Uhrenbestimmung Schneeweißchen und Rosenrot /Silberne Taschenuhr/Bestimmung

Diskutiere Schneeweißchen und Rosenrot /Silberne Taschenuhr/Bestimmung im Taschenuhren Forum im Bereich Taschenuhren; Moin tosamen, für einen Kollegen möchte ich gerne Nähres zu folgender Taschenuhr herausfinden. Sie hat ein 800er Lepine-Silbergehäuse, gemarkt...
#1
SINNlich

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Taschenuhr_Zifferblatt.jpg

Taschenuhr_Werkdeckel.jpg

Taschenuhr_Werk.jpg

Moin tosamen,

für einen Kollegen möchte ich gerne Nähres zu folgender Taschenuhr herausfinden. Sie hat ein 800er Lepine-Silbergehäuse, gemarkt "JB".
Auf dem Werkdeckel steht "Cylindre" und "Haute rubis", soviel ich erkennen kann. Also: "Zylinderhemmung". Aber was wird mit der zweiten Zeile über die Lagerung ausgedrückt?
Das Werk selbst ist mit den Initialen "H" und "S" gemarkt, zwischen den Buchstaben befindet sich ein Anker. Diese Marke ist bei Mikrolisk leider nicht vermerkt. Die Initialen des Inhabers sind mit der Jahreszahl "1902" vermerkt.

Ich würde mich freuen, wenn jemand mir etwas über die Art und die Qualität der Uhr sagen könnte. Sie soll nicht verkauft werden. Mein Kollege möchte halt mehr über das Erbstück erfahren. Ich bin auf dem Gebiet mäßig gebildet, meine aber zu erkennen, dass es sich dabei um eine eher einfache Gebrauchsuhr handelt.

Wie kommt der Belag um das Zeigerspiel und auf den Stundenziffern zustande?

Ich entschuldige mich für die mäßigen IPad-Fotos und vor allem:

Vielen Dank im Vorraus!

Axel
 
Zuletzt bearbeitet:
#2
carpediem

carpediem

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Wenn wir schon ein Taschenuhrforum haben.... ;-)

Grüße
carpediem
 
#3
Badener

Badener

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Hallo Alex,

auf den Bildern lässt sich ja nun nicht wirklich viel erkennen...
Da steht "Huit Rubis", nicht "Haut Rubis", die Uhr hat also 8 Steine. M. E. eine Uhr einfacher/normaler Qualität. Das Gehäuse könnte aus Silber oder Neusilber sein und ist am Rand wohl rotvergoldet (sog. Galonné). Vielleicht gibt es im Gehäuse noch weiter Punzen, die Hinweise geben könnten?

Die roten Stundenzahlen gehören nicht zur Originalausstattung. Sie waren so um 1920 - 1930 recht beliebt und wurden nachträglich als Abziehbilder aufgebracht. Der durchsichtige Teil dieser Bilder hat sich dann später dunkel verfärbt. Bei der abgebildeten Uhr sieht man sehr schön, dass das Abziehbild angebracht wurde, ohne die Zeiger abzunehmen. Dazu wurde das Bild zwischen 17 und 19 Uhr eingeschnitten und dann von oben um die Zeiger geschoben. Daher ist es an dieser Stelle auch nicht dunkel.

Kannst du von der Marke auf dem Werk vielleicht bessere Bilder machen? Möglicherweise finden sich dann weitere Infos...

Gruß
Badener
 
#4
Ruebennase

Ruebennase

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Moin Alex,
wäre prima wenn der Badener noch was zum recherchieren bekommt. Es ist schier unglaublich, was er immer aus gräbt. Du hast mit deiner Einschätzung schon recht, dass es sich um eine gute eher einfache Gebrauchsuhr handelt, wie man es heut zu Tage beurteilt. Es ist ein voll durchgesteintes schweizer Zylinderwerk wie man es heute noch recht häufig findet. Das ist allerdings der Tatsache geschuldet, dass die Silberschmelze in einem wesentlich kleineren Rahmen statt findet/fand als die Goldschmelze und wer wirft so etwas weg. Du kannst davon aus gehen, dass dieses Ührchen einen äußerst stolzen Besitzer hatte, der nicht am Hungertuch genagt hat. Eine Uhr hat im Verhältnis zum Einkommen sehr viel gekostet und in etwa den Status eines Automobils 50-60 Jahre später gehabt. Die Jahresangabe 1902 paßt prima zu der Uhr und ist eine absolut realistische Altersangabe. Eine eigene tragbare Uhr hatte längst nicht jeder und wenn, dann gerade in dieser "Gebrauchsklasse" Eine sein ganzes Leben lang. Klar die Deichgrafen und ein paar Schmuggler hatten vielleicht echtes goldes "Fientüch" und eventuel Eine zum wechseln, aber so ein Vorfahre war der Träger dieser Uhr wohl nicht :-). Im Moment gibt es halt besonders viele zu kaufen. Dank Ebay werden jetzt die ganzen familiären Schubladenfunde gegen irgend etwas kurzlebiges das blinkt und piept eingetauscht. Die nächste Erbengeneration hat es da schon schwerer. Entweder ist nichts da oder man wird von einem Exsammlerfund erschlagen :-). Da die Zahl der Menschen an steigt und die Zahl der nicht mehr gebauten alten Taschenuhren ab nimmt, gibt es Anteilig immer selter diese kein Brot fressenden Familienschätzchen. Sicherlich ist auch Sammln nicht gerade ultra hip aber ein Stück Familiengeschichte zu wahren kann doch nicht vekehrt sein.

Schönes Teil und UNBEDINGT behalten. Da es ein Erbstück mir familiärer Geschichte ist, wurde ich das Abziebild auch drauf lassen. Wenn man das Zifferblatt abbaut und über Nacht in Wasser mit einem Tropfen Geschirrspühlmittel legt, dann löst es sich komplet und rückstandsfrei. Die Uhr sieht dann zwar hübscher und eleganter aus aber ab ist ab. Ich würde es in diesem Fall so lassen.

Liebe Grüße
 
#5
SINNlich

SINNlich

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Moin und herzlichen Dank! :-D

Mein Kollege stand gerade neben mir und freute sich sehr über die Informationen. Die Abziehbild-Ziffern kannte ich bislang noch nicht und nun weiß ich auch, warum so viele Taschenuhren, die ich auf Flohmärkten sah, solche Zifferblätter haben.
Er bringt die Uhr nochmal mit, damit ich die Werk-Punze noch einmal exakter fotografieren kann.
Das Gehäuse ist, wie geschrieben, aus 800er Silber. Das verrät die Punze und die Kronen-Markung. So genau kenne ich mich damit nicht aus. Sowohl das äußere Gehäuse, als auch die Werk-Deckel sind mit "JB" gemarkt. Das Werks selbst mit "H" und "S". Zwischen diesen Buchstaben befindet sich ein Anker.

Sorry, beim Einstellen war ich zu flüchtig, sonst hätte ich die richtige "Schublade" gewählt, Danke für's Verschieben.

Munter!

Axel

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Werk.jpg

...sodele,

hier poste ich nochmal eine Detailaufnahme der Werk-Marke. Leider habe ich kein Makroobjektiv für die Digitale. Besser geht es leider nicht. Vielleicht bringt das Licht in die Herkunft des Werkes.

Munter!

Axel
 
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