schon recht viel im Formenbau ;-)

@ falko: genau, das ist die, wo Du die Werksrevi gemacht hast - nochmal vielen Dank! An anderer Stelle hast Du mal geschrieben, das 2789 sei eines Deiner Lieblingswerke, weil robust, übersichtlich und gut zu regulieren. Danke nochmal für das Werkbild!
Und natürlich freut mich, dass ich Deinen Blick auf etwas anderes als die Technik lenken konnte ;-)

@ MAP254: auch Dir vielen Dank. Zu Ostersetzer & Cie., Wien, gehört auch die Marke "Gloriosa". Mit Deiner Einschätzung liegst Du vermutlich richtig - ab wann darf noch mal "Swiss" auf dem Blatt stehen? Ob sie das Gehäusedesign selbst gemacht haben? Die Firma Ostersetzer gibt's ja noch, ansässig in Wiens 5. Bezirk - und sie verkaufen immer noch Schmuck, Uhren und Uhrenfurnituren.
Eher unwahrscheinlich, dass ich sie verkaufe, aber wenn, denke ich an Dich. ;-)

@ RiGa: Danke für Deine Glückwünsche, und, ja - am Arm sieht sie unter bestimmten Blickwinkeln wie ein Burgturm aus :) Wegen des Bandes habe ich jetzt noch nicht so intensiv nachgedacht - das alte ist zwar alt, aber ungetragen und authentisch. Wenn Ersatz fällig wird, komme ich gern auf Deine Anregung zurück ;-)

Grüße
Tomcat
 
#9
MAP254

MAP254

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@ MAP254: auch Dir vielen Dank. Zu Ostersetzer & Cie., Wien, gehört auch die Marke "Gloriosa". Mit Deiner Einschätzung liegst Du vermutlich richtig - ab wann darf noch mal "Swiss" auf dem Blatt stehen? Ob sie das Gehäusedesign selbst gemacht haben? Die Firma Ostersetzer gibt's ja noch, ansässig in Wiens 5. Bezirk - und sie verkaufen immer noch Schmuck, Uhren und Uhrenfurnituren.
Eher unwahrscheinlich, dass ich sie verkaufe, aber wenn, denke ich an Dich. ;-)
Grüße
Tomcat
Ja, die Firma exisitiert noch, allerdings ist die Homepage seit langer Zeit "under construction". Der Firmenzweck ist :

Import und Grosshandel für Uhren, Schmuck, Wecker, Wand- und Standuhren sowie Uhrenteile.

Unter der Marke "Oriosa" bzw. "Gloriosa" wird heute IMHO nichts mehr verkauft und auch über die Produkte aus den 70er gibts keinerlei Kataloge, Infos etc. Schade eigentlich.

Liebe Grüße
Manfred
 
#10
Doerthe

Doerthe

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Auch auf den ersten Blick finde ich sie keineswegs unscheinbar, auf den zweiten Blick mit deinen Erklärungen wird sie allerdings immer interessanter, eine tolle, nicht alltägliche Uhr, herzlichen Glückwunsch.
Und auch in mein Beuteschema dürfte sie passen.
 
#11
Uhr-Enkel

Uhr-Enkel

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Hat ja auch ein blaues Zifferblatt. ;-)

Das Gehäuse ist wohl das Highlight dieser Uhr. An Material und am Schliff wurde nicht gespart.

Schöner Schnapp!
 
#12
K

KP-99

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Hallo Tomcat,

da hast du ja eine wirklich aussergewöhnliche Uhr aus den 70ern erwischt.

Gefällt mir sehr, die vielen Flächen ergeben sicher häufig eine neue Ansicht, so bleibt die Uhr immer interessant.

Tja, in den 70ern hatten die Hersteller noch richtig Mut beim Styling.

So eine Uhr aus meinem Geburtsjahrzehnt mit besonderem Gehäuse fehlt mir auch noch, soviel ist mal sicher.

Danke für die Vorstellung.

Grüße
Klaus-Peter
 
#13
schmittko

schmittko

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Hallo Tomcat,
auch meine Glückwünsche zur Oriosa :super: !!! Ein ganz ausgezeichneter der Schatz der 1970er Jahre. Die Gehäuseform wie auch das Zifferblatt bezeichne ich als grandios :klatsch:.
Was für eine schöne Uhr, bin wirklich begeistert, dazu dieser fabelhafte Zustand :klatsch:.

Ich wünsche ewig Freude an diesem astreinen Schnapper und danke für die lesenswerte Vorstellung.
 
#14
T

Tomcat1960

Guest
@ MAP254: danke für die zusätzlichen Informationen!

@ Doerthe: danke, freut mich, dass sie Dir gefällt!

@ Uhr-Enkel: auch Dir vielen Dank! Ja, der Schliff ist in der Tat einzig.

@ KP-99: die Gehäuseform lässt in der Tat zahlreiche schöne Ansichten zu, aber sie drängt sich nicht auf wie heutige Uhren, die ihre Wirkung meist über die Größe erzielen wollen. Ich wünsche Dir viel Glück bei der Suche nach einer Uhr für Dich! ;-)

@ schmittko: danke für Deine Worte. Als Gesamtkunstwerk hat sie sich auch mir nicht aufgedrängt, aber mit jedem Blick gefällt sie mir besser.

Viele Grüße
Tomcat
 
#15
hansvonholstein

hansvonholstein

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ECK
Hammer! :super:

Der Klotz ist wirklich 70er Jahre in Reinform.
Das vielfarbig blaue ZB mit seinen Klötzchen und dem roten Sekundenzeiger.
Und das Gehäuse - einzigartig mit seinen Ecken und Kanten und Winkeln und Kurven.

Herzlichen Glückwunsch! :klatsch:
 
#16
T

Tomcat1960

Guest
Hallo Hans,

danke und freut mich, dass sie Dir gefällt. Ich packe sie später noch in die einschlägigen Threads - Siebzigerjahre, blaue Zifferblätter und rote Sekundenzeiger :D Natürlich mit neuen Bildern ;-)

Viele Grüße
Andreas
 
#17
Don Jorge

Don Jorge

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Molwanien
Auch von mir meine besten Glückwünsch! Wunderschön wuchtig, aber durch die aufwändigeren Formen dann doch wieder etwas verspielt. Dazu noch die rote Sekunde als Schmankerl...toll. :klatsch:
 
#18
T

Tomcat1960

Guest
Hallo Don Jorge,

danke auch Dir! Sie wirkt auf den Bildern kräftiger als sie in der Realität ist. Dies ist hauptsächlich dem breiten "TV-Frame" geschuldet, welcher den Eindruck erweckt, man habe ein dickwandiges (sprich: dickes) Stück Metallrohr am Arm ;-) Der Schliff verstärkt m.E. diesen Eindruck noch, weil er parallel zum Boden verläuft. Ebenfalls zum Eindruck eines "großen Kalibers" trägt das Blatt bei, welches der roten Sekunde so eine schöne Arena verschafft.

Insgesamt eine interessante Uhr, die ich sehr mag. Auch auf den dritten Blick ;-)

Grüße
Tomcat
 
#19
Tomcat1960

Tomcat1960

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Update: In der Einleitung zu dieser Vorstellung hatte ich geschrieben, was mir an dieser Uhr so gut gefiel:

In der Tat symbolisiert sie dieses Uhrenjahrzehnt wie kaum eine andere in meinem Besitz: ein TV-förmiges Zifferblatt in zartem Blaumetallic, das, je nach Lichteinfall ins Grau-Grün changiert, ein typisches Zeigerspiel aus Blockzeigern und einer klassischen roten Sekunde.
Nun hat sie endlich ein Kleidchen bekommen, das ihre Verwurzelung in diesem Jahrzehnt noch deutlicher macht, eines, das für sie gemacht scheint und wohl nur auf sie gewartet hat:







Ich denke, das werde ich ihr dauerhaft anlassen: so bequem tragen sich nur wenige Uhren :super:

Viele Grüße
Andreas
 
#20
fleutjenpieper

fleutjenpieper

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Fängt mit p an und hört mit ornös auf, ist aber als Kompliment gedacht.
Passt wie die Faust aufs Auge zur Uhr und zu der Zeit.
Saucool.
 
Thema:

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