Schlenker & Kienzle, wie alt ist diese Uhr?

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Der Stromer

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:shock: Hallo Gemeinde.
Ich habe mal wieder eine schöne Uhr bekommen. Hersteller ist die Firma Schlenker & Kienzle. Diese Firma existierte ja von 1883 bis 1919 und danach wurde sie umbenannt in Kienzle bis 1929 als dann Th. Haller 1929 seine Hände mit dem Geldbeutel nach ihr ausstreckte.

Was mich nun interessiert ist folgendes: Hat hier Jemand an Hand der Seriennummer die Möglichkeit, dass genaue Alter der Uhr zu bestimmen?

Und gleich noch eine Bitte: Ich brauche eine möglichst genaue Pendelfeder für dieses Werk. Hat Jemand so etwas noch im Fundus und würde es abgeben? Bitte PN an mich.

Letzte Frage und Bitte: Wer Restauriert ein solches Jugendstil-Gehäuse fachgerecht? Angebote bitte auch per PN an mich.

So, und jetzt ein paar Bilder im "Jetztzustand" :???: Ich lasse Euch natürlich am weiteren Vorgehen teilhaben, aber das wird etwas dauern. Also bitte Geduld :-D

0001-Marke-und-Seriennummer.jpg0347-Draufsicht.jpg0345-Rueckseite.jpg0345-Bildmarken.jpg0344-Rechte-Seite.jpg0343-Vorderseite.jpg0342-Linke-seite.jpg0338-Gehauese.jpg0337-Gehauese-und-Werk.jpg0348-Pendel-und-Schluessel.jpg

Für Euren Zuspruch vielen Dank im Voraus:super:

Nachtrag: Da es mir (???) nicht möglich ist, in einer PN ein Bild ein zu fügen, also hier die Abmessungen der gesuchten Pendelfeder:

Abmessungen-Pendelfeder.jpg
 
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Hallo Rolf-Dieter,
eine Werknummernliste besitze ich zwar leider nicht, aber Deine Kaminuhr wurde (wie gut zu erkennen) in den reinsten Formen des Jugenstils gefertigt. Meiner Einschätzung nach so um ca. 1910.
Eine kleine Frage hätte ich noch zu dem Uhrengehäuse. Ist auf der rechten Seitenwand (fast mittig) in Höhe des Uhrwerks ein kleines Loch gebohrt ?

--- Nachträglich hinzugefügt ---

Hier ist noch eine Auflistung zu Firmengeschichte.
-
Firmengeschichte
1822 Johannes Schlenker eröffnet eine Uhrmacherwerkstatt in Schwenningen.
1855 Die Nachtwächter-Kontrolluhren werden weltweit verkauft.
1883 Jakob Kienzle heiratet in die Familie Schlenker ein. Die Firma wird in Schlenker & Kienzle umbenannt.
1897 Jakob Kienzle wird alleiniger Eigentümer der Firma.
1899 Mit einer Belegschaft von 400 Arbeitern beginnt die Firma industriell zu produzieren.
1902 Schlenker & Kienzle gründet Niederlassungen in Mailand und London.
1903 Schlenker & Kienzle gründet eine Niederlassung in Paris.
1908 Die Herstellung von Armbanduhren beginnt. Die jährliche Produktion von Armbanduhren und Uhrwerken überschreitet 2 Millionen Stück. Die Belegschaft wächst auf 1.700 Angestellte.
1910 KIENZLE expandiert in den Automobilsektor. Die ersten Automobiluhren entstehen für sämtliche führenden Automobilmarken.
1911 KIENZLE weitet seine weltweite Präsenz aus und eröffnet eine Niederlassung in New York.
1932 KIENZLE entwickelt die 8-Tage-Flieger-Borduhr für das Armaturenbrett von Flugzeug-Cockpits.
1939 KIENZLE beschäftigt 3.500 Angestellte und stellt jährlich ca. 5 Millionen Uhren her.
1954 KIENZLE entwickelt die ersten Parkuhren und wird für fast zwanzig Jahre alleiniger Produzent.
1964 KIENZLE gründet eine Niederlassung in der Schweiz.
1970 Die jährliche Produktion wächst auf 7 Millionen Uhren an.
1972 KIENZLE erfindet eine mit Solarstrom betriebene Uhr, die Heliomat. Zudem beginnt die Firma mit der Produktion ihres ersten Quarzuhrwerkes.
1887 KIENZLE ist weltweit präsent mit bis dato 300 Millionen Uhren und Zeitmessern.
2002 KIENZLE fokussiert sich verstärkt auf die Produktion von Uhren.
2010 Die KIENZLE Uhrenmarke konzipiert die Neuausrichtung der Marke.
2011 Die neue und internationale KIENZLE Uhrenkollektion entsteht und kommt auf den Markt. Klare Ausrichtung auf die „Volksuhr“.
 
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:-) Hallo Martin,

Vielen Dank für Deine Hinweise. Jugendstil vom Gehäuse her war schon klar und da bleibt ja keine allzu große Zeitspanne. Es geht mehr um Das Werk. Und das muss ja nicht auch aus dieser Zeit sein.

Die Firmengeschichte ist schon interessant, wie fast alle von Uhrenmanufakturen aus dieser Zeit. Nachdem Th. Haller sich 1929 in die Firma KIENZLE eingekauft hatte, wurde der Markenname ja beibehalten. Auch die Übernahme 1997 durch durch die "Kienzle Time (HK) Ltd." in Hongkong galt wohl nur dem Markennamen:|.

Aber vielen Dank! :-)

Ps.: Nein, da ist kein Loch gebohrt worden, auch nicht vom Holzwurm, für den das verwendete wohl zu hart war und ist:-) Es kann sein, dass Du da den kleinen Befestigungsstift des Ziffernblattes meinst. Das besteht übrigens aus Kupfer mit Perlmutt-Intarsien. Also auch kein Email oder Farbe. Schon recht aufwändig gemacht, dass Ganz. Der innere Teil, der noch am Uhrwerk "hängt", war auf dem äußeren Ring angelötet. Schaun mer mol, wie ich das hinbekomme. Ggf. muss da ein Restaurator aus Regensburg ran. :super:
 
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:-) So, jetzt geht es also weiter (das heißt, es ist fertig) :D

Am Gehäuse habe ich nicht viel gemacht. Nur mit einem feuchten Lappen den Staub der Jahrzehnte entfernt. Wenn der Besitzer möchte, kann er zu einem versierten Restaurateur gehen. Die Perlmutt-Intarsien sind für mich Rentener doch um Klassen zu hoch :oops:.

Aber das Werk habe ich wieder zum Ticken gebracht. War im Prinzip nicht schwierig. Das Werk ist sehr robust und einfach aufgebaut. Es hat auch die arge Verschmutzung der fast 120 Jahre gut überstanden. Ja, es sind fast 120 Jahre für das Werk. Das Gehäuse dürfte so um 1900 herum entstanden sein, früher Jugendstil Süddeutscher oder Österreichischer Prägung. Im Gehäuse ist auch noch eine Uhrmachermarke zu finden: "Adolf Kopp München 22 Bürkleistraße 7 / 5m".

Leider habe ich da nichts gefunden. Vielleicht kennt aber Jemand da was? Für Hinweise bin ich immer Dankbar:super:

Aber jetzt zum Werk.

Die Uhr ist vom Schrank gefallen und da hat sie sich in diverse Teile selbst zerlegt. Die Zeiger arg verbogen, das zweiteilige Ziffernblatt ist auch auseinander gefallen, das Werk aus dem Gehäuse wegen ausgerissene Schrauben gefallen. Pendelfeder zerstört, Pendel verbogen. Also meine Befürchtungen: Hoffentlich kann man das noch richten.

Na, wie es gegangen ist, seht selbst:

Ein Bild vom Wechselrad
0004-Wechselrad.jpg

Die defekte Pendelfeder
0006-Pendelaufhaengung.jpg

Blick aufs Werk
0343-Vorderseite.jpg

Das Gehäuse
0338-Gehauese.jpg

Das Ziffernblatt, gut sieht man den Unterschied zwischen dem Kupferteil in der Mitte und dem Messingring mit den eingelegten Perlmutt-Zahlen
0701-Ziffernblatt.jpg

Beim Ziffernblatt, das verlötet war, hatte ich Probleme:shock:. Ich konnte die Scheiben nicht sehr warm machen, da die Intarsien mit Pech eingelassen sind. Und das wird ja bei Wärme sehr rasch flüssig:-(. Aber es hat mit Bleilot bei einem sehr niedrigen Schmelzpunkt geklappt. Jetzt ist es wieder fest und die Intarsien sind nicht beschädigt worden. :klatsch::klatsch:
0725-Sauber.jpg

Die Reinigungsarbeiten am Werk waren recht einfach. Ab ins UB mit etwas Cilt-Bang und danach Polieren.
0729-Seitenansicht.jpg0728-Rueckseite.jpg0727-Links.jpg0726-ohne-Zeigerwerk.jpg

Und so sieht es jetzt wieder im Gehäuse aus
0731-So-sieht-sie-jetzt-aus.jpg0730-Werk-Vorderseite.jpg0734-Im-Gehauese.jpg

Das Werk wurde mit neuen Holzschrauben (Messing - Schlitzschrauben) wieder im Gehäuse befestigt.

Bis auf die Fehlstellen am Gehäuse eine schöne Uhr.
 

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seiko

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Hallo Stromer,

hast Du toll hinbekommen. Absolut saubere Arbeit, Hut ab.

Schöne Arbeit, schöne Uhr :super:

Gruss, seiko
 
Thema:

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